Humboldt-Universität zu Berlin - Philosophische Fakultät I

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Laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte

am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit


Laufende Forschungsprojekte


Projekt A3 „Religiöse und säkulare Repräsentationen in Machtsystemen der Frühen Neuzeit“ im SFB 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel“

Leiter des Teilprojekts: Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Schilling

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Vera Isaiasz, M.A., Dr. des. Ruth Schilling, Ramon Voges, M.A.

Assoziierte Mitglieder: Dr. habil. Stefan Ehrenpreis, Dr. Ute Lotz-Heumann

Laufzeit: 2004-2012

Arbeitsgebiet:

Das Teilprojekt "Religiöse und säkulare Repräsentationen im frühneuzeitlichen Europa" widmete sich in der Laufphase von 2004-2008 der Untersuchung des Wandels religiöser Repräsentationen. Es wurde dabei deutlich, dass Säkularisierung im frühneuzeitlichen Europa schichtenspezifisch, sektoral zeitlich verschoben und inhaltlich divers ablief: Säkularisierung war kein linearer Königsweg in die Moderne.

Im Folgeprojekt "Religiöse und säkulare Repräsentationen in Machtsystemen der Frühen Neuzeit" soll dieser Befund durch eine Analyse des Zusammenhangs zwischen politischen Entwicklungen und ihren jeweiligen Repräsentationen weiter ausgearbeitet werden. Wie gestaltete sich das Verhältnis von religiösen und säkularen Repräsentationen angesichts gesellschaftlicher Krisen im Einzelnen? Welche konkreten Wechselbeziehungen bestanden zwischen politischen Umbruchsituationen in der Frühen Neuzeit und ihren jeweiligen Repräsentationen? Lässt sich zum Beispiel angesichts politisch-konfessioneller Krisen eine Freisetzung politischer Macht von religiösen Repräsentationen beobachten? Und anhand welcher religiösen wie säkularen Repräsentationen kann in krisenhaften Momenten Legitimität behauptet, konstruiert oder bestritten werden.

Untersuchungsfelder:

Folgenden Leitfragen geht das Teilprojekt anhand dreier verschiedener Untersuchungsfelder nach: (1) Vera Isaiasz befasst sich mit der politisch-religiösen Deutung des protestantischen Kirchenbaus im öffentlichen Diskurs des 17./18. Jahrhunderts. Kirchengebäude sollen als Orte untersucht werden, an denen der Grad der Autonomisierung von Politik ablesbar wird und gleichzeitig der verbliebene Anspruch der Religion als gesellschaftliche Legitimationsbasis ihren sichtbaren Ausdruck erfährt. (2) Ramon Voges widmet sich den Repräsentationen von Herrschaft, Glaube und Gewalt in den Bildberichten Franz und Abraham Hogenbergs zwischen 1570 und 1612. Eine Untersuchung der Hogenbergschen Drucke auf ihre semantischen und narrativen Strukturen hin soll nicht nur Erkenntnisse über die Rolle religiöser Repräsentationen angesichts der französischen Religionskriege und des Aufstandes der Niederlande liefern, sondern zugleich Rückschlüsse auf die Bedeutung von Visualität und Bildlichkeit für die Repräsentation von Macht und Herrschaft ermöglichen. (3) Ruth Schilling untersucht das Verhältnis von politischen und religiösen Repräsentationen der Monarchie am Beispiel Dänemarks und Frankreichs von 1643-1839. Generell befasst sich ihr Projekt mit den Grenzen der Säkularisierbarkeit politischer Herrschaft in der zweiten Hälfte der Frühen Neuzeit.

Repräsentationen werden im Rahmen des Teilprojektes als Einheiten von Vorstellungen und ihren Darstellungen begriffen. Sie bilden die Welt nicht einfach so ab, wie sie ist, sondern stellen die Welt in medial differenzierter Weise derart dar, wie die jeweiligen Akteure meinen, dass sie beschaffen sei oder sein sollte. Grundsätzlich ist hierbei eine wechselseitige Beziehung zwischen Vorstellung und Darstellung anzunehmen. Denn Vorstellungen lassen sich nur als Darstellungen erfassen. Gleichzeitig strukturiert die Materialität der Darstellung wiederum die Vorstellung.

Die einzelnen Untersuchungsfelder befassen sich jeweils mit unterschiedlichen Untersuchungsgegenständen und greifen infolgedessen auf ganz unterschiedliche methodische Ansätze zurück. Untersucht werden nämlich Raum (Vera Isaiasz), Zeremoniell (Ruth Schilling) und Bild (Ramon Voges). Auf diese Weise ist es möglich, stärker als in der ersten Projektphase das Verhältnis der religiösen wie säkularen Repräsentationen zum jeweils verwendeten Medium in den Blick zu nehmen.



Abgeschlossene Forschungsprojekte


Cultural Exchange in Europe, 1400-1700

gefördert von der European Science Foundation

Teilprojekt: Religion, cultural differentiation and cultural identities

Teamleader/Leiter des Teilprojekts: Prof. Dr. Heinz Schilling, Berlin, Prof. Dr. Istvan Tóth, Budapest

Teilnehmer des Projekts: Dr. Stefan Ehrenpreis, Berlin


Forschergruppe "Historisch-sozialwissenschaftlicher Gesellschaftsvergleich"

gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Teilprojekt: Europäischer Gesellschaftsvergleich in der Neuzeit

Leiter des Teilprojekts: Prof. Dr. Heinz Schilling

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Marie-Antoinette Gross, Matthias Pohlig, M.A.

Arbeitsgebiet bis 1998:

Religion und Kirche im Vergleich europäischer Gesellschaften der Neuzeit: Die Entstehung und der Ausbau des Staatskirchentums seit dem konfessionellen Zeitalter und seine politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen in Frankreich und Deutschland bis zum 19. Jahrhundert

Arbeitsgebiete in der zweiten Projektphase 1998-2000:

Das Erziehungs- und Bildungswesen im Spannungsfeld von Kirche, Staat und Gesellschaft

Toleranz und konfessionelle Minderheiten in Deutschland und Frankreich

Kirchenzucht und soziale Kontrolle in Deutschland und Frankreich


Soziale Kontrolle in der Frühneuzeit: Das Alte Reich im europäischen Vergleich

gefördert von der Volkswagenstiftung

Leiter des Projekts: Prof. Dr. Heinz Schilling (Berlin), Prof. Dr. Bernd Roeck (Bonn), Dr. Pieter Spierenburg (Rotterdam) und Dr. Herman Roodenburg (Amsterdam)

Stipendiat im VW-Projekt: Lars Behrisch, M.A.


Forschungsprojekts „Kulturwirkungen des reformierten Protestantismus in der Frühen Neuzeit“ der JALB Emden

gefördert von der Stiftung Niedersachsen

Teilprojekt: Reformierte Bildung und Erziehung im frühneuzeitlichen Europa

Leiter des Teilprojekts: Prof. Dr. Heinz Schilling

Teilnehmer des Projekts: Dr. Stefan Ehrenpreis

Das Forschungsprojekt zielt auf eine übergreifende Gesamtsicht von höherem und niederem Bildungswesen sowie privaten bzw. familiären Erziehungsmodellen des reformierten Protestantismus. Dabei soll eine doppelte komparatistische Perspektive zum Tragen kommen, zum einen im Hinblick auf die europäische Dimension der pädagogischen bzw. bildungspraktischen Austauschbeziehungen, zum anderen in Richtung auf einen Konfessionsvergleich der reformierten Bildungskonzepte mit dem Bildungs- und Erziehungsprofil katholischer und lutherischer Regionen. Neben der Komparatistik steht die Interdisziplinarität, getragen von Historikern, Theologen und Pädagogen. Das Projekt organisiert Tagungen, deren Ergebnisse in Sammelbänden publiziert werden, und es arbeitet an einer systematischen Forschungsbibliographie zum Thema.



Aktuelles
"Geschichte denken" - Ringvorlesung zur Geschichtswissenschaft

Wintersemester 2011/12
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