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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Zürich 2010/11

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Die Vorbereitung des ERASMUS-Aufenthalts an der HU war durch eine sehr individuelle und freundliche Betreuung geprägt. Da in der Schweiz sehr viel frühere Fristen für die Anmeldung existieren, gab es einige kurzfristige Änderungen in der Terminierung. Das geplante Treffen der ERASMUS-Studenten vor dem Auslandsaufenthalt an der HU fiel leider aus, was ich persönlich sehr schade fand. Aufgrund der Informationen der HU und der Universität Zürich habe ich aber hoffentlich alles mitbekommen, was man vorher an Wissen benötigt. Alles in allem fühlte ich mich gut betreut, sowohl durch Frau Prof. Dr. Metzler als auch durch Franziska Wölky.

 

Anreisemöglichkeiten zum Studienort

Reiseverbindungen von Berlin nach Zürich sind ideal. Sowohl Flüge als auch Bahnverbindungen gibt es mehrmals täglich und – bei rechtzeitiger Buchung – auch erschwinglich. Für eine Bahnfahrt sollte man 10 Stunden einplanen, die reine Flugzeit beträgt etwas über einer Stunde.

 

Vorstellung der Gastuniversität

Die Universität Zürich meldete sich bei mir nach Eingang meiner Unterlagen sehr schnell. Ich bekam Mails und Post sowohl vom ERASMUS-Büro als auch von dem für mich zuständigen ERASMUS-Koordinator des Historischen Seminars. Sowohl ausführliche Informationen als auch umfassende Hilfs- und Beratungsangebote gaben mir das Gefühl, mich jederzeit mit jeglicher Frage an beide Adressaten wenden zu können. Ansprechpartner waren für mich Herr Moisès Prieto und Frau Marianne Hochuli. Von der Betreuung durch beide Personen war ich sehr begeistert.

 

Beurteilung der Lehrveranstaltungen und Lernbedingungen

Die Lehrveranstaltungen haben ein sehr hohes Niveau, hierfür werden die Studenten jedoch überdurchschnittlich gut durch die Professoren und deren Assistenten betreut. Sowohl die Veranstaltungen als auch die Lernbedingungen haben mich sehr begeistert. Persönliche Betreuung, große Hilfe in den Bibliotheken bei Rechercheproblemen, viele Arbeitsplätze, ein hohes Aufkommen an Steckdosen für Laptops, günstige Kopier- und Druckerangebote, ein sehr informatives Online-Angebot an Informationen und Möglichkeiten für das eigene Studium. Das ganze wird durch moderne Räumlichkeiten und eine Mensa mit einem großen und bezahlbaren Angebot abgerundet. Sehr empfehlenswert!

 

Sprachvoraussetzungen und Sprachkompetenzen

Der Unterricht an der Universität Zürich wird in deutscher Sprache gehalten, was das Studieren für ERASMUS-Studenten aus Berlin selbstverständlich im Vergleich zu anderen Auslandsaufenthalten erleichtert. Der Schrift- und Mailverkehr ist von Höflichkeit und dem Nutzen des umfangreichen deutschen Wortschatzes geprägt. Es sollte allerdings beachtet werden, dass in Zürich Schweizerdeutsch gesprochen wird und, obwohl Hochdeutsch die Sprache der Universität ist, sowohl die Studenten als auch die Lehrenden oft Schweizerdeutsch sprechen. Hier sollte man nicht dem Irrtum verfallen, dass das fast das Gleiche sei (das, was wir in Berlin als Schweizerdeutsch kennen, ist das Zürcher Hochdeutsch), unabhängig von der anderen Aussprache gibt es oft andere Wortbedeutungen, so dass diese Mundart erst nach ein paar Wochen halbwegs verstanden werden kann. Empfehlenswert ist das Hören und Sehen von Zürcher Radio- und Fernsehsendern, um sich an die Sprache zu gewöhnen.

 

 

Wohnmöglichkeiten und Empfehlungen

Es gibt in Zürich keine Studentenwohnheime oder ähnliche Angebote seitens der Universität. Hinzu kommt, dass auf 1000 Wohnungen weniger als eine freie Wohnung kommt. Zürich ist abschließend eine für einen Berliner wahnsinnig teure Stadt. All diese Komponenten lassen mich dringend anraten, sich so schnell wie möglich nach Kenntnis des Auslandsaufenthaltes um die Anmietung von Wohnraum zu kümmern. Empfehlen kann ich die Onlinesuche über www.students.ch und www.studizone.ch. Erschwert wird die Zimmer- und Wohnungssuche durch die ortsübliche Art, Vermietungen nur nach persönlicher Vorstellung vorzunehmen, weshalb alle Hilfsangebote von Freunden, Verwandten und deren Umfeld, zu Besichtigungen zu gehen, sofort angenommen werden sollten. Es kann sein, dass eine vorherige Anmietung trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, dann sollte man sich sofort nach Ankunft in Zürich um Wohnraum bemühen. Eine Jugendherberge ist für den Übergang in Zürich vorhanden.

 

Finanzierung und zu berücksichtigende monatliche Ausgaben

Zürich ist die momentan viertteuerste Stadt der Welt! Sämtliche Ausgaben für Lebensmittel und übliche Haushaltsartikel können mit dem dreifachen Preis veranschlagt werden. Die Mieten sind nicht weniger teuer, für ein Zimmer habe ich 500,00 EUR monatlich bezahlt und war damit noch im unteren Preisbereich. Vergleichsweise ähnlich sind die Preise für eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel und für Cola. Zu einem Nebenjob welcher Art auch immer kann ich nur raten – die Stundenlöhne sind auch für Aushilfsjobs angepasst, eine Küchenhilfe hat den Mindestlohn von ca. 20 EUR die Stunde. Bei Bewerbungen muss man allerdings beachten, dass Ausländern gegenüber auch bei hoher Qualifikation Skepsis herrscht und verständlicherweise Schweizer bevorzugt werden. Alles in allem betragen die monatlichen Ausgaben minimal 1.500 CHF (je nach Kurs ca. 1.200 – 1.300 EUR)!

 

Freizeitaktivitäten

Zürich ist eine Stadt, in der immer irgendeine Veranstaltung aktuell ist, ob es Ausstellungen, Konzerte oder Festivals sind. Kulturell verarmen kann man in Zürich keinesfalls. Die ERASMUS-Programme bieten darüber hinaus wöchentliche Pub-Abende und Veranstaltungen über Wochenenden (Skifahren, Ausflüge etc.) zu günstigen Konditionen an. Ein sehr gutes Angebot bietet die Universität mit seinem umfangreichen Fitneß- und Sportangebot. Die Kurse und Angebote sind für Studenten kostenlos und bieten (aus meiner Sicht) wirklich alles, was man sich wünschen kann, von Yoga, Tai Chi und Tischtennis über Rudern, Klettern und Segeln bis hin zu Mannschaftssportarten, Cycling- und Rowingkursen und so vielem mehr.

 

und darüber hinaus?

Für jeden zukünftigen Zürcher empfehle ich die Lektüre zweier Bücher, welche mir für die Vorbereitung sehr geholfen haben (insgesamt habe ich fünf Bücher gelesen). „Überleben in Zürich“ von Susann Sitzler hilft mit vielen Informationen auch zur Wohnungssuche und Anmeldung in Zürich, zu den Müllgebühren und Ähnlichem Unbekanntem – sehr empfehlenswert. „Gebrauchsanweisung für die Schweiz“ von Thomas Küng hilft beim Verständnis des Charakters der Zürcher auch in Bezug auf die Deutschen in ihrer Stadt. Beide Bücher sind angenehme Lektüre und keine schwer verständlichen Wälzer.

 

Ein Semester an der Universität Zürich ist aus meiner Sicht trotz aller Kosten unvergesslich, geprägt von hoher Studienqualität und tollen Menschen. Sofern es finanziell irgend möglich ist, fahrt hin!!!