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Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts

Dominique Rudin Lic. Phil.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (SFB 640)

 

 

E-Mail: dominique.rudin (at) geschichte.hu-berlin.de

Büro: Mohrenstr. 40/41, Raum 323

Tel.: + 49 (0)30 2093-4800

Projekthomepage

 

 

 

 

Vita   |   Publikationen   |   Forschung

 

 

 

Vita


 

2012

Assoziierter Mitarbeiter des SFB 640/ Institut f. Geschichtswissenschaften, HU Berlin
2009-2011
Stipendiant im Graduiertenkolleg des NFS Bildkritik - eikones, Univ. Basel
2010
Lehrbeauftagter am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Univ. Basel
2009
Lehrbeauftragter am Historischen Seminar, Univ. Basel
2003-2008
Wiss. Mitarbeiter und Projektleiter in Fa. für Wissenschaftskommunikation, Ausstellungen, Archivierungen, Basel
1998-2006
Studium der Geschichte, Germanistik und Politologie in Basel, Bern, Freiburg i. Br.
 
 

Publikationen


 

Aufsätze

  • „Im ersten Bundesrat sassen 3 Guerillakommandanten“ – Zur Bedeutung historischer Bezugnahmen der frühen Zürcher Achtzigerbewegung, in: Balz, Hanno/ Friedrichs, Jan-Henrik (Hg.): "All We Ever Wanted..." – Eine Kulturgeschichte europäischer Protestbewegungen der 1980er Jahre. Berlin: Dietz 2012.
  • Sozialität und Konflikt mit der Akteur‐Netzwerk‐Theorie denken – Skizze einer Heuristik aus historischer Perspketive, in: Conradi, Tobias/ Derwanz, Heike/ Muhle, Florian (Hg.): Strukturentstehung durch Verflechtung: Akteur‐Netzwerk‐Theorie(n) und Automatismen. München: Fink 2011.
  • Subversive Ästhetik? Videos der Schweizer Protestbewegung der 1980er‐Jahre, in: Hieber, Lutz/ Moebius, Stephan (Hg.): Ästhetisierung des Sozialen: Reklame, Kunst und Politik im Zeitalter visueller Medien. Berlin: transcript 2011.
  • „The Earth as Seen from Apollo 8 in Space“ – Eine Kurzgeschichte des Blicks auf die Erde im Jahrzehnt der Mondlandung, in: Rheinsprung 11, Nr. 1 (2011), S. 147‐156. Co‐Autorschaft mit Dr. Alexander Linke, Bochum.
  • Reflexionen von Öffentlichkeit: Ein Pressespiegel, in: Filmfront(al) – Das unabhängige Film‐ und Videoschaffen der 1970er‐ und 1980er‐Jahre in Basel. Basel: Reinhardt 2010, S. 141‐152.
  • „Videos der 1980er‐Bewegung – Ein Forschungsprojekt zur Kulturgeschichte des Politischen in der Schweiz“, in: Memoriav Bulletin, Nr. 16, August 2009.
  • Div. Einführungstexte in: Lampugnani, Vittorio M. [et al.] (Hg.): Anthologie zum Städtebau, Bd. 1 – Von der Stadt der Aufklärung zur Metropole des industriellen Zeitalters. Berlin: Gebr. Mann 2008.
  • „Zur Relevanz der Begleitdokumentationen von historischen Filmquellen“, in: Heard – Seen: The Audiovisual Heritage and the Sciences. Baden: hier+jetzt 2008, S. 64‐71.

 

Lizentiatsarbeit

  • Rudin, Dominique Stéphane. Propagandafilme aus der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale 1931-1947: Evidenzproduktion und Kollektivformierungen. Lizentiatsarbeit, Universität Basel, August 2005. Download: http://fr.memoriav.ch/html/fr/home/film/projets/f-proj-SABZ.htm.
 
 

Forschungsprojekt


Video Heterotopia - Politischer Medienaktivismus und alternatives Milieu in der Schweiz 1970-1990

 

Was seit den 1970er-Jahren als Neue Soziale Bewegungen und alternatives Milieu firmiert, war, unter anderem, eng mit dem Wandel medialer Dispositive verbunden. So sind soziale Alteritäts- und außerparlamentarische Oppositionsphänomene im Bannkreis der Chiffre 1968 auch im Lichte des Fernsehens und seinem Aufstieg zu einem ‚Leitmedium’ zu sehen (Fahlenbach 2002). Doch bereits 1970 traten in den USA Akteure auf den Plan, die die audiovisuellen Kommunikationstechniken nicht den etablierten TV-Stationen zu überlassen gewillt waren. Häufig in Gruppen organisiert, verstanden sich ab den frühen Siebzigern auch in Europa VideofilmerInnen als autonome Mediatoren sozialen Wandels und politischer Aktion.
Im deutschsprachigen Raum formierten sich Videokollektive im Kräftefeld zwischen kritischen und emanzipatorischen Medientheorien (Enzensberger 1970, Negt/ Kluge 1972 u.a.), allmählich verfügbar werdenden Videoapparaturen sowie erstarkenden Protest- und Bürgerbewegungen. Videos, die in diesem Kontext entstanden, bilden mein primäres Quellenkorpus. Die Darstellung fokussiert auf die schweizerischen Städten Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich. Aufgrund von Vernetzungen und geteilten Aufmerksamkeitsbereichen berücksichtige ich exemplarisch auch Produktionen aus der BRD.
Die Arbeit hat zwei tragende Fragestellungen. Zum einen interessieren mich die theoretischen Fundierungen und praktischen Umsetzungen links-alternativer Gegenöffentlichkeit. Diese erste Fragerichtung macht sich den häufig reflexiven Modus (Nichols 1991) der Videos zu Nutzen. Wie wurde politisches Handeln und soziale Wirkung mit audiovisuellen Medien konzipiert und umgesetzt? Wie positionierten sich die Videofilmer/-innen zu anderen (Massen-)Medien? Veränderten sich im Lauf der Zeit der Zugang zu Video, die Hoffnungen, die in das Medium gesetzt wurden? Wandelten sich damit einhergehend auch die Anwendungsgebiete, Ästhetiken und politischen Programme?
Das Hauptaugenmerk der meisten untersuchten Videos liegt zwar auf Wohnungsnot, Hausbesetzungen, Verkehrsbelastung, baulichen Großprojekten oder Kulturangeboten. Diese städtischen Problematiken wurden jedoch in Inszenierung und Argumentation meist eng mit weiteren Aufmerksamkeitsbereichen verflochten, wie etwa Umwelt, Atomkraft, Feminismus, Migration, Psychiatrie oder Abrüstung. So betrifft meine zweite Fragerichtung die diskursive und ikonische Verfassung politischer Interventionen und sozialer Ordnungen. Genauer interessieren mich Evidenzstrategien audiovisueller Repräsentation. So untersuche ich Muster der Plausibilisierung und Authentifizierung in den Videos, womit ich auf eine politische Kulturgeschichte des alternativen Milieus der 1970er- und 1980er-Jahre abziele.

Bildlegende: "1986: Basel im Zeichen des Reaktorunfalls von Tschernobyl vom 26. April sowie der Chemiekatastrophe von Schweizerhalle am 1. November."
Bildnachweis: Video-Still aus "Der Rest ist Risiko" (CH 1987, Produktion und Copyright: Sus Zwick)