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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

Profil des Lehrstuhls

Die Stiftungsgastprofessur Geschichte Aserbaidschans wurde 2010 als Kooperationsprojekt zwischen der Humboldt-Universität und der Botschaft der Republik Aserbaidschan eingerichtet. Ziel des Lehrstuhls ist es, in Lehre, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit das Wissen über Aserbaidschan und die kaukasische Region zu erweitern. Über die Jahre entwickelte sich ein aktives Team um Prof. Dr. Eva-Maria Auch, die als ausgewiesene Regionalexpertin sowohl selbst grundlegende Forschungsarbeiten verfasste, als auch Arbeiten anderer Wissenschaftler betreute. Dabei ist die Arbeit des Lehrstuhls nicht nur auf den historischen Kernbereich beschränkt, sondern bildet eine interdisziplinäre Plattform für die Kaukasusforschung im Allgemeinen. Besonders zu betonen ist hierbei die Brückenfunktion des Lehrstuhls, der ein Bindeglied zwischen Studierenden Wissenschaftlern aus Deutschland, Europa und Kaukasien bilden soll.

 

 

Lehre

Der Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans bietet Lehrveranstaltungen zu Aserbaidschan und Kaukasien, sowohl für Studierende im Bachelor als auch Master, an. Neben (kultur-) historisch orientierten Kursen wird hier auch die aserbaidschanische Sprache unterrichtet. Veranstaltungen zur aserbaidschanischen Literaturgeschichte sind geplant. Die MA-Kurse sind zudem Teil des Master-Studienganges Central Asian Studies der Humdoldt-Universität Berlin, welcher auf dem Prinzip der Area Studies beruht. Dieses Programm beinhaltet die  theoriegeleitete und empirisch fundierte Beschäftigung mit der Region aus der Perspektive mehrerer Fachdisziplinen (u.a. Kulturanthropologie, Geschichts-, Kultur-, Politik- und Religionswissenschaft, Geographie und Entwicklungsforschung sowie Wirtschafts- und Rechtswissenschaft).

Neben der klassischen Lehre organisiert der Lehrstuhl auch Exkursionen und Summer Schools in der Region und bietet Nachwuchswissenschaftlern im Forschungskolloquium eine Plattform zur öffentlichen Diskussion ihrer Forschungsprojekte. Es werden sowohl die eigenen Studierenden zu Studienaufenthalten in Kaukasien ermutigt, als auch Studierende aus Aserbaidschan und den Nachbarstaaten am Lehrstuhl betreut. Darüber hinaus unterstützt der Lehrstuhl auch studentische Projekte – eine zentrale Stellung nehmen der Gedankenaustausch sowie das Voneinander-Lernen ein.

 

 

Forschung

In den ersten fünf Jahren implementierte die Lehrstuhlinhaberin ein transnationales Forschungskonzept, welches die regionale Diversität Aserbaidschans, die Rolle des Landes in der Region Schwarzes Meer – Kaukasus – Kaspische Region und die weltgeschichtliche Dimension untersucht. Ausgehend von einem interdisziplinären Ansatz öffnet der Lehrstuhl Wege zwischen Orientalistik, Islamwissenschaft und Osteuropawissenschaften. Durch einen interdisziplinären Ansatz werden Trennungslinien der Fächer hinterfragt und neues Wissen produziert, um ein tieferes Verständnis der Komplexität historischer Prozesse in Kaukasien zu fördern. Schwerpunkte der Forschungsarbeit liegen in folgenden Bereichen:

 

  • Expansionen – Imperien Kolonialisierungen (komparativ: Kaukasien als Teil des Osmanischen, Persischen & Russischen Reiches)
  • Islamischer Modernismus – islamische Aufklärungsbewegungen (komparativ: Kaukasus – Zentralasien)
  • Frühnationale und neueste nationale Bewegungen im Vergleich
  • Muslimische Eliten (Aserbaidschan – Kaukasien – Russisches Reich/Sowjetunion und Nachbarstaaten ab Mitte des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts)
  • Identitätswandel in Transformationsprozessen (Kaukasien/Aserbaidschan vom Ende des 18. bis zum 20. Jahrhundert)
  • Fremd- und Selbstwahrnehmungen (Muslime/Kaukasus - „Zerrbilder“ – „Orientalismus“)
  • Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik
  • Deutsch-kaukasische Beziehungen (Forschungsreisende, Kolonisten, Unternehmer, Außenpolitik)

 

Als Anlaufstelle für Forschung über Aserbaidschan und Kaukasien verbindet der Lehrstuhl Wissenschaftler aus der Region mit Kollegen, die international über die Region forschen.

Der Stiftungslehrstuhl fördert Publikationen zu Aserbaidschan und Kaukasien. Neben regionalspezifischen Monographien erschienen in den letzten Jahren Sammelbände und wissenschaftliche Artikel, welche größtenteils kulturhistorisch und komparativ ausgerichtet waren, um einen Vergleich zu den Nachbarregionen zu ermöglichen. Dabei wurden besonders auch Autoren aus der Region unterstützt, deren Werke bisher in Europa nicht zugänglich waren.

 

 

Projekte

Projekte des Lehrstuhls führen den Dialog dort fort, wo eine breitere Öffentlichkeit angesprochen werden soll. Zum einen zählen dazu Veranstaltungen in Deutschland wie Informationstage, Buchvorstellungen und Kulturabende, zum anderen auch Projekte in der Region. Neben der Etablierung des Internetportals Clio Caucasus (gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, kurz DAAD), ist als aktuelles Projekt die Erarbeitung und Umsetzung einer Museumskonzeption für das erste kaukasusdeutsche Museum in Göy-Göl (auch Helenendorf), Aserbaidschan zu nennen. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert durch schwäbische Auswanderer gegründet. Der Lehrstuhl begleitet das langfristige Projekt der Museumseröffnung in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Wissenschaftsverein EuroKaukAsia e.V. und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

 

 

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