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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Westeuropas und transatl. Beziehungen

Alina Enzensberger, M.A.

Name
Alina Enzensberger M.A.
Status
Doktorandin
E-Mail
aenz.uni (at) web.de

Einrichtung (OKZ)
Philosophische Fakultät → Institut für Geschichtswissenschaften → Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen

Thema | Vita | Publikationen

 


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Promotionsthema

Lazarette als Übergangsräume im Ersten Weltkrieg, 1914-1918

 

Die Lazarette des Ersten Weltkriegs waren zentrale Knotenpunkte innerhalb des militärmedizinischen Versorgungssystems der beteiligten Kriegsparteien. Millionen von Soldaten kamen mit diesen Institutionen während ihres Kampfeinsatzes in Kontakt. Je nach Gesundheitszustand, mussten sie Wochen, Monate oder Jahre in ihnen verbringen, um ihre körperlichen und psychischen Verletzungen zu heilen. Viele Patienten kehrten nach ihrem Lazarettaufenthalt mit einer dauerhaften Kriegsversehrung als Zivilisten in ihre Heimat zurück, andere wurden von den Militärärzten für „wiederhergestellt“ erklärt und als Soldaten in den Krieg zurückgeschickt. 
 
Mein Dissertationsprojekt untersucht Lazarette in Deutschland zwischen 1914 und 1918. Es wird gefragt, inwieweit sie als „Räume des Übergangs“ innerhalb des Krieges verstanden werden können, die sich im Spannungsfeld zwischen militärischer und ziviler Ordnung befanden. Thematisch und methodisch ist die Arbeit an einer Schnittstelle angesiedelt. Sie beruht auf Überlegungen aus der soziologischen Raumtheorie, integriert aber ebenso Elemente der neueren Kultur- und Erfahrungsgeschichte des Krieges sowie der Medizin- und Körpergeschichte.
 
So beleuchtet die Dissertation zum einen die unterschiedlichen militärischen und gesellschaftlichen Erwartungen, Projektionen und Zugriffe, die auf das Lazarett und die dort internierten Soldaten gerichtet wurden, konzentriert sich zum Anderen aber auch auf die Perspektive der Soldaten selbst und ihr subjektives Erleben der Lazarettsituation. Anders als in vielen bisherigen medizinhistorischen Studien sollen Patienten nicht nur im Sinne passiver Objekte ärztlichen Handelns beschrieben werden, sondern als aktiv handlungsfähige Subjekte in den Fokus der Untersuchung rücken. Konzepte von Männlichkeit, Körperbildern und Invalidität werden dabei ebenso thematisiert, wie die Frage nach der Konstituierung des Lazaretts als sozialem Raum mit bestimmten Regeln und Hierarchien zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patienten. Darüber hinaus soll das Lazarett auch als „Kontaktzone“ zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Sphären und Logiken verstanden werden, in der sich sowohl Begegnungen als auch Konflikte und Raumdeutungskämpfe zwischen militärischen und zivilen Akteure ergeben.

 

 

Kurzvita

 

Seit März 2013

Doktorandin am Lehrstuhl Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen 

 

2010-2013

Studium der Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und am University College London (UCL) (M.A.)

Thema der Masterarbeit: "In meinen Träumen sehe ich mich schon als Zivilist." Einblicke in das deutsche Lazarett im Ersten Weltkrieg (1914-1918)

 

2005-2009

Studium der Geschichtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin (B.A.)

Thema der Bachelorarbeit: „Genossen, heute feiern wir einen großen Sieg!“ Stalin im sowjetischen Film der Nachkriegszeit, 1946-1950

 

Publikationen

 

Enzensberger, Alina, "Nicht nur Menschen, sondern auch viel Zeit muß gegenwärtig totgeschlagen werden." Müßiggang und Mußmomente im deutschen Lazarett des Ersten Weltkriegs, 1914-1918, in: Muße. Ein Magazin 1 (2015), hrsg. vom SFB 1015 Muße, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Link

 

Enzensberger, Alina, Society for the Social History of Medicine (SSHM) 2014 Conference "Health, Disease and the State"(10-12 July 2014, Oxford), Conference report, in: SSHM Gazette 67 (2014), S. 4.

 

Rezension zu: Pathé, Anne-Marie; Théofilakis, Fabien: La captivité de guerre au XXe siècle. Des archives, des histoires, des mémoires. Paris 2012, in: H-Soz-u-Kult, 28.04.2014. Link