Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts

Sommersemester 2026

 

Prof. Dr. Birgit Aschmann

Der Weg zur Masterarbeit

Forschungsseminar (51498)

Montags, 10–12 Uhr

FRS 191, R. 4026

Beginn: 20.04.2026

Das Seminar richtet sich an Studierende, die ihre Masterarbeit vorbereiten wollen und sich vorzugsweise für das 19. und 20. Jahrhundert interessieren. Es wird zunächst darum gehen, den Bedarf der Studierenden zu ermitteln. Sodann sollen mögliche methodische Zugänge diskutiert und Quellenbestände vorgestellt werden. Idealerweise werden ein paar Archive besucht. Schließlich wird allgemein besprochen, was eine Qualifikationsschrift am Ende des Studiums ausmacht, welche Bestandteile zu berücksichtigen und welche Fehler zu vermeiden sind. Den Studierenden wird Gelegenheit gegeben, ihre angedachten Konzepte vorzustellen. Danach folgt eine Phase individueller Optimierung, in der in Heimarbeit und unterstützt durch Einzelsprechstunden am Projekt gefeilt wird. Am Ende des Seminars werden die Ergebnisse wechselseitig präsentiert und diskutiert. Insgesamt sollen Studierende auf dem Weg zur Niederschrift ihrer Masterarbeit möglichst passgenaue Hilfestellungen erhalten.

 

Forschungskolloquium zur Europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts

Forschungskolloquium (51481)

Montags, 16–18 Uhr

FRS 191, R. 5008

Beginn: 20.04.2026

 

zzgl. Blockveranstaltung am

13.07.2026, 12-20 Uhr

FRS 191, R. 5028

 

 

Im Kolloquium werden einerseits aktuelle Beiträge zur Forschung bzw. Neuerscheinungen zur Geschichte des 19. Jahrhunderts gelesen und diskutiert. Andererseits sollen die Abschlussarbeiten von Studierenden, Doktorand:innen und Habilitand:innen vorgestellt und konstruktiv besprochen werden. Dabei sollen die Absolvent:innen insofern von der Debatte profitieren, als sie Gelegenheit bekommen, ihre Arbeiten zu reflektieren und zu optimieren. Zugleich lernen die Zuhörer:innen, die Qualität von Abschlussarbeiten zu erkennen und die Debatte mit konstruktiven Fragen zu bereichern.

Darüber hinaus lernen die Teilnehmer:innen den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen Themen sowie neuere methodische Entwicklungen innerhalb des Faches kennen. Inhaltlich wird es zumeist um Themen rund um das 19. Jahrhundert sowie immer wieder auch um Themen zur Geschichte Spaniens (19. und 20. Jahrhundert) gehen.

Willkommen sind alle, die an der Forschung zum 19. (und 20.) Jahrhundert und dem Austausch darüber Interesse haben.

 

Kolloquiumsprogramm

 

Exkursion/Übung: 

Geschichte machen in (und um) Berlin. Tagesausflüge zu Archiven und Forschungseinrichtungen

Exkursion (51614)

Mo., 27.04. – Do., 30.04.2026

 

Vorbereitungstreffen:

Di, 14.04., 16–18 Uhr

FRS 191, Raum 5028

 

Nachbereitungstreffen:

Di, 14.07., 16–18 Uhr

FRS 191, Raum 5028

In den regulären Seminaren kommt oft die Zeit für die Arbeit mit Archivalien zu kurz. Das ist umso bedauerlicher, als die Qualität von Abschlussarbeiten auch an der Bearbeitung geeigneter Quellenbestände gemessen wird. Die Berliner Archivlandschaft bietet dabei besonders viele Möglichkeiten. Oftmals kennen Studierende diese Potentiale zu wenig.  Auch  die Kenntnisse über außeruniversitäre Forschungsreinrichtungen in und um Berlin sind kaum verbreitet. Diesem Defizit möchte die Exkursionsübung abhelfen. An vier Tagen werden Ausflüge in Archive oder Forschungseinrichtungen unternommen. Dabei soll Zeit bleiben, die Einrichtungen kennenzulernen und Einblicke in dort verwahrte oder ausgewertete Materialien zu erhalten.

Besucht werden das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das ZMSBw, das ZZF, das Politische Archiv des Auswärtigen Amts sowie das Bundesarchiv Lichterfelde.

 

 

Dr. Janis Nalbadidacis

Eine Frage des guten Geschmacks? Zur Entstehung von Normen in der Lebensmittelproduktion

Bachelorseminar (51420)

Donnerstags, 10–12 Uhr

FRS. 191, R. 5008

Beginn: 16.04.2026

Essen und Trinken sind kulturelle Praktiken, die einem steten Aushandlungsprozess unterliegen. An ihnen werden Status und gesellschaftliche Stellung ersichtlich und gegenüber Dritten und vermeintlich Gleichen auch allzu häufig bewusst demonstriert. Der Konsum welchen Getränks ist etwa mit welcher Bedeutung und welchem Ansehen verknüpft?

Das 19. Jahrhundert lässt sich dabei als Übergangsphase fassen, in der sich eine Vielzahl an Regeln und Normen etablierten: von Zuchtpraktiken in der Massentierhaltung bis hin zu Weinfälschungsprozessen und regional unterschiedlichen Brauordnungen. Deutlich wird: In dem Ringen um Standards trafen eine Vielzahl an Interessensgruppen aufeinander, die teils mit erbitterten Konflikten um Erträge und Macht einhergingen. Insbesondere anhand von Beispielen aus der Fleisch- und der Alkoholproduktion werden wir diesen Aushandlungs- und Normierungsprozessen nachspüren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem 19. Jahrhundert.

 

Der vermessene Staat. Zum Umgang mit Daten und Statistiken als historischen Quellen

Übung (51461)

Donnerstags, 14–16 Uhr

HVP 5, R. 0319

Beginn: 16.04.2026

Wissen bedeute Macht, so eine weit verbreitete Annahme. Daten und Statistiken sind aus dieser Perspektive in Zahlen aufbereitetes Wissen und ein machtvolles Instrument. So können sie als Argumente, Belege und Entscheidungshilfen dienen. Staaten ermöglichen sie mithin Kontrolle auszuüben und Ordnung herzustellen. Gängige Praxis wurde die Erhebung von Daten im 19. Jahrhundert, ersichtlich beispielsweise an Volkszählungen, Wetteraufzeichnungen oder auch Aufzeichnungen des Warenverkehrs. In der Forschung gilt das 19. Jahrhundert vielen nicht zuletzt deshalb als das “statistische Jahrhundert”.

In der Übung gehen wir zum einen theoretischen Diskussionen um die Nutzung von Daten und Statistiken als historischen Quellen nach. Was sind Charakteristika? Worauf gilt es zu achten? Zum anderen setzen wir uns anhand ausgewählter Forschungsdebatten kritisch mit Argumenten auseinander, die auf der Grundlage von Daten und Statistiken gebildet werden. Manch eine Zahl hat in Forschungsdiskursen ja einen erstaunlichen Werdegang und eine bisweilen eigentümliche Eigendynamik erfahren. Drittens befassen wir uns anhand von Daten zu ausgewählten Themenfeldern explorativ mit deren Aussagegehalt und möglichen damit verbundenen Thesen. Angedacht sind in diesem Zusammenhang Beispiele aus dem Bereich der Seuchenbekämpfung sowie der Alkoholproduktion im 19. Jahrhundert. Je nach Vorwissen und Interessenslagen können hierbei auch flexibel Wünsche berücksichtigt werden. Bei Fragen hierzu melden Sie sich gerne vorab bei mir per Mail.

 

Dr. Christoph Nübel

Regieren im Verwaltungsstaat. Behördenforschung und die Zeitgeschichte der Bundesrepublik

Übung (51468)

Montags, 14–16 Uhr

AMO 40, R. 114

Beginn: 13.04.2026

Während wir über die Ergebnisse von Sicherheits-, Innen- oder Wirtschaftspolitik viel wissen, ist bisher unklar geblieben, wie diese Politik auf der Fachebene der Ministerien „gemacht“ wird. In dieser Übung erarbeiten wir den Forschungsstand zu den Ministerien der Bonner Republik. Am Beispiel des Bundesministeriums der Verteidigung untersuchen wir, wie diese Organisationen arbeiten.

Mit diesem militärgeschichtlichen Fokus bietet die Übung einen Zugang zur westdeutschen Zeitgeschichte, der das Regieren im Verwaltungsstaat und damit die politikgeschichtlichen Grundlagen der Epoche zum Thema macht.

Die Bereitschaft zur wöchentlichen Lektüre wird vorausgesetzt.