Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus

Laufende Habilitationen

Dr. Marc Buggeln
Thema: Steuern und Umverteilen. Eine Geschichte der öffentlichen Finanzen in der Bundesrepublik (1949-1989)

Politik ist nahezu immer auch Finanzpolitik. Erst Einnahmen ermöglichen es, den Staat zu gestalten. Die eingenommenen Mittel sinnvoll zu verteilen ist eine der Hauptaufgaben staatlichen Handelns. Mit den Entscheidungen wird nicht nur Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft genommen, vielmehr stellen Steuern und Transfers auch die wichtigsten Mittel staatlicher Umverteilung dar. Sie sind seit jeher umstritten und Gegenstand gesellschaftlicher Verteilungskämpfe. Während die Demokratie auf dem Gleichheitsversprechen für die Staatsbürger beruht, erzeugen marktwirtschaftliche Mechanismen permanent Ungleichheit. Steuern und Transfers sind deshalb wichtige Mittel, um eine Balance zwischen diesen widerstrebenden Tendenzen von Demokratie und Kapitalismus zu finden. Meine Arbeit fragt am Beispiel der staatlichen Finanzpolitik danach, wie dieser Ausgleich in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1989 zu erreichen versucht wurde. Die aktuelle Krise hat die Staatsfinanzen in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten gerückt. Die wissenschaftlichen Stellungnahmen zur Krise stammen im Wesentlichen von Ökonomen, die quantifizierend mit zumeist tagesaktuellen Zahlen arbeiten. Historische Arbeiten zu den Staatsfinanzen in Deutschland seit 1945 fehlen weitgehend. Insofern schließt das Vorhaben eine eklatante Lücke. Meine Arbeit soll einen Beitrag zur Entzifferung der „Genealogie der Gegenwart“ leisten und eine zeithistorische Forschung zur staatlichen Finanzpolitik in der Bundesrepublik Deutschland anstoßen.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

 

Geplanter Abschluss: 2017

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl

 

 
Dr. Sina Fabian
Thema: Alkoholkonsum in Deutschland im 20. Jahrhundert

Die Geschichte des Alkoholkonsums in Deutschland im 20. Jahrhundert ist geprägt durch staatliche Steuerungs- und Einhegungsversuche auf der einen und einer beinahe kontinuierlichen Zunahme des Verbrauchs auf der anderen Seite. Dieser war im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts von einem vielfältigen Wandel etwa hinsichtlich der Menge, der Anlässe und Orte des Konsums und bevorzugter alkoholischer Produkte bestimmt. Ebenso unterlag der Alkoholkonsum verschiedener Aufmerksamkeits- und Problematisierungskonjunkturen.

Im Fokus des Projekts stehen Praktiken des Alkoholkonsums sowie gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, was zu welcher Zeit als sozial akzeptierter Alkoholkonsum galt. Dies wird im Spannungsfeld der drei zentralen Akteure Staat, Produzenten und Konsumenten untersucht. Gesellschaftliche Problematisierungsdiskurse und der tatsächliche Alkoholkonsum verliefen häufig unabhängig voneinander. Deshalb stehen neben den staatlichen Steuerungs- und Präventionsversuchen die Reaktionen und das teilweise widerständige Verhalten der Konsumenten und Produzenten im Vordergrund. Den sozialen Praktiken des Alkoholkonsums und dessen Vermarktung kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu.

Das Projekt ist an der Schnittstelle zwischen Kultur-, Sozial- und Politikgeschichte angesiedelt. Darüber hinaus spielen wirtschaftshistorische sowie medizin-, gender- und körpergeschichtliche Zugänge eine Rolle.

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl

 

 

Dr. Stefan Hördler
Thema: Geschichte eines Niedergangs? Die Stahlindustrie in Westdeutschland und den USA seit den 1970er-Jahren (A History of Decline? The Steel Industries in West Germany and the United States since the 1970s)

 

Geplanter Abschluss: Ende 2017/Anfang 2018

Direktor der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora