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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Andreas Oberender

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Andreas Oberender
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Kurzvita  |  Forschung  |  Publikationen

 

Kurzvita

1975 geboren in Eberswalde
1997-2004 Studium der Geschichte und Kulturwissenschaft in Berlin und Lyon
2005

Magisterarbeit: "'Treuer Mitstreiter des großen Stalin'. Eine biographische Annäherung an Anastas Mikojan (1895-1978)"

2006-2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dissertationsprojekt (finanziert von der DFG): "Anastas Mikojan. Eine Biographie"

 

Forschung

Dissertation/Forschungsprojekt: "Anastas Mikojan. Eine Biographie"

In der Forschung zur sowjetischen Geschichte hat ein Feld bisher nur geringe Aufmerksamkeit unter den Historikern gefunden: die politische Biographik. Es fehlen nach wie vor wissenschaftlich fundierte Biographien vieler Mitglieder der sowjetischen Partei- und Staatsführung. Zu den maßgeblichen politischen Akteuren der Stalin- und Chruschtschow-Zeit gehört unzweifelhaft Anastas Mikojan (1895-1978), langjähriges Politbüromitglied, nacheinander Volkskommissar für Handel, Versorgung und Lebensmittelindustrie, schliesslich Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets. Er zählte zu Stalins engsten Vertrauten und Mitstreitern, konnte aber nach dem Tode des Diktators seine Laufbahn fortsetzen, indem er sich Chruschtschow anschloß. Neben Chruschtschow war er der wichtigste Initiator der Entstalinisierung. In den späten 50er und 60er Jahren unternahm Mikojan in seiner Eigenschaft als Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Handelsminister zahlreiche Auslandsreisen, die ihn zu einem der bekanntesten und angesehensten sowjetischen Politiker werden ließen. Sein Name ist untrennbar mit der unter Chruschtschow einsetzenden offensiven Außen- und Handelspolitik verbunden.

Seine für sowjetische Verhältnisse ungewöhnlich lange Karriere macht ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Zu seinen Lebzeiten galt Mikojan im Westen vielfach als geschickter, wendiger Opportunist ohne festgefügte politische Überzeugungen, der sich jedem Personal- und Kurswechsel an der Spitze der Partei geschmeidig anzupassen wusste. In seiner Biographie spiegelt sich im Grunde die sowjetische Geschichte von den 20er Jahren bis zur Mitte der 60er Jahre mit all ihren Auf- und Umbrüchen. In anderer Hinsicht verkörperte gerade Mikojan in exemplarischer Weise den ranghohen stalinistischen Funktionär der 20er und 30er Jahre: Mikojan stammte aus niederen sozialen Verhältnissen, war als Armenier Angehöriger einer ethnischen Minorität und wuchs an der Peripherie des Russischen Reiches auf. Er kann als repräsentativer Vertreter der sogenannten kaukasischen Bolschewiki gelten, einer Gruppe, die unter Stalin zu unerwarteter Dominanz in der Parteiführung gelangte.

 

Publikationen

Aufsätze

Die Partei der Patrone und Klienten. Formen personaler Herrschaft unter Leonid Brežnev, in: Annette Schuhmann (Hrsg.), Vernetzte Improvisationen. Gesellschaftliche Subsysteme in Ostmitteleuropa und in der DDR (= Zeithistorische Studien 42), Köln u.a. 2008, S. 57-76.

Der Gewaltmensch Stalin im Spiegel von Dimitrovs Tagebüchern, in: Zeithistorische Forschungen 5/1 (2008).

"Das Haupt unserer Partei und unseres Staates". Führerherrschaft und Führerkult unter Leonid Brežnev, in: Heidi Hein-Kircher/Benno Ennker (Hrsg.), Der Führer im Europa des 20. Jahrhunderts (= Tagungen zur Ostmitteleuropaforschung 27), Marburg 2010, S. 200-215.

"Am besten wäre es, man schwiege über die Exzesse". Anastas Mikojan und der geschichtspolitische Konflikt zwischen Armeniern und Aserbaidschanern, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 59/4 (2011) S. 509-533.

Annäherungen an einen Unfassbaren. Stalin und seine Biographen, in: Osteuropa Nr. 4/2012, S. 37-51.

Stalin’s Postwar Foreign Policy, in: Kritika 13 (2012) S. 937-949.


Rezensionen

Simon Sebag Montefiore, Stalin. The Court of the Red Tsar, London 2004. In: H-Soz-u-Kult, 07.06.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-2-169.

E. Anthony Swift, Popular Theater and Society in Tsarist Russia (= Studies on the History of Society and Culture 44), Berkeley u.a. 2002. In: JGOE 53/3 (2005) S. 435-436.

Klaus Kellmann, Stalin. Eine Biographie, Darmstadt 2005. In: H-Soz-Kult, 08.12.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-4-147.

Martha Schad, Stalins Tochter. Das Leben der Swetlana Allilujewa, Bergisch Gladbach 2004. In: H-Soz-Kult, 28.02.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2006-1-136.

Kevin McDermott: Stalin. Revolutionary in an Era of War (= European History in Perspective), Basingstoke 2006. In: H-Soz-Kult, 30.03.2007, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-1-213.

Sarah Davies/James Harris (Hrsg.), Stalin. A New History, Cambridge 2005. In: H-Soz-Kult, 28.05.2007, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-2-119.

Derek Watson, Molotov. A Biography, Basingstoke/New York 2005, in: JGOE 56/3 (2008) S. 454-456.

Bernhard H. Bayerlein, "Der Verräter, Stalin, bis Du!" Vom Ende der linken Solidarität. Komintern und kommunistische Parteien im Zweiten Weltkrieg 1939-1941, Berlin 2008, in: Historische Zeitschrift 290 (2010) S. 567-568.

Robert Service, Trotsky. A Biography, Basingstoke/London 2009, in: H-Soz-Kult. 17.06.2010, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-2-208.

Stefan Creuzberger, Stalin. Machtpolitiker und Ideologe, Stuttgart 2009, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/4 (2010) S. 617-618.

Niels Erik Rosenfeldt, The "Special" World. Stalin’s power apparatus and the Soviet system’s secret structures of communication, 2 Bde., Kopenhagen 2009, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/4 (2010) S. 627-629.

Eva-Maria Stolberg, Sibirien. Russlands "Wilder Osten". Mythos und soziale Realität im 19. und 20. Jahrhundert, Stuttgart 2009, in: Historische Zeitschrift 292 (2011) S. 526-527.

Sandra Dahlke, Individuum und Herrschaft im Stalinismus. Emel’jan Jaroslavskij (1878-1943), München 2010, in: Historische Zeitschrift 293 (2011) S. 536-537.

Fraser J. Harbutt, Yalta 1945. Europe and America at the Crossroads, Cambridge 2010, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 60 (2012) S. 283-285.

David Brandenberger (Hrsg.), Political Humor under Stalin. An Anthology of Unofficial Jokes and Anecdotes, Bloomington (Ind.) 2009, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 60 (2012) S. 297-298.

Susan Butler (Hrsg.), „My Dear Mr. Stalin“. The Complete Correspondence of Franklin D. Roosevelt and Joseph V. Stalin, New Haven/London 2005 in: Kritika 13 (2012) S. 937-949.

Peter Ruggenthaler (Hrsg.), Stalins großer Bluff. Die Geschichte der Stalin-Note in Dokumenten der sowjetischen Führung (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 95), München 2007, in: Kritika 13 (2012) S. 937-949.

Larissa Zakharova, S’habiller à la soviétique. La mode et le Dégel en URSS, Paris 2011, in: jgo.e-reviews 2013/3.

Gerhard Wettig, Sowjetische Deutschlandpolitik 1953 bis 1958. Korrekturen an Stalins Erbe, Chruschtschows Aufstieg und der Weg zum Berlin-Ultimatum (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 82), München 2011, in: jgo.e-reviews 2014/1.

Hugh D. Hudson, Peasants, Political Police and the Early Soviet State. Surveillance and Accomodation under the New Economic Policy, New York 2012, in: jgo.e-reviews 2014/3.

Vladimir G. Mosolov, IMĖL. Citadel’ partijnoj ortodoksii. Iz istorii Instituta marksizma-leninizma pri CK KPSS, 1921-1956, Moskau 2010, in: jgo.e-reviews 2014/3.

Wiebke Bachmann, Die UdSSR und der Nahe Osten. Zionismus, ägyptischer Antikolonialismus und sowjetische Außenpolitik bis 1956 (= Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 102), München 2011, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 62 (2014) S. 631-633.