Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

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Todesfurcht und Todesverachtung in postsozialistischen Gesellschaften. Der Umgang mit dem Sterben und dem Tod in Kaukasien am Beispiel Aserbaidschans und Georgiens

Auch wenn die Frage nach dem Tod immer wieder tabuisiert wird, sind Sterben und Tod
Ereignisse, mit denen jede Existenz in jeder Kultur unausweichlich rechnen muss. Was es heißt zu sterben, hängt in starkem Maße davon ab, wo,
wann und unter welchen Bedingungen dies geschieht, wer die Handelnden sind und in
welchem Kontext Handlungen und Deutungen vorgenommen werden.
Besonders Kriegsereignisse, bewaffnete Konflikte, steigende Kriminalität und
gesellschaftliche Umbruchsituationen können den Umgang mit Sterbenden und dem Tod
und damit auch die Einstellungen zum Leben sowie die moralisch-ethische Verfasstheit von
Gesellschaften grundlegend beeinflussen. Diese Veränderung der gesellschaftlichen
Bedingungen in ihren Auswirkungen auf die rituelle Praxis und den öffentlichen Diskurs von
Sterben und Tod in postsozialistischen Gesellschaften Osteuropas zu untersuchen und die
Ergebnisse in einen internationalen Vergleich einzubeziehen, ist Ziel des
Forschungsprojektes.
Hierbei gilt es u.a. die Frage zu beantworten, in welchem Verhältnis Moderne und
Traditionsbruch im Osten Europas standen und stehen und welche Entwicklungstendenzen
hinsichtlich des kollektiven und individuellen Umgangs mit Sterben und Tod zu erwarten
sind.
Ausgewählt wurde ein Fallbeispiel an einer Scharnierstelle zwischen Europa und Asien mit einer sowohl durch Islam als auch Christentum geprägten Kulturtraditionen: Aserbaidschan.

Link: Präsentation des Forschungsprojektes (PDF)