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Humboldt-Universität zu Berlin - Fachschaftsinitiative

Informationen

Wer, wieso und was?

 

Bildungsungerechtigkeit ist leider auch in Deutschland immer noch bittere Realität. Um dem zumindest ein wenig entgegen zu wirken hat es am IfG dieses Jahr das erste Mal eine Informationsveranstaltung für Studierende aus nichtakademischen Familien zusammen mit  arbeiterkind.de gegeben. Daraus entstand dieser Moodle-Kurs indem du dich weiter Informieren und/oder vernetzen kannst. Schau doch mal rein:

http://moodle.hu-berlin.de/course/view.php?id=56701

 

 

 

Leitbild

Die Initiative „Seid Ihr die Ersten?“ am IfG richtet sich an Studierende am Institut, die als Erste in ihrer Familie ein Hochschulstudium aufnehmen. Sie wird von einer Gruppe Studierender und Angehörigen des Mittelbaus getragen. Ihr Ziel ist es, Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern beim erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zu unterstützen.

Bildungserfolg in Deutschland hängt in hohem Maß von der sozialen Herkunft ab. Auch im internationalen Vergleich schneidet Deutschland bei Bildungsgerechtigkeit und sozialem Aufstieg durch Bildung sehr schlecht ab. Dies zeigt eine Reihe von Studien wie der Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2013 oder Analysen des Centrums für Hochschulentwicklung.

Gründe sind vor allem im dreigliedrigen Schulsystem zu suchen, im Zuge dessen manche Bundesländer bereits nach der vierten Klasse selektieren. Aber auch nach Aufnahme des Hochschulstudiums kann sich die soziale Herkunft weiter auf die Studienbedingungen und den Studienverlauf auswirken. Fehlende finanzielle Möglichkeiten, mangelnde Vertrautheit mit dem System Hochschule, fehlende familiäre Unterstützung bzw. fehlendes Verstehen dessen, was studieren bedeutet, auch schichtspezifische Ablehnung von akademischen Karrieren, sowie fehlende Beratung oder bürokratische Hindernisse können schwer überwindbare Hürden für den erfolgreichen Studienabschluss darstellen. Die Kommission zur Evaluation des Gleichstellungskonzeptes an der Philosophischen Fakultät I hat dieses Problem in ihrem Bericht von 2015 benannt. Künftig sollen die Hälfte der für die Frauenförderung reservierten Mittel für die Förderung verschiedener sozialer Gruppen, wie Studierende mit Migrationshintergrund und aus nicht-akademischen Familien, eingesetzt werden. Die Einführung von tragfähigen Unterstützungsstrukturen ist bislang aber nicht erfolgt.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Initiative „Seid Ihr die Ersten?“ im Jahr 2013 gegründet, die sich an Studierende der Geschichtswissenschaft mit ihren spezifischen Problemen und Herausforderungen wendet. Diese können karrieretechnischer, aber auch fachspezifischer Natur sein. Sie können Schwierigkeiten beim Verfassen von Hausarbeiten und die damit verbundene Wissenschaftssprache sowie analytische Argumentation ebenso betreffen wie die Frage nach Berufsperspektiven und -planung. Oftmals ist es der fehlende Zugang zu Informationen oder das Wissen darum, wie dieser zu erlangen ist, der die Studierenden vor schwer überwindbare Hindernisse stellt. Die Mitglieder der Initiative möchten hier ihre Erfahrungen weitergeben, Unterstützung anbieten und darüber hinausgehende Hilfsangebote vermitteln. Das Angebot reicht von persönlichen Gesprächen in Sprechstunden, Überblicksvorträgen im Rahmen der Erstsemestereinführung bis hin zu Workshops z.B. zu Hausarbeiten und Stipendien. Auch in Fragen rund um das Hochschulstudium, zu Finanzierung, Auslandsaufenthalt, Arbeiten während des Studiums etc. stehen die Mitglieder der Initiative beratend zur Verfügung.