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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Westeuropas und transatl. Beziehungen

M.A. Kevin Lenk

Name
M.A. Kevin Lenk
Status
Doktorand
E-Mail
lenkkevx (at) cms.hu-berlin.de

Promotionsthema - Projektbeschreibung

 

Opfergemeinschaften. Die politische Instrumentalisierung von Toten im Kontext des deutschen Linksterrorismus, 1970-1977.

 

Mein Projekt untersucht die Praxis der Konstruktion, Abgrenzung und Mobilisierung von politischen Gruppen oder Gemeinschaften um vermeintlich für sie Gestorbene während der Hochphase des deutschen Linksterrorismus von 1970 bis 1977. Mit einem durch Hegemonietheorie grundierten, akteurszentrierten Ansatz beschreibt es wie eine Vielzahl von staatlichen, staatsnahen, medialen und radikal linken Akteuren die Toten der Auseinandersetzung zwischen dem bundesrepublikanischen Staat und selbsternannten „Stadtguerilla“-Formationen wie der RAF nutzten, um Grenzen politischer Zugehörigkeit machtvoll zu neu zu vermessen und imaginierte politische Gemeinschaften zu (re-)konstruieren. Indem mein Projekt die öffentlichen Verhandlungen der Toten politischer Gewalt und staatlicher Gegengewalt so als hochverdichtete Momente der Selbstversicherung und Infragestellung politischer Ordnungen, Zugehörigkeiten und Gemeinschaften betrachtet, soll es vor allem einen Beitrag zu dem Fragekomplex leisten, wie die Auseinandersetzung zwischen den linken Gewaltgruppen und staatlichen Akteuren sowie die Deutungsprozesse Dritter den bundesrepublikanischen Staat und die westdeutsche politische Kultur in jenen Jahren transformierten. Konkret soll es dafür einen Beitrag zu insgesamt vier geschichtswissenschaftlichen Diskussionskomplexen leisten: 1. Der Transformationsgeschichte der Neuen Linken in den 1970er Jahren 2. Dem Wandel von Staatlichkeit in den 1970er Jahren 3. Der historische Ort des deutschen Linksterrorismus. 4. Die Bundesrepublik als postheroische Gesellschaft.

 

Curriculum Vitae

Akademischer Werdegang

 

06/2011

Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife am Gymnasium Hankensbüttel

10/2011 – 09/2014

Bachelorstudium der Geschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Exeter

10/2014 – 7/2016

Masterstudium der Modernen Europäischen Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin

Seit 10/2016

Doktorand am Lehrstuhl für Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen

Preise und Stipendien

 

4/2012 – 9/2016

Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

Seit 4/2017

Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

9/2018

1.Platz beim Posterwettbewerb des Doktorandenforums auf dem 52. Deutschen Historikertag, 25.-28. September 2018 in Münster

9/2018

1.Platz beim History-Slam auf dem 52. Deutschen Historikertag, 25.-28. September 2018 in Münster.

 

Publikationen
Aufsätze

- Keine andere Geschichte. Die politische Aneignung von Toten im Kontext des Linksterrorismus der 1970er Jahre – Das Beispiel Siegfried Buback. In: Heger, Martin u. Petzsche, Anneke (Hrsg.): Terrorismusbekämpfung in Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit – historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen (Baden-Baden 2019, S. 85-108.)

 

Rezensionen und Tagungsberichte

- (mit Lisa Esser) - Tagungsbericht: Quo vadis Zeitgeschichte? / L’histoire du temps présent et ses défis au XXIe siècle, 01.10.2014 – 02.10.2014 Paris, in: H-Soz-Kult, 21.02.2015.

(http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5841)

- Rezension zu: Terhoeven, Petra: Die Rote Armee Fraktion. Eine Geschichte terroristischer Gewalt. München 2017 , in: H-Soz-Kult, 28.11.2017,

(http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-28336)

- Rezension zu: Hänni, Adrian: Terrorismus als Konstrukt. Schwarze Propaganda, politische Bedrohungsängste und der Krieg gegen den Terrorismus in Reagans Amerika. Essen 2018 , in: H-Soz-Kult, 13.06.2018.

(http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-29141)

- Tagungsbericht: Terrorismusbekämpfung in Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit – historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen, 11.07.2018 – 13.07.2018 Berlin, in: H-Soz-Kult, 11.09.2018

(http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7857)

- (mit Sophie Strasser) - Tagungsbericht: Terrorismusbekämpfung in Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit – historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen, 11.07.2018 – 13.07.2018 Berlin, in: Heger, Martin u. Petzsche, Anneke (Hrsg.): Terrorismusbekämpfung in Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit – historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen, Baden-Baden 2019, S. 327-340.

Vorträge

„Opfergemeinschaften. Die politische Instrumentalisierung von Toten im Kontext des deutschen Linksterrorismus, 1970–1977“, Konferenz: Transmortale X. Neue Forschungen zum Tod, Museum für Sepulkralkultur Kassel, 21.03.2020.

„„Nach Petra wurde noch nichts benannt.“ Die Politische Instrumentalisierung von Toten im Kontext des deutschen Linksterrorismus, 1970 – 1977,“ Forschungscolloquium zur Europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, Humboldt-Universität zu Berlin, 30.10.2019.

„„Nach Petra wurde noch nichts benannt.“ Die Politische Instrumentalisierung von Toten im Kontext des deutschen Linksterrorismus, 1970 – 1977,“ Forschungskolloquium zur Neueren und Neuesten Geschichte, Universität Göttingen, 09.05.2019.

„Death and Power. Theory of Hegemony and the Construction of Political Identities around Martyrs”, Workshop: How to create a theoretical framework for dissertational theses, Ruhr-Universität Bochum, 04.04.2019.

(mit Anneke Petzsche) „Workshop für Nachwuchswissenschaftler: Fall-Studien Opfer von Terrorismus aus rechtswissenschaftlicher/ geschichtswissenschaftlicher Sicht – Vorzüge eines interdisziplinären Zugangs“, Konferenz: Terrorismusbekämpfung in Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit – historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen, Humboldt-Universität zu Berlin, 11.07.2018.

„Umstrittene Opfer. Staat, Medien, Neue Linke und die emotionale Rekonfiguration des Politischen in der Bundesrepublik, 1970-1978“, Forschungskolloquium der Abteilung für Neuere Geschichte, Universität zu Köln, 04.06.2018.
„Kritik jenseits von Kaderpartei und Spontaneismus: Das Sozialistische Büro und das Problem linker Gewalt, 1972-1977.“, Konferenz: Die Bewegung ist tot - Viva la Revolución? Lebenswege nach 1968, Evangelische Akademie Frankfurt am Main, 12.04.2018.

Lehre

Einführung in die Geschichte Deutschlands und Berlins, Sommerschule des ZDS der Universität Peking, 06.&08.08.2019.

Einführung in die Geschichte Deutschlands und Berlins, Sommerschule des ZDS der Universität Peking, 17.&19.07.2018.

Einführung in die Geschichte Deutschlands und Berlins, Sommerschule des ZDS der Universität Peking, 18.&20.07.2018.