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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Toulouse 2: 2007/08

1. Vorbereitungen
Hat man die bürokratischen Hürden in der Heimatuniversität hinter sich gebracht und erfolgreich einen Studienplatz in Toulouse ergattert, können die Vorbereitungen auf den Auslandsaufenthalt beginnen.
Hierzu sollte man zum einen schon einmal in das Vorlesungsverzeichnis schauen :
http://w3.histoire.univ-tlse2.fr/
Die genauen Daten über Beginn, Ferien und Ende des Semesters erhaltet ihr – wahrscheinlich erst relativ kurzfristig - unter :
http://www.univ-tlse2.fr/1150451019333/0/fiche___actualite/
Eure Ankunft in Toulouse sollte spätestens zum Einstufungs-Sprachtest erfolgen, dessen Termin Euch postalisch von der Gastuniversität mitgeteilt wird. Allerdings lohnt es sich, mindestens zwei Wochen vor Beginn der Kurse anzureisen, um in Ruhe Einschreibung und evt. Wohnungssuche hinter sich zu bringen, sowie sich etwas einzuleben.
Und noch ein Tipp: Packt euch genügend Passfotos ein, die werden gerne und häufig gefordert!
 
2. Wohnen
Die einfachste und kostengünstigste Alternative in Toulouse zu wohnen, ist die Unterkunft in einem der zahlreichen Studentenwohnheime. Die Bewerbung für ein Zimmer muss rechtzeitig nach postalischer Aufforderung der Gastuniversität erfolgen.  Hier lohnt sich schnelles Handeln, da nicht genügend Studentenwohnheimsplätze für alle Erasmusstudenten vorhanden sind. Das Wohnheim hat neben seinem Preis den Vorteil mit Menschen aus aller Welt zusammenzuwohnen und schnell Bekanntschaften zu machen. Nachteil sind Zimmergröße (9qm) und Ausstattung. Während die Zimmer im Wohnheim Daniel Faucher mit einer Herdplatte und Kühlfach auf dem Flur ausgestattet sind, besteht im Chapou keine vorhandene Kochmöglichkeit. Viele der Studenten arrangieren sich allerdings mit Elektrokochern. Sanitäre Einrichtungen müssen in beiden Fällen mit den Bewohnern eines Flures geteilt werden.
Die Suche nach einem Appartement oder einem WG-Zimmer gestaltet sich schwieriger und verlangt vor allem große Eigeninitiative. Anzeigen findet ihr vor allem beim Crij und beim Crous, sowie auf verschiedenen, leider oft kostenpflichtigen Internetseiten. Eine Übersicht darüber solltet ihr ebenfalls von der Partneruniversität zugeschickt bekommen. Die Miete ist vielfach teurer als in Berlin. Es kann allerdings beim Caf  Mietgeld beantragt werden, das nicht unerheblich ist. Die größte Hürde stellt für viele neben der Kaution die fast immer geforderte Bürgschaft dar, die ausschließlich von jemandem übernommen werden kann, der in Frankreich lebt und arbeitet (Gehaltsnachweise).
Weitere gängige Möglichkeiten sind private Studentenresidenzen und die Untermiete im Haushalt einer Familie.
 
 
3. Integration an der Gastuniversitaet
 
Von der Universität wird am beginn des Semesters eine Begrüßungswoche organisiert.
Für jeden der mag, bieten die studentischen Mitglieder des „EIMA“ ein wöchentliches Erasmusprogramm an (Ausflüge, Soirées, Konzerte…). Informiert wird man über eine mailingliste, in die man sich direkt im Büro (Sitz in der Arche) eintragen kann. Das Büro bietet weiterhin einen kostenlosen Internetanschluss für Erasmusstudenten an.
 
4. Sprachkurse
Nachdem ihr den Französisch-Einstufungstest der Gasthochschule absolviert habt, werdet ihr in verschiedene Niveaus (1-5) eingeteilt, die euch einem Sprachkurs zuteilen. Verfügt ihr im Vorfeld schon über sehr gute Sprachkenntnisse und studiert nicht zufällig Französisch im Hauptfach fallt ihr leider raus. Hier gibt es nur die Möglichkeit, sich einem erneuten Test im „Réseau Universitaire Toulouse Midi-Pyrénés“ (www.rutmp.fr) zu unterziehen um einen der dortigen, nach verschiedenen Themenbereichen differenzierten Kurse, zu besuchen.
 
5. Studium
Die Kurse in Frankreich sind vierstündig und bestehen in der Theorie aus 2 Stunden „Cours Magistral“ (vgl. mit unseren Vorlesungen) und 2 Stunden „Travaux dirigés“. Als Erasmusstudent hat man grundsätzlich die Möglichkeit, Kurse auf allen Stufen zu besuchen. Kurse niedriger Semester sind dabei noch sehr viel „handwerklicher“ ausgerichtet, die Studenten erlernen hier die notwendigen studienbegleitenden Techniken. In Frankreich wird vor allem Wert auf Quellenkommentare gelegt, die strikten Regeln unterliegen. Da den Lehrenden jedoch auch bewusst ist, dass diese Technik eine französische Eigenart ist, wird von den Erasmusstudenten diese Leistung meistens nicht verlangt und man einigt sich mit dem Professoren auf eine adäquat zu erbringende Leistung. Kulanz wird auch in anderen Prüfungsleistungen gezeigt. Obwohl – im Gegensatz zur Humboldt-Universität – alle Kurse mit schriftlichen Prüfungen beendet werden - ist es oftmals möglich, sich mit dem Lehrenden bsp. Auf eine Hausarbeit zu verständigen, sofern dies für einen nötig ist.
Das Themenangebot habe ich als weniger differenziert als in Berlin empfunden. Trotzdem werden aus allen Einzelgebieten der Geschichte (Alte/ Mittlere/Neuere/Neueste Geschichte) Kurse angeboten. Besonders lohnenswert fand ich die Kurse zur Religionsgeschichte Frankreichs, deren häufiger Schauplatz die Toulouser Umgebung war und sich durch Ausflüge ins Umland wunderbar illustrieren lässt. Wer kann, sollte bei Monsieur Birnstiel einen Kurs besuchen, der als geborener Berliner und Erasmuskoordinator einen herzlichen Kontakt zu seinen Erasmusstudenten pflegt und für Probleme jeglicher Art ein offenes Ohr hat.
Wer in Frankreich studieren will, sollte bereit sein, sich auf ein anderes, als das gewohnte deutsche Universitätssystem einzustellen. Wer rege Diskussionen und den Austausch von Reflexionen im Unterricht schätzt, könnte von dem französischen Universitätssystem, das hauptsächlich auf Frontalunterricht aufgebaut ist, enttäuscht sein.
 
6. Transport
Toulouse besitzt zwei Metrolinien, sowie ein gut ausgebautes Busnetz, mit dem man sich tagsüber bequem fortbewegen kann. Für ein Monatsabonnement (22 Euro) muss die „carte pastelle“ erworben werden, eine Magnetkarte, für die Personalausweis, Foto und Wohnbescheinigung nachzuweisen sind.
Ein Nachtnetz vergleichbar zu dem in Berlin existiert nicht. Die Anschaffung eines Fahrrades ist daher zu raten. Dieses kann beispielsweise am Wochenende auf dem „marché Saint Sernin“ erworben werden.
Für Reisen durch Frankreich lohnt sich außerdem die „carte 20-25“, eine Rabattkarte die bei frühzeitigem Buchen günstige Preise verspricht (Tipp: Nachtzug!).
 
7. Freizeit
Toulouse gehört zu den 4 größten Städten Frankreichs und stellt die zweitgrößte Studentenzahl des Landes. Dementsprechend ist das Kulturprogramm relativ umfangreich und differenziert. Ein Blick auf Poster und Aushänge in der Stadt lohnen sich. Weiterhin ist ein tägliches Programm im Internet einsehbar (http://toulouse.letsmotiv.com/). Mit dem „chèque jeune“, u.a. am „Place du capitole“ erhaltbar (12 Euro),  bekommt man zahlreiche Vergünstigungen im kulturellen Bereich (Mitgliedschaft in der städtischen Bibliothek, Kino, Konzerte, Oper…).
Zu meinen persönlichen Lieblingsplätzen gehören außerdem das Garonne-Ufer und die Sonntags-Märkte Saint-Sernin/Saint-Aubin.
An den Wochenenden sind Ausflüge in zahlreiche geschichtsträchtigen Städte und Dörfer lohnenswert, auch die Pyrenäen, das Mittelmeer und der Atlantik sind gut erreichbar. Wandern und Ski fahren wird auch von der Universität angeboten, sowie ein weiteres umfangreiches Programm, von dem ihr als Erasmusstudenten kostenlos profitieren könnt.