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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Franziska Fritzsche

Name
Franziska Fritzsche
E-Mail
franziska.fritzsche (at) aol.com

 Kurzvita

 

Irene Franziska Fritzsche, born Bautz, married to Peter Fritzsche, one daughter (born in 2004), two sons (born in 2011 and 2016)

Since Dec. 2018 PhD student (Department of History) at the Humboldt University under the direction of Jörg Baberowski as first advisor and Kalle Pihlainen (Turku, Finnland) as second advisor

May 2014 – Nov. 2018 PhD student (Department of German Philology) at the Martin- Luther-University Halle-Wittenberg under the direction of Daniel Fulda (first advisor) and Jörg Baberowski (second advisor)

 

 

 Forschung

 

Dissertation Project: Truth and the Parting of the Ways: Hayden White Reloaded. Fiction and Knowledge between Historiography and Literary Criticism.

 

“[…] the image of reality which the novelist thus constructs is meant to correspond in its general outline to some domain of human experience which is no less ‘real’ than that referred to by the historian. […] In this respect, history is no less a form of fiction than the novel is a form of historical representation” (Hayden White, Tropics of Discourse (Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1978), 122).    “Mit diesem ebenso einfachen wie schlagkräftigen Argument hat Hayden White seit der Veröffentlichung seines Klassikers Metahistory Kulturwissenschaftler und besonders Historiker provoziert” (Wulf Kansteiner, “Gefühlte Wahrheit und ästhetischer Relativismus. Über die Annäherung von Holocaust-Geschichtsschreibung und Geschichtstheorie,” in Norbert Frei and Wulf Kansteiner, eds., Den Holocaust erzählen. Historiographie zwischen wissenschaftlicher Empirie und narrativer Kreativität (Göttingen: Wallstein, 2013), 12). “Denn das Oppositionsverhältnis von Fiktion und Wirklichkeit setzt als ‘stummes Wissen’ immer schon die Gewissheit dessen voraus, was Fiktion und was Wirklichkeit sei, wobei die unverkennbar ontologische Bestimmung, die in einem solchen ‘stummen Wissen’ waltet, die Fiktion durch das Absprechen jener Prädikate charakterisiert, die der Wirklichkeit eignen” (Wolfgang Iser, Das Fiktive und das Imaginäre. Perspektiven literarischer Anthropologie (Frankfurt am Main:  Suhrkamp, 1991), 18).

“Weil Konstruktion wirklich Konstruktion ist, weil Wirklichkeit […] wirklich konstruiert ist und weil Konstruktionen wirklich wirklich sind, verdienen dichterische Texte nicht nur um ihrer ästhetischen Qualitäten willen Aufmerksamkeit” (Jochen Hoerisch, Das Wissen der Literatur (Munich:  Wilhelm Fink, 2007), 15).

“Die Auffassung, dass Dichtung einen wesentlichen Beitrag zur Erkenntnis der Wirklichkeit leistet, ist nicht selbstverständlich. […] Im Unterschied zu unseren gegenwärtigen ‘Wirklichkeitsverschwindlern’ zeichnen sich die Autoren der deutschen Aufklärung durch einen ‘gesunden‘ […] differenzierten Wirklichkeitssinn aus [...]” (Gottfried Gabriel, “Der Begriff der Fiktion.  Zur systematischen Bedeutung der Dichtungstheorie der Aufklärung,” in Jörg Schönert and Ulrike Zeuch, eds., Mimesis. Repräsentation. Imagination.
Literaturtheoretische Positionen von Aristoteles bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
(Berlin:  De Gruyter, 2004) 231-240, here 231).

“Der springende Punkt ist nun, dass die Aufrichtigkeitsbedingung im Falle der literarischen (fiktionalen) Kommunikation nicht automatisch erfüllt ist. […] das [literarische] Werk als
 
solches (d.h. für sich genommen) ist keine Quelle von Wissen, da es die in ihm enthaltenen Auffassungen über die Welt jenseits des Werkes nicht rechtfertigen kann” (Tilmann Koeppe, “Vom Wissen in Literatur,” Zeitschrift für Germanistik (2007), 398-410, here 402ff).

“[…] Beide [historiographische und literaturwissenschaftliche] Diskurse [haben] einen völlig unterschiedlichen Wahrheitsanspruch [. . .] und […] fuer die Produktion und Rezeption literarischer Werke [gelten] ganz andere Konventionen […] als für geschichtswissenschaftliche” (Ansgar Nuenning, “‘Verbal Fictions?’ Kritische Überlegungen und narratologische Alternativen zu Hayden Whites Einebnung des Gegensatzes zwischen Historiographie und Literatur,” Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 40 (1999), 351-380, here 364).
“Solche Geschichtstheorie nähert sich der Ironie, die Musils Erzählen auszeichnet […]: ‘Geschichte’ wird […] weniger aufgeschrieben als erschrieben” (Daniel Fulda, “Strukturanalytische Hermeneutik: Eine Methode zur Korrelation von Geschichte und Textverfahren,” in Daniel Fulda and Silvia Serena Tschopp, eds., Literatur und Geschichte. Ein Kompendium zu ihrem Verhältnis von der Aufklärung bis zur Gegenwart (Berlin: De Gruyter, 2002) 39-59, here 40f). “Im genuin literaturwissenschaftlichen Feld besteht keineswegs Übereinstimmung hinsichtlich einer festumrissenen Definition von Fiktionalität” (Irmgard Nickel-Bacon, Norbert Groeben and Margrit Schreier,” Poetica 32 (2000), p. 267- 299, here 268).

“[…] der Wille zur Wahrheit realisiert sich in der Wissenschaft als eine Art ‘Ästhetik der Intelligenz’” (Joseph Vogl, “Poetologie des Wissens,” in Harun Maye and Leander Scholz, eds., Einführung in die Kulturwissenschaft (Munich: Wilhelm Fink, 2011), 49-71, here 58). “Eine Poetologie des Wissens folgt der Annahme, dass jede Wissensordnung bestimmte Darstellungsoptionen ausbildet, dass in ihrem Inneren besondere Verfahren wirksam sind, die über die Möglichkeit, über die Sichtbarkeit, über die Konsistenz und die Korrelation ihrer Gegenstände befinden” (ibid., 50).

“Die Ausgangsfrage d[ies]er [. . .] Überlegungen ist so paradox wie folgenreich: Wie kann eine wissenschaftliche Disziplin, die sich der steten Verwandlung von Nicht- und Noch- Nicht-Wissen in Wissen verschrieben hat, strukturell Nicht-Wissen produzieren?” (Manuela Günter, “Geschichtsklitterung. Vom Nicht-Wissen der Literaturwissenschaft am Beispiel des historischen Romans –Naubert und Scott,” in Michael Bies and Michael Gamper, eds., Literatur und Nicht-Wissen. Historische Konstellationen 1730-1930 (Zürich: Diaphanes, 2012), 307-324, here 307).

“Fuer den Historiker ist der extreme kognitive Relativismus von White, Ankersmit und Kellner unbrauchbar” (Georg Iggers, “Geschichtstheorie zwischen postmoderner Philosophie und geschichtswissenschaftlicher Praxis,” Geschichte und Gesellschaft 26 (2000), 335-346, here 339).

“Diese Pointe ist in der Debatte um das Nicht-Wissen […] mehr als ein Witz” (Cornelia Ortlieb, “Poetische Nihilisten und andere Formen der Nichtphilosophie,” in Bies and Gamper, eds., Literatur und Nicht-Wissen, 77-95, here 95).


Situated at the intersection of history and literary studies, this dissertation project explores the fundamental problem of fact and fiction which Hayden White first formulated and the ways in which the definitions of fact and fiction have been used to create particular disciplinary theories of knowledge.   Facts and fictions constitute a theoretical matrix    that has to be considered from the perspectives of both disciplines, although authoritative handbooks in neither field have as yet considered it in a comprehensive manner.  The  basic premise of my argument is that theoretical collaboration between history and literary studies has been posssible only in a sporadic way and has rarely realized  common results. Historians have been assigned the facts and literary studies the fictions. But a definition of fictionality implies a definition of factuality. Even so, historians and literary scholars hardly talk to each other, and even in its analysis of fiction works, literary studies has until now not provided an accepted definition of what constitutes fiction and how such a definition necessarily relates to theories of knowledge.

The project’s overall approach is metatheoretical and employs a discourse and text analytical methodology. It takes up the following closely examined case studies: literary studies’ discourse about fiction and fictionality and about the novelist David Foster  Wallace; and historical studies’ discourse about the Holocaust and about the American Civil War and Reconstruction Era.