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Humboldt-Universität zu Berlin - Alte Geschichte

Der Briefwechsel zwischen Georg Ebers und Eduard Meyer (1874-1898)

Vorbemerkung
 
Die vorliegende Transkription des Briefwechsels zwischen Georg Ebers und Eduard Meyer stellt den ersten abgeschlossenen Arbeitsschritt eines DFG-Projekts dar, das wichtige Briefbestände aus dem außergewöhnlich reichen Nachlaß von Eduard Meyer (1855-1930), des nach Theodor Mommsen bedeutendsten Althistorikers Deutschlands, sowie die noch vorhandenen Gegenbriefe Meyers in anderen Nachlässen EDV-gestützt aufbereitet. Mittels der kompletten Transkription dieser Archivalien soll für wissenschaftsgeschichtliche Studien zum Wilhelminischen Deutschland und zur Weimarer Republik im allgemeinen sowie für eine wissenschaftliche Biographie Eduard Meyers im speziellen der Zugriff auf diesen wertvollen, bisher noch nicht ausgeschöpften Quellenfundus wesentlich erleichtert werden. Das Projekt geht zurück auf einen Antrag von W. Nippel (Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften, Lehrstuhl Alte Geschichte).
Das Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, das den Hauptteil des Nachlasses von Eduard Meyer aufbewahrt, und die Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preussischer Kulturbesitz, die den Nachlaß von Georg Ebers betreut, erteilten die Publikationsgenehmigung und gaben jede erdenkliche Unterstützung.
Der Bearbeiter ist mehreren Kollegen zu Dank für ihre freundliche und bereitwillige Hilfe bei der Ausarbeitung des Manuskripts verpflichtet, allen voran S. Grunert (Berlin, wie alle nachfolgend Genannten) für kritisches Mitlesen des gesamten Manuskripts und die Übertragung der Stellen bzw. Passagen mit Hieroglyphentext (und einzelnen koptischen Wörtern) aus Kopien der Originale in den vorliegenden Text. Dass sich S. Grunert dabei jeden Kommentars aus der Sicht der heutigen Ägyptologie enthielt, gebot die Achtung vor den Leistungen der Vorgänger in seinem Fach. W. F. Reineke ist in einem speziellen Fall eingesprungen; er hat die in Hieroglyphen verfaßte Postkarte Eduard Meyers vom 1. Oktober 1877 ins Deutsche übersetzt.
J. Tropper übertrug die hebräischen Stellen, Y. Sabek die arabischen. Die Nachprüfung mehrerer Namen aus der Geschichte des Vorderen Orients wird J. Marzahn verdankt. Ferner leisteten L. und K. Hallof Hilfe bei der Entzifferung einiger schwieriger Stellen. W. Nippel und A. Kohring gaben Hinweise zur abschließenden Gestaltung der Edition.
Danken möchte der Herausgeber schließlich auch den studd. phil. D. Bahr, H. Blechschmidt, K. Gruihn, J. Herter, D. Schlaak und K. Wannack, die Werktitel identifizierten, Literatur beschafften und im Internet recherchierten.
Was die technische Seite der Transkription betrifft, so wurden Wortlaut, Orthographie, Zeichensetzung und Abbreviaturen der Originale beibehalten. Mißratene Satzkonstruktionen (ein Paradebeispiel Meyers findet sich unter dem 19.05.1885) blieben stehen, ebenso gelegentlich nicht ganz korrekt zitierte Titel von wissenschaftlichen Werken. So erklären sich auch Sätze, die ohne Punkt enden, fehlende Klammern oder auch Zitate mit unvollständigen Ausführungszeichen. Meyer schreibt tatsächlich „Gemalin“ und „Gemahlin“ oder „ein Paar Tage“. Namentlich bei Meyers Texten war nicht immer klar, ob Wörter getrennt oder zusammengeschrieben, „gern“ oder „gerne“, „sehn“ oder „sehen“ gemeint war.
Ebers verwendet bei Doppelkonsonanten wie z. B. nn in „erkenntlich“ oder mm in „sammeln“ oft den Abkürzungsstrich über dem betreffenden Konsonanten; dies wurde hier nicht nachgeahmt. Auch ist er ein Verächter des Bindestrichs und läßt gern ö-, ü- usw. -Strichelchen aus; in diesen Fällen schien stillschweigende Vervollständigung erlaubt. Der Kustos, den Ebers in der Regel notiert, entfiel; die Briefschlüsse sind vereinfacht, ohne die Abstufungen der Originale, wiedergegeben. Harmlose Versehen wurden, um die Lesbarkeit zu fördern, nachgetragen; der Wortlaut des Originals läßt sich in solchen Fällen aus den „zusätzlichen Bemerkungen“ entnehmen. Gern hätte der Herausgeber bei ungewöhnlicher Schreibweise wie „im Volkmunde“ (Ebers an Meyer, 14.07.1895) ein „sic, Hg.“ gesetzt, um dem Leser zu signalisieren, dass hier kein Versehen vorliegt, doch wurde zugunsten besserer Lesbarkeit darauf verzichtet.
Beginnend mit dem Brief Ebers’ an Meyer vom 12.05.1886 sind zahlreiche Ebers-Autographen gelocht, um sie in einem Ordner abzulegen. Ließen sich die so entstandenen Textlücken problemlos ergänzen, wurde dies stillschweigend getan. Wo Varianten möglich schienen, findet sich ein Hinweis des Herausgebers.
Wenn Ebers oder Meyer einen Personennamen versehentlich falsch geschrieben oder nur auf eine ungenannte Person angespielt haben, so folgt der Name korrekt geschrieben (und im Nominativ) bzw. die Person wird mit ihrem Namen bezeichnet. Das mag manchem den Lesespaß verderben, ist aber für eine erfolgreiche Suche nach dem Betreffenden in der Datenbank unerläßlich (selbstverständlich ermittelt der Computer auch Erman, wenn der in der Form von Ermann erscheint...).
 
 
G. Audring
Berlin, im Oktober 2002
Dieser Bestand (nach Jahren sortiert) als Portable Data Files (PDF)