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Humboldt-Universität zu Berlin - Mittelalterliche Geschichte I

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Wintersemester 2016/17
Sommersemester 2016
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Sommersemester 2010

 


Wintersemester 2016/17

FK 51220 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Konzepte und Perspektiven der deutschen Mittelalterhistorie in der Epoche von Europäisierung und Globalisierung

montags,
18–20 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Im Kolloquium sollen vornehmlich auswärtige MediävistInnen zu Worte kommen, deren Werke wegweisend sind oder zu werden versprechen.

 


 

Sommersemester 2016

 

SE

SE 51211 DozentIn Titel Zeit Raum
Colin Arnaud

Sozialtopographie von Görlitz um 1500

montags,
12–14 Uhr
FRS 191, 5061
Kommentar

Die Forschung zur Sozialtopographie vormoderner Städte hat sich mit vielen spannenden Fragen beschäftigt: Was machte das Stadtzentrum aus? Gab es ärmere und reichere Viertel? Wo lagen die Kirchen, die Wirtshäuser, die Märkte? Wie sah das räumliche Verhältnis zwischen Wohn- und Arbeitsstätte aus? Wohnten die Städter eher zur Miete oder in eigenen Häusern? Zogen sie oft um?

In diesem Seminar werden die Studierenden sich nicht nur mit vorhandenen Untersuchungen vertraut machen, sondern selbst einen konkreten Fall erforschen: Görlitz um 1500. Sie werden gemeinsam die unedierten Steuerlisten der Stadt bearbeiten, Karten erstellen, eigene Forschungsschwerpunkte auswählen und eigene Ergebnisse erarbeiten. Eine Exkursion nach Görlitz mit Archivbesuch wird am Anfang des Semesters stattfinden.

Literatur

Jacob, Frank-Dietrich. Die Görlitzer bürgerliche Hausanlage der Spätgotik und Frührenaissance. Görlitz 1972, Jecht, Richard. Topographie der Stadt Görlitz. Görlitz 1928, Lindenau, Katja. Brauen und herrschen. Die Görlitzer Braubürger als städtische Elite in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Leipzig 2007, Meinhardt, Matthias, und Andreas Ranft (Hrsg.), Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte. Beiträge eines Workshops am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am 27. und 28. Januar 2000. Berlin 2005.

51211

SE 51211 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Mönchtum im frühen Mittelalter

montags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Obgleich es Mönche bzw. das Klosterwesen überhaupt auch in anderen Kulturen bzw. Religionen gegeben hatte (vor allem im Buddhismus in Indien), räumte ihm das Christentum eine einzigartige Entfaltungschance ein, die auch die Alte Welt der Griechen und Römer nicht gekannt hatte. Die Lebensform in asketischen Gemeinschaften erlaubte u. a. kulturelle Leistungen, die die Geschichte Europas bis heute geprägt haben. Das Seminar wird dies an einzelnen Gestalten und Klöstern erarbeiten.
Literatur Karl Suso Frank (Hrsg.), Frühes Mönchtum im Abendland. 2 Bände. Zürich / München 1975.

 

UE 51235 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Essay und Erzählung. Formen der Geschichtsvermittlung am Beispiel mittelalterlicher Stoffe und Themen

montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Die klassischen literarischen Formen der Vermittlung historischer Stoffe und Themen sind die wissenschaftliche Abhandlung und die monographische Darstellung. Obwohl dickleibige Bücher zur Zeit eine unerwartete Renaissance erleben, sind die kleineren Formen der Erzählung und des Essays angesagt, wenn es sich um sonst schwer vermittelbare Inhalte handelt. Dies soll an Beispielen zum sogenannten Mittelalter demonstriert und selbst erprobt werden.
Literatur Michael Borgolte, Mittelalter in der größeren Welt. Essays zur Geschichtsschreibung und Beiträge zur Forschung. Berlin 2014.

 

 

FK 51220 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Zu aktuellen Forschungsproblemen der mittelalterlichen Geschichte

dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Das Kolloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befindlicher wissenschaftlicher Arbeiten, aber auch der Diskussion aktueller Fragen der internationalen und interdisziplinären Mediävistik. Interessenten, die zu eigenen Beiträgen bereit und in der Lage sind, sind herzlich willkommen, erwünscht ist aber die persönliche Anmeldung. Klicken Sie hier, um den Semesterplan des Kolloquiums einzusehen.

 

SE 51212 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber

Neuordnung oder Rückbesinnung? Reformbewegungen im frühen und hohen Mittelalter

mittwochs,
10–12 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar -
Literatur

-

 

MAS 51240 DozentIn Titel Zeit Raum
Corrado la Martire  

Islamic Models of State: Medieval and Pre-Modern Government Theories and Practices - Detailseite

Blockseminar

s. Agnes

DO 24, 1.405
Kommentar -
Literatur

Patricia Crone, Medieval Islamic Political Thought (Edinburgh: Edinburgh University Press, 2004), Noah Feldman, The Fall and Rise of the Islamic State (Princeton and Oxford: Princeton University Press, 2008)

 

SE 51215 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg

Die Kanarischen Inseln im Visier der mittelalterlichen Europäer: Entdeckung, Mission, Unterwerfung

dienstags,
10–12 Uhr
MO 40, 114
Kommentar Die Wiederentdeckung und Unterwerfung der Kanarischen Inseln im 14. und 15. Jahrhundert steht im Kontext der seit dem 13. Jahrhundert einsetzenden europäischen Entdeckungs- und Eroberungsfahrten in den südlichen Atlantik. Der Kolonisation der Kanaren hat man wiederholt Vorbildcharakter für die europäische transatlantische Expansion der frühen Neuzeit zugesprochen. Anhand der wechselnden (und nicht selten miteinander konkurrierenden) Akteure und ihrer heterogenen Motive für die Eroberung der Kanaren (Mission, Kreuzzugsgedanke, Handel, imperiale Expansion) soll im Seminar in zentrale Probleme und Quellengattungen des Mittelalters eingeführt werden. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
Literatur

Herbers, Klaus, Die Eroberung der Kanarischen Inseln – ein Modell für die spätere Expansion Portugals und Spaniens nach Afrika und Amerika?, in: Duchhardt, Heinz u. a. (Hg.), Afrika. Entdeckung und Erforschung eines Kontinents, Köln 1989, 51-95; Abulafia, David, The Discovery of Mankind: Atlantic Encounters in the Age of Columbus, New Haven 2008; Fernández-Armesto, Felipe, Before Columbus. Exploration and Colonisation from the Mediterranean to the Atlantic, 1229-1492, Basingstoke 1987.

 

UE 51237 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg

Quellen zum ökonomischen Denken im Mittelalter

montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5009
Kommentar Die Entfaltung der Geldwirtschaft im lateinischen Europa veranlasste seit dem frühen 13. Jahrhundert Theologen dazu, sich mit dem zu befassen, was man heute ‘Ökonomie’ nennt. Ihre Ansichten zu Geld, Eigentum und Wucher werden in der Übung anhand einschlägiger Texte erörtert. Neben diesen theologischen Quellen sollen aber anhand kaufmännischer Zeugnisse auch kognitive Praktiken des Zählens, Rechnens und Tauschens thematisiert werden. Quellen werden in deutschen bzw. englischen Übersetzungen zur Verfügung gestellt – die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
Literatur Le Goff, Jacques, Geld im Mittelalter, Stuttgart 2011; Langholm, Odd, Economics in the Medieval Schools. Wealth, Exchange, Value, Money and Usury according to the Paris Theological Tradition, 1200-1350, Leyde 1992; Denzel, Markus A. u. a. (Hg.), Kaufmannsbücher und Handelspraktiken vom Spätmittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, Stuttgart 2002; Coquery, Natacha u. a. (Hg.), Ecrire, compter, mesurer. Vers une histoire des rationalités pratiques, Paris 2006.

 

SE 51216 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller

Mittelalterbilder auf dem Prüfstand. Otto I. im 21. Jahrhundert

dienstags,
08–10 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Im Kommentar zur ersten Sendung seiner neuen Fernsehreihe „Die Deutschen“ betitelte das ZDF im Jahr 2008 Otto I. als „Urvater Deutschlands.“ In diesem Seminar werden beliebte Zuschreibungen über Otto und sein Zeitalter anhand eines breiten Medienspektrums untersucht. Die wissenschaftliche Beschäftigung soll helfen, gängige Geschichtsbilder zu hinterfragen und zugleich anregen, über die Herausforderungen gelungener Geschichtsvermittlung nachzudenken.

Bitte beachten: Zu diesem Seminar wird eine ganztägige Exkursion am Dienstag, dem 26.04. nach Hamburg in den ZEIT-Verlag und ins stadthistorische Museum angeboten. Die Gesamtkosten inkl. ICE-Zugfahrt, Eintrittsgelder und Museumsführung betragen pro Person 25€. Ein Zuschuss wird beantragt. Die Teilnehmerzahl der Exkursion ist auf 20 begrenzt. Anmeldung zu Seminar und Exkursion daher so bald wie möglich bitte per e-mail an: philipp.meller@hu-berlin.de. Im Anschluss werden die Zahlungsdetails geklärt. Verbindliche Zusage nach Zahlungseingang. Eine Anmeldung über Agnes ist für diese Veranstaltung nicht möglich.

Literatur Schieffer, Rudolf, Christianisierung und Reichsbildungen. Europa 700-1200, München 2013; Puhle, Matthias (Hg), Otto der Große. Magdeburg und Europa, Mainz 2001.

 

UE 51238 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller

Mythos Afrika. Mittelalterliche Geschichtsschreibung prä- und postkolonial

montags,
16–18 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar Die vormoderne Geschichte des afrikanischen Kontinents findet im globalgeschichtlichen Diskurs bislang wenig Beachtung. Im Vordergrund dieser Übung stehen daher die transkulturellen und transkontinentalen Beziehungen zwischen Europa und Afrika in vorkolonialer Zeit. Anhand ausgewählter Beispiele und historischen Schlaglichtern sollen dabei zugleich die Möglichkeiten und Grenzen postkolonialer Perspektiven diskutiert werden.
Literatur Iliffe, John, Geschichte Afrikas, München² 2003; Lange, Dierk, Afrika südlich der Sahara – Von den Sakralstaaten zu den Großreichen, in: WBG Weltgeschichte, Bd. III. Weltdeutungen und Weltreligionen. 600 bis 1500, hg. von Johannes Fried und Ernst-Dieter Hehl, Darmstadt 2010, S. 103-116.

 

 


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Wintersemester 2015/16

 

BAS 51215 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Juden und Christen im frühen und hohen Mittelalter

montags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar Das Verhältnis von Juden und Christen im Mittelalter war von Ablehnung und Anziehung, von Gewalt und Symbiose geprägt. Es wäre also verfehlt, von einem durchgehenden christlichen Antijudaismus (geschweige denn von Antisemitismus) zu sprechen. Im Seminar soll an ausgewählten Beispielen das komplexe Wechselverhältnis beider religiöser Gruppen vor allem im europäischen Früh- und Hochmittelalter erarbeitet werden.
Literatur David Nirenberg, Anti-Judaismus. Eine andere Geschichte des westlichen Denkens. München 2015; Israel Yuval, Zwei Völker in deinem Leib. Gegenseitige Wahrnehmung von Juden und Christen. Göttingen 2007; Michael Borgolte, Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes, 300 bis 1400 n. Chr. München 2006; Eva Haverkamp (Hrsg.), Hebräische Berichte über die Judenverfolgungen während des Ersten Kreuzzugs. Hannover 2005.

 

UE 51226 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Paläographie für Anfänger montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar In der Übung werden die frühmittelalterlichen Schriften bis hin zur karolingischen Minuskel vorgestellt; anhand ausgewählter Tafeln wird das Entziffern der Schriften geübt. Lateinkenntnisse sind nicht unbedingt vonnöten, aber hilfreich. Eine selbständige Mitarbeit von Woche zu Woche (Vorbereitungszeit ca. eine Stunde) ist für das Erreichen des Lernpensums unabdingbar.
Literatur Bernhard Bischoff, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters. Berlin 1979.

 

 

FK 51245 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte

Zu aktuellen Forschungsproblemen der mittelalterlichen Geschichte

dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar

Das Kolloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befindlicher wissenschaftlicher Arbeiten, aber auch der Diskussion aktueller Fragen der internationalen und interdisziplinären Mediävistik. Interessenten, die zu eigenen Beiträgen bereit und in der Lage sind, sind herzlich willkommen, erwünscht ist aber die persönliche Anmeldung.

 

SE 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Colin Arnaud

Textilgewerbe und Tuchhandel im europäischen Spätmittelalter

montags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Die Textilproduktion bildete das wichtigste Gewerbe in spätmittelalterlichen Städten und funktionierte meist im Verlagssystem. Damit ist eine Form der Arbeitsverteilung gemeint, in der ein Unternehmer die Rohstoffe besitzt und die Endprodukte vermarktet, aber nicht selbst produziert, sondern die Arbeitsphasen an externe Handwerker (Weber, Spinner etc.) dezentral delegiert. Das Verlagssystem wurde im Nachhinein als eine Frühform der Industrialisierung bezeichnet, die Verleger als die ersten Kapitalisten und die Textilarbeiter als vormoderne Arbeiterklasse. Anhand verschiedener Fallbeispiele (Köln, Straßburg, Florenz, Flandern) und bestimmter Quellentypen (Zunftordnungen, Rechnungen, Handelsbücher) werden wir untersuchen, inwiefern das Verlagssystem in den Quellen erkennbar wird und welche Varianten es ausformte.
Literatur

Holbach, Rudolf, Frühformen von Verlag und Großbetrieb in der gewerblichen Produktion (13.-16. Jahrhundert). Stuttgart 1994; Jenkins, David (Hg.), The Cambridge history of western textiles, Vol. I. Cambridge 2003; Fouquet, Gerhard, „Stadtwirtschaft: Handwerk und Gewerbe im Mittelalter“, in: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte: Arbeitsgebiete - Probleme - Perspektiven, hrsg. von Günther Schulz, Stuttgart, 2005, S. 69–94.

 

SE 51206 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber

Der gescheiterte Kaiser? Heinrich IV. im Urteil von Forschung und Zeitgenossen

mittwochs,
10–12 Uhr
FRS 191, 5009
Kommentar Heinrich IV. war und ist als Kaiser umstritten. Schon von den Zeitgenossen als Friedensstifter, Beschützer der Mönche und gerechter Herrscher von Gottes Gnaden gefeiert oder als Antichrist, die natürliche Ordnung der Welt störender Feind der Kirche verdammt, herrschte Heinrich IV. fast 50 Jahre und sah sich dabei mit zahlreichen Konflikten konfrontiert. Die Auseinandersetzungen mit der Reformkirche und verschiedenen Oppositionsbewegungen innerhalb des Reiches bis hin zur offenen Konfrontation mit Gegenkönigen prägten seine Herrschaft, die schließlich mit der Absetzung durch den eigenen Sohn im Jahr 1105 ein jähes Ende fand. Ist Heinrich IV. nun also als Kaiser gescheitert oder wird die Bedeutung dieses unrühmlichen Endes durch den bereits ein halbes Jahr später erfolgten Tod des abgesetzten Kaisers nivelliert? Was sagen Zeitgenossen, was sagt die Forschung dazu? Diese Fragen sollen im Zentrum des Seminars stehen und dabei auch einen Einstieg in die Spezifika der Mittelalterlichen Geschichte bieten.
Literatur Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006.

 

SE 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller

Das Reich und der Osten. Ottonische Missions- und Nachbarschaftspolitik

montags,
16–18 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Osteuropa erhält in der aktuellen sicherheits- und kulturpolitischen Konzeption der deutschen Außenbeziehungen zunehmend neue Relevanz. Doch schon die Frühphase der europäischen Nationenbildung wurde massiv vom Kontakt zwischen Ost und West geprägt. Die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen und Sozialordnungen führte im Mittelalter immer wieder zu heftigen Konflikten, aber auch fruchtbaren Beziehungen. In dem Seminar sollen diese Verflechtungen und ihre Folgen anhand der ottonischen Nachbarschaftspolitik und den konkreten Akteuren dieses Austauschs in verschiedenen sozialen Bereichen beleuchtet werden.
Literatur Schieffer, Rudolf, Christianisierung und Reichsbildungen. Europa 700-1200, München 2013; Puhle, Matthias (Hg), Otto der Große. Magdeburg und Europa, Mainz 2001.

 


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Sommersemester 2015

 

 

BAS 51225 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Völkerwanderung als Migrationsgeschichte montags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Die sogenannte Völkerwanderung, also der Vorstoß germanischer Bewaffneter und Siedler in das Gebiet des Imperium Romanum, gehört zu den wenigen Ereignissen und Vorgängen älterer Zeiten, die bis heute im historischen Bewusstsein breiter Schichten verankert sind. Während sich frühere Generationen in diesem Sinne gern affirmativ auf eine angeblich germanisch-deutsche Freiheitstradition berufen haben, diskutiert die gegenwärtige Geschichtswissenschaft darüber, inwiefern der Siedlungsvorgang mit sozialwissenschaftlichem Vokabular als Migration eingeordnet werden kann und welchen analytischen Nutzen dies gegebenenfalls mit sich bringt. Dabei spielt die Frage eine große Rolle, ob es sich um eine Massenbewegung gehandelt hat und ob den militärischen Führern (Heerkönigen) oder genossenschaftlichen Zusammenschlüssen die entscheidende Rolle zugekommen ist.
Literatur Michael Borgolte (Hrsg.), Migrationen im Mittelalter. Ein Handbuch. Berlin  2014; Tillmann Lohse, Die Völkerwanderungskarte als europäischer Erinnerungsort, in: Ders. / Benjamin Scheller (Hrsg.), Europa in der Welt des Mittelalters. Berlin 2014, 33–78; Peter Heather, Invasionen der Barbaren. Stuttgart 2011.

 

UE 51215 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Urkundenlehre des Mittelalters montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Die Übung verfolgt Entstehung und Überlieferung von Urkunden zwischen rechtsbegründendem Akt und modernem Druck bzw. Regestierung, und zwar sowohl an Königs- und Papsturkunden als auch an sogenannten Privaturkunden, sowohl aus dem frühen und hohen als auch als dem späten Mittelalter. Dabei wird die Kritik moderner Editionen einbezogen.
Literatur Michael Brauer, Quellen des Mittelalters. Paderborn 2013, 21–45.

 

 
FK 51235 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungskolloquium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Den Colloquiumsplan für das gesamte Semester können Sie hier herunterladen.

Literatur  

 

SE 51210 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg Bekehrung durch Überredung. Persuasive Missionsstrategien im Mittelalter dienstags,
10–12 Uhr
DOR 24, 1.404
Kommentar Die Christianisierung Europas im Früh- und Hochmittelalter und die weit weniger erfolgreichen Versuche der Christianisierung Asiens und Afrikas im Spätmittelalter gehen größtenteils auf gezielte christliche Missionsinitiativen zurück. Dabei standen mittelalterliche Missionare stets vor der Herausforderung, den eigenen Glauben den Angehörigen nicht-christlicher Kulturen verständlich zu machen. Anhand von Textzeugnissen zur lateinisch-christlichen Missionstheorie und Missionspraxis im mittelalterlichen Jahrtausend soll im Seminar nach den Bekehrungsstrategien mittelalterlicher Missionare gefragt werden. Besonders steht dabei die persuasive Dimension der Mission im Mittelpunkt, d.h. die Frage nach den performativen, rhetorischen oder rationalen Mitteln, mit denen Missionare versuchten, Nicht-Christen zur Taufe zu bewegen.
Literatur Guyda Armstrong (Hg.), Christianizing peoples and converting individuals, Brepols 2000; Lutz von Padberg, Die Inszenierung religiöser Konfrontationen. Theorie und Praxis der Missionspredigt im frühen Mittelalter, Stuttgart 2003; Robin Vose, Dominicans, Muslims and Jews in the medieval crown of Aragon, Cambridge 2009.

 

TU 51603 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg TU III: Konzepte und Kontroversen der Geschichtswissenschaft montags,
10–12 Uhr
DOR 24, 1.404
Kommentar Im Tutorium III, das als drittes von drei epochenübergreifenden, aber curricular aufeinander aufbauenden Tutorien zu den Arbeitstechniken in den Geschichtswissenschaften studiert werden soll, werden zunächst Grundlagen der Geschichtstheorie und historischen Methode erarbeitet. Die Beschäftigung mit grundlegenden Paradigmen historischer Forschung nach 1945 führt dann systematisch zur Auseinandersetzung mit ausgewählten Debatten und Kontroversen des Faches und ihren jeweiligen wissenschaftlichen, biographischen und politischen Dimensionen in der jüngeren Zeit.
Literatur  

 

SE 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Gesandte und Boten im frühen und hohen Mittelalter mittwochs,
10–12 Uhr
HV 5, 0319-22
Kommentar „Das Leben im Mittelalter war gekennzeichnet durch die Immobilität der Menschen.“ So in etwa könnte eines der gängigsten Klischees in Bezug auf das Mittelalter lauten. Dass die Realität zumindest für weite Teile der Oberschicht ganz anders aussah, hat die Forschung mittlerweile herausarbeiten können. Anhand zweier typischer Gestalten mittelalterlicher Mobilität, dem Boten und dem Gesandten, sollen deren jeweiligen Aktionsradien, Aufgaben und Handlungsfelder nachvollzogen werden. Die wissenschaftliche Reisen führen unter anderem ins entfernte Cordoba, an den byzantinischen Hof, aber auch in Verwaltungsstrukturen des Karolingerreiches sowie in das Herz (außen-) politischen Handelns des römisch-deutschen Reiches. Erwartet wird neben regelmäßiger, aktiver Teilnahme am Seminar die Übernahme einer Sitzungsgestaltung mit Präsentation, Quellen- und Thesenpapier sowie Diskussion.
Literatur Die Fachliteratur wird gemeinsam im Seminar besprochen. Zur Einführung eignet sich aber bspw.: Scior, Volker: Bemerkungen zum frühmittelalterlichen Boten- und Gesandtschaftswesen, in: Pohl, Walter und Veronika Wieser (Hrsg.): Der frühmittelalterliche Staat - europäische Perspektiven (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 16 = Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil. hist. Klasse: Denkschriften 386), Wien 2009, S. 315-329.

 

SE 51211 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller England und der Kontinent im Mittelalter montags,
16–18 Uhr
HV 5, 319-22
Kommentar Die Frage, ob Großbritannien Mitglied in der Europäischen Union bleibt, ist ungewiss und steht in diesem Sommer mit den Wahlen zum Unterhaus vor einer neuen Richtungsentscheidung. Die Beziehungen der britischen Insel zum europäischen Festland reichen dagegen weit zurück und waren vor allem im Mittelalter von einer enormen Dynamik geprägt. In diesem Seminar untersuchen wir die Geschichte dieses Beziehungsgeflechts und versuchen, die vormoderne Entwicklung Englands in transkulturellen Perspektiven nachzuzeichnen.
Literatur Krieger, Karl-Friedrich, Geschichte Englands. Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, München 1990; Scharer, Anton (Hg.), Changing Perspectives on England and the Continent in the Early Middle Ages, Farnham u.a. 2014.

 

 
UE 51218 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller Globalisierung im Frühmittelalter. Annäherungen an ein historisches Phänomen dienstags,
8–10 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Globalisierung als kulturpolitisches und sozioökonomisches Schlagwort ist aus dem heutigen Zeitgeschehen nicht mehr wegzudenken. Welche Kriterien aber stellt der Begriff an globale Staatsführung und politische Kommunikation? Um das Phänomen in seiner historischen Dimension einordnen zu können, sollen in dieser Übung Theorien einer mittelalterlichen Globalgeschichte anhand einzelner Fallanalysen zur ostfränkischen Diplomatie diskutiert werden. Grenzübergreifende Kulturkontakte in vormoderner Zeit helfen dabei, sich dem Kern einer allgegenwärtigen und noch lange nicht abschließend definierten Entwicklung anzunähern.
Literatur Borgolte, Michael, Mittelalter in größerer Welt. Eine europäische Kultur in globaler Perspektive, in: Historische Zeitschrift 295,1 (2012), S. 35-61; Conrad, Sebastian, Globalgeschichte. Eine Einführung, München 2013; Walther, Helmut G., Gescheiterter Dialog: Das Ottonische Reich und der Islam, in: Orientalische Kultur und europäisches Mittelalter, hg. Albert Zimmermann und Ingrid Craemer-Ruegenberg (Miscellanea Mediaevalia, 17), Berlin/ New York 1985, S. 20-44.

 

 


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Wintersemester 2014/15

 

 

MAS 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Christen und Muslime im Mittelalter montags,
10–12 Uhr
FRS 191, 5061
Kommentar Wenn vom Verhältnis zwischen Christen und Muslimen die Rede ist, steht meist eine Konfliktgeschichte im Vordergrund, die bis ins Mittelalter zurückverfolgt wird. Im Seminar soll aber umgekehrt der Akzent auf das friedliche Zusammenleben und dessen Bedingungen gelegt und danach gefragt werden, wann, weshalb, mit welcher Frequenz, welchem Ausmaß und welcher Dauer im Mittelalter blutige Auseinandersetzungen entstanden sind. Es geht also um die „Geschichte eines unmöglichen Friedens“ zwischen religiös antagonistischen Großgruppen.
Literatur  M. Borgolte, Mittelalter in der größeren Welt, Boston / Berlin 2014, S. 261–546; M. Di Branco / K. Wolf (Hrsg.), „Guerra santa“ e conquiste islamiche nel Mediterraneo. Roma 2014; M. M. Tischler / A. Fidora (Hrsg.), Christlicher Norden – muslimischer Süden. Münster 2011; J. Philipps, Heiliger Krieg. Eine neue Geschichte der Kreuzzüge. München 2011; A. Metcalfe, The Muslims of Medieval Italy. Edinburgh 2009; M. Borgolte, Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. München 2006.

 

EK 51600 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Einführungskurs gemäß Modul B-01 montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Der Kurs ist eine Einführung in die Grundlagen und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft. Er richtet sich an Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können lernen, wie man als Historiker(in) arbeitet: Wie liest man wissenschaftliche Texte? Wie interpretiert man Quellen? Was heißt eigentlich „historisch denken“? Und wozu gibt es Geschichte als wissenschaftliche Disziplin überhaupt? Diese Fragen werden am Beispiel historischer Themenkomplexe exemplarisch diskutiert. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden aktive Vorbereitung und engagierte Mitarbeit, die Übernahme verschiedenster Arbeitsleistungen und die Bereitschaft, Texte ggf. auch in englischer Sprache zu lesen, erwartet. Vor allem aber: Interesse und Neugier.

Als ein zusammenhängender Einführungskurs mit insgesamt 6 SWS ist ausschließlich eine Gruppe zu wählen und zu belegen. Die einzelnen Kurseinheiten dürfen nicht selbstständig aus verschiedenen Gruppen zusammengestellt werden!

Gruppe 2:

Neue Welten begreifen. Entdeckungen im Mittelalter (einschl. epochenübergreifendes Tutorium). – Die weiteren Veranstaltungen in dieser Gruppe werden von Joseph Lemberg und Mathias Schüller angeboten.

Literatur  

 

 
FK 51204 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungskolloquium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5061
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Den Colloquiumsplan für das gesamte Semester können Sie hier herunterladen.

Literatur  

 

EK 51600 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg Einführungskurs gemäß Modul B-01 dienstags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Der Kurs ist eine Einführung in die Grundlagen und Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft. Er richtet sich an Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können lernen, wie man als Historiker(in) arbeitet: Wie liest man wissenschaftliche Texte? Wie interpretiert man Quellen? Was heißt eigentlich „historisch denken“? Und wozu gibt es Geschichte als wissenschaftliche Disziplin überhaupt? Diese Fragen werden am Beispiel historischer Themenkomplexe exemplarisch diskutiert. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden aktive Vorbereitung und engagierte Mitarbeit, die Übernahme verschiedenster Arbeitsleistungen und die Bereitschaft, Texte ggf. auch in englischer Sprache zu lesen, erwartet. Vor allem aber: Interesse und Neugier.

Als ein zusammenhängender Einführungskurs mit insgesamt 6 SWS ist ausschließlich eine Gruppe zu wählen und zu belegen. Die einzelnen Kurseinheiten dürfen nicht selbstständig aus verschiedenen Gruppen zusammengestellt werden!

Gruppe 2:

Neue Welten begreifen. Entdeckungen im Mittelalter (einschl. epochenübergreifendes Tutorium). – Die weiteren Veranstaltungen in dieser Gruppe werden von Michael Borgolte und Mathias Schüller angeboten.

Literatur  

 

PS 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Romfahrten im Mittelalter donnerstags,
10–12 Uhr
MO 40, 219/220
Kommentar  
Literatur  

 

 
UE 51219 DozentIn Titel Zeit Raum
Zachary Chitwood Hermits, Migrants and Mystics. The History of Monasticism in the Eastern Mediterranean montags,
12–14 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar The sixth-century Emperor Justinian called the monastic life and the contemplation it fostered sacred, of the greatest benefit not only to monks but to all others. Not only did monks and monasteries play an ever greater role as centers of intellectual life, political influence and economic power in the Eastern Mediterranean over the course of the Middle Ages, as an institution they even outlasted the empire Justinian had once ruled at its apogee. This course is an exploration of how monasticism arose, developed and adapted not only under in the Byzantine Empire, but in other Eastern Christian traditions as well. No knowledge of source languages is expected.
Literatur Peter Charanis, The Monastic Properties and the State in the Byzantine Empire, in: Dumbarton Oaks Papers 4, 1948, 51-118; Nina Garsoïan, Introduction to the Problem of Early Armenian Monasticism, in: Revue des études arméniennes 30, 2005/07, 177-236 (Repr. 2010); Peter Hatlie, The Monks and Monasteries of Constantinople, ca. 350-850 (Cambridge 2007); Rosemary Morris, Monks and Laymen in Byzantium, 843-1118 (Cambridge 1995); Arthur Vööbus, History of Asceticism in the Syrian Orient, 3 vols. (Louvain 1958-1988).

 

UE 51220 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Edieren mit dem Smartphone - Vertiefung dienstags,
10–12 Uhr
DOR 24, 1.404
Kommentar Kritische Editionen sind die Basis geschichtswissenschaftlicher Forschung, ihre spezifische Leistung ist aber gerade für Anfänger oft schwer zu durchschauen. Die UE bietet den organisatorischen Rahmen, um an der digitalen Edition einer mittelniederdeutschen Quelle aus dem beginnenden 14. Jahrhundert mitzuarbeiten und durch den Blick "hinter die Kulissen" Edieren als Kulturtechnik kennen und schätzen zu lernen. Spezielle Computer- oder Sprachkenntnisse sind nicht vonnöten, wohl aber ein Smartphone, Tablet oder Laptop.

Neueinsteiger sind herzlich willkommen.

Literatur  

 

 


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Sommersemester 2014

 

MAS 51218 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Karl der Große montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Die 1200. Wiederkehr des Todestages Karls des Großen (28.1.814) hat die Anregung zu mehreren Biographien des Kaisers und fränkischen Königs gegeben; Ausstellungen in Aachen, Zürich und Frankfurt werden sein Werk, seine Zeit und sein Nachleben vergegenwärtigen. Im Seminar soll an ausgewählten Themenfeldern geprüft werden, wieso Karl eine so große historische Bedeutung zugeschrieben wird und wie gegenwärtige Historiographen über ihn urteilen. Die Methode des Seminars soll das kontrafaktische Fragen sein: Was wäre gewesen und geworden, wenn Karl dies oder jenes nicht getan hätte?
Literatur Johannes Fried, Karl der Große. Gewalt und Glaube. Eine Biographie. München 2013; Stefan Weinfurter, Karl der Große. Der heilige Barbar. München 2013; Steffen Patzold, Ich und Karl der Große. Das Leben des Höflings Einhard. Darmstadt 2013; Deutsches Historisches Museum (Hrsg.), Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Mächte am Mittelmeer um 800. Darmstadt 2014. – Juliane Schiel, Crossing Paths between East and West. The Use of Counterfactual Thinking in the Concept of „Entangled Histories“, in: Counterfactual Thinking as a Scientific Method = Historical Social Research 34, 2009, 161-183.

 

UE 51221 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Europäische Erinnerungsorte im Mittelalter montags,
8–10 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar Soziale Gruppen benötigen zu ihrem Bestand ein gemeinsames Geschichtsbild, besonders ein Bewusstsein oder einen Mythos ihrer Herkunft. Seit einigen Jahrzehnten wird dieser geläufige Befund unter dem Thema der „Erinnerungsorte“ verhandelt. Damit sind nicht nur Lokalitäten gemeint, etwa der Reichstag oder das Brandenburger Tor, die Erinnerungsorte der deutschen Nation sind, sondern auch Symbole (Schwarz-Rot-Gold) oder historische Erzählungen (das Wunder von Bern, d. h. der Sieg der deutschen Fussballnationalmannschaft im Endspiel der Weltmeisterschaft von 1954). Kann es aber auch, wie bei Nationen, Völkern, Familien, Vereinen oder Religionsgemeinschaften, „europäische Erinnerungsorte“ geben? Zwar liegt ein dreibändiges Werk vor, das dies behauptet, aber in der Übung soll danach gefragt werden, ob es wirklich gesamteuropäische Erinnerungsorte gibt bzw. geben kann.
Literatur Pim den Boer / Heinz Duchhardt / Georg Kreis / Wolfgang Schmale (Hg.), Europäische Erinnerungsorte. 3 Bde. München 2012; Michael Borgolte, Europäische Erinnerungsorte als Bausteine Europas?, in: Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen 30, 2013, 75–77.

 

FK 51222 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungskolloquium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Den Colloquiumsplan für das gesamte Semester können Sie hier herunterladen, sobald er feststeht.

Literatur  

 

TU 51621 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller TU III: Konzepte und Kontroversen der Geschichtswissenschaft dienstags,
10–12 Uhr
DOR 24, 1.405
Kommentar Im Tutorium III, das als drittes von drei epochenübergreifenden, aber curricular aufeinander aufbauenden Tutorien zu den Arbeitstechniken in den Geschichtswissenschaften studiert werden soll, werden zunächst Grundlagen der Geschichtstheorie und historischen Methode erarbeitet. Die Beschäftigung mit grundlegenden Paradigmen historischer Forschung nach 1945 führt dann systematisch zur Auseinandersetzung mit ausgewählten Debatten und Kontroversen des Faches und ihren jeweiligen wissenschaftlichen, biographischen und politischen Dimensionen in der jüngeren Zeit.
Literatur  

 

PS 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Philipp Meller Alle Wege führen nach Rom. Nordalpine Könige, Pilger und Migranten am Tiber mittwochs,
12–14 Uhr
DOR 24, 1.402
Kommentar Rom gilt als glänzende Weltstadt der Antike. Im Mittelalter dagegen fiel seine Bedeutung zunächst hinter die neuen wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Europas zurück. Doch in den Regionen nördlich der Alpen wirkte die Anziehungskraft der einstigen Metropole noch immer. Könige, Gesandte, Handwerker und Pilger machten sich mit unterschiedlichen Motiven, Hoffnungen und Versprechungen auf den Weg nach Rom und verhalfen der Stadt so zu neuem Glanz. In diesem Proseminar zeichnen wir ihre Gründe und Reisewege nach und gehen auf die Suche nach den Spuren der kulturellen Vielfalt in der Tiberstadt.
Literatur Esch, Arnold, Wege nach Rom. Annäherungen aus zehn Jahrhunderten, München 2003; Reichert, Folker, Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart/Berlin/Köln 2001.

 

PS 51210 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Das lateinische Königreich von Jerusalem donnerstags,
10–12 Uhr
MO 40, 114
Kommentar  
Literatur  

 

PS 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Mission und Landesausbau nördlich der Elbe (11.–13. Jh.) donnerstags,
14–16 Uhr
MO 40, 114
Kommentar  
Literatur  

 

PS 51204 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Die Ottonen donnerstags,
10–12 Uhr
HV 5, 0304b
Kommentar  
Literatur  

 


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Wintersemester 2013/14

FS 51205 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Neuerfindung des Mittelalters montags,
8–10 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51216 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Paläographie montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar  
Literatur  

 

CO 51202 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungscolloquium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 4026
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Den Colloquiumsplan für das gesamte Semester können Sie hier herunterladen.

Literatur  

 

UE 51213 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg „Mythenschau“? Mediävistische Positionen im Streit um Ernst Kantorowicz’ „Kaiser Friedrich der Zweite“ (1927-1933) dienstags,
12–14 Uhr
FRS 191, 5009
Kommentar Die Kontroverse, die Ernst Kantorowicz im Jahr 1927 mit seiner berühmten Biographie zu Friedrich II. auslöste, zählt zu den klassischen Debatten der deutschen Mediävistik. Sie trug Kantorowicz den Vorwurf ein, er zeichne den Stauferkaiser Friedrich „in mythischer Schau“. Die Frage, wie sich Mythos und Historie zueinander verhalten und worin der wissenschaftliche Charakter der Geschichtswissenschaft besteht, ist eines der Kardinalthemen der Kontroverse um das Friedrich-Buch. Anhand einschlägiger Stellungnahmen deutscher Mediävisten soll dieser grundsätzlichen Frage nachgegangen und dabei zugleich in zentrale Personen und Positionen der deutschen Mediävistik um 1930 eingeführt werden.
Literatur Borgolte, Michael: Historie und Mythos. In: Mario Kramp (Hg.): Krönungen. Könige in Aachen, Geschichte und Mythos. Katalog der Ausstellung in zwei Bänden. Bd. 2. Mainz 2000, S. 839–846; Ernst, Wolfgang; Vismann, Cornelia (Hg.): Geschichtskörper. Zur Aktualität von Ernst H. Kantorowicz. München 1998; Oexle, Otto Gerhard: Das Mittelalter als Waffe. Ernst H. Kantorowicz' „Kaiser Friedrich der Zweite“ in den politischen Kontroversen der Weimarer Republik. In: Otto Gerhard Oexle: Geschichtswissenschaft im Zeichen des Historismus. Studien zur Problemgeschichte der Moderne. Göttingen 1996, S. 163–215.

 

PS 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Friedrich I. Barbarossa donnerstags,
10–12 Uhr
FRS 191, 4031
Kommentar  
Literatur  

 

PS 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Gewalt im frühen und hohen Mittelalter montags,
12–14 Uhr
DOR 24, 1.405
Kommentar  
Literatur  

 


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Sommersemester 2013

BS 51200 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Was in Canossa wirklich geschah montags,
8–10 Uhr
FRS 191, 5007
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51222 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Wahrheit und Konstruktion in der Geschichte montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5008
Kommentar  
Literatur  

 

CO 51203 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungscolloquium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5008
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Das Programm des Colloquiums können Sie hier herunterladen.

Literatur  

 

PS 51218 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg Die Welt als Buch. Mittelalterliche Enzyklopädien und ihre Gebrauchsräume donnerstags,
10–12 Uhr
DOR 24, 1.404
Kommentar Im Unterschied zu den vielfältig spezialisierten Enzyklopädien des 19. und 20. Jahrhunderts zeichnen sich die enzyklopädischen Werke des Mittelalters durch den Versuch aus, dem Weltwissen als Ganzem eine sinnstiftende Ordnung zu verleihen und es dieserart in einem Buch, dem ‚Weltbuch’, zu vereinen. Die Organisationsprinzipien, deren sich mittelalterliche ‚Enzyklopädisten’ bedienten, um ihren Stoff zu ordnen, gewähren daher tiefe Einblicke in die Welt- und Wirklichkeitskonzepte mittelalterlicher Menschen. Ziel des Seminars ist es, anhand der Dispositionen ausgewählter ‚Weltbücher’ die Wissensordnungen sichtbar zu machen, die diesen Werken zugrunde liegen. Zudem aber gilt es zu fragen, zu welchem Zweck Enzyklopädien im Mittelalter überhaupt verfasst und verwendet wurden. Das Seminar führt zugleich in die Grundlagen mediävistischen Arbeitens ein.
Literatur Meier, Christel: Enzyklopädischer Ordo und sozialer Gebrauchsraum. Modelle der Funktionalität einer universalen Literaturform. In: Dies. (Hg.): Die Enzyklopädie im Wandel vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit, München 2002, S. 511–532; Blumenberg, Hans: Die Lesbarkeit der Welt. Frankfurt/M 1983.

 

UE 51226 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg "Deutschlands Mittelalter – Deutschlands Schicksal". Texte deutscher Mediävisten zwischen 1933 und 1945 donnerstags,
12–14 Uhr
DOR 24, 1.404
Kommentar In seinem bekannten Freiburger Vortrag „Deutschlands Mittelalter – Deutschlands Schicksal“ aus dem Jahr 1933 suchte der Mediävist Hermann Heimpel, sich und sein Fach im Nationalsozialismus zu positionieren. Dabei bediente er einerseits gezielt die nationalsozialistische Reichsideologie, grenzte sich aber andererseits behutsam gegen den Antiklerikalismus der Nationalsozialisten ab. Anhand untschiedlichster Texte, die deutsche Mittelalterhistoriker zwischen 1933 und 1945 verfassten, soll in dieser Übung die wechselseitige Resonanz mediävistischer Geschichtsschreibung und nationalsozialistischer Ideologie diskutiert werden. Dabei wird es vor allem darum gehen, die Kompatibilität bzw. Inkompatibiltät einzelner Elemente der nationalsozialistischen Ideologie mit der nationalstaatlichen Tradition der deutschen Mediävistik herauszuarbeiten.
Literatur Kroll, Frank-Lothar: Utopie als Ideologie. Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich. Paderborn u. a. 1998; Oexle, Otto Gerhard: Staat, Kultur, Volk. Deutsche Mittelalterhistoriker auf der Suche nach der historischen Wirklichkeit 1918-1945, in: Peter Moraw und Rudolf Schieffer (Hg.): Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert. Ostfildern 2005, S. 65–101

 

PS 51634 DozentIn Titel Zeit Raum
Joseph Lemberg Tutorium III - Konzepte und Kontroversen in der Geschichtswissenschaft montags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5009
Kommentar Im Tutorium III, das als drittes von drei epochenübergreifenden, aber curricular aufeinander aufbauenden Tutorien zu den Arbeitstechniken in den Geschichtswissenschaften studiert werden soll, werden zunächst Grundlagen der Geschichtstheorie und historischen Methode erarbeitet. Die Beschäftigung mit grundlegenden Paradigmen historischer Forschung nach 1945 führt dann systematisch zur Auseinandersetzung mit ausgewählten Debatten und Kontroversen des Faches und ihren jeweiligen wissenschaftlichen, biographischen und politischen Dimensionen in der jüngeren Zeit.
Literatur  

 

PS 51221 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Friedrich II. von Staufen freitags,
12–14 Uhr
FRS 191, 5008
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51228 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Orientberichte der Stauferzeit freitags,
14–16 Uhr
FRS 191, 5008
Kommentar  
Literatur  

 

PS 51213 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Das Sakralkönigtum im frühen und hohen Mittelalter dienstags,
8–10 Uhr
FRS 191, 5061
Kommentar Wendet man sich der Sakralität mittelalterlicher Herrschaft zu, so begibt man sich auf ein Feld, das von der Forschung seit Jahrzehnten bestellt wird. Lange Zeit stellt die Sakralität des Herrschers für die Forschung eines der wesentlichen Charakteristika mittelalterlicher Herrschaft dar, das besonders im Zuge des so genannten Investiturstreites erheblich an Prestige eingebüßt habe. Dem hohen Maß an Aufmerksamkeit seitens der Forschung steht eine Quellenlage gegenüber, die sich in den seltensten Fällen explizit zum Wesen der Sakralität äußert. Will man also nachvollziehen, was die Sakralität des Herrschers eigentlich ist und inwieweit sie konkrete Auswirkungen auf die Herrschaftspraxis hatte, ist man darauf angewiesen, die Vorstellungen der Zeitgenossen hinsichtlich Sakralität aus den Quellen zu extrahieren. Dies soll in dieser Übung anhand aussagekräftiger Quellenbeispiele geschehen. Eine quellenintensive Annäherung unter Einbeziehung der Literatur wird den Kernpunkt des Proseminars ausmachen. Lateinkenntnisse sind erwünscht aber nicht zwingend erforderlich.
Literatur Zur Einführung: Franz-Reiner Erkens: Herrschersakralität im Mittelalter: von den Anfängen bis zum Investiturstreit, Stuttgart 2006. Weitere Literatur wird im Seminar besprochen.

 


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Wintersemester 2012/13

PS 51212 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Kaiser, König und Kalif. Diplomatische Kulturkontakte vom 8.–13. Jh. freitags,
12–14Uhr
FRS 191, 5008
Kommentar  
Literatur  

 

PS 51213 DozentIn Titel Zeit Raum
Janosch Faber Ehe und Scheidung im frühen und hohen Mittelalter. dienstags,
12–14Uhr
FRS 191, 5007
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51214 DozentIn Titel Zeit Raum
Bernd Kluge Numismatik des Mittelalters. montags,
16–18Uhr
Münzkabinett
Kommentar Münzen sind auf Grund ihrer seriellen Produktion und relativen Unvergänglichkeit eine der zahlreichsten Quellen des Mittelalters. Im Auftrag der - wie auch immer zu definierenden - „Staatsgewalt“ hergestellt, sind sie ihrer Qualität nach „metallene Urkunden“. Sie sind sowohl Mittel der Selbstdarstellung des Herausgebers (Münzherrn) als auch Beweis politischer Herrschaft. Ihr Bild- und Schriftgehalt macht sie über ihre Funktion als Zahlungsmittel hinaus zu einer wichtigen Quelle der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung, der Territorialgeschichte wie auch der Alltagskultur. Die Übung führt ein in die Münzwelt des Mittelalters und macht mit den Methoden zur Bestimmung und Interpretation numismatischer Quellen bekannt.
Literatur Bernd Kluge, Numismatik des Mittelalters. Band I: Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi. Berlin / Wien 2007.

 


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Sommersemester 2012

VL 51200 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Einführung in die mittelalterliche Geschichte am Beispiel des Investiturstreites montags,
8-10Uhr
HV 5, 0109
Kommentar Zu den bekanntesten, aber auch bedeutend­sten Vorgängen des Mittel­alters gehört der sogenannte Investitur­streit. In diesem ging es um einen Konflikt zwischen dem römisch-deutschen König und dem Papst um die Leitung der Kirche, darüber hinaus aber um die „Ordnung der Welt“ in der Vorstellung der Gelehrten und politischen Akteure. Hinter­grund des Geschehens sind tief­greifende soziale und kulturelle Wand­lungen, darunter ein weit­verbreitetes Streben nach Reformen. Die Vorlesung will anhand der besonderen, aber zentralen Thematik die Welt des Mittel­alters überhaupt zugänglich machen.
Literatur Zum Mittelalter allgemein: Johannes Fried/Ernst-Dieter Hehl (Hg.), Welt­deutungen und Welt­religionen. 600 bis 1500. (WBG Welt­geschichte 3.) Darmstadt 2010; Johannes Fried, Das Mittel­alter. Geschichte und Kultur. München 2008; Robert Fossier, Das Leben im Mittel­alter. München 2008. – Zum Hoch­mittel­alter und zur besonderen Thematik: Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt. 1050-1250. Stuttgart 2002; Werner Goez, Kirchen­reform und Investitur­streit 910-1122. Stuttgart u. a. 2000

 

MS 51213 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Maritimes Mittelalter. Piraten, Insulaner und das Problem der Kommunikation über unbestimmte Räume montags,
14-16Uhr
FRS191, 5007
Kommentar Im Altertum und im Mittel­alter dachte man sich die bewohnte Welt (Ökumene) umgeben von einem Ozean, dessen Grenzen unerreichbar waren; wenn überhaupt das „Meer“ näher bezeichnet wurde, orien­tierten sich dessen Namen an Inseln („Atlantis“ > Atlantik), anwohnenden Völkern (das „britische Meer“ für Atlantik; die „indische See“; der „persische Golf“) oder an Himmels­richtungen (das „östliche Meer“). Der Ozean war also allenfalls nach einer Seite bestimmt und nach den anderen offen. Die Menschen kannten aber auch das „Mittelmeer“ als Zentrum der besiedelten Kontinente Europa, Afrika und Asien. Hier konnte man von Küste zu Küste kommunizieren. Ähnlich war es mit der Ostsee und dem Schwarzen Meer, während in China die Bezeichnung „Südmeer“ (Nanhai) schritt­weise auf große Teile des Indischen Ozeans ausgedehnt wurde. Offen­sichtlich unter­scheiden sich die maritimen Kommunikations­strukturen je nach der Formation der Meere als Räume. Dies gilt aber im Verhältnis zu den Fest­ländern auch für die Bewohner der Meere selbst, die Insulaner, die See­leute und die Piraten. Das Seminar wird an ausgewählten Bei­spielen aus dem Mittel­alter in das Thema „Meere als Kommunikations­räume“ einführen.
Literatur Toby Lester, Der vierte Kontinent. Wie eine Karte die Welt veränderte. Berlin 2010; Nikolas Jaspert, Austausch-, Transfer- und Abgrenzungs­prozesse einer maritimen Groß­region: Der Mittel­meer­raum (1250-1500), in: Thomas Ertl / Michael Limberger (Hg.), Die Welt 1250-1500. Wien 2009, S. 138-174; Angela Schotten­hammer (Hg.), The East Asian ‚Mediterranean’. Maritime Cross­roads of Culture, Commerce and Human Migration. Wiesbaden 2008; Rainer F. Buschmann, Oceans in World History. Boston u. a. 2007; Dietmar Rothermund / Susanne Weigelin-Schwiedrzik (Hg.), Die Indische Ozean. Das afro-asiatische Mittel­meer als Kultur- und Wirtschafts­raum. Wien 2004; David Abulafia (Hg.), Mittel­meer. Kultur und Geschichte. Stuttgart 2003; Michel Mollat du Jourdin, Europa und das Meer. München 1993

 

CO 51224 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Foundations in medieval societies. Cross-cultural comparisons    
Kommentar Das Colloquium bezieht sich auf ein Projekt des European Research Council FOUNDMED. Termine sind im Lehrstuhl­sekretariat von Herrn Professor Borgolte zu erfragen.
Literatur  

 

CO 51222 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungs­colloquium zur mittel­alter­lichen Geschichte montags,
18-20Uhr
FRS191, 5007
Kommentar

Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befind­licher wissen­schaft­licher Arbeiten (Magister- und Master­arbeiten, Disser­tationen, Habili­tationen, Vorträge, Buch­projekte) sowohl der Teil­nehmer/innen wie auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Neu­erscheinungen besprochen und Forschungs­debatten erörtert. Interes­senten, die bereit sind, eigene Beiträge zu leisten, sind herzlich will­kommen, erwünscht ist die persönliche Anmeldung.

Das Programm des Colloquiums können Sie hier herunterladen.

Literatur  

 

PS 51205 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Mittel­alter­liche Kirchen­schätze. Verwal­tung, Verwen­dung, Verschleu­derung mittwochs,
10-12Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Die kostbaren Gold­schmiede­arbeiten und pracht­vollen Gewänder aus (ehemaligen) Kirchen­schätzen gehören in der Regel zu den besonders eindrucks­vollen Objekten von Mittel­alter-Ausstellungen. Im Rahmen des PS soll ermittelt werden, welchen Sitz im Leben diese Preziosen einstmals inne­hatten. Anhand exempla­rischer Quellen­analysen wird in mediävis­tische Arbeits­techniken und Forschungs­diskussionen eingeführt. Zur Sicherung des Lern­erfolgs werden regelmäßig Arbeits­leistungen zur Vor- und Nach­bereitung einzelner Sitzungen im Rahmen des vorgesehenen Work­loads erwartet. Die Teil­nahme an einer ganz­tägigen Exkursion nach Branden­burg und Halber­stadt am 6.6.2012 ist obliga­torisch; der Unkosten­beitrag beträgt 10,00 EUR.
Literatur Literatur: Lucas Burkart, Schatz und Schatzbildung. Reflexionen zu disziplinärem Interesse und inter­disziplinärem Zugang, in: Le trésor au moyen âge. Der Schatz im Mittel­alter, hg. von dems. / Philippe Cordez / Pierre Alain Mariaux / Yann Potin. Neuchâtel 2005, S. 1-26; ... das Heilige sichtbar machen. Dom­schätze in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, hg. von Ulrike Wendland (Landesamt für Denkmal­pflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Arbeits­berichte, Bd.  9.). Regensburg 2010.

 

TU 51617 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse TU III: Konzepte und Kontroversen der Geschichtswissenschaft montags,
14-16Uhr
FRS191, 5061
Kommentar Im Tutorium III, das als drittes von drei epochen­über­greifenden, aber curricular aufein­ander aufbauenden Tutorien zu den Arbeits­techniken in den Geschichts­wissenschaften studiert werden soll, werden zunächst Grund­lagen der Geschichts­theorie und histo­rischen Methode erarbeitet. Die Beschäftigung mit grund­legenden Paradigmen historischer Forschung nach 1945 führt dann systematisch zur Auseinander­setzung mit ausgewählten Debatten und Kontroversen des Faches und ihren jeweiligen wissen­schaftlichen, biographischen und politischen Dimensionen in der jüngeren Zeit.
Literatur  

 

UE 51220 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Bin ich ein Editor? Ein Selbst­erfahrungs­kurs (mit Exkursion) mittwochs,
8-10Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Im Rahmen der Übung wird jede/r Teilnehmer/in eine spät­mittel­alterliche Original­urkunde aus dem Bistums­archiv Hildes­heim für das Urkunden­portal www.monasterium.net aufbereiten; d. h. transkribieren, nach den Richt­linien der Charters Encoding Initiative in XML auszeichnen, inhaltlich kommentieren und aus dem Mittel­nieder­deutschen ins Hoch­deutsche übersetzen. Spezielle Vorkennt­nisse sind nicht erforderlich; der Umgang mit allen benötigten Hilfs­mitteln wird im Rahmen der Lehr­veranstaltung gemeinsam und fallbezogen eingeübt. Die Teilnahme an einer ganz­tägigen Exkursion nach Hildes­heim am 18.4.2012 ist obligatorisch. Der Unkosten­beitrag in Höhe von 10,00 EUR ist zwingend in der ersten Sitzung zu entrichten.
Literatur Digitale Diplomatik. Neue Technologien in der historischen Arbeit mit Urkunden, hg. von Georg Vogeler (Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde, Beiheft 12.) Köln 2009; http://www.monasterium.net

 

PS 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Friedrich I. Barbarossa freitags,
10-12Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Der staufische Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) herrschte 38 Jahre lang über das Reich, Italien und Burgund. Dabei demon­strierte er von Anbeginn seine Auf­fassung der ungeteilten Herrscher­gewalt und versah die Ideen von Kaiser und Reich mit neuem Sinn­gehalt. Zugleich bestimmten aber Konflikte mit Adels­geschlechtern, Städten und dem Papst­tum die Politik.

Im Seminar stehen Fragen der Herr­schafts­sicherung, Herr­schafts­praxis und der Hand­lungs­spielräume Kaiser Friedrich Barba­rossas im Mittel­punkt. Wie funktionierte politische Kommu­nikation im Hoch­mittel­alter? Wie verstand Barba­rossa seine Herr­schaft? Wie wandelte sich die politische Ordnung? Behandelt werden die Grund­lagen des König­tums, Kräfte­verhält­nisse im Reich, Legitimation der Herr­schaft und die Aus­ein­ander­setzung mit den politischen Kräf­ten im Reich und mit dem Papst­tum.

Literatur Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt 1050-1250. Stuttgart 2002; Johannes Laudage, Friedrich Barbarossa. Eine Biographie. Regensburg 2009; Knut Görich, Friedrich Barbarossa. Eine Biographie. München 2011.

 

PS 51212 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Heinrich der Löwe dienstags,
10-12Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Heinrich der Löwe (1133-1195), Vetter Friedrich Barba­rossas und Herzog von Sachsen und Bayern, zählt zu den prominentesten Herrscher­persönlich­keiten des Mittel­alters. Plan­­mäßig baute er seinen Fürsten­sitz aus und manifestierte seine Herr­schaft wie ein König. Seine Erwerbs­politik in Nord­deutsch­land und die Bedeutung seines Braun­schweiger Hofes dienen als Modell fürstlicher Herrschafts­bildung innerhalb des Reiches, die er freilich gegen die Interessen anderer durch­setzen mußte. Der Aufstieg und der tiefe Sturz des Welfen, der 1180 seine Lehen verlor und ins Exil ging, zeigt, wie nah politischer Erfolg und Mißerfolg einer hoch­mittel­alter­lichen Adels­familie lagen. Sofort stellt sich aber die Frage nach den Gründen und den treibenden Kräften seines Falls.

Im Seminar sollen dazu die Leit­linien politischen Handelns Heinrichs, der Großen und Kaiser Friedrich Barba­rossas im Spannungs­gefüge von Konkurrenz und Konsens unter­sucht werden. Ein Schwer­punkt liegt auf quellen­kritischen Fragen und der Diskussion kontroverser Forschungs­meinungen.

Literatur Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt 1050-1250. Stuttgart 2002; Joachim Ehlers, Heinrich der Löwe. Biographie. München 2008; Jochen Luckhardt / Franz Niehoff (Hrsg.), Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995 (3 Bde.). München 1995; Bernd Schneidmüller, Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819-1252). Stuttgart / Berlin / Köln 2000.

 


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Wintersemester 2011/12

VL 51222 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Von der Völkerwanderung zu Karl dem Großen montags,
14-16Uhr
FRS191, 5009
Kommentar Für die europäische Geschichte war die Zeit zwischen der sogenannten germanischen Völkerwanderung und der Herrschaft Karls des Großen, also vom 5. bis zum 9. Jahrhundert, von großer Bedeutung: In dieser Epoche wurde über das Erbe der römischen Antike, über den politischen Grundriss Westeuropas als einer Gemeinschaft von Nationen und Staaten, aber ohne imperiale Vorherrschaften, und über die Dominanz des Christentums römischer Prägung entschieden. In der Vorlesung sollen diese Vorgänge dargestellt werden, die allerdings niemals geradlinig oder gar in zwingender Konsequenz verlaufen sind.
Literatur Matthew Innes, Introduction to Early Medieval Western Europe, 300-900. The sword, the plough and the book. London / New York 2007; Peter Heather, Invasion der Barbaren. Die Entstehung Europas im ersten Jahrtausend nach Christus. Stuttgart 2011; Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024. Berlin 1994

 

HS 51204 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Auf der Suche nach dem besseren Leben: Kolonisten im Mittelalter dienstags,
14-16Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Wenn es richtig ist – wie behauptet worden ist –, dass Migrationen, also Wechsel des Wohnortes, zu den Grundtatsachen der menschlichen Existenz gehören, so sind Wanderungen mit dem Ziel, Neuland zu erschließen oder fremdes Land zu besiedeln, um besser zu leben, eine ihrer wichtigsten Varianten; offensichtlich gehören sie der Menschheitsgeschichte seit Erfindung der Landwirtschaft an und bestimmen im besonderen Maße die Agrargesellschaften bis zur Industriellen Revolution. Im Seminar sollen Kolonisationsvorgänge im euromediterranen Raum des Mittelalters vergleichend unter den Aspekten der Motive, der Verläufe und der Ergebnisse untersucht werden.
Literatur Guy Halsall, Barbarian Migrations and the Roman West, 376-568. Cambridge 2007; Peter Feldbauer u. a. (Hrsg.), Mediterraner Kolonialismus. Expansion und Kulturaustausch im Mittelalter. Essen 2005; Robert Bartlett, Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt. Eroberung, Kolonisierung und kultureller Wandel von 950 bis 1350. München 1996; Michel Balard / Alain Ducellier, Coloniser au Moyen Age. Paris 1995.

 

UE 51215 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Quellen zur Vorlesung 51222 montags,
9-10Uhr
FRS191, 5008
Kommentar Die Lektüreübung ergänzt die Vorlesung „Von der Völkerwanderung zu Karl dem Großen“. Es werden lateinische Texte gelesen und übersetzt, aber auch deutsche Übersetzungen werden herangezogen, wenn sie bereits vorliegen.
Literatur Zur Vorbereitung sei grundsätzlich auf die einschlägigen Bände der Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, Darmstadt, verwiesen („Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters“, Bde. 1-7).

 

UE 51216 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Reisende als kulturelle Vermittler. Lektüre und systematische Erschließung mittelalterlicher Überlieferung montags,
10-12Uhr
FRS191, 5008
Kommentar Im Mittelpunkt dieser forschungsorientierten Übung steht die Frage, wie Quellen zum mittelalterlichen Reisen erschlossen, geordnet und in kulturwissenschaftlicher Absicht kritisch zu durchdringen sind.
Literatur Michael Borgolte, Experten der Fremde. Gesandte in interkulturellen Beziehungen des frühen und hohen Mittelalters, in: Le relazioni nell’alte medioevo. Spoleto 2011, 947-992; Michael Borgolte, Augenlust im Land der Ungläubigen. Wie Religion bei Christen und Muslimen des Mittelalters die Erfahrung der Fremde steuerte, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 58, 2010, 591-613.

 

CO 51200 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Colloquium zur mittelalterlichen Geschichte montags,
18-20Uhr
FRS191, 5007
Kommentar Das Colloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befindlicher wissenschaftlicher Arbeiten sowohl der Teilnehmer/innen als auch auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Fragen, Forschungen und Neuerscheinungen der internationalen Mediävistik erörtert. Interessenten, die zu eigenen Beiträgen bereit und in der Lage sind, sind herzlich willkommen, erwünscht ist aber eine persönliche Anmeldung.
Literatur Michael Borgolte, Mittelalter in der größeren Welt. Eine europäische Kultur in globalhistorischer Perspektive, in: Historische Zeitschrift, 2011, im Druck; Michael Borgolte / Matthias M. Tischler (Hrsg.), Transkulturelle Verflechtungen im mittelalterlichen Jahrtausend. Europa, Ostasien, Afrika. Darmstadt 2011; Michael Borgolte / Julia Dücker / Marcel Müllerburg / Bernd Schneidmüller (Hrsg.), Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter. Berlin 2011.

 

PS 51211 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Scheitern als Chance? Heinrich der Löwe und seine Söhne mittwochs,
8-10Uhr
DOR24, 1.402
Kommentar Welche Ziele setzte sich ein Fürst im hohen Mittelalter? Was verhinderte u. U. deren Verwirklichung? Und welche kreativen Potentiale konnte gerade ein solches Scheitern freisetzen? Das PS wird diesen Fragen am Beispiel Herzog Heinrichs des Löwen († 1195) und seiner Söhne nachgehen und dabei zugleich in die Techniken mediävistischer Quellenanalyse einführen. Regelmäßige Arbeitsleistungen während des Semesters sorgen für eine intensive Vor- und Nachbereitung der einzelnen Sitzungen, durch die die vorgesehene Arbeitsbelastung natürlich nicht überschritten wird.
Literatur Bernd Schneidmüller, Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819 - 1252). Stuttgart u. a. 2000; Johannes Ehlers, Heinrich der Löwe. Eine Biographie. München 2008.

 

PS 51213 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Das Geschichtsbild in mittelalterlichen Chroniken freitags,
10-12Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Bei der Beschäftigung mit Geschichte werden wir nicht mit Ereignissen, sondern immer nur mit ihrer Auslegung konfrontiert. Solche Auslegungen bestimmen Verlauf, Sinn, Ursprung und Ziel unserer Geschichte, indem sie selektieren, ordnen und werten. Geschichte manifestiert sich letztlich in zeitgebundenen Geschichtsbildern, d. h. in der von der jeweiligen Gegenwart her reflektierten Vergangenheit. Die mittelalterliche Historiographie war dabei anderen Kriterien, Wertigkeiten und Voraussetzungen unterworfen als die moderne Geschichtsschreibung. Gleichzeitig dienen uns die mittelalterlichen Aufzeichnungen als Quelle für die Vergangenheit, wir können sie nur unter Berücksichtigung des epochenspezifischen Geschichtsbildes verstehen und einordnen. Anhand mittelalterlicher Chroniken (Frutolf von Michelsberg, Otto von Freising, Sächsische Weltchronik,) sollen im Seminar zwei Zielsetzungen verfolgt werden. 1. Unter welchen Umständen und zu welchem Zweck wurden geschichtliche Werke im Mittelalter hergestellt? 2. Welche methodischen Schwierigkeiten ergeben sich für den (angehenden) Historiker bei der Verwendung mittelalterlicher Historiographie als Quelle?
Literatur Franz-Josef Schmale, Funktion und Formen mittelalterlicher Geschichtsschreibung. Eine Einführung. Darmstadt 21993; Hans-Werner Goetz, Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im hohen Mittelalter. Berlin 22008; Reinhart Koselleck, Christian Meier, Odilo Engels, Horst Günther, Artikel Geschichte, in: Geschichtliche Grundbegriffe 2, 593-717.

 

TU 51214 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Tutorium zur mittelalterlichen Geschichte dienstags,
9-10Uhr
DOR26, 118
Kommentar  
Literatur  

 


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Sommersemester 2011

VL 51227 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Mäzenatentum und Stiftungen im Mittelalter montags,
14-16Uhr
FRS191, 5009
Kommentar Stifter und Mäzene bemühen sich um die Behebung gesellschaftlicher oder kultureller Mangelerscheinungen. Während der Stifter jedoch ein dauerndes Werk schaffen will, das über seinen Tod hinaus wirksam ist, etwa eine karitative oder wissenschaftliche Einrichtung (Spital, Universität), geht es dem Mäzen nicht um die ständige Pflege eines Vorhabens, sondern um die Förderung eines begrenzten Werkes (in der Gegenwart etwa Förderung einer Ausstellung) oder bestimmter Personen (Dichter, bildende Künstler). Im Mittelalter betätigte sich, wer finanziell dazu in der Lage war, als Stifter, weil alle Stiftungen als gute Werke verstanden wurden, die dem eigenen Seelenheil dienten; das Mäzenatentum war dagegen eher eine exklusive Domäne von Herrschern und Fürsten, obwohl diese zugleich zu den wirkungsvollsten Stiftern gehörten. In der Vorlesung soll die Typologie von Stiftung und Mäzenatentum an Beispielen aus dem ganzen mittelalterlichen Jahrtausend entfaltet werden; dabei werden auch nicht-christliche Kulturen einbezogen.
Literatur M. Borgolte, Stiftungen – eine Geschichte von Zeit und Raum, in: Die Stiftung. Jahreshefte zum Stiftungswesen 3, 2009, 9-30; Th. Adam / S. Lässig / G. Lingelbach (Hrsg.), Stifter, Spender und Mäzene. USA und Deutschland im historischen Vergleich. Stuttgart 2009; A. Meier / J. Pahlitzsch / L. Reinfandt (Hrsg.), Islamische Stiftungen zwischen juristischer Norm und sozialer Praxis. Berlin 2009; A. Hense / M. Schulte (Hrsg.), Kirchliches Stiftungswesen und Stiftungsrecht im Wandel. Berlin 2009; C. Talbot, Temples, Donors and Gifts: Patterns of Patronage in Thirteenth-Century South India, in: The Journal of Asian Studies 50, 1991, 308-340.

 

HS 51206 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Armut und Armensorge im Mittelalter dienstags,
14-16Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar An den Erscheinungsweisen der Armut und der Auseinandersetzung mit dieser, insbesondere der Armensorge, lässt sich der soziale Wandel des Mittelalters ablesen. Dabei ergibt sich, dass die mittelalterliche Gesellschaft keineswegs statisch, sondern in beachtlichem Maße dynamisch war. Das Seminar soll dies an ausgewählten Fällen, Problemen und Zeugnissen aus dem frühen, hohen und späten Mittelalter demonstrieren.
Literatur O. G.Oexle (Hg.), Armut im Mittelalter. Ostfildern 2004; F. Rexroth, Das Milieu der Nacht. Obrigkeit und Randgruppen im spätmittelalterlichen London. Göttingen 1999; M. Borgolte, Sozialgeschichte des Mittelalters. München 1996, 357-372; B. Geremek, Geschichte der Armut. Elend und Barmherzigkeit in Europa. München/Zürich 1988; M. Mollat, Die Armen im Mittelalter. München 1984. Vgl. auch M. Meinhardt / A. Ranft / S. Selzer (Hrsg.), Mittelalter. (Oldenbourg Geschichte Lehrbuch.) München 2007, bes. 218-222.

 

UE 51220 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Paläographie für Anfänger montags,
10-12Uhr
FRS191, 5008
Kommentar In der Übung werden die frühmittelalterlichen Schriften bis hin zur karolingischen Minuskel vorgestellt; anhand ausgewählter Tafeln wird das Entziffern der Schriften geübt. Lateinkenntnisse sind nicht unbedingt vonnöten, aber hilfreich. Eine selbständige Mitarbeit von Woche zu Woche (Vorbereitungszeit ca. eine Stunde) ist für das Erreichen des Lernpensums unabdingbar.
Literatur B. Bischoff, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters. Berlin 1979.

 

UE 51221 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Quellenlektüre zur Vorlesung Mäzenatentum und Stiftungen im Mittelalter montags,
9-10Uhr
FRS191, 5061
Kommentar Anhand ausgewählter Quellen sollen Stifter und Mäzene bzw. ihre Werke vorgestellt werden; im Unterschied zur Vorlesung wird sich die Auswahl der Fälle und Texte jedoch auf das christliche Mittelalter beschränken. Die lateinischen Quellen werden wenn möglich anhand einer deutschen Übersetzung erörtert.
Literatur T. Geelhaar / J. Ph. Thomas (Hrsg.), Stiftung und Staat im Mittelalter. Gefährdungen von Stiftungs- und Kirchengut durch staatliche Akteure. Eine byzantinisch-deutsche Quellenanthologie in komparatistischer Perspektive. Berlin 2011; J. Bumke, Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland 1150-1300. München 1979. – S. a. die Lit.hinweise zur Vorlesung.

 

CO 51202 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Forschungscolloquium zur mittelalterlichen Geschichte montags,
18-20Uhr
FRS191, 5007
Kommentar Das Kolloquium dient der Vorstellung und Kritik im Entstehen befindlicher wissenschaftlicher Arbeiten sowohl der Teilnehmer/innen als auch auswärtiger Gäste. Ferner werden aktuelle Fragen, Forschungen und Neuerscheinungen der internationalen Mediävistik erörtert. Interessenten, die zu eigenen Beiträgen bereit und in der Lage sind, sind herzlich willkommen, erwünscht ist aber eine persönliche Anmeldung.
Literatur M. Borgolte / J. Dücker / M. Müllerburg / B. Schneidmüller (Hrsg.), Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter. Berlin 2011; Ch. Markschies / I. Reichle / J. Brüning / P. Deuflhard (Hrsg.), Atlas der Weltbilder. Berlin 2011; M. Borgolte, Mittelalter in der größeren Welt. Eine europäische Kultur in vergleichender Perspektive, in: Historische Zeitschrift 2011 (i. Dr.); D. Weltecke, Der Narr spricht: Es ist kein Gott. Atheismus, Unglauben und Glaubenszweifel vom 12. Jahrhundert bis zur Neuzeit. Frankfurt / New York 2010.

 

PS 51217 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Jenseitsvorstellungen im Hochmittelalter mittwochs,
12-14Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Hunger, Krankheiten, Kindersterblichkeit, Gewalt und schwere Arbeit führten dem mittelalterlichen Menschen seine Vergänglichkeit und auch sein Elend vor Augen. Unsterblich aber war nach christlicher Predigt die Seele, das Innerste des Menschen. Der Tod stellte nur einen Übergang ins Jenseits dar, dessen genauere Ausgestaltung und Lokalisation allerdings variierten und Veränderungen unterlagen. Neben Paradies und Hölle wurde ein dritter Ort, das Fegefeuer, populär. Doch wie lange musste die Seele dort büßen? Wann trifft das Ende der Zeiten ein? Drängende Fragen und vor allem der Wunsch, schon im Diesseits auf das Leben im Jenseits Einfluss zu nehmen, wirkten sich auf alle Lebensbereiche aus. Die profane Welt sollte nach Maßgabe der transzendenten Ordnung gestaltet werden, das Jenseits war unmittelbare Dimension des Diesseits. Anhand von Jenseitsvisionen sollen im Seminar verschiedene Vorstellungen behandelt werden, die Aufschluss über das mittelalterliche Weltbild und die konkreten Auswirkungen christlich geprägter Eschatologie geben.
Literatur Arnold Angenendt. Geschichte der Religiosität im Mittelalter. Darmstadt 32005; Claude Carozzi, Weltuntergang und Seelenheil. Apokalyptische Visionen im Mittelalter. Frankfurt a. M. 1996; Bernhard Lang, Himmel und Hölle. Jenseitsglaube von der Antike bis heute. München 2009.

 

TU 51218 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen,
Manuel Kohlert
Arbeitstechniken zur Mittelalterlichen Geschichte dienstags,
9-10Uhr
DOR26, 118
Kommentar Es handelt sich hier um ein Online-Tutorium, an dem alle Studierende, die das Einführungsmodul Mittaltlerliche Geschichte in diesem Semester belegen wollen, teilnehmen müssen.
Literatur  

 

PS 51215 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Missionare als Migranten mittwochs,
10-12Uhr
DOR24, 1.402
Kommentar Um dem Taufbefehl des auferstandenen Heilands (Mt 28,19-20) Folge zu leisten, zogen römisch-katholische Missionare im Laufe des mittelalterlichen Jahrtausends nicht nur kreuz und quer durch den europäischen Kontinent, sondern auch bis weit nach Asien hinein und die westafrikanische Küste entlang. Im Mittelpunkt des Seminars soll jedoch weniger die allmähliche Ausbreitung des Christentums stehen, sondern vielmehr die Frage, wie die Missionare ihr Leben in der Fremde organisierten. Dabei wird insbesondere zu prüfen sein, welchen Nutzen die Theorieangebote der sozialwissenschaftlichen Migrationsforschung für das Verständnis der mittelalterlichen Quellen bieten. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte wird vorausgesetzt.
Literatur Michael Borgolte, Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr. München 2006, bes. S. 101-218; Dirk Hoerder/Jan Lucassen/Leo Lucassen, Terminologien und Konzepte in der Migrationsforschung, in: Enzyklopädie Migration in Europa. vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Hrsg. v. Klaus J. Bade/Pieter C. Emmer, Leo Lucassen u. Jochen Oltmer. Paderborn u.a. 2007, S. 28-53.

 

HS 51200 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Pilger im Mittelalter mittwochs,
8-10Uhr
DOR24, 1.402
Kommentar Eine auferlegte Buße, ein zu erfüllendes Gelübde, die Hoffnung auf Heilung oder Sündenablaß – aus ganz verschiedenen Gründen entschlossen sich Menschen im Mittelalter dazu, ihre Heimat vorübergehend zu verlassen, um zu einem mehr oder weniger weit entfernten Wallfahrtsort zu pilgern. An konkreten Beispielen beleuchtet das Seminar nicht nur die individuellen Motive einzelner Pilger, sondern auch die Attraktivität ihrer Reiseziele, die logistischen Herausforderungen ihrer Reisewege und nicht zuletzt die kulturellen Effekte, die die vereinzelten oder massenhaften Bewegungen im Raum nach sich zogen. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte wird vorausgesetzt.
Literatur Encyclopedia of Medieval Pilgrimage. Ed. by Larissa J. Taylor et al. Leiden/Boston 2009.

 


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Wintersemester 2010/11

VL 51201 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Die Zeit der Kreuzzüge montags,
14-16Uhr
FRS191, 5009
Kommentar Die Kreuzzüge, also die Kriegszüge christlicher Ritter aus dem westlichen Europa zur Befreiung des Heiligen Landes aus der Hand muslimischer Herrscher (1096 bis 1291), gehörten zum ersten Versuch der lateinischen Christenheit, über Europa hinauszukommen; sie führten zur Bildung erster Kolonien in der Levante und öffneten zeitweise den Zugang zu den innerasiatischen Seidenstraßen. Gründe, Verlauf und Scheitern dieses okzidentalen Aufbruchs werden in der Vorlesung dargestellt und erörtert.
Literatur Nikolas Jaspert, Die Kreuzzüge. Darmstadt 2003 und weitere Auflagen; zum Kontext: Michael Borgolte, Kommunikation – Handel, Kunst und Wissenstausch, in: Johannes Fried/Ernst-Dieter Hehl (Hrsg.), Weltdeutungen und Weltreligionen 600 bis 1500 (WBG Weltgeschichte, Bd. III.) Darmstadt 2010, S. 17-56.

 

HS 51212 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Experten der Fremde: Gesandte in interkulturellen Beziehungen des Frühmittelalters montags,
10-12Uhr
FRS191, 5061
Kommentar Während die historische Forschung Gesandtschaften früher nur als Diplomatiegeschichte und im Rahmen der politischen Geschichte behandelt hat, entdeckt sie das Legationswesens neuerdings als wichtiges Feld interkultureller Kontakte und insbesondere des Wissenstransfers. Die im Vergleich zur Moderne noch seltenen Fernreisenden erfüllten oft mehrere Funktionen zugleich: Sie waren neben Diplomaten auch Händler, Pilger und Missionare oder Gelehrte auf der Suche nach dem Wissen. Hierbei zeigen sich aber auch Unterschiede zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen, dan sich nicht alle ungehindert der Freude am Neuen und Unbekannten überlassen durften. Das Seminar wird, zumal es erst wenig Forschungsliteratur zum gewählten Ansatz gibt, aus ausgewählten Quellen und Fällen arbeiten.
Literatur Michael Borgolte, Augenlust im Land der Ungläubigen. Wie Religion bei Christen und Muslimen des Mittelalters die Erfahrung der Fremde steuerte, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 58/7-8, 2010; Nikolas Jaspert, Interreligiöse Diplomatie im Mittelmeerraum. Die Krone Aragón und die islamische Welt im 13. und 14. Jahrhundert, in: Claudia Zey/Claudia Märtl (Hrsg.), Aus der Frühzeit europäischer Diplomatie. Zürich 2008, S. 151-189; Marina Münkler, Erfahrung des Fremden. Die Beschreibung Ostasiens in den Augenzeugenberichten des 13. und 14. Jahrhunderts. Berlin 2000.

 

HS 51209 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Bilder der Welt: Kartographie im Mittelalter dienstags,
8-10Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Die Karten des Mittelalters dienten nicht nur zur geographischen Orientierung und als Hilfsmittel der Routenplanung auf Reisen, sondern auch zur Deutung der Weltgeschichte als Heilsgeschichte. Jedenfalls gilt dies von den Weltkarten des lateineuropäisch-christlichen Mittelalters. Nach Funktion und Aussageabsicht unterschieden sich davon die Kartenwerke der Muslime erheblich. Das Seminar wird sich sowohl einzelnen Karten als auch schriftlichen Quellen zur Geographie und zum Reisen im Mittelalter widmen.
Literatur Ingrid Baumgärtner/Stefan Schröder, Weltbild, Kartographie und geographische Kenntnisse, in: Johannes Fried/Ernst-Dieter Hehl (Hrsg.), Weltdeutungen und Weltreligionen 600 bis 1500 (WBG Weltgeschichte, Bd. III.) Darmstadt 2010, S. 57-83; Michael Borgolte, Christliche und muslimische Repräsentationen der Welt. Ein Versuch in transdisziplinärer Mediävistik, in: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berichte und Abhandlingen, Bd. 14. Berlin 2008, S. 89-147; Anna-Drothee von den Brincken, Studien zur Universalkartographie des Mittelalters. Hrsg. v. Thomas Szabó. Göttingen 2008.

 

CO 51219 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Colloquium zur Mittelalterlichen Geschichte montags,
18-20Uhr
FRS191, 5061
Kommentar Das Colloquium dient vor allem zur Erörterung im Entstehen befindlicher akademischer Arbeiten und sonstiger wissenschaftlicher Publikationen sowie neuer Forschungsvorhaben. Persönliche Anmeldung in den Sprechstunden erforderlich.
Literatur  

 

PS 51207 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Konfrontation und Austausch zwischen Christen und Muslimen im diachronen Vergleich (7. - 13. Jh.) freitags,
10-12Uhr
FRS191, 5007
Kommentar

Kriegerische Auseinandersetzungen und Angstgefühle vor einer fremden, bedrohlichen, kompromißlosen Macht bestimmen weitgehend unser Bild von den Beziehungen zu den Muslimen, das bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht. In Bezug auf Religion, Kultur und politische Ordnungsvorstellungen definiert das Begriffspaar Christentum (meist synomym mit Europa verwendet) und Islam eine potentielle Gegnerschaft und Konfrontation.

Dabei sind die geographischen und ideellen Grenzen zwischen Orient und Europa fließend: die Pluralität der Kulturen und Religionen stellt den Normalfall dar. Interkulturelle Beziehungen wie Handel, kulturelle Transferprozesse, diplomatischer Austausch und das Zusammenleben in den Kontaktzonen prägten Europa und den Islam jenseits traumatischer Ereignisse. Im Seminar soll daher nicht nur politischen Konfrontationen, sondern ebenso den friedlichen Begegnungen nachgegangen werden, um die historiographisch gesetzten Zivilisationsgrenzen zu hinterfragen

Literatur Michael Borgolte, Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr., München 2006; Franco Cardini, Europa und der Islam. Geschichte eines Mißverständnisses, München 2004; Kay Peter Jankrift, Europa und der Orient im Mittelalter, Stuttgart 2007; Ekkehart Rotter, Abendland und Sarazenen. Das okzidentale Araberbild und seine Entstehung im Frühmittelalter, Berlin/New York 1986.

 

TU 51208 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen,
Manuel Kohlert
Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte dienstags,
9-10Uhr
DOR26, 118
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51217 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Liturgische Bücher als historische Quellen mittwochs,
8-10Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Ein ganz erheblicher Anteil der mittelalterlichen Handschriften verdankt seine Entstehung den Erfordernissen der Liturgie, d. h. der nach bestimmten Regeln zu erfolgenden Feier des Gottesdienstes. Richtig gelesen erlauben diese Codices jedoch nicht nur Einblicke in die Beharrungskraft und Veränderbarkeit religiöser Riten, sondern auch in die Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des mittelalterlichen Jahrtausends. In der Übung, die sich vor allem, aber nicht nur an angehende Lehrer/innen richtet, sollen exemplarische Quellen gemeinsam gelesen und interpretiert werden.
Literatur Eric Palazzo, A History of Liturgical Books from the Beginning to the thirteenth Century. Translated by Madeleine Beaumont. Collegeville/MI 1998.

 

PS 51205 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Die Ernährung des Klerus im Hohen Mittelalter mittwochs,
10-12Uhr
MO40, 219/220
Kommentar Wovon lebte ein Kleriker im hohen Mittelalter? Was kam wann und warum auf dem Tisch? Und wie wurde es dann verspeist? Diese und andere Fragen sollen im PS anhand exemplarischer Quellen und in Auseinandersetzung mit der neueren ernährungsgeschichtlichen Literatur erörtert werden. Die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte wird vorausgesetzt.
Literatur Michael Borgolte, Die mittelalterliche Kirche. (EDG, Bd. 17.) 2. Aufl. München 2004; Sabine von Heusinger, Die Katze im Kochtopf - Zu Ernährung und Kultur des Mittelalters, in: Von Katzen und Menschen. Sozialgeschichte auf leisen Sohlen. Hrsg. v. Clemens Wischermann. Konstanz 2007, 33-52; C. M. Woolgar, Food and the Middle Ages, in: Journal of Medieval History 36, 2010, 1-19.

 

UE DozentIn Titel Zeit Raum
Bernd Kluge Numismatische Übung dienstags,
16-18Uhr
Münz­kabinett
Kommentar  
Literatur  

 


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Sommersemester 2010

VL 51204 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Einführung: Westeuropa im mittelalterlichen Jahrtausend montags,
14-16Uhr
FRS191, 5009
Kommentar Westeuropa wird verstanden als die vorwiegend vom lateinischen Christentum (oder von der Römischen Kirche) bestimmte Welt, das mittelalterliche Jahrtausend als die Zeit zwischen der Völkerwanderung und der Reformation. Das Mittelalter wird aber nicht konventionell als innengeleitete Kultur entfaltet, sondern in dezidiert globalhistorischer Perspektive unter dem Aspekt der Außenbeziehungen (Migrationen, Reichsbildungen, Handel) erschlossen.
Literatur Johannes Fried/Ernst-Dieter Hehl (Hrsg.), Weltdeutungen und Weltreligionen. 600 bis 1500 (WBG Weltgeschichte, Bd. 3), Darmstadt 2010; Michael Borgolte, Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes, 300 bis 1400 n. Chr., München 2006; Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt, 1050-1250, Stuttgart 2002.

 

HS 51203 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Das mittelalterliche Jahrtausend in globalhistorischer Perspektive montags,
10-12Uhr
FRS191, 5008
Kommentar  
Literatur  

 

HS 51202 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Migration als transkulturelle Verflechtung im mittelalterlichen Jahrtausend dienstags,
14-16Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Durch Migrationen, also die ständigen Verlegungen des Lebensmittelpunktes oder Wohnortes, begegneten sich größere und kleinere Gruppen – die aufnehmende Gesellschaft und die Zuwanderer – mit ihren Kulturen. Im allgemeinen wird nur danach gefragt, ob und wie sich die Minderheit der Mehrheit integrierte; man spricht von Akkulturation oder Assimilation. Dagegen wird viel seltener beachtet, dass sich auch die Mehrheitsgesellschaften unter dem Eindruck der Fremden veränderten. Es gilt aber die These, dass gegenseitige Anpassungen und Ausgleichsprozesse unvermeidlich waren. An ausgewählten Beispielen sollen im Seminar Migrationen in diesem Sinne als cross-cultural interactions behandelt werden.
Literatur Michael Borgolte, Migrationen als transkulturelle Verflechtungen im mittelalterlichen Europa. Ein neuer Pflug für alte Forschungsfelder, in: Historische Zeitschrift 289 (2009), S. 261-285; Dirk Hoerder, Cultures in Contact. World Migrations in the Second Millenium, Durham/London 2002.

 

CO 51205 DozentIn Titel Zeit Raum
Michael Borgolte Colloquium zur Mittelalterlichen Geschichte montags,
18-20Uhr
FRS191, 5007
Kommentar Im Mittelpunkt des Colloquiums wird die Einarbeitung in das Sektionsthema des Berliner Historikertages stehen (Migration als transkulturelle Verflechtung im mittelalterlichen Jahrtausend. Europa, Ostasien und Afrika im Vergleich). Geplant sind auch Vorträge ausländischer Historiker (Prof. Dr. Hubert Houben, Lecce; Prof. Dr. Simon Teuscher, Zürich) sowie Werkstattberichte der Teilnehmer über ihre Forschungen.

 

PS 51229 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen Die Völkerwanderung – Ursprung Europas im Frühmittelalter? freitags,
10-12Uhr
FRS191, 5007
Kommentar Im traditionellen Periodisierungsmodell der europäischen Geschichte markiert das Paradigma Völkerwanderung die Epochengrenze zwischen antiker Zivilisation und dem Mittelalter. In der Forschung galten die Auswirkungen der Migration ganzer Stämme einerseits als Ursache für wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zerfall antiker Tradition, andererseits legitimierte die angenommene (ethnische) Gruppenidentität der wandernden Völker nationale und ideologische Ansprüche bis in die Gegenwart. Neue Ansätze der historischen Migrationsforschung sowie die Erweiterung des Blicks auch auf nicht wandernde, aber expandierende Einheiten bieten hier einen zeitgemäßeren Ansatz jenseits von nationalen Projektionen und Mythenbildung. In Hinblick auf die frühmittelalterliche Staatenbildung und die Synthese kultureller Errungenschaften stellt sich die Frage nach der Wirkungsgeschichte dieser Epoche erneut, nicht zuletzt, um die Relevanz des Phänomens Migration auch für unsere Zeit zu hinterfragen. Leitende Begriffe sind aus dieser eher strukturgeschichtlichen Perspektive Prozeßhaftigkeit, Kontinuität und Transformation. Der Vergleich der im 5.-8. Jahrhundert wandernden und auch nichtwandernden Verbände soll Aufschluß geben, welche Faktoren die mittelalterliche Welt mit ihren Herrschaftsräumen, Sprachen und Institutionen gestaltet haben.
Literatur Walter Pohl, Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart/Berlin/Köln 2002; Patrick J. Geary, Europäische Völker im frühen Mittelalter. Zur Legende vom Werden der Nationen, Frankfurt a.M. 2002; Rudolf Simek, Die Germanen, Stuttgart 2006.

 

TU 51228 DozentIn Titel Zeit Raum
Christiane Thomsen,
Manuel Kohlert
Arbeitstechniken der mittelalterlichen Geschichte dienstags,
9-10Uhr
DOR26, 118
Kommentar  
Literatur  

 

UE 51217 DozentIn Titel Zeit Raum
Tillmann Lohse Von der Handschrift zur kritischen Edition. Mediävistische Editionstechniken am Beginn des 21. Jahrhunderts mittwochs,
12-14Uhr
DOR24, 1.404
Kommentar Wenn Historiker – und zumal Studierende der Geschichtswissenschaften– sich in die Quellen vertiefen, dann fahren sie in der Regel nicht ins Archiv, um die Überlieferung im Original zu studieren, sondern sie greifen zur (kritischen) Edition. Wie aber entstehen diese für die Forschungspraxis unverzichtbaren Textausgaben? Nach welchen Regeln werden sie erstellt? Und was sollen, können und müssen sie im einzelnen leisten? Diese und ähnliche Fragen sollen in der Übung an konkreten Beispielen und unter Bezug auf aktuelle editionswissenschaftliche Kontroversen diskutiert werden.
Literatur Martina Hartmann, Mittelalterliche Geschichte studieren. Konstanz 2004, S. 157-161. – Thomas Bein, Textkritik. Eine Einführung in Grundlagen germanistisch-mediävistischer Editionswissenschaft. Lehrbuch mit Übungsteil. Frankfurt am Main u.a. 2008.

 


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