Humboldt-Universität zu Berlin - Digital History

Sommersemester 2020

Die Lehrveranstaltungen finden dieses Semester digital statt.

Übung: Digitale Kompetenzen für Historiker*innen

Torsten Hiltmann

Von der einfachen Literaturrecherche über die Sammlung und Strukturierung von Informationen bis hin zu neuen Möglichkeiten, diese zu analysieren und die jeweiligen Ergebnisse zu kommunizieren – digitale Arbeitsweisen, Methoden und Techniken können unser Arbeiten als Historiker erheblich vereinfachen und beschleunigen. Darüber hinaus können sie uns dabei helfen, ganz neue Perspektiven auf unser Material zu gewinnen und damit neue Fragestellungen zu entwickeln.

Ziel dieser sich vor allem an Bachelor-Studierende richtenden Veranstaltung ist es zum einen, grundlegende digitale Kompetenzen für das alltägliche Arbeiten zu vermitteln, von der Formulierung korrekter Datenbankabfragen über neue Wege der Textanalyse bis hin zu den Möglichkeiten des kollaborativen Arbeitens und der Wissenschaftskommunikation. Zum anderen soll knapp in die wichtigsten Methoden und Techniken der Digital Humanities eingeführt und damit ein Grundverständnis dessen vermittelt werden, was Digital Humanities sind und was sie leisten können. Bringen Sie dazu bitte, wenn vorhanden, einen eigenen Rechner (Laptop) mit.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51469)

 

Übung: Programmieren für Historiker*innen

Philipp Schneider, Melanie Althage

Daten sind der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften werden sie zunehmend als Forschungsressource relevant. Nicht nur die Zahl der öffentlich verfügbaren digitalisierten historischen Quellenbestände nimmt stetig zu, sondern auch die Produktion der genuin digitalen Daten in Sozialen Medien, Wissenschaftsblogs, Foren, Webseiten, Datenbanken oder auch Fachportalen. Gleich ob die geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen sich auf die mittelalterliche oder jüngste Zeitgeschichte beziehen, Programmierkenntnisse können auf vielfältige Weise das historische Arbeiten ergänzen, um sich die digital verfügbaren Informationen zunutze zu machen. Sie bieten zum einen das Handwerkszeug, um effizient Daten zu sammeln, organisieren, verarbeiten und analysieren. Zum anderen sensibilisiert der Umgang mit Programmiersprachen für die Funktionsweise der Algorithmen und Werkzeuge die wir in den Digital Humanities verwenden.

In der Übung werden die Grundlagen der Skriptsprache Python gemeinsam erarbeitet. Python ist eine weit verbreitete, einfach zu lernende und lesende Programmiersprache, die sowohl in den Data Science als auch der Softwareentwicklung in (außer-)universitären Forschungseinrichtungen ebenso wie in der Industrie zum Einsatz kommt. Ziel der Übung ist es, geschichtswissenschaftliche Anwendungsszenarien zu identifizieren und diese selbstständig und problemorientiert zu lösen. Zugeschnitten auf den geschichtswissenschaftlichen Arbeitsprozess werden Grundkenntnisse im algorithmischen Denken, zentraler Datentypen und –strukturen sowie der Python-Syntax vermittelt.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Programmiererfahrungen sind nicht erforderlich.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51467)

 

Übung: Einführung in die Methoden der digitalen Textanalyse

Melanie Althage

Schriftliche Zeugnisse zählen seit jeher zu den zentralen Quellen der Geschichtswissenschaften. Durch die umfassende Digitalisierung in den letzten Jahrzehnten liegt ein beständig anwachsender Anteil natürlichsprachlicher Texte auch in digitaler Form vor, etwa als Digitalisat einer mittelalterlichen Handschrift oder Kurznachricht im Mikrobloggingdienst Twitter. Verstehen wir diese Texte als numerisch quantifizierbare Daten, können sie mittels computergestützter Analysemethoden auf vielfältige Weise sowie in größerer Zahl ausgewertet und für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen fruchtbar gemacht werden.

Die Übung bietet einen praxisnahen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur digitalen Textanalyse. Gemeinsam wird erarbeitet, wie die vor allem aus den Computer- und Sprachwissenschaften stammenden Methoden für das historische Arbeiten nutzbar gemacht werden können und in welcher Form die Textdaten für die maschinelle Verarbeitung vorliegen müssen. Neben einfacheren Verfahren wie der Frequenz- oder Kookkurrenzanalyse sollen auch komplexere Methoden aus dem Bereich des Maschinellen Lernens angewendet werden, wie beispielsweise Topic Modeling. Wo möglich wird dazu auf bereits etablierte Werkzeuge zurückgegriffen, um für den methoden- und softwarekritischen Umgang mit den digitalen Angeboten zu sensibilisieren.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; alle gegebenenfalls notwendigen Kenntnisse zur Arbeit mit fertigem Programmcode werden in der Übung vermittelt.
Die Lehrveranstaltung in AGNES (51470)

 

Masterseminar: Linked Data und Semantic Web in den Geschichtswissenschaften - Theorien und Methoden

Torsten Hiltmann

Digitale Methoden gewinnen in den Geschichtswissenschaften immer mehr an Bedeutung und verändern unser Arbeiten grundlegend. Dies gilt nicht nur für die Erfassung und Auswertung von Texten und Bildern, sondern auch für unseren Umgang mit den gewonnenen Daten und die Organisation unseres Wissens selbst. Dem Semantic Web und den damit verbundenen Methoden und Techniken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen lassen sich auf diese Weise mit Bedeutung anreichern und zu ganzen Wissenssystemen verbinden. Damit ermöglichen sie es, über große und heterogene Datenmengen Zusammenhänge aufzudecken und Wissen explizit zu machen, das zuvor als solches nie eigens erfasst wurde. Sie machen damit insbesondere das World Wide Web zu einer verteilten Datenbank und somit zu einer wertvollen Ressource für unser historisches Arbeiten.

Im Seminar wollen wir uns mit den Grundlagen dieser Art der digitalen Wissensrepräsentation auseinandersetzen und die damit verbundenen Techniken, deren Funktionsweise, Potentiale aber auch Grenzen kennenlernen und mit Blick auf ihre Anwendung in den Geschichtswissenschaften diskutieren. Die hier vermittelten Wissensinhalte bilden die Basis für eine angemessene Verwendung dieser Techniken, wie sie in der anschließenden Übung praxisnah geübt werden, weshalb deren gleichzeitiger Besuch hiermit nachdrücklich empfohlen wird.  

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51437)

 

Übung: Linked Data und Semantic Web in den Geschichtswissenschaften - Praxis

Torsten Hiltmann

Digitale Methoden gewinnen in den Geschichtswissenschaften immer mehr an Bedeutung und verändern unser Arbeiten grundlegend. Dies gilt nicht nur für die Erfassung und Auswertung von Texten und Bildern, sondern auch für unseren Umgang mit den gewonnenen Daten und die Organisation unseres Wissens selbst. Dem Semantic Web und den damit verbundenen Methoden und Techniken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen lassen sich auf diese Weise mit Bedeutung anreichern und zu ganzen Wissenssystemen verbinden. Damit ermöglichen sie es, über große und heterogene Datenmengen Zusammenhänge aufzudecken und Wissen explizit zu machen, das zuvor als solches nie eigens erfasst wurde. Sie machen damit insbesondere das World Wide Web zu einer verteilten Datenbank und somit zu einer wertvollen Ressource für unser historisches Arbeiten.

In der Übung sollen die Methoden und Techniken des Semantic Web praktisch geübt und angewendet werden, von der Repräsentation der Daten in RDF und Turtle, über deren Abfrage mit der Abfragesprache SPARQL bis hin zur Erstellung eigener Ontologien in RDFS und OWL. Die so erworbenen Fertigkeiten sollen an bereitgestellten Ressourcen sowie in eigenen Projekten ausprobiert werden. Der gleichzeitige Besuch des zuvor stattfindenden Grundlagenseminars wird dringend empfohlen.  

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51468)

 

Forschungskolloquium: Digital History

Torsten Hiltmann, Rüdiger Hohls

Im Zentrum des Kolloquiums stehen die Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden in den Geschichtswissenschaften und deren methodisch-kritische Reflexion. Dabei sollen aktuelle Arbeiten vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden, welche Fragestellungen, Daten und Materialien sich mit welchen Verfahren bearbeiten lassen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Geschichtswissenschaften ergeben, aber auch wo deren Grenzen liegen. Zugleich soll das Kolloquium die aktuellen Debatten rund um die digitalen Geschichtswissenschaften aufgreifen und ihnen einen festen Platz bieten. Dabei werden hin und wieder auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Digital Humanities überschritten, um neue Ideen und kreative Anregungen für unser eigenes historisches Arbeiten zu erhalten.

Das Kolloquium ist offen für alle, die sich für die digitalen Geschichtswissenschaften interessieren. Das Programm wird rechtzeitig zu Semesterbeginn veröffentlicht.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51482) 

Das Semesterprogramm zum Forschungskolloquium

 

 

Mittelalterliche Geschichte

Seminar: Schrift und Schriftlichkeit im Mittelalter

Torsten Hiltmann

Schrift ist heutzutage allgegenwärtig. Nicht zuletzt mit den neuen Medien ist sie ein wesentliches Bindeglied unserer Gesellschaft. Doch ist Schrift nicht einfach nur Kommunikationsmittel. Ihr Gebrauch hat grundlegenden Einfluss auf die Verfasstheit von Gesellschaften, deren Denken und Handeln. Besonders eindrucksvoll lassen sich die gesellschaftsverändernden Leistungen der Schriftlichkeit im Mittelalter nachverfolgen. Ihren Einfluss auf die Entwicklungen im mittelalterlichen Rechtswesen, in Politik, Wirtschaft und Bildung wie allgemein auf das Denken der Menschen und ihre Mentalitäten nachzuvollziehen, ist Ziel des Seminars. Die Auseinandersetzung mit Schrift und Schriftlichkeit gibt überdies die Möglichkeit, an ausgewählten Beispielen theoretische Fragen und Sachfragen der Epoche zu diskutieren.
Die Lehrveranstaltung in AGNES (51317)