Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Paris 1: 2003/04

Erfahrungsbericht Paris 1, 2003/04

Klaus Ullrich
 

 

Wohnungssuche

Für eine Unterkunft in Paris braucht man schon ein bisschen „Taschengeld“. Die Wohnungspreise in Paris sind horrend, unter 300 Euro für 10 m2 ist nichts zu haben. Es ist aber nicht so schwierig eine Bleibe zu finden. Die meisten Austauschstudenten, die ich in Paris kennen gelernt habe, fanden nach wenigen Tagen eine Unterkunft, wenn sie nicht schon vor der Anreise eine hatten. Häufig werden „chambres de bonne“, also die ehemaligen Dienstbotenzimmer in den großen Stadthäusern, zur Untermiete angeboten.
Zeitungen mit Mietangeboten gibt es am Kiosk: „J’annonce“ (mittwochs), „De particulier à particulier“ (donnerstags). Das Studentenwerk heißt CROUS und befindet sich in der rue Bernanos (RER Port-Royal). Dort gibt es ein Schwarzes Brett mit Annoncen. Im Goethe-Institut, 17 avenue d’Iéna (Métro Iéna) gibt es einen Ordner mit Angeboten und einen Ordner mit Gesuchen. In der „Église Americaine“, 65 quai d’Orsay (Métro Invalides) hängen von Montag bis Freitag ab 10 Uhr Computerlisten mit aktuellen Angeboten aus. Der Großteil der Anzeigen sind Au-pair-Angebote oder Hausaufgabenbetreuung gegen Logis, oft in amerikanischen oder kanadischen Familien.
Eine weitere Möglichkeit ist, sich für einen Platz in einem Studentenwohnheim zu bewerben. Zum einen gibt es die „Cité Internationale“, eine am südlichen Stadtrand von Paris gelegene Studentenstadt. In dieser wohl einzigartigen Einrichtung wohnen über 5000 Studierende verschiedener Nationen. Viele der Häuser werden Nationalstaaten zugerechnet die von dem jeweiligen Land finanziert werden. Anfragen und Bewerbungen deutscher Studenten müssen bis Ende Juni an das deutsche Haus gesendet werden. (Maison Heinrich Heine, 27c bd Jourdan, 75014 Paris, Tel. 01.44.16.13.00, Internet: http://www.maison-heinrich-heine.org).
Weitere Wohnmöglichkeiten für Studenten in Paris sind die “Foyers d’hébergement”. Dabei handelt es sich zumeist um Wohnheime in privater Trägerschaft. Nach Charakter, Qualität und Kosten gibt es erhebliche Unterschiede. Da die Aufnahmebedingungen (Alter, Geschlecht) und die Bewerbungsfristen (z.T. schon im Frühjahr) sehr unterschiedlich sind, sollte man rechtzeitig schon zu Jahresbeginn das Informationsblatt “Foyers pour étudiants et étudiantes” bei der CROUS anfordern (CROUS (service logement), 39 avenue Georges Bernanos 75005 Paris, Internet: http://www.crous-paris.fr).

Einschreibung

Der erste Weg bei der Einschreibung sollte zur „maison internationale“ der Universität Paris I (58 bd Arago, (Metro Glacière) führen. Im Bureau Erasmus meldet man sich an. Das geht schnell und problemlos vonstatten, am Ende erhält man die „autorisation d’inscription“, ein Formular, auf dem der Termin für die administrative Einschreibung steht. Diese findet im Centre Pierre-Mendes-France statt, einem Unihochhaus am Rande von Paris. Für die Einschreibung als Sokratesstudent sind lediglich der Krankenversicherungsnachweis, der Personalausweis und ein Photo notwendig. Zwar muss man bei der Einschreibung meist etwas warten, erhält hinterher aber sofort den Studentenausweis. Neben der administrativen Einschreibung gibt es noch die pädagogische Einschreibung. Für Sokratesstudenten nimmt diese die Erasmus-Beauftragte des Geschichtsinstituts der Universität Paris I, Mme. Rey vor. Mit ihr vereinbart man am besten per E-Mail einen Termin, da sie zur ausgeschriebenen Sprechstunde oft nicht da ist. Ansonsten ist sie aber sehr freundlich und erklärt die Möglichkeiten, die man als Erasmusstudent hat. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: Erstens, man besucht nur die Veranstaltungen ohne eine Arbeit anzufertigen. Zweitens, in den Veranstaltungen, in den man einen Leistungsnachweis erhalten möchte spricht man mit den Dozenten und vereinbart mit ihm, was man machen will. Drittens, man durchläuft ein normales Studienjahr mit allen Anforderungen, die auch an die französischen Studenten gestellt werden. Auf jeden Fall müssen die Veranstaltungen, die man besuchen will in einem „contrat pédagogique“ festgehalten werden. Als Erasmusstudent kann man sich jedoch die ersten zwei Wochen in verschiedenen Veranstaltungen umschauen, bevor man sich festlegt.
In den zwei Wochen vor Semesterbeginn fand ein täglicher Sprachkurs für die Austauschstudenten statt. Nach einem Einstufungstest wurden wir in vier Gruppen mit unterschiedlichem Niveau aufgeteilt. Zwar wurde vorher gesagt, ohne diesen Einstufungstest kann man nicht an dem Kurs teilnehmen, allerdings war es für Leute die später erst nach Paris kamen kein Problem dann noch in einen der Kurse einzusteigen. Der Kurs wurde während des Semesters weitergeführt, jedoch nicht nach unterschiedlichem Niveau aufgeteilt, sondern nach verschiedenen Themengebieten. Es gab einen Grammatik- und Vokabularkurs, einen für Wirtschaftsstudenten und einen für geisteswissenschaftliche Studiengänge. Wer wollte, konnte auch alle Kurse parallel besuchen.

Universität

Das Hauptstudium (deuxième cycle) an der Sorbonne gliedert sich in jeweils ein Jahr Licence und Maîtrise. Während der Licence besucht man cours magistraux, die mit den deutschen Vorlesungen vergleichbar sind und travaux dirigés (TD). Diese laufen anders ab, als die deutschen Seminare. Meist erzählt der Dozent und die Studenten schreiben mit. Hält ein Student ein Referat, wird es anschließend vom Dozenten schonungslos kritisiert und der Dozent hält danach einen Vortrag über genau dasselbe Thema. In der Maîtrise besuchen die Studenten nur noch in wenige Veranstaltungen an der Universität, in diesem Jahr schreiben sie eine Arbeit, vergleichbar der Magisterarbeit.
Als Sokratesstudent steht einem jedoch frei, welche Veranstaltungen man besuchen möchte. Es können sowohl Kurse aus der Licence als auch aus der Maîtrise belegt werden. Wer einen Schein machen möchte, spricht mit dem Dozenten des TD und vereinbart mit ihm, was für eine Arbeit er anfertigen möchte. Dabei lassen die Dozenten einem frei, was man machen möchte, ein Referat, ein Essay oder eine Hausarbeit.
Die französischen Studenten sind sehr hilfsbereit, wenn jemand mit einer Frage zu ihnen kommt. Es ist kein Problem, ihre Mitschriften mal zu kopieren oder jemanden zu finden, der die eigene Arbeit Korrektur liest. Trotzdem ist es schwierig, Kontakt zu den französischen Kommilitonen zu finden. Sie arbeiten sehr viel für ihr Studium, Pausen zwischen den Veranstaltungen gibt es nicht, da alle Kurse st anfangen und Freistunden verbringen sie meist in der Bibliothek.
Zur Literaturrecherche gibt es in Paris viele Möglichkeiten. Die Universität der Sorbonne ist eine große Bibliothek mit einem schönen Lesesaal und einem sehr umfangreichen Bestand. Wenige Meter von der Sorbonne entfernt befindet sich die Bibliothek Sainte Geneviève. Für diese beiden Bibliotheken muss man sich anmelden. Die Nationalbibliothek bietet ein noch größeres Angebot und angenehmere Arbeitsmöglichleiten, allerdings nur einen beschränkten Zugang für Studenten. Sie ist unterteilt in eine Studienbibliothek und eine Forschungsbibliothek. In der Studienbibliothek hat besteht freier Zugriff nur auf die Bücher in den Handapparaten. Um in die Forschungsbibliothek zu gelangen, muss entweder nachgewiesen werden, dass man seine Magisterarbeit schreibt oder dass das Buch in keiner anderen Bibliothek in Paris steht.
Auf jeden Fall muss man bei allen Bibliotheken darauf gefasst sein, dass sie überfüllt sind und gelegentlich längeres Warten einplanen. Dies nehmen die französischen Studenten jedoch mit einer erstaunlichen Gelassenheit hin. Auf meine Frage beim ersten Anblick einer riesigen Warteschlange: Qu'est-ce qui se passe? bekam ich zur Antwort: On fait la queue! Warten muss man auch in der Mensa. Es gibt zwar einige „restaurants universitaires“ in der Nähe der Uni, aber auch sehr viele Studenten im Quartier Latin. Das Essen ist jedoch billig und schmeckt ganz passabel. Der Internetzugang an der Uni lässt allerdings sehr zu wünschen übrig. Auch beim Besuch des Computerraums muss Wartezeit mitgenommen werden. Die Seiten einiger Mailanbieter (z. B. Freemail) sind auf den Unirechnern gesperrt, da die Studenten doch bitte ein Mail-Konto am Rechenzentrum der Uni anlegen sollen. Die Drucker funktionieren häufig nicht und jemanden zu finden, der dafür zuständig ist, ist schwierig. Die zahlreichen Internet-Cafés im Quartier Latin bieten eine Alternative sind allerdings recht teuer.

Leben in Paris

Das Leben in Paris erscheint im ersten Eindruck wahnsinnig teuer. Wenn man sich jedoch eingelebt hat, findet man viele Möglichkeiten in dieser Stadt, einigermaßen günstig zu leben. Der mit Abstand billigste Supermarkt in Paris heißt ED. Die Metro bietet eine Jahreskarte (Carte Orange), die für Studenten unter 26 nur die Hälfte kostet. Sie lohnt sich also für einen Aufenthalt von mehr als 6 Monaten in Paris. Die Museen, Theater und auch Kinos bieten für Studenten Ermäßigungen. So gibt es im Louvre beispielsweise eine „carte Louvre jeunes“, mit der man für 15 Euro ein Jahr lang so oft man will in das Museum gehen kann (lohnt sich schon nach dem zweiten Besuch). Die beiden wöchentlich erscheinenden Veranstaltungskalender "Pariscope" und "Officiel des spectacles" informieren über sämtliche kulturellen Ereignisse in Paris. In der "Mairie", dem Bürgermeisteramt des Quartiers, erhält man Informationen über alle sportlichen und kulturellen Angebote im eigenen Wohnviertel.
Die Preise in Bars, Restaurants, Cafés sind sehr hoch. Wenn man abends allerdings schon zur Happy Hour unterwegs ist, die meistens bis 21.30 läuft, halten sich die Getränkepreise noch in Grenzen. Ab 1 Uhr fahren vom „Hôtel de Ville“ Nachtbusse in alle Richtungen, am Wochenende halb stündlich, unter der Woche alle Stunde.

 



Erfahrungsbericht von Matthias Dahlke, Nina Dombrowski und Jan Teuwsen, Wintersemster 2003/2004

Vorbereitung

Das Sprachenzentrum der HU bietet jedes Semester sogenannte Cours de préparation aux études universitaires en France et à la communication scientifique an. Sie sind durchaus empfehlenswert, lernt man hier doch viel über das französische Uni-System und übt Grundstrukturen des französischen wissenschaftlichen Referats. Nicht zuletzt ist das Halten eines Referats vor deutschen Studenten eine gute Trockenübung. Außerdem positiv: Kontakte zu Mitstudenten, die vielleicht zur gleichen Zeit in Paris sein können und deshalb wohlmöglich eine große Hilfe sind bei den ersten Schritten in der neuen Stadt.

-Paris -

Wohnungssuche

Die Wohnungssuche kann man bereits aus Deutschland starten. Wichtige Infos gibt es beim französischen Kulturinstitut am Ku’damm, online unter http://www.cidu.de. Hier findet man eine Linkliste zu Wohnungsvermittlungen, WG-Suche etc. und kann sich über die Gepflogenheiten auf dem Pariser Wohnungsmarkt informieren.
Dort sind die freien Wohnungen im Gegensatz zu Berlin heftigst umkämpft. Aber aller anfänglichen Probleme zum Trotz: Gefunden hat bisher noch jeder Student etwas. Einstellen muss man sich jedoch auf Preise weit über Berliner Niveau. 500 Euro für ein WG-Zimmer und 600 Euro aufwärts für eine kleine Einzimmerwohnung (die Bezeichnung „Wohnung“ trifft hier nicht den Kern der Sache – „Einzimmer“ schon eher...) sind die Regel. Letztere sind relativ gut zu bekommen – nur muss man seine Ansprüche herunterschrauben: In den umgebauten ehemaligen Dienstmädchenzimmern sind auf 10-20qm² oft alle wichtigen Dinge zum Leben auf einmal untergebracht – vom Herd bis zur Dusche.
Auf die WG-Suche kann man sich bereits aus Deutschland begeben. Angebote dazu gibt es im Internet, sind allerdings auch stark nachgefragt. Dazu kommt, daß WGs in Paris zwar im Kommen, allerdings immer noch nicht weit verbreitet sind. Der übliche Wohnort des gemeinen Pariser Studenten ist aufgrund der horrenden Mietpreise und dem im Verhältnis zur Zahl der suchenden kleinen Wohnungsmarkts meist bei den Eltern.
Eine weitere Möglichkeit - und im Nachhinein trotz allen bürokratischen Aufwandes - wohl trotzdem einfachste Lösung ist, ein Zimmer in der Cité-Universitaire, einer Art „Studentenstadt“ am südlichen Stadtrand, zu mieten. Der Zimmerpreis liegt bei ca. 350-400 Euro. Eine S-Bahn-Station („RER“) ist in der Nähe, von der aus man in 15 Minuten das Zentrum und die Uni erreicht.
Wir hatten das große Glück, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu einem annehmbaren Mietpreis zu finden. Mietangebote findet man in den Beilagen der Tageszeitungen und vor allem in der Immobilienzeitschrift „De particulier à particulier“ (http://www.pap.fr) – diese sollte man aber sofort am Erscheinungstag (Donnerstag) kaufen, um zeitig anrufen zu können. Das Wort „Glück“ ist in unserem Fall übrigens bewußt gewählt – denn es ist überaus schwer, einen Vermieter zu finden, der ohne Provision für einen kurzen Zeitraum (bei uns 5 Monate) eine Wohnung vergibt. In der Regel wird eine längere Mietdauer verlangt, und um eine Wohnung als Ausländer zu bekommen, sollte man, trotz EU-Mitgliedschaft, ein Empfehlungsschreiben eines Franzosen seinem „Dossier“ beilegen. Das ist abzugeben, wenn man bei einem Massenwohnungsbesichtigungstermin vorstellig wird. Dazu gehören in der Regel:
- die besagte Bürgschaft eines Franzosen („acte de cautionnement“), handschriftlich und mit dem Hinweis, dass er oder sie im Falle von Zahlungsproblemen für Dich einspringen werden,
- Personalausweis / Reisepass, die Gehaltsnachweise der letzten drei Monate (des Vaters), Wohnnachweis (Telefon- oder Stromrechnung) des Bürgen,
- ein Nachweis, daß man an der Sorbonne studieren wird (im Idealfall von der Sorbonne, sonst auch von der Heimatuni),
- ein Unterhaltsnachweis seiner Eltern,
- sämtliche andere Bescheinigungen, die irgendwie relevant sein könnten, dazu gehören auch Zeugnisse oder die Geburtsurkunde.

Um den Schock zu mildern: Keinem von uns wurden wirklich alle diese Dinge abverlangt. In unseren Fällen ließ sich alles mit einem acte de cautionnement der Eltern sowie Personalausweiskopien erledigen. Für genaue Infos sei wieder auf http://www.cidu.de verwiesen.

Alternativ kann man auch eine Wohnung über eine professionelle Wohnungsvermittlung suchen lassen. Hier zahlt man allerdings einen Mitgliedsbeitrag, der bei ungefähr bei 150 Euro aufwärts liegt. Jedoch wird hierüber nur der Kontakt zum Vermieter hergestellt – eine Garantie, daß man den Wohnungszuschlag bekommt, besteht nicht.
Anlaufstellen für Wohnungssuchende ist das Goethe-Institut (17, Avenue d'Iéna
75116 Paris), die église américaine (65, quai d'Orsay, 75007 Paris) und unter Umständen noch Kulturinstitute anderer Länder. Hier hängen Zettel aus, die allerdings von etlichen Studenten anderer Nationalitäten ebenso durchgeforstet werden.
Weiterhin gibt es die Zeitschrift FUSAC (http://www.fusac.fr). In ihr häufig zu finden: Agenturen, die Wohnungen auch für kurze Zeiträume vermitteln – allerdings mit horrender Provision von durchschnittlich einer Monatsmiete.
Um vor Ort auf die Wohnungssuche gehen zu können, haben wir uns einen Monat vorher im BVJ Centre International de Paris/Quartier Latin (44 Rue des Bernadins, 75005 Paris, Tel: 00 33 (0)1 43 29 34 80) ein Zimmer besorgt. Hier kommen viele wohnungssuchende Austauschstudenten zusammen, mit denen man sich u.U. zusammentun kann.
Abzuschließen muss man übrigens eine Wohnungsversicherung, von denen man meist etliche Flugblätter am Eingang zur Uni in die Hand gedrückt bekommt. Kostenpunkt für ein Jahr (kürzer geht nicht): 20 bis 100 € - je nach Wohnungsgröße. SMEREP war für uns das günstigste Angebot, eine Filiale ist zwischen Sorbonne und Luxembourg am Boulevard St. Michel. Aber auch hier solle man sich auf viel Bürokratie einstellen.
Außerdem kann an Kosten anfallen: die taxe d'habitation (Wohnungssteuer), und zwar für jeden, der seine Wohnung am 1. Januar gemietet hat. Das sollte man evtl. mit dem Vermieter abklären bzw. herauszögern – wir kamen jedenfalls darum herum.
Auch über das französische Studentennetzwerk Crous sind Wohnungen zu finden: http://www.crous-paris.fr. (Die Hauptseite, http://www.cnous.fr, hält übrigens viele nützliche Tips zum Studieren und Leben in Frankreich bereit).

Zu den Wohngebieten sei hier nur knapp erwähnt, dass das Wohnen in der banlieue, also den Vororten, meistens billiger, aber von allen Parisern als Wohnen zweiter Klasse angesehen wird. Vorsichtig sollte man vor allem in den nördlichen Vororten sein, der sog. banlieue chaude. Migrantenprobleme, grassierende Kriminalität und übelste Wohnbedingungen sollten einen tunlichst davon abhalten, dort zu wohnen. Innerhalb der 20 Arrondissements gehört das 18. und 19. (Montmartre und nördlich vom Gare du Nord) zu den gefährlichsten Gebieten, wo es auch häufiger zu Überfällen kommt. Im Zweifelsfalle lohnt sich immer ein Gang in die nächste Polizeistation. Die Beamten waren zumindest bei uns ausgesprochen auskunftsfreudig und hilfsbereit und es kann das Wohlbefinden ungemein steigern, wenn die eigene Wohngegend als ’sicher’ eingestuft wird. Ansonsten empfiehlt es sich auch, sich einfach in ein Café in der Nähe der anvisierten Wohnung zu setzen und den Kellner auszufragen. Meistens bekommt man dann auch einen guten Überblick, ob die Miete für die Gegend angemessen ist oder ob der Vermieter einen ’Erasmus-Bonus’ aufgeschlagen hat. Die westlichen und südlichen Arrondissements sind die wohlhabenderen Stadtgebiete, jedoch für Studenten kaum bezahlbar.
Es sei hier allerdings deutlich darauf hingewiesen, dass man um einen persönlichen Besuch in Paris zur Wohnungssuche nicht umhinkommt. Auf Mieter aus der Ferne (per Telefon, Mail) lassen sich die Pariser Vermieter bei dem Angebot an Suchenden schlicht nicht ein. Dieser Besuch sollte zeitlich möglichst offen sein (manche finden etwas in 2 Tagen, manche erst nach einem Monat), rechtzeitig stattfinden (für das Wintersemester spätestens Ende August), bevor der große Andrang beginnt. Evtl. kann man den Aufenthalt in Paris bis Anfang September hinauszögern, um schon die Uniangelegenheiten zu erledigen. Die meisten Unibüros haben aber eben bis Anfang September geschlossen.

Bankkonto

Ein französisches Bankkonto ist notwendig, wenn man das Wohngeld vom französischen Staat kassieren will. Zur Eröffnung braucht es:
- Mietvertrag,
- Personalausweis,
- bei speziellen Studentenangeboten auch den Studentenausweis.
Konten in Frankreich sind unserer Erfahrung nach nicht umsonst. Je nach Vertrag zahlt man ca. 3-5 Euro im Monat, hat aber dann meist Online-Banking oder eine richtige Kreditkarte inklusive (Die normale Carte Bleue (EC-Karte) reicht für den Einkauf im Supermarkt allerdings völlig). Wir haben mit unserer Filiale von Crédit Lyonnais (am Gare de l’Est) sehr schlechte Erfahrungen gemacht – verspätete Ausstellung der EC-Karte, falsch ausgeführte, weil doppelte Mietüberweisungen, unfreundliches Empfangspersonal etc. Das muss nicht bei jeder Filiale dieser Bank so sein – unsere Mitstudenten hatten bei anderen Banken jedoch weniger Probleme, und viele Franzosen, die wir kennenlernten, schüttelten beim Erwähnen dieser Bank verständnislos mit dem Kopf.
Auch hier sollte man sich auf so einige bürokratische Hürden gefasst machen. Ein Konto kann man nur im eigenen Stadtbezirk eröffnen. In Frankreich kann man bis zum Erhalt der Carte Bleue – die deutlich verbreiteter ist als die EC-Karte bei uns – nur in der eigenen Filiale Geld erhalten. An allen anderen Filialen muss man 12 € Bearbeitungsgebühr bezahlen. Man erhält mit der Eröffnung des Kontos auch ein ‚Chequier’, das wir im ersten Moment für ein Werbeheftchen gehalten haben. Es handelt sich hier um ein in Deutschland vollkommen unübliches Scheckheft, das auch tatsächlich recht häufig benötigt wird (z.B. gehen Transaktionen mit Behörden – Versicherung, CAF nur per Scheck, nicht per Überweisung).
Immens wichtig ist auch der RIB (Relève d’Identité Bancaire), eine Art Übersicht über die Kontoverbindung, die man bei sehr vielen Gelegenheiten mit einreichen oder vorzeigen muss.

Mobiltelefon

Meist bietet es sich an, eine einfache Prepaid-Karte zu kaufen. Die Preise der Anbieter sind relativ gleich, die größte Auswahl hat man in den Ladenketten von Phonehouse. Sollte das eigene Handy aus Deutschland die französischen Karten nicht schlucken, muß es vielleicht dekodiert werden. Das ist in Deutschland illegal, in Paris aber ab 10 Euro aufwärts in allen Bahnhofsvierteln schnell gemacht. Etliche von kleinen Mobilfunkläden, die den Dekodierservice anbieten, finden sich z.B. auf dem Boulevard de Strasbourg am Gare de l’Est.

Wohngeld

Bei den hohen Pariser Mietpreisen eine angenehme Unterstützung: Das staatliche Wohngeld der Caisse d'Allocations Familiales (CAF). Dieser Zuschuß kann bis zu ¼ der Miete ausmachen. Voraussetzung ist ein französisches Bankkonto.
Um die sogenannte APL (Aide personnalisée au logement) zu beantragen, braucht es erfreulicherweise keinen Behördengang mehr. Alles ist per Internet und Post zu regeln. Erste Anlaufstelle: http://www.caf.fr.
Man braucht:
- eine Kopie des Mietvertrages,
- eine Bestätigung der ersten Mietüberweisung (quittance du loyer),
- ein Schreiben des Vermieters, der Wohnsituation und –größe bestätigt,
- Bankverbindungsdaten in Form des üblichen relève d'identité bancaire (RIB), den man von der Bank bei Einrichtung des Kontos bekommt,
- eine Kopie Reisepass/Personalausweis,
- eine Kopie Studentenausweis,
- u.U. eine Bestätigung des Stipendiums und der Höhe und eine Angabe der Verdienste aus dem vergangenen Jahr.
Nach Eröffnung des Dossiers bekommt man eine Plastikkarte mit den Meldedaten zugeschickt, die man tunlichst aufheben sollte. Der Zahlungen gehen jeweils zum 5. eines Monats und erst nachträglich frühestens zum zweiten Wohnmonat ein. Also erst am 5. des dritten Monats erhält man Geld. Nach dem Auszug muss man sich online wieder selbst abmelden.

Einschreibung und Studium

Die Vorlesungen beginnen im Wintersemester im Oktober und dauern bis Ende Januar. Dann sind zwei Wochen Pause, bevor das Sommersemester einsetzt. Alle Veranstaltungen sind auf ein Jahr angelegt – wer also nur ein halbes bleibt, bekommt auch nur die Hälfte der Veranstaltungsinhalte mit. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn nach Paris zu ziehen – denn dann beginnen bereits Sprachkurse für Erasmusstudenten, die vor allem dazu dienen können, gleich am Anfang seines Aufenthaltes Leute kennenzulernen, mit denen man sich im übrigen auch über gemeinsam erlittene Probleme austauschen kann. In unserem Studiensemester stellten die Deutschen übrigens mit knapp einem Drittel aller Teilnehmer den größten Anteil dar. Diese Vorbereitungskurse sind anmeldepflichtig, ggf. muss man eine kleine Prüfung durchlaufen. Die Anmeldung findet im Centre Panthéon (gegenüber des Panthéon, eigentlich das Juristengebäude) statt.
Zuvor jedoch muss die Einschreibung als Student erfolgen, und zwar zunächst im Maison Internationale, Bureau Erasmus (58 Boulevard Aragó). Dafür sind nötig:
- das Erasmus-Schreiben der Heimatuniversität
- die Bescheinigung E 128 oder E 111 der heimischen Krankenkasse, die man sich unbedingt im Vorfeld besorgen muß – am besten in mehrfacher Ausfertigung!

Hier erhält man den Termin für den Sprachkurs und einen weiteren für die zweite Einschreibung (Convocation) im Centre Pierre Mendès France (90 rue Tolbiac). Den kann man einhalten, aber auch missachten – wenn man ein bisschen hartnäckig ist und plötzlich ganz wenig Französisch versteht, wird man auch nicht weggeschickt. Auch sollte man sich auf eine ausgefeilte Warteschlangenbürokratie einstellen. Da man dort jedoch den richtigen Studentenausweis erhält, der Tür und Tor öffnet für zahlreiche Vergünstigungen im alltäglichen Leben, sollte man nicht allzulange damit warten. Mitzubringen sind:
- alle Unterlagen vom Maison Internationale,
- zwei Passfotos,
- Reisepass oder Personalausweis,
- Krankenschein E 111 / E 128,
- Abiturzeugnis im Original (ein Student unserer Gruppe wurde danach gefragt und skeptisch angeschaut, als er es nur auf Deutsch präsentierte – die Einschreibung klappte aber trotzdem),
- alles, was man sonst noch hat: Telefonrechnung, Stromrechnung, Mietvertrag, internationale Geburtsurkunde, RIB, etc.

Die Mitarbeiter sind in allen Anlaufstellen sehr nett und geduldig gewesen, also sollte man sich nicht vom schnellen Sprachfluss oder seltsamen Fragen irritieren lassen.

Nächster Schritt: Der contrat pédagogique – eine Art Vertrag mit der Fakultät, auf der die Veranstaltungen aufgelistet werden, die man sich zu besuchen verpflichtet. Man geht wie folgt vor:
- UFR-Nummer der Fakultät herausfinden (Broschüre der Sorbonne) – Histoire = UFR 09,
- Erasmus-Koordinator heraussuchen, Sprechstunde besuchen – Histoire: Mme Marie-Pierre Rey.
Dort erfährt man, wie das Studium an der Sorbonne funktioniert und auf welchen Niveaus man studieren kann. Diese sind:
- DEUG (unter unserem dt. Grundstudium anzusiedeln),
- Licence (etwa Grundstudium/Anfang Hauptstudium – die häufigsten gewählte Option),
- Maîtrise.
Licence wird am häufigsten gewählt: Die Kurse sind hier im sehenswerten Hauptgebäude in der Stadtmitte, DEUG findet hingegen im Centre Pierre Mendès-France statt. Danach folgt:
- gegen Vorlage des Studentenausweises im Sekretariat der Fakultät das kostenlose Vorlesungsverzeichnis (fascicule) abholen,
- Stundenplan zusammenstellen.

Das Studium ist aufgeteilt in zwei Veranstaltungsarten: Cours = Vorlesungen (60 Min.) und T.D. (travaux dirigés) = Seminare (120 Min.). Beachten muss man, dass zwischen den Veranstaltungen keine Pausen liegen. Es wird also äußerst knapp, wenn man zwei Veranstaltungen nacheinander besucht, deren Räume weiter auseinanderliegen.
Bei den T.D. sollte man sich auf jeden Fall zu Beginn beim Professor anmelden. Hierzu braucht es:
- ein Passbild (manchmal),
- Immatrikulationsnummer des Studentenausweises.
Man sollte unbedingt darauf hinweisen, dass man Erasmus-Student ist, und häufig wird man dann Zeuge von wärmster deutsch-französischer Freundschaftsfolklore…

Als Erasmus-Student ist man an keine Epoche gebunden, kann also völlig frei nach seinen Interessen wählen. In den ersten zwei Wochen sollte man sich diverse Veranstaltungen anschauen. Danach muss man sich festlegen und den contrat pédagogique in der Sprechstunde des Erasmus-Koordinators unterzeichnen.
Wählbar sind: contrôle continu (Klausuren während des Semesters) oder auditeur libre (reine Teilnahme).
Diskussionen finden in den T.D. allerdings in den seltensten Fällen statt. Meist gibt es 2-3 Studentenreferate, dazwischen Kritik und ergänzende Informationen des Dozenten. Kleinere Klausuren werden während des Semesters geschrieben (die man sich als Erasmus-Student aber ersparen kann, wenn man keinen Schein machen will bzw. sie in Deutschland nicht anerkannt bekommt). Zum Referat (exposé): Der Aufbau ist streng vorgegeben: Einleitung, Hauptteil dreigeteilt, conclusion (These, Antithese, Synthese). Die Form ist den Dozenten extrem wichtig. Wissenschaftliches Arbeiten, wie wir es aus Deutschland kennen, beispielsweise eine Kurz-Bibliographie auf der Handreichung, wurde dagegen selten verlangt.
Will man Studienleistungen in Deutschland anerkennen lassen, so kann man das entweder nur für die reinen Semesterwochenstunden, die man besucht hat (Achtung: vorher auf Humboldt-Niveau umrechnen!), oder man macht tatsächlich einen Schein. Das muß allerdings nach Humboldt-Bedingungen geschehen: Referat und Hausarbeit von 10-20 Seiten mit Fußnoten etc. In Frankreich sind Hausarbeiten im Studium nicht vorgesehen – man muss also einen Dozenten direkt ansprechen, ob er bereit ist, solch eine Arbeit abzunehmen. Beabsichtigt man das, sollte man sich im Vorhinein beim Prüfungsamt der HU nochmals genau aufklären lassen.
In jedem T.D. wird ein fascicule ausgeteilt (kostenlos), einem Reader im deutschen Seminar gleich. Hierin finden sich die Quellen und teils auch theoretische Texte, die im Semester Seite für Seite durch Studentenreferate bearbeitet werden.
Die Notwendigkeit, Bibliotheken zu besuchen, entfällt damit in der Regel. Will man jedoch trotzdem, beispielsweise für ein Referat oder eine Hausarbeit, mit Literatur aus der Bibliothek arbeiten, muss man sich auf unbequeme Arbeitsbedingungen gefaßt machen. Bibliotheken in Paris sind in der Regel überlaufen, und um vor Ort zu arbeiten, muss man häufig zunächst in Warteschlangen anstehen, bis ein Arbeitsplatz frei wird. Ausleihen von Büchern ist möglich, jedoch sehr eingeschränkt: Meist ist die Zahl der auszuleihenden Bücher beschränkt und sie zu bestellen eine komplizierte Angelegenheit. Ein Bestellen über einen Online-Opac ist unserer Erfahrung nach nicht üblich. Das komfortabelste Arbeiten ist wohl möglich in der Nationalbibliothek Francois Mitterand (Quai François-Mauriac; http://www.bnf.fr ): Sie ist modern, bietet genügend Platz und hat einen großen Präsenzbestand. Voraussetzung ist aber in jeder einzelnen Bibliothek eine Anmeldung. Auch die der Sorbonne unterstellten Bibliotheken verlangen eigene Ausweise. Man sollte sich hier rechtzeitig über Beschaffung und Öffnungszeiten der entsprechenden Büros kundig machen. Hierfür werden in der Regel benötigt:
- Passbild,
- Personalausweis,
- Wohnnachweis (Strom- oder Telefonrechnung)
- ggf. RIB und
- Studentenausweis.

Uni-Sport

… ist an der Sorbonne umsonst und eine Gelegenheit, Kontakt zu Franzosen zu bekommen. Die Anmeldung hierfür findet bei der UEFAPS (Unité d’Enseignement et de Formation en Activités Physiques et Sportives) im Centre Pierre Mendès France, Bureau C13 07, 90 Rue de Tolbiac, 75013 Paris) statt. Das Angebot ist groß, die Hürde für die Anmeldung allerdings auch. Man braucht:
- zunächst ein gesundheitliches Attest vom Arzt, daß die Sport-Tauglichkeit bestätigt. Das kriegt man für teures Geld in Deutschland, sollte es im Idealfall aber auf Französisch ausstellen lassen oder einfacher: Man läßt sich einen Termin beim Uni-Doktor geben. Das ist umsonst, und dieses Attest wird bei der Anmeldung in jedem Fall anerkannt. Weiter braucht man:
- seinen Studentenausweis,
- nach Möglichkeit seinen fertigen contrat pédagogique, was aber schlecht möglich ist vor Beginn des Semesters – in unserem Fall hat es auch ohne geklappt.
- 3 Passbilder.
Man erhält dann eine Anmeldebestätigung mit Foto darauf, die man beim Sportlehrer jede Woche (!) vorzeigt und die abgehakt wird. Französische Studenten können übrigens Sport auch mit einer Option betreiben, die ihnen das Ganze fürs Zeugnis anrechnet. Diese Kurse sind aber in der Regel nur Franzosen offengehalten – als Erasmus-Student sollte man sich einen Kurstermin ohne Kontrolle auswählen.

Studentenjobs

… sind in Paris relativ leicht zu finden. Die lukrativste Möglichkeit: Nachhilfeunterricht geben. Stundenlöhne von 15 und mehr Euro sind realistisch. Man kann am Schwarzen Brett in der Uni (natürlich auch an fremden Unis) oder im Goethe-Institut einen Aushang machen. Eine weitere Möglichkeit: Korrekturarbeiten anbieten – am besten über den gleichen Weg.
Eine Alternative ist die Jobsuche im Internet. Unter dem Suchwort „job étudiant“ finden sich z.B. beim französischen Arbeitsamt ANPE (http://www.anpe.fr) relativ viele gute Angebote, z.B. für die schon erwähnten Nachhilfestunden oder aber Telefonumfragen auf Deutsch, die gut bezahlt werden. Eine weitere Adresse: http://www.jobetudiant.fr.
Kommt man in einer Firma unter, empfiehlt es sich, zuvor seine Sozialversicherungsnummer in Deutschland nachzufragen. Als EU-Bürger braucht man keine Arbeitserlaubnis oder sonstiges.
Wie schon bei der Wohnungssuche auch hier eine weitere hilfreiche Anlaufstelle: Das Studentenwerk Crous: http://www.crous-paris.fr.

Tandems

Zur Verbesserung der Sprachkompetenz bietet sich als günstige Möglichkeit, über einen Aushang an der Uni oder im Goetheinstitut einen sogenannten „Tandempartner“ zu finden. Man trifft sich mit einem Franzosen, der sein Deutsch verbessern will, und kann als Gegenleistung sein Französisch verbessern. Sofern man das regelmäßig durchzieht, ist das eine hervorragende Gelegenheit, intensiv sprechen zu üben, aber auch, kulturell viel mehr kennenzulernen und nebenbei nette Kontakte zu knüpfen.
Das gilt übrigens auch schon für Deutschland. Gerade in Berlin gibt es viele Erasmusstudenten, die an Tandems Interesse haben. Listen hängen z.B. in der Mediothek des HU-Sprachenzentrums aus, oder man geht auch hier den Weg über das Schwarze Brett.

Freizeit

Daß Paris ein riesiges Kultur- und Freizeitangebot hat, versteht sich von selbst. Veranstaltungen finden sich in den wöchentlich erscheinenden Programmzeitschriften Pariscope und Zurban. Letztere ist am ehesten mit den Berliner Stadtmagazinen Tip oder Zitty zu vergleichen und hat den größten Abschnitt über Diskotheken. Allerdings ist auch hier immer nur eine Auswahl zu lesen, die im Vergleich zu Berlin zunächst klein aussieht. Vieles wird schlicht nicht abgedruckt. Disko-Besuche können kostenfrei sein, aber auch leicht 20 Euro Eintritt betragen.
Als studentenfreundliche Ausgehviertel haben wir empfunden:
- das Bastille-Viertel, hier vor allem die Rue de Lappe (enge Straße mit Kneipe an Kneipe),
- Montmartre rund um den Place Pigalle,
- das Marais-Viertel,
- nördlich der Station Odéon,
- die Fußgängerzone rund um die Place St. Michel,
- die Rue Mouffetard hinter dem Panthéon,
- der Canal St. Martin auf der Höhe zwischen Gare de l’Est und der Place de la République.

Die Getränkepreise sind im Vergleich zu Berlin sehr hoch: Für ein kleines Glas Bier zahlt man in der Regel zwischen 2,50 Euro und 4 Euro. Dafür gibt es in fast jeder Kneipe eine Happy-Hour, in der sich die Preise meist halbieren oder zwei Getränke zum Preis von einem ausgeschenkt werden.
Paris ist Filmstadt, und die Zahl der Kinos riesig. In den allermeisten gibt es erfreulicherweise Studentenrabatt (zumindest unter der Woche): Die Kinokarte kostet dann zwischen 4 und 6 Euro, also oft günstiger als in Berlin.
Theater und Oper bleiben trotz Studentenrabatts teuer – 15 Euro aufwärts sind die Regel, aber es lohnt sich. Konzerte gibt es im Überfluss. Das Angebot an kostenlosen, meist klassischen Konzerten in Kirchen, ist groß.
Auch das Museumsangebot in Paris ist schier unerschöpflich, wobei gerade auch kleine Museen einen Besuch wert sind. Kunst- und Kunstgeschichtsstudenten haben übrigens in allen Kunstmuseen freien Eintritt, sofern sie sich den nötigen Stempel hierfür in ihrer Fakultät abholen. Geschichtsstudenten sind davon nicht betroffen, aber wer will, sollte einen Versuch wagen. Es geht das Gerücht um, dass das Institut für Plastische Kunst sehr freigiebig mit Stempeln sein soll.
Jeden ersten Sonntag des Monats ist der Eintritt in staatliche Museen, auch in den Louvre, kostenlos. Außerdem gibt es bestimmte Zeiten in der Woche, zu denen der Eintritt verbilligt ist (im Louvre z.B. Mittwochabends). Der Eintritt in Museen, die der Stadt Paris unterstellt sind, war während unseres Aufenthaltes ebenfalls kostenlos. Lohnend vor allem: das Museum Carnevalet zur Pariser Stadtgeschichte.


Insgesamt sollte man sich auf viel Stress, viele Probleme und eine Vielzahl von Hürden einstellen, doch erhält man im Gegenzug die Chance, eine lange Zeit in einer der faszinierendsten Metropolen der Welt zu leben, an einer der ältesten und renommiertesten Unis Europas zu studieren und nicht zuletzt eine ganz neue Sichtweise auf ’savoir vivre’ zu gewinnen…