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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

Lehrveranstaltungen

zu den Veranstaltungen vergangener Semester

Externe Studierende: Zur moodle-Registration für Studierende, die nicht an der HU immatrikuliert sind (FU-Berlin, Uni Potsdam, Europa-Universität Viadrina etc.)

 

 

Bitte beachten Sie, dass auf Grund der Corona-Krise aktuell alle Veranstaltungen überwiegend online (Zoom) angeboten werden.

 

WINTERSEMESTER 2020/2021

 

PROF. EVA-MARIA AUCH

 

VORLESUNG - 51405

Kaukasien zwischen Imperien und Nationalstaatlichkeit

dienstags, 10.00 - 12.00 Uhr

 

Kommentar: 

Die spezifische geopolitische Lage und die äußerst wechselvolle Geschichte an den Peripherien mehrerer Großreiche hat Kaukasien, das 2% des Territoriums mit ca. 30 Mio. Menschen der  ehemaligen Sowjetunion umfasste, kulturräumlich zu einer äußerst interessanten, wenn auch komplizierten, Nahtstelle zwischen Europa und Asien werden lassen. Zugehörigkeiten zum Osmanischen und Persischen Reich, wurden abgelöst durch den russischen Kolonialismus und die Sowjetisierung. Über Jahrhunderte gewachsener sprachlicher, religiöser, kultureller und sozialökonomischer Heterogenität wurden Züge tiefgreifender gesellschaftlicher Deformation hinzugefügt. Eingriffe in traditionelle Rechtssysteme und Sozialbeziehungen, willkürliche Grenzziehungen und künstliche Nationalitätenschöpfung, Deportationen von Völkerschaften und politische Massenverfolgungen, Umsiedlungen und Zwangsansiedlungen, industrielle Großprojekte und intensive Ressourcenausbeutung sind Bestandteil eines Erbes, welches Kaukasien nicht nur zur konfliktreichsten postsowjetischen Region machten, sondern den Transformationsprozess bis heute begleiten. Inhalt der Vorlesung wird es sein, den Bezug von russischer und sowjetischer Nationalitätenpolitik, Nationalbewegungen und Gegenwartskonflikten herzustellen.

 

 

SEMINAR - 51410

Migration, Mobilität und "transkaukasische" Interaktionsfelder

mittwochs, 10.00 - 12.00 Uhr

 

Kommentar: 

Die Region nördlich und südlich des Großen Kaukasusgebirges, gelegen zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer war über Jahrhunderte Durchzugs- und zugleich Rückzugsgebiet verschiedener Volksgruppen. Sie gehörte zum östlichen Einflussbereich mediterraner Kulturkreise, war Missionsgebiet des Christentums und seit dem 8. Jahrhundert nördliche Peripherie der islamischen Welt unter arabischer, persischer und osmanischer Herrschaft, bis sie im Zuge der Expansionspolitik des Russischen Reiches Teil des zarischen Imperiums und ab 1922 Teil der UdSSR wurde. Verschiedenste äußerer Einflüsse korrespondierten über Jahrhunderte mit Mobilitätsdynamiken im Spannungsfeld imperialer Kontaktzonen. Solchen Dynamiken in der kaukasischen Geschichte nachzugehen, wird Inhalt des Seminars sein.

 

 

ÜBUNG EXKURSION (Vorbereitung zur bevorstehenden Exkursion) - 51612

Identitäten und Erinnerungskulturen in Aserbaischan

mittwochs, 14.00  -16.00 Uhr

 

Kommentar: 

Die spezifische geopolitische Lage und die äußerst wechselvolle Geschichte an den Peripherien mehrerer Großreiche hat Aserbaidschan als Teil Kaukasiens kulturräumlich zu einer äußerst interessanten, wenn auch komplizierten, Nahtstelle zwischen Europa und Asien werden lassen: Hochentwickelte Kulturen (Kura-Arax-Kultur, Trialeti-Kultur) sind seit dem 3. Jt. v. Ch. belegt, Traditionen von Stammesföderationen und Staatsbildungen reichen  bis in vorchristliche Zeit zurück. Der Raum war Durchzugs- Rückzugsgebiet, gehörte zum östlichen Einflussbereich mediterraner Kulturkreise, war Missionsgebiet des Christentums und seit dem 8. Jahrhundert nördliche Peripherie der islamischen Welt unter arabischer, persischer und osmanischer Herrschaft, bis seit dem 18. Jahrhundert die Eroberung durch Russland zu einer neuzeitlichen Überprägung der orientalisch-kaukasischen Lebenswelten führte. Die Übernahme verschiedenster äußerer Einflüsse korrespondierte bei der Randlage und insbesondere in Zeiten politischer Schwäche des Zentrums mit einem spezifischen Bewahrungsvermögen, ja mit Selbstbehauptungs- und Machtansprüchen, die bis zu dynastischen Gründungen und Blütezeiten und letztlich zu nationalen Bewegungen führten. Grundwissen zur Identitätsbildung und Erinnerungskultur(en) sowie Grundzüge der historischen Entwicklung zu erarbeiten und in Vorbereitung auf die Exkursion nach Aserbaidschan 2021 zu problematisieren, wird Inhalt der Lehrveranstaltungen sein.

 

 

FORSCHUNGSKOLLOQUIUM: Dialogforum Berg-Karabach - 51489

freitags, 18.00 - 20.00 Uhr

 

Kommentar:

Der Nahostkonflikt wurde von Analysten immer wieder mit dem Karabach-Konflikt verglichen, wenn es um die schleichende Akzeptanz eines – völkerrechtlich nicht sanktionierten - status quo von Annexionen und die Flüchtlingsfrage ging, nun wird die Frage nach neuen geopolitischen Konstellationen in Südkaukasien an einer Nahtstelle zum Nahen Osten hinzukommen.
In den Kommentaren des Geschehens der letzten Wochen wurde mehrfach die komplizierte Gemengelage von Ursachen, Akteuren und Lösungsansätzen für den Konflikt konstatiert, aber nur selten fanden sich in den Medien Versuche den unterschiedlichen Aspekten des Konfliktes sachlich nachzugehen. Ein Sieg der Republik Aserbaidschan über die armenischen Besatzungstruppen und ein durch Russland und die Türkei vermittelter Frieden stellen jedoch umso dringlicher
solche Fragen, um den Konflikt wirklich zu verstehen, die Tragfähigkeit von Friedensabkommen beurteilen zu können und auch einen vertrauensbildenden Dialog zwischen Armeniern und Aserbaidschanern für eine gemeinsame friedliche Zukunft zu ermutigen.
In Anknüpfung an das 2010 etablierte "Dialogforum Berg-Karabach" soll im Rahmen des Kolloquiums und einer Vortragsreihe unter dem Titel „Krieg und Frieden in Karabach – interdisziplinär betrachtet“ und einer Podiumsdiskussion aus der Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen Fragen zu Ursachen, Verlauf und vor allem der Zukunft der Region Karabach im nationalen, regionalen und globalen Kontext nachgegangen werden.

 

Referenten: 

19.11.2020: Historische Hintergründe des Karabach-Konflikt - Prof. Auch

26.11.2020: Völkerrechtliche Fragen des Karabach-Konfliktes - Prof. Heintze

03.12.2020: Ressourcen - Pipelines und Konfliktgeschehen - Dr. Wetzel

10.12.2020: Der Südkaukasus im machtpolitischen Visier seiner Nachbarn - Prof. Steinbach

17.12.2020: Der Karabach-Konflikt und neue Herausforderungen an die deutsche und europäische Außenpolitik - Botschafter Dr. Manig

18.12.2020: Wie tragfähig ist Frieden? - Podiumsdiskussion aller Referente

 

 

 

 

 


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