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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

London 2002/03

Erfahrungsbericht UCL 2002/2003

Ich habe 2002/03 ein akademisches Jahr in England verbracht, und zwar am University College London (UCL). Es hat mir ausgezeichnet gefallen und war eine wunderschöne Erfahrung. Zu einigen Dozenten habe nach wie vor Kontakt, auch meine Lieblingsstadt an der Themse wird regelmäßig von mir aufgesucht. Wer meine persönlichen Eindrücke nachlesen möchte, kann das auf der Homepage von UCL tun, auf die ich hier ausdrücklich verweise.
http://www.ucl.ac.uk/history/2003/admissions/affiladmiss/studview.htm

Soviel vorweg, hier sollen jetzt eher praktische Dinge im Vordergrund stehen. Allerdings werden meine Ratschläge vielleicht etwas unkonventionell anmuten. Und ich werde keine allgemeine Einführung für England schreiben. Allgemeinplätze, daß es immer regnet, man sich überall anstellen muß, die Pubs um 11 Uhr schließen und vor allem London unverschämt teuer ist, dürften jedem bekannt sein.

Wie kommt man jetzt zu UCL? Zunächst Glückwunsch zu dieser Wahl, die Uni gehört neben Oxbridge zu den Top-Adressen und im Gegensatz zu letztgenannten liegt UCL eben im Herzen von London. Dies war auch klar der Grund für meine Bewerbung. Nach Annahme durch die HU ging es eigentlich einfach. Man wird überhäuft mit Info-Material von UCL. Und die einzig große Entscheidung, ob man in einem der Studentenwohnheime untergebracht werden möchte oder sich privat eine Behausung organisiert, ist auch nicht schwer zu treffen. Wer kennt schon vorher in London Leute, die eine Wohnung haben? Abgesehen davon ist dies natürlich wesentlicher Teil der „erasmus experience“. Meist sucht am Ende UCL aus, wer wo hinkommt, aber egal. Die meisten Häuser sind in Fuß(!)-Nähe zur Uni.

Nachdem man sich dort eingelebt hat und viele Leute aus vielen Ländern (hoffentlich) kennengelernt hat, muß man wohl einkaufen gehen. Wir habe unsere Küche mit Toaster und Mikrowelle ausgestattet, uns Kissen und Decken (die im Max Rayne House z.B. nicht provided waren) gekauft, sowie Putzmittel um die Zimmer bewohnbar zu machen. Aber Spaß war’s trotzdem - man sollte halt keinen zu hohen Erwartungen haben. Die erste Woche bei den Historikern verbringt man Treffen mit dem Sokrates-Koordinator, der bei der Auswahl der Kurse berät und auch sonst immer ein offenes Ohr hat. Hier lassen sich zwei generelle Informationen unterbringen. In England ist ein intensiverer Kontakt mit den Dozenten normal, habt ihr ein Problem, geht einfach hin und besprecht das. In England sind auch die Kurse kleiner und die meisten Leute sind für die Stunde vorbereitet und haben den Text tatsächlich gelesen. Dementsprechend hat man auch 2 oder 3 Kurse und nicht unsinnige 30 SWS wie hier. In dieser Woche finden dann häufig Kennenlern-Parties statt, Picknicks werden organisiert und zu Beginn des 1. Terms kennt man mehr Leute als nach 3 Semestern in Berlin.

Weiteres ist kaum zu erwähnen, man bekommt ehe viel zu viele allgemeine Infos von der Uni selber. Eines vielleicht noch. Wenn man kein englisches mobile braucht, kann man auch getrost auf den Umstand verzichten, ein Bankkonto zu eröffnen. Ich habe alles mit Kreditkarte oder EC-Karte bezahlt und sonst ab und an Geld aus dem Automaten (4 euro Gebühr) gezogen. Noch drei persönliche Tipps. Schaut Euch den Film l’auberge espanol an, um einen Vorgeschmack auf das Erasmus-Leben zu bekommen. Vermeidet eure Landsleute, dies ist jetzt die Chance Spanier, Französinnen und andere kennenzulernen. Und fliegt ab und zu mit Ryan-Air nach Hause und bringt dann Tabak, Schnaps, Brot, Bier und anderes mit. Das spart richtig Kohle.

Sollte jemand persönliche Fragen zu UCL haben, könnt ihr mir gerne eine eMail schicken: c.lundgreen@web.de.
Viel Spaß und Erfolg im Ausland

Christoph Lundgreen