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Humboldt-Universität zu Berlin - Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte

M.A. Kris Decker

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Vita

Kris Decker arbeitet an einer Ethnographie über Klimaforscher // seit 2014 Mitarbeiter im Nationalfonds-Projekt 'Schreibtischstudien'. // Ausbildung in Geographie & Philosophie in Fribourg und Bern (B.Sc., 2011), dann Science Studies (M.A., Luzern, 2013). Herbstsemester 16: Forschungsaufenthalt at Queen's University, Canada.

 

Arbeitsschwerpunkte

  • Infrastrukturen

 

Forschungsprojekt

Material, Werkzeug, Infrastruktur

Historische Aufzeichnungen würde man nicht sofort zu den Materialien zählen, die zur Erforschung der Geschichte des Klimas verwendet werden. Und doch gibt es in den Klimawissenschaften einen Forschungsbereich, in dem die Auswertung schriftgebundener Materialien zum Alltag gehört: die Historische Klimatologie. Auf der Grundlage von Wettertagebüchern, Ernteaufzeichnungen, Stadtchroniken, Schiffslogbüchern und weiterem Schriftgut werden Daten gewonnen, die für die Rekonstruktion klimatischer Veränderungen des vergangenen Jahrtausends benutzt werden können.

Wie arbeiten die Klimaforscher_innen mit diesen schriftgebundenen Materialien? Das ist Gegenstand meines Projekts. Aufbauend auf Interviews, Konferenzbesuchen und Literaturarbeit beschäftige ich mich mit den grundlegenden Bedingungen der Entstehung klimatologischer Erkenntnisse. Zu diesen Bedingungen gehören insbesondere der Aufbau und die Instandhaltung einer Computer-Infrastruktur, der Entwurf und die Anpassung von Auswertungswerkzeugen, sowie die Beschaffung und Verfügbarmachung der Forschungsmaterialien selber – Arbeiten, die von vielfältigen praktischen Herausforderungen durchdrungen und in heisse Diskussionen über das geeigneteste Material für Klimarekonstruktionen eingebunden sind. Historisches Schriftgut steht dabei Seite an Seite mit anderen Forschungsmaterialien wie Eiskernen und Baumringen, welche aus den Archiven der Natur zu kommen scheinen, während das Schriftgut Resultat menschlicher Beobachtungen ist, was die verschiedenen Wertigkeiten einzelner Forschungsmaterialien zum Thema werden lässt.

Wenn es schliesslich darum geht, die Historische Klimatologie als eigenständige materielle Kultur zu begreifen, sollten auch die Tiefen unterhalb der gegenwärtigen Umrisse dieser Kultur nicht unbeachtet bleiben: Wie Material, Werkzeug und Infrastruktur über die Zeit hinweg weitergegeben und verändert werden, ist folgenreich dafür, wie heute geforscht wird – so eine These.

(Das Projekt wird als eine von drei Schreibtischstudien vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.)

 

Publikationen

Artikel

  • Decker, K. (2016). Die Macht der Maus. Über die grauen Eminenzen des Labors. Cargo - Zeitschrift für Ethnologie, (36).
 
Rezensionen
  • Decker, K. (2016). Rezension von: Carlo Caduff, The Pandemic Perhaps. Dramatic Events in a Public Culture of Danger, Oakland 2015. H-Soz-Kult. Abgerufen von http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-26161
  • Decker, K. (2016). Review of: Nicole Starosielski, The Undersea Network, Durham 2015. Journal of Comparative Research in Anthropology and Sociology, 7 (2), 143–145.

 

Übersetzungen

  • Bachelard, G. (2017). Der Surrationalismus. (Wulz, Monika, Hrsg., Decker, Kris, Übers.) (S. 71–80). Konstanz: Konstanz University Press.