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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Leicester 2011/2012

Ich hab das Studienjahr 2011/2012 in Leicester an der University of Leicester (UoL) verbracht. Es war ein überaus umfangreiches Jahr mit vielen Essays aber auch genug Zeit um die Stadt zu erkunden und neue Bekanntschaften zu machen.

Ich persönlich empfand es als Vorteil gleich zwei Semester an der UoL zu verbringen, da das Semesterschema etwas anders aufgebaut ist als an der HU und das zweite Semester dort schon Ende Januar beginnt. Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass man während dem einen Semester erst anfängt sich neu einzuleben und erst im zweiten Semester so richtig mittendrin ist und somit das Leben dort auch besser erleben und fühlen kann.

Ich hatte mich entschieden mir eine private Unterkunft zu suchen anstatt in einem der Studentenwohnheime zu wohnen. Daher hatte ich mich im Internet vorher kundig gemacht und mir vor Ort die Wohnung angeschaut. Es war eine vierer WG im Zentrum der Stadt. Die Wohnung war zu Fuß 20 Minuten von der Universität entfernt. Es gibt außerdem die Möglichkeit den Bus zu nehmen, wobei ein einzelner Fahrschein zwischen 1,40 Pfund und 1,80 Pfund kostet. Zu dem gibt es auch die Alternative sich ein Fahrrad anzuschaffen, was nur von Vorteil ist in einer relativ kleinen Stadt wie Leicester. Es gibt immer günstige gebrauchte Fahrräder zu kaufen, da viele Studenten in Leicester ansässig sind, denn Leicester hat zwei Universitäten und wird als eine Studentenstadt bezeichnet. Neben der UoL gibt es auch die DeMonforte University, welche näher zum Stadtzentrum ist als die UoL.

Durch die hohe Anzahl an Studenten bietet Leicester auch eine Vielzahl an Bars, Pubs und Clubs, die größtenteils im Zentrum oder mehr oder weniger in der Nähe des Stadtzentrums liegen. Eine der Besonderheiten der UoL ist vielleicht auch, dass sie ihren eigenen Club hat, welche auf dem Campus liegt. Meiner Erfahrung nach lebten die meisten Erasmus Studenten meist im Studentenwohnheim Freemens Common (Fußweg 5-10 Minuten) welches eines der Nahsten Wohnheime ist und auch relativ Preiswert ist. Die Wohnpreise in England sind ziemlich hoch und kaum vergleichbar zu Berlin. Das Wohnheim Mary Gee in Oadby ist weit entfernt von der Universität, also sollte man sich das zweimal überlegen bevor man sich für dieses Wohnheim entscheidet und wenn man keine andere Möglichkeit hat – dann definitiv ein Fahrrad besorgen.

Am Anfang des Wintersemester gab es vor Beginn des regulären Studiensemesters eine Willkommens Woche in der die ganze Woche voll durch programmiert war und alle notwendigen Sachen angesprochen wurden, wie die Eröffnung eines Bankkontos, Krankenversicherung und viele andere Sachen über organisatorisches bezüglich des Erasmusaufenthaltes . Außerdem gab es gleich am ersten Tag ein Treffen mit allen Erasmus Studenten und der Erasmus Koordinatorin und mit kleinen Gruppenquiz und anderen Kennen Lernspielen wurden erste Schritte zum Freunde finden und Kontakte knüpfen ermöglicht.

Um Kontakte zu knüpfen und neue Menschen kennen zu lernen gibt es die Möglichkeit sich an einige der Societies einzuschreiben und dort Freunde mit gleichen Interessen zu finden. Ich hatte mich für die Erasmus Society und die International Student association (ISA) eingeschrieben. Diese Societies organisieren viele Events und Treffen u.a. in Pubs und ermöglichen das kennenlernen von neuen Studenten. Vor allem in der Erasmus Society sind auch viele englische Studenten, die das vorherige Jahr im Ausland verbracht hatten und nun wieder den Kontakt zu internationalen Studenten suchen, was für die Erasmus Studenten eine gute Gelegenheit ist auf englische Studenten zu treffen und mehr über die englischen Studenten zu erfahren. Die ISA organisiert viele Trips durch die UK, welche relativ günstig sind. Ich hatte an dem Schottland Trip teilgenommen diese dauerte eine Woche und war anstrengend da wir ständig mit dem Bus unterwegs waren, aber es war definitiv schön, da wir so die Möglichkeit hatten viele Städte in Schottland zu sehen. Außerdem hatte ich mich für die History Society eingeschrieben, welche u.a. einige Pub Crawls organisierte. Diese sogenannten Pub Crawls sind sehr angesagt in den UK und sind eine lustige und amüsante Idee - definitiv ein Teil der englischen Kultur.

Die Geschichtsmodule an der UoL sind ziemlich strikt vom Schema her. Zur jeder Sitzung gibt es Texte zu lesen. Die Literatur für jede einzelne Sitzung wurde schon von vornherein vorgegeben zu mindestens in den Modulen, die ich belegt hatte. Zu dem war die Abgabe von Essays während des Semesters Pflicht. Pro Modul musste ich zwei Essays schreiben, die jeweils um die 2500 Wörter umfassten. die Zeit sollte man sich recht gut aufteilen, da manchmal bei 2-3 Modulen die Abgabe des ersten Essays auf den selben Abgabetermin fallen kann und somit muss man gut organisiert und strukturiert an die Essays herangehen. Ansonsten ist die Arbeit an den Essays nicht so schwer, denn die Essay Fragen sind schon vorgegeben und frei auswählbar und durch die Literaturangaben des Seminarleiters kann man sich auch viel Hilfe bei der Bearbeitung heranziehen. Eins ist definitiv klar die Struktur der Geschichtsmodule an der UoL und der HU ist sehr unterschiedlich, aber dennoch war es interessant für mich auch mal eine andere Vorangehens Weise kennenzulernen. Meistens sind die Seminare in relativ kleinen Gruppen von bis zu 15 Personen gehalten worden und gab dem Seminar so eine angenehme Arbeitsatmosphäre.  

Mein Aufenthalt in Leicester war unglaublich schön und alleine die Erfahrung, die ich dort erleben konnte bedeutet mir viel. Anfangs hatte ich ein ungewisses Gefühl und war etwas unsicher, doch letztendlich bin ich sehr froh Leicester ausgewählt zu haben und überhaupt den Schritt gewagt zu haben um ein Jahr im Ausland zu studieren. Neben der Universität und all den universitären Erfahrungen, waren vor allem die persönlichen und zwischen menschlichen Erfahrungen unglaublich wertvoll. Man lernt neue Menschen aus anderen Ländern mit verschiedenen Kulturen kennen und auch die Englischkenntnisse werden dadurch besser. All diese Erfahrungen und Erlebnisse ändern einen Menschen zum positiven, denn überall auf der Welt hat man nun Freunde und Kontakte geknüpft, die das Leben eines jeden nur bereichern.