Humboldt-Universität zu Berlin - Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Sozial- und Wirtschaftsgeschichte | Forschung | Abgeschlossene Projekte | Nachwuchsgruppe "Globalisierung als historischer Prozess. Agrarmärkte, Welternährung, transnationale Politik im 20. Jahrhundert" (VolkswagenStiftung)

Nachwuchsgruppe "Globalisierung als historischer Prozess. Agrarmärkte, Welternährung, transnationale Politik im 20. Jahrhundert" (VolkswagenStiftung)

 

Die 2004 eingerichtete Nachwuchsgruppe untersucht Globalisierung als langfristigen historischen Prozess. Folgende Schwerpunkte stehen im Vordergrund: Erstens wird anhand von Fallstudien die Entstehung globaler Märkte im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert untersucht. Neben der institutionellen Ausgestaltung (Handelssystem, Unternehmen) richtet sich das Interesse auf die Folgen der globalen Marktentwicklung für Einkommen, Konsum und (nationalstaatliche) Politik. Zweitens wird der Frage nachgegangen, wie sich globale Wissensordnungen herausbilden. Die im späten 19. Jahrhundert einsetzende Verwissenschaftlichung von Ernährung und Hunger ist nur vor dem Hintergrund transnationaler Prozesse zu verstehen. Drittens analysiert die Nachwuchsgruppe die vielfältigen Bemühungen, den Prozess der Globalisierung durch internationale Organisationen und Regeln politisch zu steuern. Ausführlich sollen die nach 1945 etablierten Formen globaler Governance in der internationalen Agrar- und Entwicklungspolitik erforscht werden. In diesem Zusammenhang werden die Chancen, aber auch die Grenzen und immanenten Konflikte globaler Steuerungssysteme in historischer Perspektive analysiert.

Das Projekt ist interdisziplinär ausgerichtet und verbindet Methoden der Wirtschafts-, Sozial- und Politikwissenschaften mit historischen Fragestellungen. Es möchte dazu beitragen, der stark auf aktuelle Entwicklungen konzentrierten Globalisierungsdebatte historische Tiefenschärfe zu verleihen.