Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

Wintersemester 2010/2011

 

LV-Nummer

51502

Dozent/in

Prof. Dr. Eva-Maria Auch

LV-TYP

Hauptseminar

LV-Titel

„Grüne“ Bewegungen in der Sowjetunion? Geschichte und Gegenwart des Umwelt- und Naturschutzes in der UdSSR und den postsowjetischen Staaten

Kommentar

Osteuropa besitzt eine Vielfalt an Lebensräumen, die insbesondere in Zeiten sozialen und politischen Umbruches besonderen Gefährdungen ausgesetzt waren und sind.
Bestrebungen, durch Unterschutzstellung wertvolle Gebiete zu sichern, gab es bereits in früheren Jahrhunderten auch im Russischen Reich. Speziell im Kaukasus wurden erste Schutzgebiete (zapovedniki) noch zu Beginn des 20. Jh. eingerichtet. Obwohl „Naturschutz durch Anweisung von oben“ ein charakteristisches Merkmal für russischen, sowjetischen und postsowjetischen Natur- und Umweltschutz zu sein scheint, ist die Entwicklung der Beziehung von Menschen zu Natur und Umwelt auch ein Maßstab für die Formierung von „Bürgergesellschaften“. Ausgehend von Vereinen von Naturliebhabern und Intellektuellen über „Nischen“ des Rückzugs und Widerstandes bis zum offenen Protest gegen gedankenlose Verschwendung von Naturressourcen reichte der zivile Einsatz. Nicht zuletzt wurde die Offenlegung schwerwiegender Umweltschäden und Forderungen nach Umwelt- und Naturschutz zu wichtigen Elementen der Bürgerbewegungen in der Periode Gorbačov. Inzwischen stellt sich die Frage, was aus den „Grünen Aktivisten“ der 1980er Jahre nach dem Zerfall der Union geworden ist, welche Rolle Natur- und Umweltschutz in den gegenwärtigen Transformationsprozessen der postsowjetischen Staaten spielen. Entsprechend werden Probleme des Umwelt- und Naturschutzes in historischer und aktueller Perspektive sowie in ihrer nationalen, regionalen und internationalen Verflechtung behandelt.

Literatur

Weiner, D.R.: A Little Corner of Freedom. Russian Nature Protection from Stalin to Gorbachev, Berkeley, New York 1999.
Dömpke, St,; Succow, M. (Hrsg.): Cultural Landscapes and Nature Conservation in Northern Eurasia, Bonn 1998.
Grünbuch. Politische Ökologie im Osten Europas, hrsg. von Manfred Sapper, Volker Weichsel (= Osteuropa 4–5/2008).

 

Zeit/ Ort

 

donnerstags 10 – 12 Uhr, Raum 1.402 im Seminargebäude Dorotheenstrasse 24

 

 

LV-Nummer

51506

Dozent/in

Prof. Dr. Eva-Maria Auch

LV-TYP

Hauptseminar

LV-Titel

Auto- und Heterostereotype in der aserbaidschanischen wissenschaftlichen Literatur

Kommentar

Nach der gängigen Ansicht unter Geisteswissenschaftlern sind Nationen eher künstliche Artefakte, als natürlich gewachsene Gemeinschaften. Da Menschen jedoch dazu neigen, Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu ziehen, bedeutet dies, dass dort, wo sich ethnische Unterschiede bemerkbar machen, auch nationale Stereotype und Bilder auftreten, die weniger durch genaue Kenntnis des Nachbarn, sondern mehr durch die Generalisierung selektiver Erfahrungen und vermittelter Kenntnisse entstehen. Wie überall auf der Welt kursieren auch in Aserbaidschan nationale Auto- und Heterostereotypen, die sich in die nationalsprachlichen Enzyklopädien und Universallexika, Schul- und universitären Geschichtslehrbüchern ebenso finden wie in der Literatur und Kunst. Ihnen soll durch quellenkritische Lektüre und Diskussion nachgespürt werden. Dabei geht es vor allem auch um die Frage der Instrumentalisierung von Stereotypen und der Auseinandersetzung mit Gegenstrategien.
Hahn, Hans Henning (Hg.): Stereotyp, Identität und Geschichte, Frankfurt a.M. 2002.
Hahn, Hans Henning (Hg.): Historische Stereotypenforschung. Methodische Überlegungen und empirische Befunde, Oldenburg 1995.

Literatur

Hahn, Hans Henning (Hg.): Stereotyp, Identität und Geschichte, Frankfurt a.M. 2002.
Hahn, Hans Henning (Hg.): Historische Stereotypenforschung. Methodische Überlegungen und empirische Befunde, Oldenburg 1995.

Zeit/ Ort

donnerstags 16 – 18 Uhr,  Raum 5101 im Institutsgebäude Friedrichstrasse 191

 

 

LV-Nummer

51500

Dozent/in

Prof. Dr. Eva-Maria Auch

LV-TYP

Vorlesung

LV-Titel

Von Brüdern zu Nachbarn. Aserbaidschanische Identitäten und nationale Bewegungen nördlich und südlich des Arax (19./20. Jh.)

Kommentar

Der kulturhistorische und geographische Begriff „Aserbaidschan“ umfasst weit mehr als die heutige Republik Aserbaidschan in Südkaukasien. Seit der Grenzziehung am Fluß Arax zwischen dem Russischen Reich und Persien zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehen die Aserbaidschaner nördlich und südlich des Grenzflusses getrennte Wege, die jedoch auch immer wieder Versuche einer „Wiedervereinigung“ einschlossen.
Die Vorlesung widmet sich einerseits der Geschichte der russischen Eroberung und Kolonialpolitik in der Region, andererseits werden Prozesse der Identitätsbildung und nationale Bewegungen des 20. Jahrhunderts in Nord- und Südaserbaidschan betrachtet. Die sowjetische und postsowjetische Kaukasus- und Iranpolitik findet ebenso Berücksichtigung wie die aserbaidschanische Politik gegenüber anderen ethnischen und religiösen Minderheiten diesseits und jenseits des Arax.

Literatur

Swietochowski, T.: Russia and Azerbaijan. A Borderland in Transition, New York 1995.
Altstadt, A. L.: The Azerbaijani Turks. Power and Identity under Russian Rule. Stanford/CA 1992.

Zeit/ Ort

 

freitags 10 – 12 Uhr, Raum 1.070 im Hauptgebäude, Unter den Linden 6

 

 

LV-Nummer

51501

Dozent/in

Prof. Dr. Eva-Maria Auch

LV-TYP

Übung

LV-Titel

Quellen zur Geschichte Aserbaidschans (18.- 20. Jh.)

Kommentar

Die Übung ergänzt die Vorlesung durch die kritische Auseinandersetzung mit Quellen zur russischen, sowjetische und aserbaidschanischen Regional- und Außenpolitik. Eine Teilnahme an der Vorlesung ist jedoch nicht bindend, Sprachkenntnisse (Russisch) sind erwünscht jedoch nicht Pflicht.

Literatur

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Zeit/ Ort

 

Raum 5061 im Institutsgebäude Friedrichstrasse 191