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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Profil

Russland ist Revolution und Kommunismus. Roter Terror und Kalter Krieg. Ein großer Birkenwald. Die Weiten der Steppe und die Tiefen Sibiriens. Das Land der Zaren und der Orthodoxen, der Terroristen und der Antisemiten. Russland ist ein Rohstoffstaat. Halb Europa, halb Asien, ein wenig Afrika. Ein Imperium. Eine Supermacht.

Die vielschichtige Geschichte Russlands und der Sowjetunion ist Gegenstand von Forschung und Lehre im Fachbereich Geschichte Osteuropas der Humboldt-Universität zu Berlin. Geschichte Osteuropas wird hier als die Geschichte der staatlichen Expansion des Moskauer Reiches hin zum weltumspannenden sowjetischen Imperium verstanden. Im Zentrum stehen dabei das 19. und 20. Jahrhundert.

Obwohl der geographische Schwerpunkt des Fachbereichs auf Osteuropa liegt, ist die Beschäftigung mit der Geschichte Russlands und der Sowjetunion keine Regionalwissenschaft. Zwar gibt es die geographische Vorstellung von einem „östlichen Europa“ schon seit dem späten 18. Jahrhundert. Aber die Geschichte Russlands und der Sowjetunion ist nur aus der Vogelperspektive gesehen eine „osteuropäische“. Russlands Geschichte ist kein orientalisches Terrain, sondern ein prägender Faktor der neuzeitlichen Geschichte Europas und der Welt.

Das Programm des Fachbereichs ist es, die russische und sowjetische Geschichte als Teil der Geschichte der modernen Welt zu erforschen und zu vermitteln. Nicht mithilfe normativer Theorien, sondern durch die Rekonstruktion und Interpretation der Vergangenheit soll verstanden werden, was das russische Zarenreich ausmachte und was die Sowjetunion zusammenhielt. Politische, wirtschaftliche und ethnische Konflikte werden an ihren jeweiligen Entstehungsorten gesucht, um  das Handeln der historischen Akteure in dichten sozialen Kontexten zu beschreiben:

Wie gestalteten die Petersburger Bürokraten Mitte des 19. Jahrhunderts die Großen Reformen? Warum war die Familie des letzen Zaren an ihrem eigenen Hof so unbeliebt? Was dachten die Anstifter von Judenpogromen? Wie konnte eine Clique von Kaukasiern den Olymp der Kremlmacht erklimmen? Weshalb verhungerten in den dreißiger Jahren Millionen von Kasachen? Warum hörte der Terror des stalinistischen Staats gegen die eigene Bevölkerung auch im  zweiten Weltkrieg nicht auf? Aus welchen Gründen kam die sozialistische Planwirtschaft nie ohne privates Unternehmertum aus? Weshalb geriet die Sowjetunion in den achtziger Jahren in eine Staatskrise?