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Humboldt-Universität zu Berlin - Alte Geschichte

Tagungen

09.-11.01.2013: Sprache und Konflikt

Sprache und Konflikt.

Semantische Kämpfe in Rom zwischen Republik und Prinzipat

Veranstalter:   Prof. Dr. Claudia Tiersch / Marian Nebelin

Ort:     Luisenstraße 56, 10117 Berlin, Festsaal (2. OG)

 

Semantische Kämpfe sind einer einschlägigen Definition Reinhart Kosellecks zufolge Auseinandersetzungen um die Bedeutung von Begriffen und Konzepten, in denen mit den Begriffen auch die Positionen und Rollen der an einem Diskurs Beteiligten hinterfragt werden. In Phasen der Transformation, in denen sich Erfahrungen und Erwartungen neu formieren, treten solche semantischen Kämpfe verstärkt auf. Als klassischer Fall einer solchen Transformationsepoche gilt der Übergang von der römischen Republik zum Prinzipat. In den letzten Jahren sind nun die hergebrachten Zugriffsweisen der Lexikographie und einer sozialgeschichtlich dominierten Begriffsgeschichte um eine kulturgeschichtliche Dimension erweitert worden. Vor diesem Hintergrund muss in der Altertumswissenschaft erneut danach gefragt werden, ob und in welchem Umfang sich im Übergang von der Republik zum Prinzipat die politische Sprache Roms wandelte. Die Beiträge der Tagung untersuchen dabei systematisch und exemplarisch, in welcher Weise diese politische Sprache gesellschaftliche und politische Konflikte reflektierte und inwieweit sie ihrerseits auf diese Auseinandersetzungen zurückwirkte. Der sozialen und politischen Bezogenheit von Begriffen muss dabei ebenso Rechnung getragen werden wie der kulturell codierten Konstruktion von Bedeutungen.

 

Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

 

Kontakt:

Marian Nebelin

Humboldt-Universität zu Berlin / Alte Geschichte

Unter den Linden 6

10099 Berlin

Tel.: 0049-(0)30-2093-70511

Email: marian.nebelin@hu-berlin.de

 

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

PROGRAMM:

 

Mittwoch, 9. Januar 2013, 15.00 – 19.15 Uhr

 

bis 15.00                     Anreise und Anmeldung

 

15.00 – 15.30             Claudia Tiersch (Berlin): Eröffnung und Begrüßung

 

  1. Bedingungen semantischer Kämpfe: Konzeptionalisierung, Institutionen und politische Kultur

Moderation: Rene Pfeilschifter (Würzburg)

 

15.30 – 16.15     Christof Dipper (Darmstadt): Reinhart Kosellecks Konzept „semantischer Kämpfe“.

16.15 – 17.00     Martin Jehne (Dresden): Die Chance, eine Alternative zu formulieren, und die Chance, eine Alternative zu verwirklichen. Das Sagbare und das Machbare im republikanischen und augusteischen Rom.

 

17.00 – 18.00           Kaffeepause

 

18.00 – 19.15     öffentlicher Abendvortrag: Claudia Moatti (Los Angeles): Politics, Language and Historicity. Some Reflections on Abruptions and Disruptions from Republic to Empire.

 

danach                     Abendessen

 

 

Donnerstag, 10. Januar 2013, 9.00 – 20.15 Uhr

 

  1. Positionskämpfe I: Krieg – Distanz

Moderation: Jan B. Meister (Berlin)

 

09.00 – 09.45     Marian Nebelin (Berlin): Semantischer Extremismus? Asymmetrische Gegenbegriffe in der späten Republik und im frühen Prinzipat.

09.45 – 10.30     Kurt Raaflaub (Providence): Zwischen Tradition, Propaganda und Realpolitik: Der Konflikt von clementia/lenitas und crudelitas in den Bürgerkriegen des 1. Jahrhunderts v. Chr.

10.30 – 11.15     Andrew Lintott (Oxford): Provocatio in the Second Century BC.

 

11.15 – 11.45           Kaffeepause

 

11.45 – 12.30     Uwe Walter (Bielefeld): Patrizier und Plebejer in der römischen Historiographie.

12.30 – 13.15     M. A. Robb (London): seditio and seditiosi.

 

13.15 – 14.30           Mittagessen

 

 

  1. Positionskämpfe II: Differenz – Distinktion

Moderation: Heinrich Schlange-Schöningen (Saarbrücken)

 

14.30 – 15.15        Wolfgang Blösel (Essen): Mos maiorum – Verwandtschaft als Argument.

15.15 – 16.00        Henriette van der Blom (Oxford): Novitas between Republic and Empire.

 

16.00 – 16.30             Kaffeepause

 

16.30 – 17.15        Valentina Arena (London): Optimate versus Popularis libertas: a Public Struggle.

17.15 – 18.00        Claudia Tiersch (Berlin): Optimaten und Popularen.

 

18.00 – 18.30             Kaffeepause

 

18.30 – 19.45       öffentlicher Abendvortrag: Egon Flaig (Rostock): Die plebs urbana, der populus Romanus und der princeps. Transformationen ritueller Semantiken im Übergang von der Republik zur Monarchie.

 

anschließend               Abendessen

 

 

Freitag, 11. Januar 2013, 9.00 – 13.15 Uhr

 

  1. Definitionsfragen: Herrschaft und Freundschaft

Moderation: Bernhard Linke (Bochum)

 

09.00 – 09.45        Ulrich Gotter (Konstanz): Imperium und res publica.

09.45 – 10.30        Paul Marius Martin (Montpellier): Évolution de la notion de regnum entre République et Principat.

 

10.30 – 10.45             Kaffeepause

 

10.45 – 11.30        Christoph Lundgreen (Dresden): Umgang mit radikaler Devianz: amicus – inimicus – hostis.

11.30 – 12.15        Jan Timmer (Bonn): Freundschaft, Patronage und die Sprache des Vertrauens.

 

12.15 – 13.00             Abschlussdiskussion

 

13.00 – 13.15             Claudia Tiersch (Berlin): Schlussworte

 

danach                                   Mittagessen