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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Aserbaidschans

Publikationen

zur Publikationsliste von Prof. Dr. Eva-Maria Auch

zur Publikationsliste von Dr. Rasim Mirzayev

zur Reihe Caucasian Studies

 

Letzte Veröffentlichungen von Prof. Dr. Eva-Maria Auch

Eva-Maria Auch (Hg.)

Erscheint Anfang 2019: 

Die Aserbaidschanische Demokratische Republik (1918-1920). Das erste Jahr in Dokumenten.

 

Am 28. Mai 1918 wurde eine erste Aserbaidschanische Republik  in Tiflis (heute Tbilisi) ausgerufen, nachdem eine kurzlebige Transkaukasische Föderation mit Georgien und Armenien zwei Tage zuvor gescheitert  war. Im Unterschied zur Republik Georgien, die noch bis 1921 überlebte, existierte diese erste demokratische Republik bis zum Einmarsch der XI. Armee der Bolschewiki am 28. April 1920, also nur 23 Monate. In dieser Zeit gelang es ein funktionierendes Staatswesen mit Exekutive, Legislative und Judikative aufzubauen, welches sich zu demokratischen Regeln bekannte, eine Trennung von Staat und Religion umsetzte, die Beteiligung verschiedener ethnischer Minderheiten und politischer Kräfte sowie ein Frauenwahlrecht einschloss.

Trotz ausländischer Einflussnahme (Osmanisches Reich, Deutschland, Großbritannien, Sowjetrussland) und Grenzkonflikten konnte eine territoriale Gesamtheit der Aserbaidschanischen Republik hergestellt werden, ohne Karabach, Lenkoran, Zakatala oder Nachitschewan zu verlieren. Die Öffnung der Transportwege und die Wiederaufnahme der Erdölproduktion sowie die Schaffung einer Nationalbank waren entscheidende Schritte für die Stabilisierung des öffentlichen Lebens. Man schuf eine nationale Armee mit Land-, See- und Luftstreitkräften, zugleich erfolgten Maßnahmen zur verstärkten Ausbildung nationaler Kader auf allen Bildungsebenen. 

Diesen Schritten beim Staatsaufbau nachzugehen, ist Inhalt der vorliegenden Materialsammlung.  Sie konzentriert sich – neben einer Einführung in den historischen Kontext – auf eine Auswahl von Dokumenten vom Mai 1918 bis Mai 1919. Während die Mehrzahl der Texte aserbaidschanischen Quelleneditionen entnommen und aus dem Russischen übersetzt wurde, ergänzen Dokumente aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes den Band, um auch die deutsche Sicht auf die aserbaidschanischen Entwicklungen einzubringen.

Das Buch wird am 17. Dezember 2018 um 17 Uhr offiziell vorgestellt (siehe Veranstaltungen). 

 

Eva-Maria Auch (Hg.)

Deutsche im multikulturellen Umfeld Südkaukasiens.

Das Schicksal der Deutschen in Südkaukasien, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihre schwäbische Heimat verlassen hatten, gehört zu den bisher weniger berücksichtigten Themen der Forschung zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen und der Heimatgeschichte Baden-Württembergs.
Als relativ kleine Siedlungsgruppe mit ca. 20 Tausend Kolonisten im Jahre 1920 und rund 50 Tausend Zugehörigen bei der Deportation im Jahre 1941 schrieben die Deutschstämmigen jedoch mit an der neuzeitlichen Geschichte der deutsch-kaukasischen Beziehungen.
Eine besonders interessante Seite dieser gemeinsamen Vergangenheit ist die Rolle schwäbischer Winzer bei der Entwicklung der aserbaidschanischen Wein- und Spirituosenindustrie. Im Jahre 2009, anlässlich des 190. Jubiläums der Gründung Helenendorfs (heute Göygöl in Aserbaidschan), fand in Berlin eine wissenschaftliche Tagung statt, deren Beiträge in diesem Band versammelt sind. Sie gehen über die Betrachtung des aserbaidschanischen Raumes hinaus und berücksichtigen auch georgische und dagestanische Siedlungen.

 

Eva-Maria Auch, Rasim Mirzayev

Muslimisch-aserbaidschanische Eliten der Region Karabach zwischen Modernisierung und politischen Umbrüchen (1850-1940).

Ziel des dieser Publikation zugrunde liegenden Projektes war es, eine empirische Studie zur Ausbildung muslimischer Eliten in Aserbaidschan und ihren Wandel im Zuge gesellschaftlicher Transformation von der partiellen Modernisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jh. bis zur Ausprägung der kommunistischen Diktatur unter Stalin in den 1930er Jahren vorzulegen. Zwei Fragen sollte dabei sowohl quantitativ als auch qualitativ nachgegangen werden: Erstens, inwiefern stützte sich die zarische und frühsowjetische Administration auf Muslime bei der Verwaltung der Region und zweitens, welchen Beitrag leisteten sie bei der Herausbildung einer neuen "Wir-Identität" unter den Aserbaidschanern?

 

 

Eva-Maria Auch (Hg.)

„Entgrenzung“ – Deutsche auf Heimatsuche zwischen Württemberg und Kaukasien. Begleitheft zur Wanderausstellung anlässlich des 200. Jubiläums deutscher Ansiedlung in Südkaukasien.

Seit 1950 kehrten rund 3 Millionen deutsche Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland zurück und fassten unter oftmals schwierigen Bedingungen hier wieder Fuß, auch wenn die Integration in die deutsche Gesellschaft recht unterschiedlich verlief. – Ihre Geschichte und Gegenwart stellt einen wichtigen Erfahrungswert für hochaktuelle Fragen von Migration, Flucht, Vertreibung, Separation und  Integration dar. Das vorliegende Begleitheft ergänzt die Inhalte der  Ausstellung "Entgrenzung" und ermöglicht weitere Einblicke in die Geschichte der Kaukasusdeutschen.

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Eva-Maria Auch (Hg.); Manfred Nawroth

Entgrenzung. Deutsche auf Heimatsuche zwischen Württemberg und Kaukasien. 

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rief Zarin Katharina II. (1729–1796) Ausländer zur Besiedlung und Kultivierung ins Russische Reich. Sie kamen nach Moskau und St. Petersburg, an die Wolga und in die Ukraine. Ein relativ unbekanntes Kapitel russlanddeutscher Geschichte stellt die Ansiedlung Deutscher in Südkaukasien dar, die sich 2017–2019 zum 200. Mal jährt. Obwohl die Anzahl der bäuerlichen und in Städten lebenden Deutschen in Südkaukasien vergleichsweise gering war – bei ihrer Deportation 1941 waren es rund 50 000 –, haben sie in der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Region tiefe Spuren hinterlassen. Nicht nur in der Architektur der Hauptstädte Tbilissi und Baku sind sie bis heute kaum übersehbar; auch bei der Industrialiwsierung der Region spielten deutsche Firmen eine wichtige Rolle. Außerdem hatten die Siedler einen überdimensional großen Anteil am Gedeihen der Wein- und Spirituosenproduktion sowohl im Russischen Reich als auch in der frühen Sowjetunion. Zugleich galten die deutschen Siedlungen bis in die 1930er Jahre als Vorbild kommunaler Selbstverwaltung. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 erfolgte ihre Deportation nach Zentralasien und Sibirien. Viele verloren ihr Leben auf diesem Leidensweg. Ihr Anteil an der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung beider Imperien war dem Vergessen ausgesetzt. Diesem Erbe stellen sich seit 1991 die jungen Nationalstaaten Georgien und Aserbaidschan gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland.

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English version:

In the second half of the 18th century the Empress Catherine the Great (1729–1796) called upon foreigners to come and settle in the Russian Empire and cultivate the land. They came to Moscow, St Petersburg, to the Volga region and to Ukraine. A relatively unknown chapter of Russo-German history is presented by the settlement of Germans in the South Caucasus, which has its 200th anniversary in 2017–2019. Although the number of Germans living both as farmers on the land and as citizens in the towns in South Caucasus was comparatively small – amounting to around 50,000 at their deportation in 1941 – yet they left a lasting mark on the economic, social and cultural development of the region. It is not only in the towns, especially with regard to the architecture of the capital cities of Tbilisi and Baku, that they can hardly be ignored; German companies also played an important role in the industrialisation of the region. In addition, the settlers had a disproportionately large interest in the flourishing production of wine and spirits in both the Russian Empire and the early years of the Soviet Union. At the same time, the German settlements (»colonies«) can be held up as an example of communal self-government up until the 1930s. The German invasion of the Soviet Union in 1941 was followed by their deportation to Central Asia and Siberia. Countless numbers lost their lives during the ordeal. Their contribution to the economic and cultural development of both empires was utterly forgotten. Since 1991 the new nation states of Georgia and Azerbaijan have joined with the Federal Republic of Germany in recognising the heritage that was left.

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Azərbaycan dilindəki versiya:

18-ci əsrin ikinci yarısında çariça II Yekaterina (1729–1796) əcnəbiləri Rusiya İmperiyasında məskunlaşmağa və onu mədəniyyətləşdirməyə dəvət etmişdi. Əcnəbilər Moskva və Sankt-Peterburqa, Volqa boyu ərazilər və Ukraynaya gəldilər. Rus almanlarının tarixinin nisbətən az məlum olan fəsli almanların Cənubi Qafqazda məskunlaşmasını əhatə edir. 2017-2019-cu illərdə bu hadisənin 200 illiyi tamam olur. Cənubi Qafqazda kənd əraziləri və şəhərlərdə yaşayan almanların sayı  nisbətən az olsa da – 1941-ci ildə sürgün olunarkən onların sayı 50 000 təşkil edirdi – onlar regionun iqtisadi, sosial və mədəni inkişafında dərin izlər qoyub getmişlər. Bu izləri yalnız paytaxt şəhərləri olan Tbilisi və Bakının memarlığında müşahidə etmək olmur; regionun sənayeləşməsində də alman firmaları önəmli rol oynayıb. Bundan başqa kolonistlər şərab və spirtli içkilər istehsalının həm Rusiya İmperiyası, həm də erkən Sovet İttifaqında inkişafında önəmli paya
malik olublar. Eyni zamanda alman kolonistlər 1930-cu illərə kimi kommunal özünüidarətmə üçün nümunəvi rola malik idilər. 1941-ci ildə Almaniyanın Sovet İttifaqına qarşı müharibəyə başalmasından sonra almanlar Mərkəzi Asiya və Sibirə sürgün olunur. Bu məşəqqətli yollarda bir çoxları öz həyatını itirir. Onların hər iki imperiyanın iqtisadi və mədəni inkişafında malik olduğu pay unudulmağa sövq edilir. 1991-ci ildən etibarən gənc müstəqil dövlətlər olan Gürcüstan və Azərbaycan Almaniya Federativ Respublikası ilə birlikdə bu irsi araşdırmağa başlayırlar.

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Georgian version:

მე-18 საუკუნის მეორე ნახევარში ეკატერინე II (1729-1796) რუსეთის იმპერიაში დასასახლებლად და დასავლური კულტურის გასავრცელებლად უცხოელები მიიწვია. ისინი თავიდან მოსკოვსა და სანკტ-პეტერბურგში, ვოლგისპირეთსა და უკრაინაში სახლდებოდნენ. სამხრეთ კავკასიის გერმანული დასახლებები ე.წ. „რუსეთის გერმანელების“ ისტორიის შედარებით უცნობ თავს წარმოადგენს. 2017-2019 წწ. სრულდება ამ დასახლებების შექმნიდან 200 წელი. მართალია სამხრეთ კავკასიაში სოფლად და ქალაქებში მცხოვრები გერმანელების რიცხვი სხვა რეგიონებთან შედარებით დაბალი იყო – 1941 წელს, მათი დეპორტაციისას, დაახლოებით 50 000 შეადგენდა, – მათ რეგიონის სამეურნეო, სოციალურ და კულტურულ განვითარებას ღრმა კვალი დაამჩნიეს. ეს თვალნათლივ შეიმჩნევა არა მხოლოდ დედაქალაქების – ბაქოსა და თბილისის არქიტექტურაში. გერმანელმა მეწარმეებმა და მათმა ფირმებმა მნიშვნელოვანი წვლილი შეიტანეს რეგიონის ინდუსტრიალიზაციაშიც. კოლონისტებმა განუზომლად დიდი როლი შეასრულეს ღვინისა და სპირტიანი სასმელების წარმოების საქმეში, ჯერ რუსეთის იმპერიაში, შემდეგ კი ადრეულ საბჭოთა კავშირში. 1930-იან წლებამდე გერმანული დასახლებების (ე.წ. კოლონიების) კომუნალური თვითმმართველობები სანიმუშოდ ითვლებოდა. 1941 წელს გერმანიის საბჭოეთზე თავდასხმას მოჰყვა გერმანელი მოსახლეობის დეპორტაცია ცენტრალურ აზიასა და ციმბირში. ამ ტანჯვის გზამ ათასობით ადამიანის სიცოცხლე შეიწირა. მათი წვლილი ორივე იმპერიის ეკონომიკურ და კულტურულ განვითარებაში დავიწყებას მიეცა. 1991 წლიდან საქართველოსა და აზერბაიჯანის ახალგაზრდა რესპუბლიკებმა გერმანიის ფედერაციულ რესპუბლიკასთან ერთად ამ მემკვიდრეობაზე ზრუნვისა და მისი შენარჩუნების ვალდებულება იტვირთეს.

შესაკვეთი ფორმის შევსება (ქართული ვერსია)

 


Eva-Maria Auch (Hg.)

Kleines Handbuch Aserbaidschan. Länderbericht einer studentischen Exkursion.

 

"Im Herbst 2011 begab sich eine Gruppe von Studierenden unseres Lehrstuhls auf Exkursion nach Aserbaidschan. Die Erfahrungen waren für die Studierenden so eindrücklich und sie folgten der Anregung, ihre Exkursionsberichte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen."
Das Kleine Handbuch Aserbaidschan soll somit Interessierte in das Land Aserbaidschan zu den Themen Natur, Staat, Wirtschaft, Gesellschaft,  Geschichte und Kultur und dem Verhältnis zu Deutschland (u.a. deutsche Siedlungen) einführen.

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Eva-Maria Auch (Hg.)

Der Karabach-Konflikt in ausgewählten deutschen Medien 1988-2008. Ein Forschungsbericht.

Der Wissenschafts- und Kulturverein EuroKaukAsia e.V. freut sich, das in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans der HU-Berlin durchgeführte Forschungsprojekt: "Der Karabach-Konflikt in ausgewählten deutschen Medien 1988-2008" vorzustellen. In dem von 2014-2015 laufenden Projekt, unter der Leitung von Prof. Eva-Maria Auch und Dr. Rasim Mirzayev, untersuchten die Doktoranden Nargiza Abdullaeva und Ziya Gaziyev sowie die Studenten Juliane Kose und Hasan-Ali Yıldırım die deutsche Medienberichterstattung über den Karabach-Konflikt von 1988-2008.

In Anbetracht aktueller Entwicklungen in Krisengebieten wie Syrien oder der Ukraine stellt sich die Frage nach der Rolle der medialen Berichterstattung auf besonders brisante Weise. Wie objektiv und stereotypenfrei wird unsere Gesellschaft über die tatsächlichen Entwicklungen in diesen Regionen informiert? Welche Rolle spielen die Medien als „vierte Macht“ bei der gesellschaftlichen Meinungsbildung und politischen Entscheidungen?
Retrospektiv – im Kontext älterer bzw. sogenannter "eingefrorener" Konflikte – ist besonders von Interesse, wie sich Stereotypen und Zerrbilder bis in die Gegenwart reproduzieren. So ist es kein Zufall, dass sich das Projekt, dessen Ergebnisse hier vorgestellt werden, mit den Problemen der Berichterstattung über Krisengebiete und Konflikte in deutschen Medien befasst. Im Mittelpunkt steht dabei einer der zentralen Konflikte während des Zerfalls der UdSSR: der Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in Südkaukasien.

Auf der Basis der digitalen Erfassung aller Beiträge zwischen 1998 und 2008 mit Hilfe des Datenbearbeitungssystem MAXQDA, welches eine computergestützte Datensammlung und Textanalyse ermöglicht, erfolgte eine quantitative und inhaltliche Analyse der Pressemeldungen in "Zeit", "F.A.Z.", "Spiegel" und "ND". Die Ergebnisse werden den Leser überraschen – oder auch nicht …
Das Projekt wurde gefördert durch das "Council on State Support to Non-Governmental Organizations under the Auspices of the President of the Republic of Azerbaijan" (CSSN)

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English version:
Given current developments in crisis regions such as Syria and the Ukraine, it is with ever increasing urgency that the question of the media’s role in shaping public opinion and influencing political decisions be addressed. To what extent is our society kept informed of current events in these regions in a way that is both objective and free of stereotypes? What role do the media play as a "fourth power" in shaping public opinion and influencing political decisionmaking?
Retrospectively, so-called "frozen" conflicts are of particular interest because of the questions they raise about the ways stereotypes and caricatures retain their currency to this very day. Hence it is no accident that the current project, the results of which are presented in this paper, was launched in order to investigate problems associated with the coverage of crisis regions and conflicts by the German media.
A central position in this regard is occupied by one of the most significant conflicts to emerge out of the break-up of the USSR: the Karabakh conflict between Armenia and Azerbaijan in the South Caucasus. Based on the digital encoding of all the newspaper reports from 1988 to 2008, with the help of the data processing system MAXQDA – which affords computerized collection of data and analysis of text – quantitative and content analysis was conducted of the reports in 'Die Zeit', 'F.A.Z.', 'Der Spiegel' and 'ND'. The results will likely come as a surprise to the reader – or perhaps not…

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Eva-Maria Auch

Muslim - Bürger - Untertan. Identitäswandel in gesellschaftlichen Transformationsprozessen der muslimischen Ostprovinzen Südkaukasiens (Ende 18. - Anfang 20. Jh.)

Mit dem Zusammenbruch des Vielvölkerreiches Sowjetunion geriet kaum eine andere Region der ehemaligen UdSSR so stark in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit wie die südlichen (muslimischen) Republiken in Kaukasien und in Mittelasien.
Hier stellen sich dem Betrachter nicht nur Fragen nach Ursachen, Triebkräften und Trägern von Auflösungsprozessen polyethnischer Imperien und deren globalen Konsequenzen, sondern angesichts der immer wieder ausbrechenden bewaffneten Konflikte ist die Frage nach der Tragfähigkeit des mitteleuropäischen Modells nationalstaatlicher Institutionalisierung von aktueller Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit gehört zu den ersten deutschsprachigen Monographien zur neuzeitlichen Geschichte Aserbaidschans und legt exemplarisch eine historische Untersuchung zur Herausbildung von neuzeitlichen Gruppenidentitäten an einer Schnittstelle zwischen Europa und Asien vor. Vor dem Hintergrund der Auswirkungen russischer Kolonialpolitik in den muslimischen Provinzen Südostkaukasiens vom Ende des 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert werden Ursachen, Einflussfaktoren und Äußerungsformen von Selbstvergewisserung und Vergemeinschaftungsprozessen unter den aserbaidschanischen Muslimen dargestellt.

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Eva-Maria Auch (Hg.)

Deutsche Winzer im multikulturellen Umfeld Aserbaidschans. Erinnerungsbericht des Julius Vohrer (1887-1979)

Das Schicksal der Deutschen in Südkaukasien – die zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihre schwäbische Heimat verließen - gehört zu den bisher weniger berücksichtigten Themen der Forschung über die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen und der Heimatgeschichte Baden-Württembergs. Als relativ kleine Siedlungsgruppe mit ca. 20 Tausend Kolonisten im Jahre 1920 und rund 45 Tausend Deutschstämmigen bei ihrer Deportation im Jahre 1941 schrieben sie jedoch mit an der neuzeitlichen Geschichte der deutsch-kaukasischen Beziehungen. Eine besonders interessante Seite dieser gemeinsamen Vergangenheit ist die Rolle schwäbischer Winzer bei der Entwicklung der aserbaidschanischen Wein- und Spirituosenindustrie: die Winzer von Helendorf (heute Göy Göl) gehörten nicht nur zu den führenden Weinproduzenten des Russischen Reiches, sondern das Familienunternehmen Vohrer war das größte Familienunternehmen, welches erstmals eine industrielle Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Wein, Sprit und Kognak im russischen Imperium organisierte.

Nach der Sowjetisierung ging der Besitz in die Genossenschaft „Konkordija“ ein, und die Mehrzahl der Familienmitglieder überlebte die Zeit der „Stalinschen Säuberungen“ nicht.
Einer der wenigen Überlebenden war Julius Vohrer (1887-1979), der 1935 durch einen deutsch-sowjetischen Gefangenenaustausch nach Deutschland zurück kehrte und hier in den 1950er Jahren seine Erinnerungen aufzeichnete.

Lange im Familienarchiv bewahrt, haben sich die Enkel von Julius Vohrer (1887-1979), Gertrud, Ute, Klaus-Gerhard und Thomas, in dankenswerter Weise entschieden, das Manuskript des Großvaters zur Veröffentlichung frei zu geben.

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Eva-Maria Auch

Öl und Wein am Kaukasus. Deutsche Forscher, Kolonisten und Unternehmer im vorrevolutionären Aserbaidschan

Südkaukasien – unter diesem Begriff werden hier die drei Republiken Armenien, Aserbaidschan und Georgien als kulturhistorischer Raum zusammengefasst – gehört in diesem Zusammenhang zu den geographischen Regionen, die es verdienen, stärker in den Blickpunkt europäischen Interesses gerückt zu werden. Nicht nur, weil die Kaukasisch-Kaspische Region eine Vielzahl von natürlichen Reichtümern birgt und eine Korridorfunktion zu Asien einnehmen kann, sondern vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass Tiflis und Baku vor einhundert Jahren bereits einmal zu den europäischen Wirtschafts- und Kulturzentren gehörten. Dieses Buch soll zur Öffnung des Blickes auf ein besonderes Kapitel russischer Kolonial- und aserbaidschanischer Nationalgeschichte beitragen.

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Caucasian Studies

Herausgegeben von Eva-Maria Auch, Raoul Motika, Jean Radvanyi und Jörg Stadelbauer.

Reichert Verlag Wiesbaden

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Heinz Fähnrich

Lexikon georgische Mythologie

This volume aims to give an introduction to Georgian mythology, which is an important element of the cultural treasure of this people. It offers an overview of baisc concepts, gods, mythological figures, celebrations of worship and customs.

Die Welt der Kartwelier in den Gebirgsregionen Kaukasiens ist uns weitgehend verschlossen geblieben. Trotz ihrer Nähe zu den ältesten Hochkulturen der Menschheit in Mesopotamien und Kleinasien und späterer starker Bedrängung durch Assyrer, Perser, Byzantiner, Araber, Türken, Mongolen und Russen haben die Georgier und die ihnen verwandten Völkerschaften bis heute ihre kulturelle Selbstständigkeit bewahrt. Zum kostbarsten Schatz der georgischen Nation zählt ihre Mythologie, in die dieses Buch eine Einführung geben will. In Stichworten vermittelt es einen Überblick über die Grundbegriffe der georgischen Mythologie, über historisch überlieferte Götter, mythologische Gestalten, Kultstätten, Kultfeste und viele Bräuche, die in Zusammenhang mit religiösen Vorstellungen stehen. Das Buch bietet einen Einblick in die frühe Weltsicht der Kartwelier und ihren vorchristlichen Glauben, die in den nordostgeorgischen Provinzen bis in die Gegenwart lebendig geblieben sind.

 


Raoul Motika; Michael Ursinus (Hg.)

Caucasia Between the Ottoman Empire and Iran

Das Buch widmet sich der kaukasischen Region in der Zeitspanne zwischen 1555 und 1914 und betont dabei die Einbindung Kaukasiens in die islamische Welt des Nahen und Mittleren Ostens. Mit der Entstehung des Osmanischen Reiches und dem Aufstieg der Safawiden blieb dieser Raum bis in die Neuzeit hinein durch den politischen Gegensatz zweier Reiche bestimmt, die auch in konfessioneller Hinsicht die Vorherrschaft über die verschiedenen kaukasischen Regionen anstrebten. Im vorliegenden Band kommen ausgewiesene Spezialisten zu Wort, die sich erfolgreich bemühen, dieser historischen Sachlage gerecht zu werden.

 


Otar Kadshaia; Heinz Fähnrich

Mingrelisch-Deutsches Wörterbuch

Mingrelisch (margaluri nina) zählt mit dem Lasischen, Georgischen und Swanischen zur südkaukasischen Familie der Kartwelsprachen, die seit ältesten Zeiten im zentralen und westlichen Teil des Kaukasus und Transkaukasiens gesprochen werden. Die Mingrelier leben im Westteil der Republik Georgien, wo sie den nördlichen Teil der kolchischen Niederung und die nördlich angrenzenden Gebiete in den georgischen Provinzen Mingrelien und Abchasien bewohnen. Ihr Siedlungsgebiet grenzt im Westen an das Schwarze Meer, im Norden sind ihre unmittelbaren Nachbarn die Abchasen und Swanen, im Osten und Süden schließt sich das Verbreitungsgebiet des Georgischen an. Im Unterschied zu der georgischen Sprache ist das Mingrelische schriftlos. Da es vom Mingrelischen bisher nur wenige und kurze Wörterbücher mit Entsprechungen in georgischer Sprache gibt, schließt dieses Wörterbuch, das auf der fundamentalen Sammlung mingrelischer Lexik von Otar Kadshaia beruht und mit Äquivalenten in einer europäischen Wissenschaftssprache versehen ist, eine Lücke in der sprachwissenschaftlichen Literatur und das ausführlichste Wörterbuch dieser Kartwelsprache.

 
 

Daniel Heradstveit

Democracy and Oil: The Case of Azerbaiijan

The topic of this book is the development of democracy and human rights in Azerbaijan. But since these virtues are inversely correlated with corruption, it is natural to raise this issue too. And since oil is the country’s primary earner, the use made of the oil revenues will affect the prevalence of corruption. The attitude of the Western oil industry to Azerbaijani corruption is therefore crucial. The in-depth interviews with 20 of the leading opposition politicians in Azerbaijan constitute a very important part of the data for this study. It gives good insight into the Azerbaijani oppositional elite’s perception of the Western oil industry and its operations in their country.

Thema dieses Bandes sind Demokratisierung und Menschenrechte in Azerbaidschan, beides in engem Zusammenhang mit Korruption und der Erdölindustrie. Interviews mit 20 oppositionellen Politikern geben einen tiefen Einblick in die Perzeption der Handlungsweisen der westlichen Ölindustrie durch die Eliten in Azerbaidschan.

 


Steffi Chotiwari-Jünger

Die Literaturen der Völker Kaukasiens

Die Literaturen der Völker des Kaukasus (Kaukasiens) sind in Europa weitgehend unbekannt. Mit dem vorliegenden Buch werden gleichzeitig mehrere Lücken geschlossen: eine erste deutschsprachige Anthologie kaukasischer Literatur wird präsentiert, eine Bibliographie der bisher ins Deutsche übersetzten Literatur aus Kaukasien vorgestellt sowie ein kurzer Abriss der Rezeptionsgeschichte kaukasischer Literatur im deutschsprachigen Raum angeboten, angereichert mit anschaulichem Karten- und Faktenmaterial zu Lebensraum, Sprache, Schrift, Religion, Literatur... Das Buch ist für Wissenschaftler genauso geeignet wie für alle anderen an Kaukasien interessierten Leser.
 

Gegenstand dieser Studie sind die Mitglieder der 1879 gegründeten „Gesellschaft zur Verbreitung der Lese- und Schreibkundigkeit unter den Georgiern“. Anhand verschiedener Quellen (Mitgliederlisten, Regierungskorrespondenz, Universitätsmatrikel, Polizeiberichte, Nachrufe, Personalakten etc.) rekonstruiert Oliver Reisner die Lebensläufe der Mitglieder und erschließt ihre geographische wie soziale Herkunft, ihr Bildungsweg, regionale und berufliche Mobilität sowie ihre gesellschaftlichen und politischen Tätigkeiten. Auf diese Weise werden die Zusammenhänge zwischen Nationalbewegung und sozialem Wandel in der traditionellen agrarischen Adelsgesellschaft Georgiens vom 19. zum beginnenden 20. Jahrhundert dargestellt.

 


Eva-Maria Auch

Muslim – Untertan – Bürger

Mit dem Zusammenbruch des Vielvölkerreiches Sowjetunion geriet kaum eine andere Region der ehemaligen UdSSR so stark in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit wie die südlichen (muslimischen) Republiken in Kaukasien und in Mittelasien.
Hier stellen sich dem Betrachter nicht nur Fragen nach Ursachen, Triebkräften und Trägern von Auflösungsprozessen polyethnischer Imperien und deren globalen Konsequenzen, sondern angesichts der immer wieder ausbrechenden bewaffneten Konflikte ist die Frage nach der Tragfähigkeit des mitteleuropäischen Modells nationalstaatlicher Institutionalisierung von aktueller Bedeutung.

Die vorliegende Arbeit gehört zu den ersten deutschsprachigen Monographien zur neuzeitlichen Geschichte Aserbaidschans und legt exemplarisch eine historische Untersuchung zur Herausbildung von neuzeitlichen Gruppenidentitäten an einer Schnittstelle zwischen Europa und Asien vor. Vor dem Hintergrund der Auswirkungen russischer Kolonialpolitik in den muslimischen Provinzen Südostkaukasiens vom Ende des 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert werden Ursachen, Einflussfaktoren und Äußerungsformen von Selbstvergewisserung und Vergemeinschaftungsprozessen unter den aserbaidschanischen Muslimen dargestellt.

 


Michael Kemper

Herrschaft, Recht und Islam in Daghestan

Diese Arbeit stellt den Widerstand der Muslime des Nordkaukasus gegen das russische koloniale Vordringen und den Dschihad-Staat von Imam Schamil (reg. 1834 bis 1859) in die Kontinuität einer jahrhundertelangen daghestanischen Tradition von islamisch legitimierter Herrschaft und Rechtsgelehrsamkeit. Eine Untersuchung der Debatten um Scharia und Gewohnheitsrecht seit dem 15. Jahrhundert sowie der sufischen und gelehrten Netzwerke des 19. Jahrhunderts anhand von einheimischen Quellen in arabischer Sprache zeigt, dass nicht der erst relativ spät „importierte Sufismus“ der Naqshbandiyya die treibende Kraft und Legitimation des Dschihad war, sondern der Versuch, auf Basis der Scharia ein islamisches Staatswesen zu gründen.

 


Fikret Adanir; Bernd Bonwetsch (Hg.)

Osmanismus, Nationalismus und der Kaukasus

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unterschiedliche Probleme und Aspekte der Geschichte des „Krisenherd Kaukasus“. Das Spektrum der Themen reicht vom Gebrauch der Geschichte zur Legitimation politischer Ansprüche über die Quellengrundlage derartiger historisch begründeter Ansprüche, die Erscheinungsformen von Nationsbildung und nationalem Bewusstsein, die Ethnisierung des Sozialen bzw. die Politisierung des Ethnischen bis hin zu der Frage der Zukunftsfähigkeit multinationaler Staatskonzepte wie des Osmanismus im Zeitalter des Nationalismus. Zusammengehalten werden sie durch die Geschichte des türkisch-armenischen Verhältnisses, das seine Schatten auf alle behandelten Fragen wirft. Die Beiträge erfassen die aktuelle Forschungsdiskussion und regen zu weiterführenden komparatistischen Fragen an.

 


Clemens P. Sidorko

Dschihad im Kaukasus

From an early stage the fight of the Muslim people of the Northern Caucasus against the advancing Russian empire coincided with religious reform movements. The study examines the conditions and development of this process up to the founding of a state by the legendary imam Shamil. It also contains a sumary of the historical events, an investigation into the composition of the followers and the elites of resistance as well as an examination of the organisational structures of the imam state and its impacts on social conditions and on everday life.
 
Der Abwehrkampf der Muslimvölker Nordkaukasiens gegen das vordringende Russland fiel bereits früh mit religiösen Reformbewegungen zusammen. Die Studie untersucht Voraussetzungen und Entwicklung dieses Prozesses bis zur Staatsschöpfung des legendären Imam Samil. Neben dem Abriss der Ereignisgeschichte stehen v.a. die Zusammensetzung von Anhängerschaft und Eliten des Widerstands sowie die Organisationsstrukturen des Imamatstaats und seine Ausgestaltung als Lebenswelt im Zentrum der Analyse.

 


Rufat Sattarov

Islam, State, and Society in Independent Azerbaijan

The dissolution of the Soviet Union and the appearance of new independent states in its place resulted in dramatic changes in geopolitics. Azerbaijan emerged as one of the new spheres of interest in the world community. Its historical legacy as well as being a meeting point of western and eastern cultures makes it worthwhile for research. Its moderate Islamic framework and its unique character as the only country throughout the post-Soviet space in which a major part of the population belong to Shia Islam distinguish it from other Muslim republics.
The main focus of this investigation lies on the interaction between Islam, state and society that took place in Azerbaijan within the unique historical-cultural and socio-political contexts. Rufat Sattarov shows the role Islam played historically in Azerbaijan conditioned specific features of the so-called Islamic revival in the country in the post-Soviet period.

 


Raoul Motika (Hg.); Michael Kemper (Hg.); Anke von Kügelgen (Hg.)

Repression, Anpassung, Neuorientierung

Die in diesem Band versammelten Studien beschäftigen sich mit der Entwicklung der islamischen Glaubensinhalte und rechtlich-moralischen Werte und Normen in verschiedenen Regionen der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere in Russland (Tatarstan), im Kaukasus (Aserbaidschan und Dagestan) und in Mittelasien (Usbekistan und Tadschikistan). Im Vordergrund stehen die unterbrochene oder abgebrochene religiöse Tradierung, die Diversität des regionalen Islams, und staatliche Repressionsmaßnahmen sowie Prozesse der Anpassung und Neuorientierung in sowjetischer Zeit wie nach dem Ende der Sowjetunion. Die einzelnen Fallstudien basieren auf neu zugänglichem Archivmaterial oder auf Feldforschungsergebnissen. Zum großen Teil entstanden die Studien im Rahmen eines von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projekts zur islamischen Bildung im sowjetischen und postsowjetischen Raum.

 


Reinhard Nachtigal

Verkehrswege in Kaukasien

Die Studie untersucht die hundertjährige Expansion Russlands in seine südliche Randzone und die langfristige Integration durch Schaffung von Infrastruktur. Diese konzentrierte sich im Wegebau. In der schwierigen Gebirgslandschaft mit unterschiedlichsten Nationalitäten und Konfessionen traf der Staat auf Herausforderungen, die nur allmählich und im Selbstverständnis einer zivilisatorischen Mission bewältigt werden konnten. Am Ende stand die Reichsintegration, ohne dass die indigenen Bewohner russifiziert wurden, aber Teil hatten an der Moderne. Einige unbotmäßige indigene Bergvölker wurden allerdings um- oder sogar ins Osmanische Reich ausgesiedelt: anders schien den Zaren keine Befriedung möglich zu sein.

 

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