Dorothea Weltecke im Institutsvortrag des Historischen Seminars Leipzig
Waren die monotheistischen Religionen im Mittelalter vor allem Quellen von Intoleranz und Gewalt – oder war religiöse Koexistenz der Normalfall? Prof. Dr. Dorothea Weltecke von der Humboldt-Universität Berlin gibt beim diesjährigen Institutsvortrag des Historischen Seminars neue Antworten auf eine alte Frage.
In der öffentlichen Debatte gelten die großen Religionen oft als Ursache von Konflikt und Ausgrenzung. Doch zeigen aktuelle Forschungen, dass die Duldung anderer religiöser Gruppen in christlichen und islamischen Herrschaftsgebieten Eurasiens über viele mittelalterliche Jahrhunderte hinweg weitaus verbreiteter war als gemeinhin angenommen. Tatsächlich erscheint die streng monoreligiöse Situation mancher Regionen eher als erklärungsbedürftige Ausnahme denn als Regel.
In ihrem Vortrag beleuchtet Prof. Dr. Weltecke das Verhältnis von Koexistenz und Konflikt im Mittelalter und zieht Bilanz aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte – mit Konsequenzen für die Neubewertung der mittelalterlichen Epoche in der Geschichte der Religionen.
Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Ort: Vortragssaal, Sächsische Akademie der Wissenschaften, Karl-Tauchnitz-Straße 1, 04107 Leipzig