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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Forschung und Projekte | Drittmittelprojekte | An den Grenzen der Souveränität. Die Pariser Vorortverträge von 1919/20 und das Völkerrecht des frühen 20. Jahrhunderts

An den Grenzen der Souveränität. Die Pariser Vorortverträge von 1919/20 und das Völkerrecht des frühen 20. Jahrhunderts

geleitet von Prof. Dr. Gabriele Metzler, Karin Trieloff

 

Die völkerrechtliche Dimension der Pariser Vorortverträge von 1919/20 ist in der historischen Forschung bislang ignoriert oder als Begleiterscheinung zwischenstaatlicher Machtpolitik bagatellisiert worden. Das Projektvorhaben geht demgegenüber davon aus, dass juristische Aspekte und Geltungsansprüche sowohl bei der Entstehung wie bei dem Scheitern der Verträge eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die Untersuchung besteht aus drei Schwerpunkten: Es wird rekonstruiert, wie sich Vorstellungen einer "zivilisierenden" und "modernisierenden" Ordnungskraft des Völkerrechts seit dem späten 19. Jahrhundert entfaltet haben, welche Bedeutung Völkerrechtsexperten bei den Friedensverhandlungen zukam und wie einzelne Vorschriften der Friedensvorträge politisch umgesetzt wurden. Im Ganzen zielt die Untersuchung darauf ab, den historischen Stellenwert der Pariser Friedenskonferenz neu zu bestimmen und als Beispiel für konfliktreiche Grenzziehungen zwischen Politik und Recht, aber für den Formwandel des souveränen Territorialstaates zwischen Internationalisierung und Nationalisierung im frühen 20. Jahrhundert zu interpretieren.

 

Laufzeit: 07/2011 bis 09/2019
Fördermittelgeber: Volkswagen-Stiftung (VW)