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- Historikergalerie des Instituts für Geschichtswissenschaften -

Friedrich von Raumer

(*1781 in Wörlitz bei Dessau; +1873 in Berlin)

Friedrich von RaumerFriedrich von Raumer war zuerst als Jurist im preußischen Staatsdienst tätig und machte erst spät das historische "Hobby" zum Beruf. Nach seiner Ausbildung am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin studierte von Raumer an den Universitäten in Halle und Göttingen Jura. 1802 trat er in den preußischen Staatsdienst ein, und zwar als Referendar der kurmärkischen Kammer; 1806 wurde er Rat der Domänenkammer in Königs-Wusterhausen. In den darauffolgenden Jahren stieg er in preußischen Diensten auf: 1809 wurde er Rat bei der Regierung in Potsdam, 1810 Rat im Finanzministerium.

Von Raumer hatte sich bereits seit seiner Studienzeit für Geschichte interessiert und in ihm wuchs zunehmend der Wunsch, aus dem Staatsdienst auszuscheiden und sich der Wissenschaft zu widmen. Diese Möglichkeit wurde ihm 1811 eröffnet, als er zum Professor für Staatswissenschaft an der Universität Breslau berufen wurde. Hier beschäftigte er sich mit der Geschichte des Mittelalters und des Altertums und unternahm zahlreiche Reisen.

Im Jahr 1819 erhielt er den Ruf auf die Professur für Staatswissenschaften und nebenbei der Geschichte an der Berliner Universität (jetzt Humboldt-Universität), die er bis 1859 inne hatte. In den Jahren 1822/23 und 1842/43 wurde von Raumer zum Rektor der Berliner Universität gewählt. 1823 erschien der erste Band seiner auf sechs Bände angelegten Geschichte der Hohenstaufen, die mit viel Lob, aber auch - vor allem wegen der mangelnden Quellenkritik - mit Kritik aufgenommen wurde. Von Raumer hat mit dieser romantisch verklärten Darstellung der Stauferzeit kaum auf die Geschichtswissenschaft gewirkt. Dagegen begründete sein Kollege an der Berliner Universität, Barthold Georg Niebuhr, mit seinen Vorlesungen zur römischen Geschichte die historische Quellenkritik.

Im Jahr 1827 lehnte von Raumer einen Ruf an die Universität München ab und wurde noch im selben Jahr in die Preußische Akademie der Wissenschaften berufen. 1829 gründete er das "Historische Taschenbuch", das er 37 Jahre lang herausgab und mit dem historische Kenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten.

Als Sekretär der philosophisch-historischen Klasse der Akademie der Wissenschaften hielt er im Jahr 1847 die akademische Gedächtnisrede auf Friedrich II. Von Raumers Rede, die Friedrichs Toleranzpolitik zum Gegenstand hatte, mißfiel dem anwesenden Friedrich Wilhelm IV. Aufgrund dieses Vorfalls legte von Raumer sein Amt als Sekretär nieder und trat aus der Akademie aus.

Mit seiner kurz darauf erfolgten Wahl zum Stadtverordneten wurde er politisch aktiv. Im Jahr 1848 wurde er in den Wahlkreisen Frankfurt/Oder, Quedlinburg und Aschersleben in die Nationalversammlung in Frankfurt/Main gewählt. Er zog als Abgeordneter für Frankfurt/Oder in das Paulskirchenparlament ein, wo er dem rechten Zentrum angehörte. Zudem war er Mitglied der Deputation, die Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone anbot. Nach dem Mißerfolg dieser Mission zog er 1849 mit der Mehrheit der preußischen Abgeordneten aus der Nationalversammlung aus. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er Mitglied der ersten Kammer in Preußen.

Von Raumer setzte seine Lehrtätigkeit an der Berliner Universität bis 1859 fort, wo er - das sei zum Abschluß hervorgehoben - seit 1849 auch Vorlesungen für Frauen hielt.


Autorin der biographischen Notiz: Ute Lotz-Heumann    -   Datum der letzten Überarbeitung: 20.02.98


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