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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Ljubljana 2011/12

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Irgendwie hatte Ljubljana und das Institut für Ethnologie und Kulturelle Anthropologie mein Interesse geweckt und ich wollte sehr gern mein Auslandssemester dort verbringen. Da mein Institut (Kulturwissenschaft) keine Partnerschaft zur Universität von Ljubljana hat, suchte ich nach anderen Instituten und wurde bei den Geschichtswissenschaften fündig. Es war kein Problem, einen der Restplätze für die Uni Ljubljana zu bekommen und auch wenn es einige kleine  Verwirrungen bei der Bewerbung an der Gastuniversität gab – da das Geschichtsinstitut der Humboldt-Universität natürlich die Partnerschaft mit dem Geschichtsinstitut der Uni Ljubljana hat und nicht mit dem Institut für Ethnologie und Kulturelle Anthropologie – bekam ich schließlich die Bestätigung, dass ich als Erasmusstudentin an jenem Institut angenommen wurde.

Man steht zwar immer etwas zwischen den Stühlen und ich wusste oft nicht, wer nun eigentlich mein/e Ansprechpartner/in ist, aber man hat mir immer gut geholfen in beiden Instituten.

Zu den Vorbereitungen gehörten für mich

  • Bewerbung für einen Erasmusplatz am Geschichtsinstitut
  • Bewerbung an der Gasthochschule
  • Abstimmung über das Learning-Agreement mit dem Kulturwissenschaftsinstitut
  • Bewerbung für den EILC-Kurs
  • Zimmersuche

 

Anreisemöglichkeiten zum Studienort

Ich bin von Berlin mit dem Zug gefahren, was nach Ljubljana ca. 15 Stunden dauert. Wenn man rechtzeitig bucht, kann man ein Ticket für 39 € bekommen.

Mit dem Flugzeug ist die Verbindung von Berlin aus nicht sehr günstig. Generell kann man sagen, dass der Flughafen Ljubljana von nicht sehr vielen Fluggesellschaften angeflogen wird und dementsprechend die Preise für die Flüge recht hoch sind. Man könnte auch zu einem Flughafen in der Nähe fliegen, wie z.B. Venedig, Klagenfurt, Zagreb oder Rijeka.

Mit dem Auto fährt man die Strecke in ca. 10 Stunden.

 

Vorstellung der Gastuniversität

Die Universität ist eine sehr große Universität mit langer Tradition. Es gibt 22  Fakultäten und 3 Akademien. Ca. 64000 Studierende sind immatrikuliert. Es gibt keinen Campus, die Fakultäten sind über die ganze Stadt verteilt.

http://www.uni-lj.si/en/about_university_of_ljubljana.aspx

Die internationalen Beziehungen der Universität sind mannigfaltig und die Organisation für Austauschstudierende aufgrund der langjährigen Erfahrung sehr gut. Es gibt genügend Einführungsveranstaltungen, sowohl auf Universitäts- als auch auf Institutsebene.

 

Gut zu wissen: In Slowenien gibt es keine Mensen, sondern Vergünstigungen in Restaurants. In fast allen Lokalen kann man die sogenannten „student coupons“ nutzen und bekommt ein großes Menü mit Suppe, Hauptgericht, Salat und Nachspeise für den Preis von 2-4 Euro.

 

Beurteilung der Lehrveranstaltungen und Lernbedingungen

Das Institut für Ethnologie und kulturelle Anthropologie ist ein relativ kleines und familiäres Institut. Die DozentInnen kennt man teilweise per Vornamen und alles wird recht locker gehandhabt. Es gibt keine Anwesenheitspflicht.

Die Lehrveranstaltungen finden in kleinem Rahmen statt, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Diskussionen kommen leicht zustande, und die DozentInnen sind offen für verschiedenste Denkansätze. Bezüglich der Themen für Hausarbeiten besteht viel Spielraum und jede/r kann sich für das entscheiden, was in das individuelle Studium passt. Dennoch wäre manchmal ein stärkerer roter Faden hilfreich gewesen.

Im Institut gibt es eine kleine Bibliothek, die leider nicht sehr lange geöffnet hat. Die große Universitätsbibliothek bietet mehr Möglichkeiten.

Sehr gut hat mir gefallen, dass wir uns Equipment wie z.B. Filmkamera ohne Probleme für eine gewisse Zeit ausleihen konnten.

 

Sprachvoraussetzungen und Sprachkompetenzen

Grundsätzlich benötigt man keine Slowenischkenntnisse, wenn man an der Universität von Ljubljana studieren möchte. Es gibt in vielen Instituten englische Programme extra für Austauschstudenten, wenn auch nicht in allen. Wenn man an ein Institut gehen möchte, an dem keine Kurse auf englisch angeboten werden, besteht die Möglichkeit, sich in Kurse einzuschreiben und mit Hilfe des Dozenten (Literaturempfehlungen, Aufgaben, Konsultationen) den Kurs mit einer Prüfungsleistung auf englisch abzuschließen. Dies muss aber immer persönlich besprochen werden.

In Berlin hatte ich im Vornherein keine Slowenisch-Kurse gefunden, daher bewarb ich mich für den EILC-Kurs in Maribor, um eine Idee von der slowenischen Sprache zu bekommen. Um nicht so früh vor Ende des Wintersemesters in Berlin aufbrechen zu müssen, entschied ich mich für den Sprachkurs in Maribor, der nur 2 Wochen anstelle der 4 Wochen in Ljubljana ging. In diesem Kurs wurden die Grundlagen in raschem Tempo vermittelt und für mich war es auch eine sehr gute Entscheidung, zwei Wochen in der zweitgrößten Stadt Sloweniens zu verbringen und somit noch mehr des Landes kennenzulernen. Wenn man die Möglichkeit hat, den EILC-Kurs zu belegen, sollte man diese unbedingt wahrnehmen, denn er ist ein guter Start in das Erasmussemester.

In Ljubljana habe ich dann noch einen aufbauenden Kurs abgeschlossen. Doch auch danach fühlte ich mich noch nicht wirklich in der Lage, tatsächliche Konversationen zu führen. Aber immerhin kann man Dinge bestellen, kaufen, etwas Small Talk führen und fühlt sich generell sicherer. Slowenisch ist aber leider für nicht-slawische Muttersprachler keine so einfache Sprache, und dazu kommt, dass es zahlreiche Dialekte gibt, die das Verstehen erschweren. Dennoch würde ich jedem, der Interesse an Sprachen hat, raten, einen Kurs zu belegen - für mich war es sehr spannend.

 

Wohnmöglichkeiten und Empfehlungen

Bei der Bewerbung an der Universität kann man ankreuzen, ob man sich auch gleichzeitig bei einem Wohnheim bewerben möchte. Es gibt drei große Wohnheimkomplexe in verschiedenen Teilen der Stadt und noch weitere kleinere. Da die Nachfrage sehr groß ist, muss man sich sehr früh bewerben.

In den Wohnheimen gibt es nur Doppelzimmer, die Aufteilung mit Küche und Bad ist verschieden.

Auch Zimmer, die privat vermietet werden, sind oft Doppelzimmer. Man kann aber auch Einzelzimmer finden.

Wenn man in einer Privatunterkunft leben möchte, kann man sich von der Studentenorganisation SOU helfen lassen, ein Zimmer zu finden – oder man sucht einfach selbst im Internet nach Anzeigen. Ich denke, es ist besser, sich selbst auf die Suche zu machen, denn zu Beginn des Semesters sind die Leute von SOU auch sehr beschäftigt und es kann sein, dass man ewig in der Schlange wartet und dann nur alte Anzeigen bekommt, deren Zimmer schon weg sind.

 

Internetseiten zum Suchen: englisch - http://www.realestate-slovenia.info/
slowenisch - http://www.cimri.si/
https://docs.google.com/document/edit?id=1GmkasuTtRczvOVRkGM9XY2OD64aYcippDQwOSiGv3LY&pli=1
 

 

Finanzierung und zu berücksichtigende monatliche Ausgaben

Ich habe für mein Einzelzimmer 225 Euro bezahlt, in den Wintermonaten 300.

Wohnheimzimmer kosten um die 90 Euro, ist aber auch verschieden.

Insgesamt sollte man wohl 500 Euro im Monat einplanen, wenn man in einem Einzelzimmer wohnen möchte.

 

 

Freizeitaktivitäten

Slowenien ist ein wunderbar abwechslungsreiches Land. In einer halben Stunde ist man in den Bergen, in einer Stunde am Meer, und wenn man hier alles erkundet hat sind die Nachbarländer auch nicht weit.

Ljubljana ist eine wundervolle Stadt mit toller Architektur, Parks und Wald und vielen jungen Leuten, die Kreativität und Kultur verwirklichen. Der Charme der kleinen Metropole verzaubert im ersten Augenblick und bewirkt, dass man sich unglaublich wohl fühlt und vielleicht auch gar nicht mehr weg möchte.

 

und darüber hinaus? (Allgemeines Fazit)

Ein Auslandsaufenthalt ist immer eine tolle Erfahrung, und gerade in ein für mich unbekanntes Terrain wie Slowenien zu fahren, hat mein Leben sehr bereichert. Ich kann es jedem nur weiterempfehlen!