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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Jochen Krüger

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Name
Jochen Krüger
E-Mail

Einrichtung (OKZ)
Philosophische Fakultät → Institut für Geschichtswissenschaften → Geschichte Osteuropas
Sitz
Friedrichstraße 191-193 , Raum 5083
Telefon
(030)2093-70573
Fax
(030)2093-70654
Postanschrift
Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Kurzvita | Forschung |Lehrveranstaltungen

Kurzvita

1987 geboren in Schwerin
2007-2011  

Studium BA Geschichte und Ostslavistik

Universität Leipzig

2011-2014

Studium MA Geschichtswissenschaften

Humboldt-Universität zu Berlin

seit April 2014                             

Doktorand im Rahmen des Graduiertenkollegs "Diktaturen als alternative Ordnungen"; Stipendiat der Humboldt Graduate School

Forschung

Dissertation/Forschungsprojekt: Chruščev und die Parteireformen 1952-1964. Wie die „Entstalinisierung“ kommuniziert und rezipiert wurde.

Das Forschungsprojekt untersucht die Phase der sogenannten Entstalinisierung vor dem Hintergrund der Parteireformen zwischen 1952 und 1964. Diese sind als kontinuierlicher Prozess für die Herrschaftsphase unter Nikita Chruščev zu verstehen und sie dienten ihm als Mittel seiner Herrschaftsdurchsetzung. Bereits vor Stalins Tod nahm Chruščev erste Reformen in Angriff, die auf dem XIX. Parteitag der KPdSU verabschiedet wurden. Sie halfen ihm bereits maßgeblich, zusammen mit dem engsten Kreis der Führungsriege, ein Machtvakuum nach Stalins Tod 1953 zu vermeiden. Im Laufe der folgenden Jahre fand ein massiver Umbau des Parteiapparats statt, der unter der Zielvorgabe der „Stärkung der inneren Parteidemokratie“ die örtlichen Parteikomitees stärkte.Gleichzeitig gelang es Chruščev paradoxerweise, seine Position im inneren Machtkampf um die alleinige Herrschaft zu stärken und 1957 schließlich erfolgreich zu behaupten.

Die Parteireformen sind schließlich auch maßgeblicher Grund für seinen Sturz, denn zuletzt griff er die Privilegien der Parteielite an, indem er Amtszeiten einführen und begrenzen sowie ein Rotationsprinzip einführen wollte; die Pfründen der Nomenklatura waren in Gefahr.

Neben der Untersuchung der Reformen als Mechanismen der Herrschaftsdurchsetzung will ich auch der Frage nachgehen, wie diese Reformen kommuniziert und rezipiert wurden, welche Erwartungen an sie gestellt wurden und welche weitergehenden Forderungen sich daraus ergaben. Insbesondere das Verhältnis zwischen dem Machtzentrum und lokalen Parteieliten soll Aufschluss darüber geben, ob der Prozess der Entstalinisierung ein von oben gesteuertes Reformvorhaben war oder ob es sich dabei einfach um einen Zeitraum handelte, in dem heterogene und zum Teil widersprüchliche Vorstellungen von Macht- und Herrschaftsdurchsetzung miteinander wetteiferten. Darüber hinaus soll die Untersuchung zeigen, inwiefern die Reformen halfen, den Übergang von der einen Form der Diktatur unter Stalin hin zu der anderen Art von Diktatur unter Chruščëv zu gewährleisten und dabei eine stabile Ordnung zu etablieren. In dieser Frage knüpft das Dissertationsprojekt an die übergeordneten Fragen des Graduiertenkollegs „Diktaturen als alternative Ordnungen“ an.

Lehrveranstaltungen

WiSe 2015/16: "Heil der Diktaturen? Zeitgenössische Texte zum Diktaturbegriff"

                     (Übung), zusammen mit Peter Krumeich und Julian Rieck

SoSe 2016: "Der Despot ist tot. Die Sowjetunion in der Entstalinisierung" (Übung)