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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Martin Wagner

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Name
Martin Wagner
E-Mail

Einrichtung (OKZ)
Philosophische Fakultät → Institut für Geschichtswissenschaften → Geschichte Osteuropas
Sitz
Friedrichstraße 191-193 , Raum 5082
Telefon
(030) 2093-70572
Fax
(030)2093-70654

English Version

 

Kurzvita | Forschung | Publikationen | Lehrveranstaltungen

 

Kurzvita

2008 Einsemestriger Aufenthalt an der Schule Nr. 1212 Moskau
2009 Matura an der Bundeshandelsakademie Amstetten
2009–2010 Zivilersatzdienst in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
2010–2014 Bachelor of Arts in Geschichte und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universtität zu Berlin, zudem sinologisches Grundstudium als Gasthörer an HU und FU Berlin
2012–2013 Einjähriger Studienaufenthalt an der Peking Universität
2016–2017 Einjähriger Studien- und Forschungsaufenthalt an der Higher School of Economics Moscow
2014–2017

Master of Arts in Moderner Europäischer Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin

Masterarbeit: „Abschied von Stalin und Mao. Der Personenkult post mortem im Vergleich, Sowjetunion 1953–1955 und China 1976–1977“

2014–2018

Master of Arts in Chinastudien an der Freien Universität Berlin

Masterarbeit: „Kritik an Stalin und Mao. Der Umgang mit dem Personenkult im Vergleich, Sowjetunion 1955–1956 und China 1978–1981“

2018 Humboldt-Preis für die Masterarbeit „Abschied von Stalin und Mao“
seit 5/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekt von Dr. Benjamin Conrad: „Schulden, Reformen, Kriege. Russlands Staatsfinanzen in der Zeit der Napoleonischen Kriege 1796-1816“

Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, des Chinese Scholarship Council und des Bundesministeriums für Inneres der Republik Österreich.

 

Forschung

Promotionsprojekt: „Kollektiv durch die Krise. Transformation von Herrschaft nach Stalin und Mao, 1952–1957 und 1975–1981“

Totalitäre Regime können sich von innen heraus verändern und selbst mäßigen, sie können Gewalt und Willkür einhegen, die Allmacht des Einzelnen eingrenzen, und ihre Beziehung zu den Beherrschten neu begründen – darauf hat bereits Hannah Arendt hingewiesen. Die stalinistische Sowjetunion und das maoistische China sind zwei Beispiele dafür, wie der Terror aus dem Leben der Menschen verschwinden konnte, weil die Täter von einst nicht mehr in jener Ordnung leben wollten, an deren Schaffung sie selbst beteiligt gewesen waren.

Mit dem Tod Stalins im März 1953 und Mao Zedongs im September 1976 kam der Massenterror an ein Ende, nicht aber die Systeme, in deren Namen die Führer Furcht und Schrecken verbreitet hatten. Wie konnten die Gefolgsleute Stalins und Maos der Gewalt ein Ende setzen, ohne das Herrschaftssystem zu verändern? Und wie gelang es den Nachfolgern der Tyrannen, untereinander Frieden zu halten?

Sowohl in der Sowjetunion der frühen 1950er Jahre als auch im China der späten 1970er Jahre vollzog sich der Herrschaftswandel von der tyrannischen Alleinherrschaft zu einer autoritären Ordnung im Modus der Krisenbewältigung einer so genannten „kollektiven Führung“. Nur als Repräsentation von Einheit konnte das System nach dem Tod der Tyrannen stabilisiert werden. In der Sowjetunion traten das Präsidium (Politbüro), der Ministerrat und der Oberste Sowjet noch Stunden vor Stalins Tod zusammen, um den Übergang zu orchestrieren. In China übernahm im Herbst 1976 mit Hua Guofeng zwar ein Mann die Nachfolge, der sich als Verwalter der ideologischen Hinterlassenschaft Maos verstand. Doch nach der neuerlichen Rehabilitierung Deng Xiaopings und Chen Yuns trat auch der Ständige Ausschuss des Politbüros als einheitliche Gruppe auf.

Weder Stalin noch Mao hatten einen Kronprinzen auserkoren, einen Nachfolger aufgebaut oder mitgeteilt, wie sie sich den Übergang vorstellten. Wie unterschieden sich die Antworten, die die Erben der Macht in der Sowjetunion und China auf diese Herausforderung fanden? Lernten Moskaus und Beijings Reformer voneinander, grenzten sie sich voneinander ab?

 

Publikationen

Aufsätze

in begutachteten Zeitschriften

Revisionismus. Elemente, Ursprünge und Wirkungen der Debatte um den Stalinismus „von unten“, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas (erscheint 4/2018).

 

in Internetpublikationen

Die Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima im August 1945: „Global Moments“?, in: Zeitgeschichte-online, April 2017, <www.zeitgeschichte-online.de/thema/die-atombombenabwuerfe> (zusammen mit Kai Willms, Susanne Quitmann und Helge Jonas Pösche).

Bomben für den Frieden – Frieden ohne Bomben. Die Atombombe als Triebkraft der Ent- und Verflechtung internationaler Staatenbeziehungen, 1945–1968, in: Zeitgeschichte-online, April 2017, <www.zeitgeschichte-online.de/thema/bomben-fuer-den-frieden> (zusammen mit Helge Jonas Pösche).

 

Akademische Übersetzungen

aus dem Russischen: Auszüge aus Texten von L. I. Ginzberg, A. I. Danilov und L. Korsunskij zur Rezeption Friedrich Meineckes in der Sowjetunion, in: Bernd Sösemann (Hrsg.): Friedrich Meinecke: „Die deutsche Katstrophe. Betrachtungen und Erinnerungen“. Edition und internationale Rezeption, Berlin 2018, S. 310–312, 357, 359–362.

aus dem Chinesischen: Auszüge aus Texten von He Zhaowu (何兆武), Shi Yonghe (石雍和), Li Yang (李扬), Zhang Guiyong (張貴永) und Xu Xianyao (徐先堯) zur Rezeption Friedrich Meineckes in der VR China und Taiwan, in: Bernd Sösemann (Hrsg.): Friedrich Meinecke: „Die deutsche Katstrophe. Betrachtungen und Erinnerungen“. Edition und internationale Rezeption, Berlin 2018, S. 44, 187–191, 354–358, 423.

 

Rezensionen

Susanne Hohler: Fascism in Manchuria. The Soviet-China Encounter in the 1930s, London 2017, in: H-Soz-Kult 25.09.2018, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-27236>.

Joshua Rubenstein: The Last Days of Stalin, New Haven 2016, in: H-Soz-Kult 21.11.2018, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-29936>.

Aleksandr A. Fokin: “Kommunizm ne za gorami”. Obrazy buduščego u vlasti i naselenija SSSR na rubeže 1950-1960-ch godov, Moskva 2017, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas (in Redaktion).

Sheila Fitzpatrick: Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml. Übersetzt von Christiana Goldmann, Paderborn 2017, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (in Redaktion).

Posle Stalina. Reformy 1950-ch godov v kontekste sovetskoj i postsovetskoj istorii. Materialy VIII meždunarodnoj konferencii, Ekaterinburg, 15-17 oktjabrja 2015 goda, Moskva 2016, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas (in Redaktion).

 

Lehrveranstaltungen

Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften

SoSe 2018: Übung „Äpfel und Birnen. Vom Nutzen und Nachteil des historischen Vergleichs“