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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Lyon 2004/05

von Tim Hildebrandt

 
 
1. Vorbereitung
 
Neben den allgemeinen Informationen im Merkblatt für Sokrates/Erasmus-Studierende der HU erhält man genauere Informationen über einen Studienaufenthalt in Lyon mit der google-Suchmaschine (Eintrag: Erfahrungsbericht Lyon) und über die Informationsbroschüren, die von der Université Lumière Lyon 2 verschickt werden.
Bei der Einschreibung zu Beginn des Semesters wurden sowohl meine Geburtsurkunde in Kopie und ohne beglaubigte Übersetzung, die sonst 20 Euro kostet, akzeptiert als auch eine Bestätigung der Feuersozietät Berlin/Brandenburg über den Haftpflichtversicherungsschutz, den HU-Studierende im Rahmen universitärer Veranstaltungen im und Ausland genießen. Hier müsste man anderenfalls eine Versicherung in Frankreich abschließen (ca. 25 Euro).
 
2. Transport
 
Die preislich günstigste und praktischste Reisemöglichkeit nach Lyon ist die Flugverbindung Berlin-Genf mit easyjet (ab 40 Euro) und die Weiterfahrt von Genf nach Lyon mit dem SNCF ( 20 Euro, mit der carte 12-25, die ungefähr 50 Euro kostet, halbiert sich der Fahrpreis). Für den Kauf von Flugtickets und Bahnkarten ist eine Kreditkarte sehr von Vorteil.
 
3. Sprachkurs
 
Die Sprachkurse werden für ein Semester angeboten. Man lernt hier vor allem das Verfassen eine „dissertation“, für die es in Frankreich sehr genaue Regeln gibt. Ein Einstufungstest ermittelt das persönliche Sprachniveau (1,2 oder 3), nach dem man in entsprechende Kurse eingeteilt wird. Die Qualität des Unterrichtes hängt stark vom Dozenten ab. Es gibt da sehr unterschiedliche Erfahrungen. Ich habe bei Frau Simon auf alle Fälle etwas mitnehmen können.
 
4. Studium
 
Grundsätzlich stehen Erasmus-Studenten alle Kurse in allen Fächern offen, Bedingung für die Teilnahme ist die Zustimmung des Dozenten. Diese wird in seltenen Fällen dann verwehrt, wenn zu viele französische Studenten den Kurs besuchen oder diese bereits ein Auswahlverfahren hinter sich haben (z.Bsp; bei histoire mention géographie). Das Programm der Licence in Geschichte ist kurz vor Beginn der Vorlesungszeit im Internet einsehbar, hängt am Schwarzen Brett des Geschichtsinstitutes in Bron, Batiment L oder ist bei Frau Liviane Di Pippam, gleiches Gebäude, im Raum 125 erhältlich. Dort und bei einer Informationsveranstaltung mit Madame Thirvend bekommt man auch eine allgemeine Übersicht über den Aufbau des Geschichtsstudiums. Wenn man in Geschichte eine Hausarbeit schreiben will, dann kann man das z. Bsp. bei Albrecht Burkart, einem deutschen Dozenten der Histoire moderne (Frühe Neuzeit) tun. Diese muss in französisch verfasst werden und Herr Burkart nimmt sich gerne Zeit sowohl für die Vorbesprechung als auch die Kontrolle der Hausarbeit.
Dozenten, deren Lehrveranstaltungen mir am besten gefallen haben, sind Claude Prudhomme (Religions et Cultures contemporaines) und Olivier Christin (Guerre de Religions, 16e siècle).
Wenn man sich für Masterkurse interessiert, dann sollte man diese im Wintersemester belegen, da die Geschichtsstudenten des ersten sowie des zweiten Masterjahres im Sommersemester fast keinen Unterricht haben sondern eine schriftliche Arbeit im Umfang einer Magisterarbeit verfassen.
 
 
5. Unterkunft
 
Wenn man sich über die Universität in Lyon ein Zimmer in der Résidence Universitaire André Allix hat reservieren lassen, sollte man beim Einchecken versuchen, ein Zimmer im Batiment H zu erhalten, da dort die Zimmer, letzten Sommer renoviert, am modernsten ausgestattet sind. Das heißt, dass Bad, Toilette und Kühlschrank im Zimmer vorhanden sind und nicht auf dem Gang. Möglichst vermeiden sollte man die Unterbringung in den Gebäuden K und L, die seit den siebziger Jahren nicht mehr renoviert wurden, und generell über keinen Kühlschrank verfügen. Die Zimmer in der Arche Agrippa sind einwandfrei.
Wenn man sich im Vorfeld des Auslandsaufenthaltes auf die Suche nach einem Zimmer auf dem freien Wohnungsmarkt begeben will, ist das CROUS-Gebäude  an der Rue Garibaldi, nähe der T1-Tramstation Garibaldi-Berthelot mit zahlreichen Wohnungsangeboten, eine erste Anlaufstelle.
In Frankreich gibt es für jeden Studenten Wohngeldunterstützung, die u.a. je nach Zimmergröße und Mitbewohneranzahl variieren kann und die man am besten so schnell wie möglich bei der zentralen CAF-Stelle (Caisse d’allocations familiale), 67 Boulevard Vievier Merle im 3. Arrondissement, nähe der Gare Lyon Part-Dieu, beantragt. Dort gibt es auch ein Büro extra für Studenten.
 
6. Freizeit        
 
Obwohl die Einschreibung für die Sportkurse auf Grund des großen Andrangs eine zeitaufwendige Angelegenheit ist, sollte man diese Freizeitmöglichkeit nutzen, die einem unter Umständen, besser als in den Lehrveranstaltungen, die Möglichkeit bietet, mit Franzosen in Kontakt zu kommen. Möglichkeiten, einen Tandempartner zu finden, bieten die Tandembörse der studentischen Organisation ALTER EGO sowie die des Maison de l’Europe zu Beginn des Semesters. Die Gemeinde der Eglise St. Irénée, gegenüber der Résidence Allix, organisiert im Herbst eine Messe für ausländische Studente. Daran schließt sich allmonatlich ein gemütlicher Abend in der Wohnung der Familie Charlois an, bei dem eine Nation das gemeinsame Abendessen organisiert.
 
So, das war es erst mal von mir. Ich wünsche viel Spaß und für  Fragen stehe ich gerne unter
tim-hildebrandt@web.de zur Verfügung.