Humboldt-Universität zu Berlin - Fachdidaktik Geschichte

Dr. Friedemann Scriba

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Name
Dr. Friedemann Scriba
E-Mail
friedemann.scriba (at) hu-berlin.de

Funktion / Sachgebiet
Lehrkraft für besondere Aufgaben
Sitz
Instituts- und Verwaltungsgebäude, Friedrichstraße 191-193 , Raum 5074
Sprechzeiten

Nach Vereinbarung (zur Zeit bitte Kontakt per Email suchen zwecks Terminabsprache für eine Videokonferenz oder einen Telefontermin)

Postanschrift
Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Friedemann Scriba arbeitet am Lehrstuhl hauptberuflich als Lehrkraft für besondere Aufgaben, insbesondere in der Ausbildung von Geschichtslehrkräften in Primar- und Sekundarstufen.

Er verfügt über ca. 25 Jahre Schulerfahrung an Gymnasien in Baden-Württemberg, Sachsen und vor allem Berlin. Neben Geschichte unterrichtete er Latein und Politik. Darüber hinaus ist er ausgebildet als Personal Coach sowie als Interkultureller Trainer und ist auch in der Lehrerfortbildung tätig. 

Wissenschaftlich hat er sich mit Antikerezeption im italienischen Faschismus beschäftigt. In der jüngeren Zeit arbeitet er theoretisch über die inneren Prozesse, die in der Begegnung oder Auseinandersetzung mit Geschichte ablaufen, z.B. Historisches Verstehen (Hermeneutik), Geschichte und menschliches Selbst oder Wahrnehmung von Zeit.

Neuerscheinung:

 

Menschen erleben Geschichte oft in anderer Weise, als sich Fachwissenschaft und Schulpädagogik das vorstellen. Dabei nutzen sie Geschichte als Ressource für ihre Beziehung zur Welt. Anhand der Gestalt des Historicus* beleuchtet Friedemann Scriba solches Erleben – in der Spannung zwischen Wissenschaft, moralischen Prinzipien und Bindung an die eigene soziale Lebenswelt. Er kombiniert dabei Sprachspiele u. a. von Hartmut Rosa (Resonanz), Maurice Merleau-Ponty (Leib), Hans-Georg Gadamer (Verstehen) und Emanuel Levinas (Begegnung).

 

Rezente Publikation:

Ein Essay über historisches Verstehen


Ein Essay über historisches Verstehen:

Bemerkungen zu Hermeneutik und Geschichtsdidaktik


→Publikationen


Publikationen    

                           

Fachbücher zur Geschichtsdidaktik und Geschichtskultur

 

Fachbuch: Historicus* - Wie wir Geschichte erleben. Resonanz, Verstehen, Begegnung. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2023, ab 2024 über Herder Freiburg

 

Fachbuch: Ein Essay über historisches Verstehen – Bemerkungen zu Hermeneutik und Geschichtsdidaktik, Herbolzheim 2014, 350 S., 2 Abb. Reihe: „Geschichtsdidaktik“, Bd. 14.

 

Erweiterte Fassung der Dissertation: Augustus im Schwarzhemd? - Die Mostra Augustea della Romanità in Rom 1937/38, Frankfurt/M. 1995. 516 S., 21 Abb. Reihe: "Italien in Geschichte und Gegenwart", Bd.2.

 

Populärwissenschaftliches Taschenbuch: Geschichte, nicht nur im Klassenzimmer ... – Geschichtsdidaktische Briefe, Leipzig 2002, 128 S.

 

In Vorbereitung

 

Rome in the 1930s and the Mostra Augustea della Romanità – Experiencing historical resonance? für: Civiltà Romana 2025

 

La Mostra Augustea - nel contesto dell'autointerpretazione di Roma all'inizio del XX secolo, für: Heródoto 2026

 

 

Aufsätze und Miszellen in Auswahl

 

Aufsatz: Scriba, F. (2025). Historicus* in Resonance, Understanding, Encounter: Experiencing history be-yond competence grids. Historical Thinking, Culture, and Education, 2(1). https://doi.org/10.12685/htce.1391

 

Miszelle/Aufsatz: Erinnerungsstücke – Lehrstücke. Die neurophysiologischen und kulturwissenschaftlichen Forschungen zu Erinnerung und Gedächtnis und deren Auswirkungen auf die Geschichtsdidaktik, für: Comparativ Jg. 11/H.4/2001/S.85-110.

Ausgehend von den neueren neurophysiologischen und kulturwissenschaftlichen Forschungen zu kollektivem Gedächtnis und Erinnerung (letztere insbesondere in Anlehnung an Jan und Aleida Assmann) versuche ich die Ergebnisse auf die Großerzählungen und historischen Identitäten in BRD, DDR und wiedervereinigtem Deutschland anzuwenden. Es folgt ein Plädoyer, die Ergebnisse der Gedächtnisforschung in die Strukturierung künftiger Geschichtslehrpläne von vornherein einzubeziehen.

 

Aufsatz: Zwischen Gedenken und Wissenschaftsgeschichte – Christoph J. Scriba in einer historisch-anthropologischen Skizze, in: Gudrun Wolfschmidt (Hg.): Festschrift – Proceedings of the Christoph J. Scriba Memorial Meeting History of Mathematics, Hamburg 2017, S. 45-57.

In diesem Aufsatz wende ich einen vom Psychologen Robert Dilts entwickelten Kriterienkatalog an, um Erkenntnisspielräume zu skizzieren, die Wissenschaftsgeschichte durch Anwendung eines historisch-anthropologischen Blickes gewinnen kann. Als Beispiel dient mein Vater, der Mathematikhistoriker Christoph J. Scriba.

 

Miszelle: "Verfassungspatriotismus": Ein deutscher Exportartikel für den italienischen Historikerstreit? - Zu Gian Enrico Rusconis Rehabilitierung der Resistenza aus dem Geiste Dolf Sternbergers, für: Comparativ Nr.1/Jg. 4/1994/S.90-106.

Die Miszelle stellt Rusconis Überlegungen, die unter dem Titel "Se cessiamo di essere una nazione..." (Bologna 1993) erschienen sind, in den Zusammenhang der italienischen und deutschen Historikerdiskussionen über Faschismus und Resistenza während der 1980er Jahre und bewertet den Ertrag von Rusconis Übertragung des deutschen Konzeptes des "Verfassungspatriotismus" für politisch-historische Diskurse der frühen 1990er Jahre in Italien.

 

Aufsätze rund um Mostra Augustea della Romanità

 

Aufsatz: L’estetizzazione della politica nell’età di Mussolini e il caso della Mostra Augustea della Romanità. Appunti su problemi di storiografia circa fascismo e cultura, in: Civiltà Romana Jg. 1/2014/S.125-158.

               In diesem Aufsatz versuche ich auszuloten, inwiefern die zeitgenössisch von Walter Benjamin formulierte „Ästhetisierung von Politik“ dazu beitragen kann, das historische Gewicht der Mostra Augustea im Kontext des italienischen Faschismus zu bestimmen.

 

Aufsatz: Die Mostra Augustea della Romanità in Rom 1937/38. Ein Beispiel aus dem Alltag der Geschichtsbilderproduktion unter Mussolini, in: Horizonte - Italianistische Zeitschrift für Kulturwissenschaft und Gegenwartsliteratur Jg. 1/1996/S.157-182.

 

Aufsatz: The Sacralization of the Roman Past in Mussolini's Italy - Erudition, Aesthetics, and Religion in the Exhibition of Augustus' Bimillenary in 1937-1938, in: Storia della Storiografia Jg. 30/1996/S.19-29.

               Im Mittelpunkt dieses Aufsatzes steht, wie die sprachlichen und bildlichen Bestandteile der Mostra Augustea sowie deren Arrangement strukturiert sind und deren Zusammenwirken ein Geschichtsbild für bestimmte Zielgruppen rezipierbar macht.

 

Aufsatz: La romanizzazione dell’antichità nel Museo dell’Impero (1927-1939). Una tappa tra l’interpretazione nazionalista di materiali archeologici e la messa in scena olistica in senso fascista, in: Civiltà Romana Jg. 3/2016/S.225-248.

Im Zentrum dieses Aufsatzes steht eine biographische Skizze Giulio Quirino Gigliolis als „Macher“ archäologischer Großausstellungen und als Gründer des „Museo dell’Impero“ in Rom von 1927. Dabei wird, in Verschränkung mit Gigliolis biographischer Prägung, gezeigt, wie sehr Giglioli im Kontext des italienischen Faschismus ein auf die gesamte „klassische Antike“ orientiertes Geschichtsbild verengte auf eine vermeintlich „römische Antike“ und somit auch die Gestaltung des Museums bestimmte. In weiten Teilen ist dieser Aufsatz eine z.T. aktualisierte Übersetzung der dem „Museo dell’Impero“ gewidmeten Passagen aus „Augustus im Schwarzhemd?“.

 

Aufsatz: Archaeology as History? - The Mostra Augustea della Romanità 1937/38 as an example for the relation between archaeology and Fascism, in: Kate Gilliver, Wolfgang Ernst, Friedemann Scriba (Hgg.): Archaeology, Ideology, Method - Inter-Academy Seminar on Current Archaeological Research (Canadian Academic Centre in Italy), Roma 1996, 55-75.

               Hier untersuche ich die Mostra Augustea daraufhin, daß sie rein äußerlich zwar als archäologische Ausstellung erscheint, aber die Exponate lediglich dazu benutzt, einen aus anderen Traditionen gespeisten Geschichtsmythos zu illustrieren. Genau mit dieser Struktur kann sie eine den Regimeinteressen kompatible Botschaft textlich und ästhetisch vermitteln.

 

Aufsatz: Il mito di Roma, l'estetica e gli intellettuali negli anni del Consenso - La Mostra Augustea della Romanità 1937/38 (Der Rom-Mythos, die Ästhetik und die Intellektuellen in den Jahren des 'Konsenses' - Die Mostra Augustea della Romanità 1937/38), in: Quaderni di Storia Nr.41/Jg. 21/1995/S.67-84.

               Deutung der Mostra Augustea im Hinblick auf die Rolle von Intellektuellen, hier Archäologen, im faschistischen Regime und in diesem Zusammenhang die Funktion bestimmter Geschichtsbilder und ästhetischer Aufbereitungen.

 

Aufsatz: Die Mostra Augustea della Romanità in Rom 1937/38 , in: Wolfgang Schieder / Jens Petersen (Hgg.): Faschismus und Gesellschaft in Italien - Staat, Wirtschaft, Kultur, Köln 1998, S.133-158.

Erscheinungsbild und Entstehung der Mostra Augustea werden in zweierlei Hinsicht mit dem sozialgeschichtlichen Kontext verknüpft: Zum einen reflektiert die Mostra exemplarisch die veränderten Handlungsspielräume und Funktion von Intellektuellen als eigeninitiativen Volkserziehern im Mussolini-Regime, zum anderen reagiert sie bewußt auf die punktuell auch in Italien faßbaren Folgewirkungen einer Entwicklung zur industriell geprägten Massengesellschaft.

 

Unterrichtsmodelle

 

Unterrichtsmodell: Mussolini-Panegyrik im Alkäischen Vers, in: Der Altsprachliche Unterricht H.1/Jg. 46/Jan.2003/S.38-42.

 

Unterrichtsmodell: Augustus im Schwarzhemd - Eine Unterrichtseinheit, in: Pegasus Online-Zeitschrift 2/2004/S.37-45.

 

Unterrichtsmodell: Rhetorik gestern und heute – Ein Rhetorikkurs für die Sekundarstufe II, in: Der Altsprachliche Unterricht H.2-3/Jg. 48/März 2005/S.73-89.

 

Unterrichtsmodell: Der Industrialisierung in Berlin nachspüren – Handlungsorientierte Tour durch ein Stadtviertel, in: Geschichte lernen H.113/Jg. 19/2006/S.24-30.

 

Unterrichtsmodell: Repräsentationsbauten in der neuen Reichshauptstadt – Baustein einer Oberstufen-Studienfahrt nach Berlin, in: Geschichte lernen H.113/Jg. 19/2006/S.36-43.

 

Unterrichtsmodell: San Pietro in Vaticano und das barocke Rom – Baustein einer Oberstufen-Studienfahrt nach Rom, in: Geschichte lernen H.113/Jg. 19/2006/S.50-55.

 

Unterrichtsmodell: An Bismarck erinnern – Denkmal oder Mahnmal?, in: Geschichte lernen H.121/Jg. 21/2008/S.12-17.

 

Unterrichtsmodell: Die späte DDR – Eine mehrdimensionale Kurzausstellung, in: Geschichte lernen H.128/Jg. 22/2009/S.46-53.

 

Unterrichtsmodell: Wiedergutmachung für die Herero – Ein Prozess über den Krieg in „Deutsch-Südwest“, in: Geschichte lernen H.134/Jg. 23/2010/S.12-22.

 

Unterrichtsmodell: Mikrotraining zur Textarbeit – Kleinschrittige Dekonstruktion eines Kommentars zum Ersten Weltkrieg, in: Geschichte lernen H.148/Jg. 25/2012/S.40-47.

 

Unterrichtsmodell: Warum musste Robert Blum sterben? – Eine Alternative zum Lehrbuch-Kapitel Vormärz und 1848/49, in: Geschichte lernen H. 149/Jg.25/2012/S.30-43.

 

Unterrichtsmodell: Klassische Skulpturen in den Vatikanischen Museen selbst erschließen – Betrachtung und Deutung des Apoll vom Belvedere, des Augustus von Primaporta und des Laokoon, in: Altsprachlicher Unterricht H.2-3/Jg.57/2014/S.28-37.

 

Museumspräsentation: The Story of Berlin, in: Geschichte lernen H.113/Jg. 19/2006/S.61-63.

 

Diskussionsbeitrag: Lateinunterricht – eine Kunst des Verstehens, in: Latein und Griechisch in Berlin und Brandenburg, Jg. 51/H.2/2007/S.64-67.

 

Diskussionsbeitrag: Quo usque tandem lingua Latina "III" nominata in vincula coniecta erit? – Oder: Entfesselt Latein 3!, in: Latein und Griechisch in Berlin und Brandenburg, Jg. 53/H.4/2009/S.89-91.

 

In Vorbereitung

 

Rome in the 1930s and the Mostra Augustea della Romanità – Experiencing historical resonance? für: Civiltà Romana 2025

 

La Mostra Augustea - nel contesto dell'autointerpretazione di Roma all'inizio del XX secolo, für: Heródoto 2026