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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Westeuropas und transatl. Beziehungen

Lars Lehmann, M.A.

Foto
Name
Lars Lehmann M.A.
Status
Doktorand
E-Mail
larslehmann86_(at)_yahoo.de

Einrichtung (OKZ)
Philosophische Fakultät → Institut für Geschichtswissenschaften → Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen

Promotionsthema

„Das Europa der Universitäten“: Die Europäische Rektorenkonferenz im Spannungsfeld europäischer Politik, 1955-1988

 

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges lassen sich zwei Transnationalisierungsprozesse feststellen, die Europas Hochschullandschaft nachhaltig geprägt haben. Zum einen vernetzten sich nationale Wissenschafts- und Bildungspolitiker seit den 1950er Jahren in internationalen Regierungsorganisationen und begannen Teile ihrer nationalen Hochschulpolitik insbesondere im Rahmen des Europarates und der Europäischen Gemeinschaft zu europäisieren. Zum anderen bemühten sich die Universitäten seit den 1950er Jahren selbst um eine transnationale Zusammenarbeit. So gründeten Universitätsangehörige europäische Plattformen, in denen sie sich austauschen und gemeinsame Projekte und Standpunkte entwickeln konnten. Die Transnationalisierung des Hochschulwesens umfasst also nicht nur Entwicklungen auf der politischen Ebene, sondern ebenso Kooperationen zwischen den Universitäten selbst.

Diese Arbeit greift beide Entwicklungen auf und untersucht das Verhältnis von Europas Universitäten zur europäischen Politik. Dieses Verhältnis wird am Beispiel der Europäischen Rektorenkonferenz (CRE) auf der einen Seite, und deren Verhältnis zu Akteuren internationaler Regierungsorganisationen auf der anderen Seite untersucht. Die CRE gehört zu den ältesten staatenübergreifend agierenden Hochschulorganisationen. Eine erste Versammlung fand 1955 in Cambridge mit 93 Rektoren aus 13 Ländern statt. Zur Jahrtausendwende hatte sie über 800 Mitgliedsuniversitäten aus 47 Ländern. Im Laufe ihrer Geschichte arbeitete die CRE mit Akteuren verschiedener Regierungsorganisationen zusammen. Dazu zählten die Westeuropäische Union (WEU), der Europarat, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und die Europäische Gemeinschaft (EG)/ Europäischen Union (EU).

Im Kern der Arbeit geht es um die Rolle von Europas Universitätsrektoren in der europäischen (Hochschul- und Wissenschafts-)Politik. Hierbei werden die Interessen hinter den Kooperationen der Europäischen Rektorenkonferenz mit internationalen Regierungsorganisationen herausgearbeitet und wechselseitige Einflussnahmen aufgezeigt. Damit soll ein zweifacher Forschungsbeitrag geleistet werden: Zum einen greift diese Studie neuere Tendenzen der europäischen Integrationsgeschichtsschreibung auf und untersucht, inwieweit auch nicht-staatliche Akteure ihre Interessen in europapolitischen Verhandlung einbringen und Entscheidungen beeinflussen konnten. Zum anderen greift diese Studie die Wissenschaftsgeschichte des Kalten Krieges auf und analysiert, inwiefern sich Interessen von europäischen Politikern im Kalten Krieg auf die Rektoren und ihre Universitäten auswirkten.

 

Curriculum Vitae

 

Seit Herbst 2015

Doktorand am Lehrstuhl für die Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen.

 

Seit 2014

Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Wissenschaft, Zahl und Macht“ des WIN-Kollegs der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

 

2011-2014

Masterstudium der Geschichtswissenschaft an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt der Europäischen Integrationsgeschichte.

 

2007 –2011

Bachelorstudium der Allgemeinen Rhetorik und der Geschichtswissenschaften an der Eberhard-Karls Universität Tübingen.

Auslandsstudienaufenthalt an der Universidad de Sevilla (Spanien), 2010-11.