Humboldt-Universität zu Berlin - Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

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Wie die Deutschen die oberen 1% entdeckten. Eine Wissensgeschichte der ökonomischen Ungleichheit in der Bundesrepublik

Fritz Thyssen Forschungsprojekt - Felix Römer

Wie wir heute über ökonomische Ungleichheit denken und sprechen, basiert auch auf Wissensbeständen und statistischen Messungen, die nicht objektiv sind, sondern soziale Konstrukte darstellen, die eine Geschichte haben. Das Forschungsprojekt historisiert die Statistiken zur Einkommens- und Vermögensverteilung sowie die Messung der Armut und geht der Bedeutung dieses statistischen Wissens in der politischen Kultur der Bundesrepublik seit der Nachkriegszeit nach.

In der Historiographie gilt die Bundesrepublik in dieser Hinsicht als Sonderfall: Ökonomische Ungleichheit wurde lange aus dem westdeutschen Selbstbild verdrängt, und später als andere westeuropäische Gesellschaften beschäftigte sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit mit der Armut. Die Nachwirkungen dieser Tradition sind bis heute zu spüren, bis in die medialen Diskussionen über die gegenwärtige Pandemie. Das Forschungsprojekt erkundet diese unterbelichteten Seiten der bundesdeutschen Geschichte aus neuer Perspektive.

Das Forschungsprojekt wird von der Fritz Thyssen Stiftung mit einer eigenen Stelle und Sachmitteln gefördert.