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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Paris 1: 2002/03

Parisaufenthalt 2002/2003 im Rahmen des Sokratesprogramms:

Ein Bericht von Veronika Gottwald, Tim Geelhaar und Joseph Lemberg

 

I. Vorbereitungen

Ich will nach Paris. Was muss ich tun? - Manchmal sind die Dinge so einfach und doch so schwer. Um von dem wenig präzisen, dafür aber klaren Ziel zu seiner Umsetzung zu gelangen, bedarf es einiges an Vorbereitung. Alles beginnt selbstverständlich mit dem Gang zum SOKRATES/ERASMUS-Büro, wo man sich sehr frühzeitig über Fristen, Voraussetzungen und Modalitäten informieren sollte. Das kann gern schon über ein Jahr vor dem eigentlichen Auslandsaufenthalt geschehen, denn man weiß ja nicht, welche Fristen einzuhalten sind. Auch ist es sehr empfehlenswert, bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung gesicherte Kenntnisse des Französischen mitzubringen. Diese lassen sich dann ja in der verbleibenden Vorbereitungszeit noch aufbessern, womit man sein Ziel auch auf keinen Fall aus den Augen verliert. Dies geschieht am besten am Sprachenzentrum der HU. Wer sich darüber hinaus noch über Frankreich informieren will, sei auf das Maison de France am Kurfürstendamm verwiesen und für alle Leseratten: Maireluise Christadler/Henrik Uterwedde (Hrsg.): Länderbericht Frankreich (Schriftenreihe der BfPB, Bd. 360.) Bonn 1999.
Hat man den Stress der Bewerbung um einen Studienplatz hinter sich gebracht und ist genommen worden, beginnen die eigentlichen Vorbereitungen. Die eigene Wohnung muss bis zum Beginn des Aufenthaltes gekündigt oder aber ein Zwischenmieter gefunden werden. Will man seine Wohnung/Zimmer nicht aufgeben, lohnt es sich auf jeden Fall, ein Angebot auf der Seite der Wohnungsbörse des DAAD an der HU aufzugeben. Denn schließlich wollen andere auch nach Berlin. Andererseits gilt es natürlich auch, eine Bleibe im teuren Paris zu finden, was zugegebenermaßen nicht ganz einfach ist. Entweder man hat Glück und findet über ähnliche Wohnungsbörsen so etwas – z.B. durch die Wohnungsbörse von H-Soz-Kult – oder aber man versucht es bei der Cité Universitaire, die im Süden von Paris eine fast ideale Umgebung zum Studieren bietet. Man kann sich dort einerseits direkt beim Maison Heinrich Heine bewerben, dass, von Deutschland unterhalten, natürlich viele Deutsche beherbergt. Um dort unterzukommen, muss man sich allerdings bis zum 30.6. des Jahres beworben haben. Es ist aber ebenso möglich, sich für andere Häuser zu bewerben, wenn man den Deutschen aus dem Wege gehen möchte. Unterlagen erhält man über die entsprechenden Homepages (http://www.ciup.fr bzw. http://www.maison-heinrich-heine.org). Zusätzlich wäre ein Blick auf die Homepage des zuständigen Sokrates/Erasmusbüros an der Sorbonne von Vorteil oder aber man besorgt sich die Broschüre „Je vais en France“, wo es weitere Infos zu allen Themen gibt. Diese vom Centre National des Œuvres Universitaires et Scolaires, kurz CNOUS, herausgegebene Broschüre sollte über das Maison de France am Kurfürstendamm erhältlich sein.
Falls dies alles nicht zu einer Wohnung führen sollte, hat man in Paris selbst noch diverse Möglichkeiten, weshalb ein Besuch der Stadt „en avance“ nur zu empfehlen ist. Spätestens Ende August/Anfang September kann man an den schwarzen Brettern der Amerikanischen Kirche oder des Institut catholique nach Zimmern Ausschau halten. Aber bitten nicht wundern: Am Institut catholique gibt es meistens Wohnungen in Paris, die etwas besser, aber auch mit Auflagen verknüpft sind. So wollen manche Vermieter keinen „Damen- bzw. Herrenbesuch“ etc. Die berühmten chambres de bonnes – unterm Dach eines bürgerlichen Hauses – sind insofern mit Vorsicht zu genießen, als sie zwar günstig, aber auch sehr schlecht ausgestattet sind (teilweise ohne Dusche).
Außer all den Dingen, die mit der Wohnungsweitervermietung, -auflösung und –suche verbunden sind, muss man sich auch um Administratives kümmern. Die Krankenkasse will Bescheid wissen; zudem braucht man einen Auslandskrankenschein, am besten auch noch eine der leicht erschwinglichen Zusatzkrankenversicherungen, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Alle möglichen Arztbesuche können natürlich auch nicht schaden. Man sollte wissen, dass ein ärztliches Attest über Sporttauglichkeit, das man für den Unisport in Paris braucht, von dem deutschen Hausarzt in französischer Sprache ausgestellt werden muss. Ein formloser Einzeiler reicht. Selbiger ist aber nur dann vonnöten, wenn man den Gang zu einem französischen Arzt vermeiden möchte.
Auch sollte man seine Bank benachrichtigen und sich gleich darüber informieren, bei welcher Bank man in Frankreich ein Konto eröffnen will. Die Eröffnung eines französischen Kontos ist notwendig. Nur so erhält man als studentischer EU-Bürger Anspruch auf die Zahlung eines Mietzuschusses (Caisse d’Allocations Familiales) durch die Stadt Paris (Infos zur Beantragung der CAF unter: http://www.54.caf.fr).
Noch eine letzte studientechnische Sache: Man hat als ausländischer Student mehrere Anmeldungen zu erledigen, unter anderem muss man sich nach Erhalt der SOKRATES/

ERASMUS-Unterlagen aus Paris dort schriftlich immatrikulieren, was dann vor Ort durch den Besuch diverser Institutionen noch einmal zu erfolgen hat. Merke: Wenn’s um Bureaucratie geht, sollte man nie vergessen, aus welcher Sprache dieses Wort überhaupt stammt.
(TG)

II. Studium

Das beste Mittel gegen Lampenfieber und Unwohlsein vor Studienbeginn ist, sich schon vor seiner Abreise auf der entsprechenden Homepage über die Partneruniversität zu informieren. Allerdings wird man vergeblich nach einem Link auf ein allgemeines Vorlesungsverzeichnis suchen, denn so etwas existiert nicht, auch nicht in gedruckter Form. Man findet aber ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis. Dabei sind immer die Veranstaltungen eines Studienjahres aufgeführt, zum Beispiel für das Jahr der licence, die dann in die vier Epochen eingeteilt sind. Eine gedruckte Version kann man sich nach seiner Ankunft in Paris kostenlos im Studienbüro abholen.
Von der Universität bekommt man eine Broschüre zugeschickt. Darin werden alle wichtigen organisatorischen Punkte genau erklärt, zum Beispiel, wie man einen Studentenausweis bekommt, wo man nach einem Zimmer suchen kann, wo die Seminargebäude, Bibliotheken und Mensen sind. Außerdem erhält man eine Einladung zu einem Sprachkurs, der in der Regel in der zweiten Septemberhälfte stattfindet. Wann und wo der Einstufungstest und der Sprachkurs stattfinden, erfährst du nach deiner Ankunft im Maison Internationale.
Im folgenden werde ich stichpunktartig die einzelnen Schritte aufführen, die du nach deiner Ankunft in Paris nacheinander abarbeiten kannst. Für genauere Informationen sei die Broschüre der Universität empfohlen:
- Erstmal einen Studentenausweis organisieren: Im Maison Internationale bekommt man ein Formular, dass man im Centre Pierre Mendès France abgeben muss, um einen Ausweis zu bekommen.
- Den Sprachkurs vor Studienbeginn besuchen: Im Maison International kann man erfahren, wann und wo der Einführungstest und der Sprachtest stattfinden. In diesem Sprachkurs (vor Studienbeginn) wiederum erhält man Auskunft, wann und wo man sich für den Sprachkurs während des ersten Semesters (im zweiten Semester findet leider kein Sprachkurs mehr statt) anmelden muss. Allerdings ist der Sprachkurs in der vorlesungsfreien Zeit keinesfalls Voraussetzung für die folgenden Kurse.
- Im Studienbüro ein KVV abholen und einen Stundenplan zusammenstellen: Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man studiert nach dem französischen System, das heißt, man entscheidet sich für ein Studienjahr und belegt wie die französischen Kommilitonen die entsprechenden Kurse. Am Ende des Jahres hat man dann, unabhängig von seinem Studium in Berlin, einen französischen Abschluss erworben.
Oder man sucht sich Kurse aus, die man für sein Studium in Berlin gemäß der Studienordnung noch benötigt, und versucht in Absprache mit dem französischen Professor ein Äquivalent für einen Hauptseminarschein zu erwerben. Dabei muss man sich selbstverständlich an den Erfordernissen in Berlin orientieren, das heißt, für einen Hauptseminarschein muss man eine Hausarbeit in entsprechendem Umfang schreiben und sie vom betreuenden Professor benoten lassen.
- Wenn der Stundenplan steht (zeitlich bis ca. drei Wochen nach Studienbeginn) holt man sich im Maison Internationale einen Contrat Pédagogique und lässt ihn sich von Frau Rey, der Erasmuskoordinatorin für Geschichte, unterschreiben. Wenn man nach dem französischen System studiert, wird dieser Vertrag am Ende des Jahres noch einmal wichtig (Genaueres ist der Broschüre zu entnehmen. Frau Rey hilft bei Fragen.). Studiert man nach der Berliner Studienordnung ist der Contrat Pédagogique das Äquivalent zur deutschen Studienbuchseite. Mit ihm lassen sich nach der Rückkehr in Deutschland die in Paris erbrachten SWS nachweisen.
- Es ist empfehlenswert, sich dem Dozenten der Veranstaltungen, die man besucht, als Erasmus-Student vorzustellen. In den meisten Fällen kann man dann über die zu erbringenden Leistungen verhandeln. Man muss zum Beispiel kein Referat halten, sondern kann eine schriftliche Ausarbeitung vorlegen, oder um die Betreuung einer Hauptseminararbeit bitten.
- Bevor man sich jetzt in die Arbeit stürzen kann, muss man sich Zugang zu mindestens einer Bibliothek verschaffen. Zur Auswahl stehen die Bibliothèque de la Sorbonne, die kleinen Bibliotheken der verschiedenen Lehrstühle, die Bibliothèque Sainte-Geneviève, die Nationalbibliothek, die öffentliche Bibliothek im Centre George Pompidou und die Stadtteilbibliotheken der Stadt Paris. Die Anmeldungsmodalitäten und Kosten sind jeweils an der Information zu erfahren. Bücher ausleihen kann man nur in der Bibliothèque de la Sorbonne und in den Bibliotheken der Lehrstühle.
Zurück in Berlin, lässt man sich mittels eines Antrags auf die Anerkennung im Ausland erbrachter Studienleistungen die SWS und Scheine aus Paris im Studienbüro gutschreiben.
(VG)

III. Kulissen, Kunst und Kneipen. Wie Paris dank billiger Theaterkarten, lukrativer Museumsabos und preiswerter Bars bezahlbar bleibt

Paris ist teuer. Allein für Wohnen und Verpflegung zahlt man entschieden mehr als in der deutschen oder französischen Provinz. Da bleibt nicht viel übrig für Theater und Kneipe. Trotz der hohen Preise sollte man sich jedoch den Spaß an starbesetztem Theater und gutem Jazz, an netten Bars und hochkarätigen Kunstausstellungen nicht verderben lassen. Kultureller Luxus zu vernünftigen Preisen – wie geht das?
Der Erwerb der Carte Imagine „R“ ist einer der ersten Schritte, die man am neuen Wohnort Paris unternehmen sollte. Dieses RATP-Jahresabo ermöglicht einem die Benutzung sämtlicher öffentlicher Transportmittel in Paris (Metro, RER, Bus). Am Wochenende ist auch der Zugnahverkehr auf der Ile-de-France kostenlos. Außerdem geben einige Pariser Kinos bei Vorweisen der Carte Imagine „R“ Preisnachlass. Für das Abonnement sind zehn Monate lang
26, 90 EUR zu zahlen. Der Geltungsbereich der Carte erstreckt sich auf 12 Monate. Auch für denjenigen, der nur sechs Monate in Paris bleibt, ist zu erwägen, ob sich das Jahresabonnement nicht doch lohnt. Anmeldeformulare gibt’s an allen Metrostationen.

Wichtiger Anlaufpunkt des theaterinteressierten Pariser Studenten ist der Service des Affaires culturelles du Crous de Paris. Im Erdgeschoss des Pariser Studentenwerks (CROUS) in der 39, Av. Georges Bernanos, 75005 Paris verkauft das Büro Tickets für Schauspiel, Oper, Ballet und Konzert zu ermäßigten Preisen (8 bis 15 EUR) an Studenten der Pariser Universitäten. Das Angebot bezieht sich auf sämtliche Pariser Theater und Opern- und Konzerthäuser, ist allerdings kontingentgebunden und nur auf bestimmte Termine beschränkt. In einer Broschüre, die alle zwei Monate erscheint, werden die Angebote vorgestellt. Es empfiehlt sich, schnell zuzugreifen. Selten bekommt man zwei Wochen vor der Aufführung noch eine Karte. Häufiger Theaterbesuch wird belohnt: Ab drei CROUS-Tickets zum ermäßigten Preis gibt es 5 EUR Rabatt.
Nicht immer werden die größten Theaterevents auch zum ermäßigten CROUS-Preis angeboten. Dennoch bieten auch die großen Theater akzeptable Plätze zu vernünftigen Preisen an. Wie die ermäßigten Karten erworben werden, variiert allerdings von Haus zu Haus.
Comédie Francaise: Das Traditionshaus in der Nachfolge der Theatertruppe Molières ist für seine konventionellen, zuweilen biederen Inszenierungen bekannt. Für Unterhaltung ist immer gesorgt: Ein Ort der Huldigung an die französische Komödie von Molière bis Georges Feydeau. Der ermäßigte Preis für Studenten bis 26 Jahre beträgt 10 EUR. Diese Tickets werden am Tag der Vorstellung an der Abendkasse angeboten. Das begrenzte Kontingent bezieht sich auf Plätze unterschiedlichster Preiskategorien. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Es empfiehlt sich, eine bis eineinhalb Stunden vor Vorstellungsbeginn an der Kasse anzustehen.
Odéon-Théatre de l’Europe (Ateliers Berthier): Das renommierte Théatre de l’Odéon bietet das gesamte Repertoire von den Klassikern bis zur Moderne, in Szene gesetzt von Weltstars wie Patrice Chéreau, der hier im Frühjahr mit Phèdre von Racine sein Bühnencomeback feierte. Leider beschränken die momentanen Umbauarbeiten im Grossen Haus an der Place de l’Odéon die Besucherkapazitäten, da man in die kleinen Ateliers Berthier im Norden der Stadt ausweichen musste. Trotz des Ticketengpasses ist ein Besuch dieser Bühne unbedingt empfohlen. Die telefonische Reservierung ist möglich, wenn der Andrang nicht zu groß ist. Ansonsten Ticketverkauf an der Abendkasse. Dort sollte man sich drei bis vier Stunden vor Vorstellungsbeginn anstellen. Ermäßigte Karten für Stundenten bis 26 Jahre zwischen 9 und 13 EUR.

MC 93 – Bobigny: Im Maison de la Culture des kommunistisch regierten Pariser Vorortes Bobigny bläst ein frischer, experimenteller Wind. Frank Castorf gastierte hier Anfang des Jahres mit seiner Bühnenversion von „Der Meister und Magarita“. Wer keine Lust hat auf Volksbühne, auf den warten Uraufführungen junger Autoren. Tickets um die 12 EUR. Reserviert wird telefonisch und gezahlt per Check auf dem Postweg. Verwendungszweck: persönliche Reservierungsnummer. Die Tickets werden zugesandt.
Opéra National de Paris (Palais Garnier und Opéra Bastille): Hinter dem Titel Opéra National de Paris verbergen sich die beiden Häuser Palais Garnier und Opéra Bastille. Das prunkvolle Palais Garnier aus der Zeit Napoleons des III. und die moderne Opéra Bastille aus den 80er Jahren bieten Musiktheater von Weltniveau. Die Kasse für beide Häuser befindet sich in der Opéra Bastille – billetterie, 130 rue de Lyon, 75012 Paris. Studentenermäßigung gibt es leider nur sehr selten, und zwar auf bestimmte Inszenierungen. Meist zahlt man den vollen Preis, der nicht nur vom Sitzplatz, sondern auch – wie allgemein üblich – von der Art der Aufführung abhängt (Oper oder Konzert). In der Opéra Bastille läßt sich das Bühnengeschehen auch von den billigen Plätzen noch gut verfolgen. Die Plätze für große Opern (Kat. A) beginnen bei 10 EUR (seitliche Galerie und hintere Plätze des zweiten Rangs). Wer näher ran will, muss bei großen Opern mehr als das Doppelte zahlen: 23 EUR (bereits hinteres Parkett). Da ist man mit Symphoniekonzerten besser bedient. Niedrigste Preisklasse: 7 EUR; durchaus passables hinteres Parkett: 13 EUR.
Das Palais Garnier kann durch seine schlechten Sichtverhältnisse auf den billigen Plätzen sehr teuer werden, wenn man auf den vollen Bühnengenuss besteht. Parkettplätze sind bei Oper und Ballett kaum erschwinglich. Allein wegen der prunkvollen Innendekoration empfiehlt sich der Besuch eines reizvollen Kammermusikkonzerts. Die teuerste Karte dieser Kategorie ist mit 15 EUR durchaus noch erschwinglich.
Tickets lassen sich telefonisch und per Internet reservieren – sofern man über eine Kreditkarte verfügt. Praktikabler ist es daher, die Tickets persönlich im Vorverkauf zu erwerben. Der Vorverkaufsstichtag liegt grundsätzlich 14 Tage vor der Aufführung. Von da an ist der Ticketverkauf in der Opéra Bastille – billetterie, 130 rue de Lyon, 75012 Paris geöffnet. Je nach Größe des Musikereignisses variiert der Andrang.

Paris sucht als Kunststadt ihresgleichen. Auf längere Zeit jedoch kann das geradezu unüberschaubare Angebot ständiger und wechselnder Ausstellungen in zahlreichen Museen sehr teuer werden. Studenten der Kunstgeschichte freilich betrifft das nicht. Sie bekommen freien Zutritt zu fast allen ständigen Ausstellungen in Paris. Allen anderen können Museumsabos dabei helfen, einiges an Geld zu sparen:
Carte Louvre Jeune: Zu einem einmaligen Preis von 15 EUR bietet das Musée du Louvre
für Studenten bis 26 Jahre die so genannte Carte Louvre Jeune an. Sie ermöglicht ein Jahr lang freien Zutritt zu einer der größten Kunstsammlungen der Welt. Das Angebot ist lukrativ für denjenigen, der vorhat, dem Louvre mehr als nur einen Besuchertag zu widmen.
« Laissez-passer » im Centre Pompidou: Lust auf Kunst der 20. Jahrhunderts? 21 EUR kostet das einjährige Museumsabo des Centre Pompidou. für Stud. bis 26 J. Nicht nur zu den imponierenden ständigen Kunstausstellungen bietet die Carte Zutritt. Auch die wechselnden Ausstellungen zu Kunst, Photographie und Literatur des 20. Jahrhunderts sind darin inbegriffen. In thematischen Serien zeigt das Kino des Centre Pompidou anspruchvolle Filme. Eintritt mit der Carte: frei.

Ausgehen ist in Paris so teuer wie kaum in einer anderen europäischen Metropole. Wer nach den ersten Wochen seines Parisaufenthaltes keine Lust mehr hat auf überteuerte, ewig-dröge Pubs im Pariser Zentrum um Chatelet herum oder auf Pseudo-Strandbars im touristischen Bastilleviertel, dem seien hier sympathische Kneipengegenden empfohlen, die das Nachtleben angenehm und preiswert machen.
Rue Oberkampf (11°) und Canal Saint Martin (10°): Der gemäßigte Pariser Osten zwischen République und Père Lachaise bietet „chic“ und „alternativ“ in ausgewogener Mischung. In der Rue Oberkampf haben sich in den vergangenen Jahren viele neue Kneipen angesiedelt. Die Atmosphäre ist jung und offen. Jazz gibt’s oft im netten „Au chat noir“ in der Rue St. Maur Ecke Rue Jean Pierre Timbaud. Empfehlenswert sind auch die Kneipen zu beiden Ufern des Canal Saint Martin. Der glitzernde Widerschein der Straßenlaternen im Kanalwasser dient als ideale Romantikkulisse für ein rendez-vous à deux.
Rue de Bagnolet und Belleville (20°): Hinter Père Lachaise hört die gediegene Bürgerlichkeit des Républiqueviertels auf: Schmale Gassen, schäbiger Wohnraum, ethnische Vielfalt, einfache Kneipen. Für Sparer und Vieltrinker empfohlen. Auf der großzügigen Bühne des „Flèche d`Or“ in der Rue de Bagnolet gegenüber dem Cimetière de Charonne gibt’s Livemusik von HipHop bis Blues. Bierpreise im grünen Bereich. In den kleinen Einmannbars um den Parc de Belleville herum (besonders oberhalb der Gartenterrassen) sympathische Atmosphäre zu niedrigen Preisen.
Caveau des Oubliettes (5°): Gute Jazzkonzerte in Paris sind teuer. Selbst jam sessions kosten nicht selten Eintritt. Das „Caveau des Oubliettes“ in der rue Galande Ecke rue St. Julien bietet passablen Jazz, der Eintritt ist frei. Nicht verpassen: donnerstags acid jam session.
Tribal Café (10°): Billiger geht’s nicht. Das Bier (0,5) zu 3 EUR, donnerstags Moules frites, freitags und samstags Couscous kostenlos. Einzig der große Andrang von ERASMUS-Studenten kann einem mit der Zeit auf die Nerven gehen. Empfehlung: Bar wechseln. Das Angebot ist groß genug.
(JL)
La Butte aux Cailles (13°) : Hinter diesem Namen verbirgt sich das kleine Viertel im Südwesten der place d’Italie, in dem gute Konzerte, französische Clubatmosphäre und schöne Restaurants auf einen warten. Vorteil dieser Gegend: Keine Touristen, dafür Franzosen pur.
La Cité Universitaire (14°): Da die Studentenwohnheime der CitéU zugleich Aushängeschilder der jeweiligen Länder sind, die sie betreiben, gibt es dort ein reichhaltiges Angebot von seriöser Abendgestaltung wie Diskussionsrunden und Vorträge bis hin zu studentisch organisierten Partys und Theateraufführungen. Über das Angebot kann man sich am besten am Maison Internationale informieren oder unter www.ciup.fr
Allgemeiner Hinweis: Wer abseits des Üblichen neue Entdeckungen wagen will, sei auf das kleine Heftchen Lylo – Abkürzung für Les yeux, les oreilles – verwiesen. Darin findet man Konzerte, Clubs und Veranstaltungen aufgeschlüsselt nach Quartier, Preis und Genre.
(TG)