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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Westeuropas und transatl. Beziehungen

Kevin Lenk, M.A.

Name
Kevin Lenk M.A.
Status
Doktorand

Promotionsthema - Projektbeschreibung

 

Umstrittene Opfer. Staat, Medien, Neue Linke und die emotionale Rekonfiguration des Politischen in der Bundesrepublik, 1970-1978.

 

In meinem Projekt untersuche ich im Anschluss an die jüngste kommunikativ orientierte historische Forschung zu politischer Gewalt in Westeuropa die konfliktären Opferkonstruktionen im Rahmen der Konfrontation der Bundesrepublik Deutschland mit linken Gewaltakteuren in den 1970er Jahren. Dafür analysiere ich diskursive, performative und bildliche Konstruktionen der Toten beider Seiten der Auseinandersetzung und um sie imaginierter politischer Gemeinschaften, sowie darauf folgende emotionale (De-)Mobilisierungsprozesse. Indem mein Projekt die öffentlichen Verhandlungen der Opfer politischer Gewalt und staatlicher Gegengewalt als hochverdichtete Momente der Selbstversicherung und Infragestellung politischer wie emotionaler Ordnungen, Zugehörigkeiten und Gemeinschaften versteht, soll es vor allem einen Beitrag zu dem Fragekomplex leisten, wie die Auseinandersetzung zwischen den linken Gewaltgruppen und staatlichen Akteuren sowie die Deutungsprozesse Dritter den bundesrepublikanischen Staat und das Feld des Politischen transformierten. Mit Ansätzen aus der historischen Diskursanalyse, der theaterwissenschaftlichen Performanztheorie, der Visual History sowie der Emotionsgeschichte möchte ich durch die Geschichte der Opferkonstruktionen und davon ausgehender Mobilisierungsprozesse eine weitere Perspektive zu den Geschichten der westdeutschen Staatlichkeit zwischen sozialliberaler Liberalisierung und „geistig-moralischer Wende“, der heterogenen Neuen Linken zwischen 1968 und Deutschem Herbst und bundesrepublikanischen Medien in Zeiten vermeintlich virulenter Gewalt erschließen, die insbesondere Binnendynamiken der jeweiligen Transformationsprozesse betont und versucht die Gewalt der 1970er in der längerfristigen Geschichte des Politischen in der Bundesrepublik zu verorten.

 

Curriculum Vitae

 

Akademischer Werdegang:

 

06/2011

Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife am Gymnasium Hankensbüttel

 

10/2011 – 09/2014

Bachelorstudium der Geschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Exeter

 

Abschlussnote: 1,1

 

Thema der Abschlussarbeit: "Einige Fragen, über die wir Klarheit schaffen müssen" - Grundzüge der Diskurse innerhalb der Constituency der RAF anlässlich deren dritten Hungerstreiks

 

10/2014 – 7/2016

Masterstudium der Modernen Europäischen Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Abschlussnote: 1,0

 

 

Thema der Abschlussarbeit: „Reformulierungen bundesrepublikanischer Staatlichkeit in den Trauerakten für Günter v. Drenkmann, Siegfried Buback und Hanns Martin Schleyer, 1974-1977.“

Seit 10/2016

Doktorand am Lehrstuhl für Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen

Stipendien:

 

4/2012 – 9/2016

Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Seit 4/2017

Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Publikationen

 

(mit Lisa Esser) - Tagungsbericht: Quo vadis Zeitgeschichte? / L’histoire du temps présent et ses défis au XXIe siècle, 01.10.2014 – 02.10.2014 Paris, in: H-Soz-Kult, 21.02.2015.

(http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5841)