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Humboldt-Universität zu Berlin - Neueste und Zeitgeschichte

An den Grenzen der Souveränität. Die Pariser Vorortverträge von 1919/20 und das moderne Völkerrecht

 

 

Das Projekt stellt den Pariser Friedensschluss nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in den Kontext der längerfristigen Entwicklung des Völkerrechts seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Es werden Konstruktionsmuster und Wirkungsbedingungen des Völkerrechts in der internationalen Politik analysiert, indem einerseits nach der sinnstiftenden und handlungsorientierenden Funktion normativer Weltvorstellungen, andererseits nach der konkreten Tätigkeit von Juristen in der Diplomatie gefragt wird. Damit rücken Zuschreibungen von Recht, Rechtlichkeit und Verrechtlichung in den Vordergrund, die von der herkömmlichen Ideen- und Disziplingeschichte des Völkerrechts bislang wenig beachtet worden sind, die aber zu einem neuen Verständnis der Pariser Friedensverträge beitragen und grundsätzliche Einsichten in das Verhältnis von Recht und Politik erlauben.

Im Einzelnen rekonstruiert das Forschungsvorhaben (1.) die Aufwertung, Ausdehnung und Umformung des Völkerrechts in der zwischenstaatlichen Politik ab ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts; (2.) die Bedeutung völkerrechtlicher Fragen und juristischer Expertise für die Entstehung der Friedensverträge von 1919/20; und (3.) in einzelnen Fallstudien die rechtstechnische wie politische Umsetzung einzelner Vertragsbestimmungen vor dem Hintergrund einer Be- und Entgrenzung staatlicher Souveränität. Das Projekt gliedert sich derzeit in eine Habilitationsschrift, eine Dissertation und mehrere studentische Abschlussarbeiten.

Das Projektvorhaben wird seit Juli 2011 von der VolkswagenStiftung mit einem Dilthey-Fellowship gefördert (Pressemitteilung).

 

Einzelprojekte:

 

Ausgewählte Kooperationen und Veranstaltungen: