Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

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Erarbeitung eines wissenschaftlichen Museumskonzeptes und Begleitung eines Museums für kaukasusdeutsche Geschichte in Göygöl (ehemals Helenendorf/ Chanlar), Republik Aserbaidschan

Laufendes Projekt:

Aserbaidschan blickt auf eine deutsche Siedlungsgeschichte im 19./20. Jahrhundert zurück, die insbesondere in der Altstadt von Göygöl (20.000 Einwohner) städtebaulich ihre Spuren hinterlassen hat. Die spitzgiebligen Häuser der schwäbischen Siedler prägen weiterhin das Stadtbild. Einzelne Kulturdenkmäler wurden bereits restauriert, auch im Rahmen von Kooperationen mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). So konnte innerhalb dieser Zusammenarbeit besispielsweise die Lutherische St. Johanniskirche in Göygöl restauriert werden.

Das Haus des vor wenigen Jahren verstorbenen letzten Nachkommens einer deutschen Familie Viktor Klein ist ein anschauliches Beispiel für die schwäbische Bauweise des 19. Jahrhunderts. Für die Bevölkerung Göygöls ist dies zudem ein wichtiger Raum der Erinnerung an die besondere Stadtgeschichte.

Im Rahmen der Einzelmaßnahme wird ein Sanierungs- und Museumskonzept (inkl. Finanzierungsplan) für das „Haus Viktor Klein“ earbeitet, welches dieses letzte Zeugnis der Stadtgeschichte Göygöls bewahren und pädagogisch "erlebbar" machen soll. Das Konzept wurde der aserbaidschanischen Regierung vorgestellt und der zukünftigen Trägerinstitution des „Museums Viktor Klein“ übergeben.

Die Einzelmaßnahme ist eigebettet in zwei Fach- und Stakeholderdialogveranstaltungen. Diese haben zum Ziel – ausgehend von dem Nukleus des Museumsprojektes – Perspektiven aufzuzeigen, wie das moderne Stadtleben mit der Bewahrung und Weiterentwicklung des architektonischen Erbes und der kulturellen Tradition in Einklang gebracht und wirtschaftliches Potential – bspw. durch Förderung des Tourismus – erschlossen werden kann.