Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

Vorstellung

Das Fach „Geschichte Aserbaidschans“ wird nicht auf das heutige Territorium der Republik Aserbaidschan begrenzt, sondern folgt einem kulturanthropologischen Ansatz, der aserbaidschanische Bevölkerungsgruppen in und außerhalb der heutigen Republik Aserbaidschan unter besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen mit anderen Staaten und Nationen im europäischen und asiatischen Rahmen in den Mittelpunkt stellt.

Die Stiftungsprofessur „Geschichte Aserbaidschans“ bündelt auf Aserbaidschan bezogene geisteswissenschaftliche Kompetenzen mit dem Schwerpunkt Geschichte im räumlichen und historischen Zusammenhang mit der Geschichte des Osmanischen, Persischen und Russischen Reiches bzw. der Nachfolgestaaten und behandelt schwerpunktmäßig die Geschichte der heutigen Republik Aserbaidschan.

Die Erforschung und Vermittlung der Geschichte Aserbaidschans ist nicht „aserbaidschanzentrisch“ angelegt, sondern sieht sich konzeptionell und methodisch einer fächer- und raumübergreifenden wissenschaftlichen Aserbaidschankunde verpflichtet, die sich als Brücke zwischen Osteuropäischer Geschichte und Orientalistik versteht und mit einem regionalen Schwerpunkt erweitert.

Ziel ist eine „Verortung aserbaidschanischer Geschichte“ in der Regional- und Globalgeschichte hinsichtlich des spezifischen Weges Aserbaidschans in die Moderne vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Schwerpunkte des transnationalen Forschungskonzeptes bilden u.a. Identitätsdiskurse (nationale Selbst- und Fremdkonstruktion), Transitfunktionen und intraregionale Strukturen (circulation des idees, Kommunikationwege und –formen, Kooperationen in Geschichte und Gegenwart mit Kontinuitäten und Brüchen,), moderne Elitenrekrutierung und Instrumente der Machtausübung in russischer und sowjetischer Zeit bis zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der Erringung der zweiten nationalen Unabhängigkeit sowie aktuelle Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik.