Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des Mittelalters. Schwerpunkt: Spätmittelalter

Sommersemester 2026

Prof. Dr. Dorothea Weltecke

PD Dr. Thomas Woelki

Erik Pauls, M.A.

Honorarprofessor Dr. Jörg Feuchter

Dr. Petra Heinicker

 


 

Prof. Dr. Dorothea Weltecke

 

Masterseminar: Reisen und Reiseberichte des 13. Und 15. Jh.

Mo., 14.00-16.00 Uhr, FRS 191, R. 4026 - AGNES

Die Reisen und die Reiseberichte des 13. bis 15. Jahrhunderts zeigen eine verflochtene Welt zwischen Europa, Asien und Afrika. In welchen Quellen sind Reisen greifbar? Wie wurden die Reiseberichte wissenschaftlich bisher gelesen? Welche Disziplinen waren an diesen Forschungen beteiligt? Wie können wir als Historiker:innen heute damit arbeiten?

 

Forschungsseminar: Themen und Probleme der mittelalterlichen Geschichte

Mo., 12.00-14.00 Uhr, FRS 191, R. 4026 - AGNES

In diesem Forschungsseminar wollen wir Methoden und Probleme diskutieren und Ansätze für eigene Fragestellungen und Quellenanalysen entwickeln, die als Grundlage für das eigene Masterprojekt dienen sollen. Wo steht die Mittelalterforschung heute? Ist es sinnvoll, an der Epochenbezeichnung festzuhalten oder ist das überholt? Welche Disziplinen gibt es in der Mittelalterforschung? Was bedeuten diese Ansätze für die konkrete Quellenarbeit?

 

Proseminar: Mittelalterliche Geschichte – Marco Polo und seine Reise

Di.., 8.00-10.00 Uhr, FRS 191, R. 5009 - AGNES

Das Proseminar führt in Methoden und Quellen der wissenschaftlichen Erforschung der mittelalterlichen Geschichte ein. Das geschieht in diesem Proseminar ausgehend von der ebenso bekannten wie umstrittenen Reiseerzählung von Marco Polo. Dieses vieldiskutierte Buch dient einmal als Weg in eine durch Wirtschaft und Wissenschaft verknüpfte Welt von Europa bis Asien, zum zweiten führt es uns in die Grundlagen der Quellenkritik, der Handschriftenkunde und der Rezeptionsgeschichte.

 

Forschungskolloquium

 Mo., 18.00-20.00 Uhr, FRS 191, R. 4026 - AGNES

Diese Veranstaltung ist für alle, die bei mir eine Qualifikationsarbeit schreiben möchten, von BA bis Habil., verpflichtend – alle anderen sind herzlich eingeladen, auch zu einzelnen Terminen. Das gilt besonders für diejenigen, die Qualifikationsarbeiten bei Jörg Feuchter und bei Thomas Woelki schreiben. Im Semester finden Vortragsveranstaltungen statt, darunter Termine in Zusammenarbeit mit Jörg Feuchter und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie mit Thomas Ertl und Stefan Esders von der Freien Universität. Das Programm wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Am 28.-30. Mai findet eine Blockveranstaltung statt (Sommerkolloquium), bei der alle Qualifikationsarbeiten mit Werkstattberichten vorgestellt und diskutiert werden. Bitte beachten! Halten Sie sich bitte diesen Termin frei! Je nach Teilnehmerzahl beginnen wir Donnerstag am späten Nachmittag und beenden die Veranstaltung Samstagmittag.

 

Kolloquiumsprogramm

 

 

PD Dr. Thomas Woelki

 

Vorlesung: Einführung in die Welt des Spätmittelalters

Fr. 10.00-12.00 Uhr, UL 6, Hörsaal 2002 - AGNES

 

Krise und Vielfalt. Die beiden in der Forschung seit langer Zeit diskutierten Schlagwörter zur Beschreibung der spätmittelalterlichen Jahrhunderte begründen einleuchtend, warum es sich gerade in unserer Zeit immer wieder lohnt, in diese Lebenswelten einzutauchen. Es eröffnet sich für uns eine aufregende, widersprüchliche, dynamische Welt, geprägt von Pandemie und Klimawandel, Gewalt und Unsicherheit, exzessiver Frömmigkeit, Angst vor Dämonen und Wiedergängern, schließlich auch Hexen, in der gleichzeitig bürgerliche Kultur und Gelehrsamkeit aufblühen und die europäischen Nationen entstehen. Ein „ferner Spiegel“ (Tuchman), der die eigene Welt in neuem Licht erscheinen lässt.

Die Vorlesung wird in drei Phasen zunächst politische Strukturen darstellen, anschließend soziale Räume (Höfe, Stadt und Land, Universitäten, Klöster) analysieren und schließlich kulturgeschichtliche Entwicklungen (Recht, Gewalt, Frömmigkeit, Humanismus) untersuchen.  

 

 

Erik Pauls, M.A.

 

Proseminar: Katharer, Waldenser, Hussiten – Häresien und ihre Verfolgung im späten Mittelalter

Mi., 10.00-12.00 Uhr, DOR 24, R.1.404 - AGNES

Das Proseminar erarbeitet sich einen Zugang zur sogenannten mittelalterlichen „Heterodoxie" anhand dreier historischer Fallbeispiele, den „religiösen Bewegungen" der Katharer, der Waldenser und der Hussiten. Dabei beschäftigt sich das Proseminar insbesondere mit Fragen der mittelalterlichen „Häresiologie" sowie der Inquisition und der Verfolgung von Ketzereien: Welche Glaubensweisen galten im Hoch- und Spätmittelalter als abweichend? Welche häretischen Bewegungen gab es im Mittelalter? Gab es diese wirklich oder waren Häresien nur eine Erfindung der Orthodoxie? Wie funktionierte die mittelalterliche Inquisition, wie der gelehrte Wissensaustausch? Möglich ist eine versuchte Beantwortung dieser Fragen nur in kritischer Auseinandersetzung mit den mittelalterlichen Quellen. Ziel des Proseminars ist das Kennenlernen des mediävistischen Werkzeugkastens, die Vertiefung wissenschaftlicher Grundlagen und das Ausloten der Erkenntnisgrenzen geschichtswissenschaftlichen Arbeitens.

 

 

Honorarprofessor Dr. Jörg Feuchter

 

Bachelorseminar: Ava, die Ketzerin. Ein Frauenleben um 1200 in Urkunden und Inquisitionsprotokollen

Mi., 10.00-12.00 Uhr, AMO 40, R.114 - AGNES

Hat es die Katharer wirklich gegeben? Dazu gibt es eine erbitterte Forschungskontroverse. Sie kreist vor allem um die Frage, welche Aussagekraft Inquisitionsquellen überhaupt haben können, und gerät dabei oft in die Sackgasse der Abstraktion. In diesem Seminar soll ein anderer Weg erprobt werden: Die Beschäftigung mit einer konkreten Person, einer Niederadligen aus Okzitanien (Südfrankreich). Sie wird nicht nur in Inquisitionsquellen erwähnt, sondern auch in Urkunden. So wird sie auch als verwitwetes Familienoberhaupt und Inhaberin von Besitz und Herrschaft fassbar. Welche Perspektiven ergeben sich so auf die Realität des Lebens einer „Ketzerin“? Das Seminar bietet die Gelegenheit zu intensiver Arbeit an Quellen (Latein und dt. Hilfsübersetzungen).

 

 

Dr. Petra Heinicker

 

Übung: KI-gestützte Quellenerschließung (Schwerpunkt: Handwritten Text Recognition)

 Fr. 12.06.2026, 10:00 – 18:00 Uhr, FRS 191, R. 5009

Sa. 13.06.2026, 10:00 – 18:00 Uhr, FRS 191, R. 5009

Fr. 03.07.2026, 10:00 – 18:00 Uhr, BBAW Jägerstr. 22/23, Konferenzraum K1

Sa. 04.07.2026, 10:00 – 18:00 Uhr, BBAW Jägerstr. 22/23, Konferenzraum K1 - AGNES

Die Veranstaltung gibt Einblick in den Alltag aktueller mediävistischer Grundlagenforschung: Am Beispiel einer zurzeit untersuchten, aus Österreich stammenden Sammlung von Musterurkunden (Formularbuch) aus dem 15. Jahrhundert wird in der Übung ein vollständiger (digitaler) Projektworkflow erarbeitet: von der Erstellung von Transkriptionsrichtlinien, über Modellierung von Ground Truth bis zur Suche nach Lösungen für die Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten. Parallel werden anhand der Urkundenformulare Grundbegriffe der Paläographie und Diplomatik vermittelt. Ziel ist es, Chancen und Grenzen der Verschränkung traditioneller und digitaler Methoden zur Analyse spätmittelalterlicher Textquellen auszuloten.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Frederik Skidzun statt.

 

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