Humboldt-Universität zu Berlin - Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit

Aktuelles

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit | Aktuelles | Neuer Aufsatz von Matthias Pohlig: „Singular und Plural. Überlegungen zum Reformationsbegriff in der jüngeren Forschung“

Neuer Aufsatz von Matthias Pohlig: „Singular und Plural. Überlegungen zum Reformationsbegriff in der jüngeren Forschung“



This article attempts to catalogue the concept of "reformation" and associated concepts in the context of the Reformation anniversary and in recent research. It shows which conceptual variants of "Reformation" are currently used and how concepts of "long reformation" and "reformations" in the plural relate to them. It then discusses the advantages, but also the disadvantages, of these conceptual choices. The article also offers some overarching reflections on historiographical concepts and their epistemological and strategical use in current debates. It takes a skeptical position on the emphasis on pluralization found in much current historiography. In a third part, which draws (amongst others) on the well-established concept of the confessional age, which has long been central in German research, an attempt is made to tentatively outline possible concepts of  "reformation" that might escape the dangers of conceptual pluralization outlined earlier.

Erscheint in: Reformation und Reformationen. Kontinuitäten, Identitäten,
Narrative, hg. v. Kaspar von Greyerz/Anselm Schubert, Gütersloh 2022, 15-37.

 

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit | Aktuelles | Neuer Aufsatz von Tobias Graf: „Knowing the ‚Hereditary Enemy‘. Austrian-Habsburg Intelligence on the Ottoman Empire in the Late Sixteenth Century“

Neuer Aufsatz von Tobias Graf: „Knowing the ‚Hereditary Enemy‘. Austrian-Habsburg Intelligence on the Ottoman Empire in the Late Sixteenth Century“



Im 16. Jahrhundert war das Osmanische Reich der bedeutendste Rivale des Hauses Habsburg um die Vorherrschaft in Europa. Diese Rivalität und die militärischen Konflikte, die aus ihr entstanden, machten es unerlässlich, dass die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ihre Berater Zugang zu verlässlichen Informationen aus dem Osmanischen Reich und rechtzeitige Warnungen vor geplanten Angriffen erhielten. Auf der Grundlage einschlägiger Dokumente aus den Beständen der Wiener Archive argumentiert ein neuer Aufsatz von Tobias Graf, dass Informationsgewinnung eine integrale Aufgabe derjenigen habsburgischen Institutionen war, die zur militärischen und diplomatischen Bewältigung der osmanischen Herausforderung für die österreichisch-habsburgischen Interessen geschaffen wurden. Insbesondere Ausgabenverzeichnisse der kaiserlichen Gesandten in Istanbul aus den frühen 1580er Jahren zeigen, dass die Habsburger Informationsgewinnung in deutlich systematischerer und professionellerer Art und Weise betrieben, als die Forschung bisher angenommen hat.

Der Aufsatz ist im Journal of Intelligence History erschienen und dank der Unterstützung des Open Access Publikationsfonds der Humboldt-Universität zu Berlin als Open Access verfügbar. Den Volltext des Aufsatzes finden Sie hier.

 

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit | Aktuelles | Neuer Aufsatz von Matthias Pohlig: „The uses and utility of intelligence. The case of the British Government during the War of the Spanish Succession“

Neuer Aufsatz von Matthias Pohlig: „The uses and utility of intelligence. The case of the British Government during the War of the Spanish Succession“



Üblicherweise geht die Geheimdienstforschung davon aus, dass Organisationen der Informationsgewinnung in der Hauptsache Informationen für die Entscheidungsfindung zur Verfügung stellen und das von ihnen produzierte Wissen daher unmittelbar nützlich sei. Gestützt auf die Erkenntnisse der Organisationssoziologie hinterfragt ein neuer Aufsatz von Matthias Pohlig am Beispiel der englischen Informationsgewinnung während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) diese Annahme einer direkten Verbindung zwischen Informationssammlung und politischer Entscheidungsfindung. Im England des 18. Jahrhunderts besaß Informationsgewinnung andere, häufig stärker symbolische Funktionen, etwa indem Zugang zu privilegiertem Wissen genutzt wurde, um individuelle Akteure zu legitimieren. Auch in diesem Sinne war Informationsgewinnung zweifelsohne nützlich, aber auf andere Weise als in der Theorie der Geheimdienstforschung meist postuliert wird. Diese Beobachtung deuten auf eine „missing dimension“ in der Geschichte der Informationsgewinnung in anderen Epochen ebenso wie im theoretischen Fundament der Geheimdienstforschung insgesamt hin.

Der Aufsatz ist im Journal of Intelligence History erschienen und dank der Unterstützung des Open Access Publikationsfonds der Humboldt-Universität zu Berlin als Open Access verfügbar. Den Volltext des Aufsatzes finden Sie hier.

 

Neuerscheinungen

Susan C. Karant-Nunn, Ritual, Gender, and Emotions. Essays on the Cultural and Social History of the Reformation, hg. v. Matthias Pohlig, Tübingen: Mohr Siebeck, 2022.

ISBN: 978-3-16-161330-2

DOI 10.1628/978-3-16-161330-2

Über Religion entscheiden / Choosing my Religion. Religiöse Optionen und Alternativen im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Christentum / Religious Options and Alternatives in Medieval and Early Modern Christianity, hg. v. Matthias Pohlig/Sita Steckel, Tübingen 2021.

ISBN: 978-3-16-160273-3

Über Religion entscheiden (2021).png

Semantiken und Narrative des Entscheidens vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. Philip Hoffmann-Rehnitz/Matthias Pohlig/Tim Rojek/Susanne Spreckelmeier, Göttingen 2021.

ISBN: 978-3-525-36603-5

Cover_Semantiken und Narrative des Entscheidens.jpg