Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | aktuelles_veranstaltungen_startseite | 29.11.21 Diskussion "Kriterien für die Relevanz historischer Forschung"

29.11.21 Diskussion "Kriterien für die Relevanz historischer Forschung"

Auftaktveranstaltung der Diskussionsreihe "Geschichtliche Grundfragen"
  • Wann 29.11.2021 von 17:15 bis 18:45 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Online
  • Name des Kontakts
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal
Nach welchen Kriterien bestimmen wir die Relevanz historischer Forschung? Kann man Erkenntnisinteressen hierarchisieren?

Diskussion

Eingangsstatements von:
Habbo Knoch (Köln), Barbara Stollberg-Rilinger (Berlin), Frank Trentmann (London/Helsinki)
Diskussionsleitung: Matthias Pohlig
Erste Veranstaltung in der Diskussionsreihe "Geschichtliche Grundfragen" im Wintersemester 2021/22.


Zur Reihe "Geschichtliche Grundfragen":
Mit den sozial-, geschlechter-, kultur- und globalgeschichtlichen Erweiterungen der Geschichtswissenschaft vor allem seit den 1970er Jahren sind ihre Themen vielfältiger, die theoretischen Ansätze und Methoden pluraler und Forschungsdesigns multiperspektivischer geworden. Dementsprechend hat die Komplexität des Fachs zugenommen, das heute in seiner Vielgestaltigkeit gerade auch über die Epochengrenzen hinweg kaum noch zu überblicken ist. Angesichts dieser Pluralisierung scheinen die Konturen der Geschichtswissenschaft zu verschwimmen, was von den einen als „anything goes“ beklagt und von anderen als notwendige Diversitätssteigerung begrüßt wird. Unserer Ansicht nach stellen sich aber auch angesichts der Vervielfältigung von Perspektiven, Zugängen und Quellenkorpora auf einer ganz basalen Ebene des historischen Arbeitens noch immer gleiche oder zumindest ähnliche Grundfragen: Was ist eine gute historische Frage? Gibt eine Einheit der Geschichte oder nur partiale Geschichten? Wie politisch kann, darf und muss Geschichte sein? Ist historische Erkenntnis objektiv? Wie sollen die räumlichen und zeitlichen Bezüge unserer Forschungen gestaltet sein?
Zwar haben sich auch die historiographischen Theoriediskussionen seit den 1970er Jahren ausdifferenziert und mit Anleihen aus den systematischen Nachbarwissenschaften zu diesen Fragen Stellung genommen, geklärt sind sie aber bei weitem nicht. Weil sie sich vielmehr in der alltäglichen historiographischen Praxis immer wieder aufs Neue stellen, möchten wir, Historiker*innen der HU und der FU Berlin sowie des ZZF Potsdam, sie mit interessierten Kolleg*innen in loser Folge systematisch diskutieren und dabei vor allem den Brückenschlag zwischen abstrakter Theoriereflexion und konkreter historiographischer Arbeitspraxis suchen.

Organisation der Reihe im Wintersemester 2021/22:
Rüdiger Graf, Leibniz-Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Matthias Pohlig, Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin
Ulrike Schaper, Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin


Nächster Termin in der Reihe:
Freitag, 21. Januar 2022, 17.15-18.45 Uhr | Online
mit Caroline Arni (Basel), Jürgen Kocka (Berlin) und Kim Christian Priemel (Oslo)

Zoom-Meeting beitreten
https://us06web.zoom.us/j/89377019212?pwd=Z0ZaYUExU01zWWJYZ0R6bjNCbUpCUT09
Meeting-ID: 893 7701 9212
Kenncode: 714841