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Humboldt-Universität zu Berlin - Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte

Wissenschaftsgeschichte und Pandemie

Über das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die von ihm verursachte Krankheit COVID-19 wird viel geschrieben. Einen besonderen Blick haben Wissenschafts- und Medizinhistoiker auf dieses Geschehen, weil sie sich mit der Geschichte von Seuchenereignissen schon immer auseinandergesetzt haben, und weil sie zugleich die aktuellen Geschehnisse mit dem Instrumentarium der historischen Epistemologie analysieren.  weil sie zugleich die aktuellen Geschehnisse mit dem Instrumentarium der historischen Epistemologie analysieren. Im Anschluss an das virtuelle Podium des Lehrstuhlkolloquiums im Sommersemester 2020 stellen wir auf dieser Seite Texte vor, die uns in den letzten Wochen und Monate aufgefallen sind und die aus unserer Sicht zu einer Einordnung des aktuellen Geschehens beitragen.

 

COVID-19, Ludwik Fleck und die Genese epidemologischer Fakten

Ilana Löwy (Senior Researcher emerita, Inserm, Paris) schlägt einen Bogen von der Genese epidemologischer Fakten und der Politik der Diagnose in der Coronakrise zu Ludwig Flecks Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (1935), einem bis heute grundlegendem Werk der historischen Erkenntnistheorie. (10/20)

http://somatosphere.net/2020/ludwik-fleck-where-are-you-now.html/

 

Unzureichend, aber unverzichtbar: Die WHO und die Geschichte der globalen Gesundheit

Vor dem Hintergrund des Rückzugs der USA aus der WHO analysieren Christoph Gradmann (Professor für Medizingeschiche, Universität Oslo) und Jean-Paul Gaudillière (Senior Researcher, Inserm, Paris) das Spannungsfeld, in dem sich diese Organisation seit ihrer Gründung bewegt. (08/20)

https://geschichtedergegenwart.ch/inadequate-yet-indispensable-the-who-and-the-history-of-global-health/

 

"Fehlerbewusstsein ist die Essenz von Wissenschaft"

Interview mit Lorraine Daston (Direktorin emerita, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin), über Wissenschaft und Wissen in Geschichte und Gegenwart und darüber, wie sie die Wissenschaft während der Coronakrise erlebt. (06/20)

https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/interview_lorrainedaston

 

"'Ein Feind und Helfer' - Geschichte einer schwierigen Beziehung"

Mikroben waren dem Menschen zunächst gefährlicher Gegner, dann nützlicher Begleiter. Wird Sars-CoV-2 unseren Blick auf die Mikroorganismen nun abermals verändern?, fragt Mathias Grote (Heisenberg Programm, Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin) in seinem Beitrag "Ein Feind und Helfer", zur Sektion Natur und Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . (05/20)

Grote, Mathias: "Ein Feind und Helfer", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Mai 2020, Nr. 111, S. N2.

 

Ground Zero of Empiricism

Lorraine Daston (Direktorin emerita, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin) zu den tastenden Versuchen von Medizinern und Wissenschaftlern in der Frühphase der Pandemie belastbare Erkenntnisse über das neuartige Virus zu gewinnen. (04/20)

https://critinq.wordpress.com/2020/04/10/ground-zero-empiricism/