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Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des Mittelalters. Schwerpunkt: Spätmittelalter

Lehre

Sommersemester 2019

 

Prof. Dr. Johannes Helmrath

Bachelorseminar

Selbstzeugnisse im Mittelalter

Mo. 10-12, FRS 191, R. 4026

Kommentar folgt

 

Übung

Paläographie

Mi. 12-14, FRS 191, R. 5009

Kommentar folgt

 

Forschungskolloquium (mit PD Dr.Tillmann Lohse)

Forschungskolloquium zur Geschichte des Mittelalters

Mo. 16-18, FRS 191, R. 4031

Das Kolloquium dient der Diskussion aktueller Forschungsprojekte aus dem Bereich der mittelalterlichen Geschichte; zudem werden Neuerscheinungen besprochen. Fortgeschrittene Bachelorstudierende sind ebenso willkommen wie Masterkandidaten und Doktoranden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Sitzung am 13.05. muss leider entfallen, da der Referent erkrankt ist.

Kolloquiumsplan

 

Dr. Christian Jaser

Vorlesung

Die Mittelalterliche Stadt

Di. 10-12, FRS 191, R. 5009

Das Mittelalter nimmt im europäischen Urbanisierungsprozess ohne Zweifel eine Schlüsselrolle ein. Buchstäblich aufbauend auf den Steinbrüchen antiker Stadtkultur und dem frühmittelalterlichen Kontinuitätsanker von Bischofsstädten wurde etwa Mitteleuropa im Hochmittelalter von einer beispiellosen Stadtgründungswelle erfasst, so dass ein Gutteil der heutigen urbanen Zentren auf mittelalterliche Ursprünge zurückgeht. In vielen Städten entwickelten sich organisierte Bürgergemeinden, die im Streben nach Emanzipation vom Stadtherrn und Selbstverwaltung nachhaltige Impulse für die politische und rechtliche Verfasstheit Europas setzten. Nach einer einführenden Klärung von Stadtdefinitionen und -typologien wird die Vorlesung zunächst einen chronologischen Überblick über die Entwicklungdynamiken des mittelalterlichen Städtewesens geben. Darauf folgt eine systematische Durchdringung mittelalterlicher Stadtkulturen nach einzelnen Themenfeldern: Demographien und soziale Schichtungen, stadtbürgerliche Leitwerte, Stadt und Herrschaft, Stadträume, Stadt und Kirche, städtische Wirtschaft und urbane Lebenswelten. Zum Abschluss der Vorlesung gilt es, die europäischen Befunde im globalhistorischen Vergleich zu reflektieren. Die Vorlesung ist auch zur Vertiefung geeignet.

 

Seminar

Ich, Kaufmann: Merkantile Lebenswelten im spätmittelalterlichen Florenz

Mo. 10-12, DOR 24, R. 1.405

Die spätmittelalterliche Handels- und Bankmetropole Florenz gilt gemeinhin als „Wiege des Kapitalismus“, als Tummelplatz zahlreicher merchant-bankers mit europaweiten Verbindungen, die sich noch dazu als Autoren von sog. ricordanze, Kaufmannsmemoiren, hervortaten. In einer Art Lebensbuchführung wurden darin nicht nicht nur finanzielle Transaktionen aufgezeichnet, sondern eine jeweils autorenspezifische Mischung aus Selbstzeugnis, Familiengeschichte und Stadtchronik. Nach einer Einführung in die Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Florenz und die Quellengattung der Kaufmannsmemoiren wird deren kulturgeschichtlicher Ertrag im Verlauf des Kurses systematisch ausgeleuchtet, um ein möglichst umfassendes Bild merkantiler Lebenswelten im spätmittelalterlichen Florenz herauszuarbeiten: soziale Herkunft, kaufmännische Ausbildung, religiöse Einstellungen, horizontale und vertikale Mobilität, ökonomische Praktiken, politische Partizipation und Beziehungsnetze, Geschlechterrollen und Kinder, Handlungsspielräume von Kaufmannsfrauen und -witwen, Informations- und Nachrichtenverkehr, Strategien der Selbstdarstellung und Statusrepräsentation. Begleitend zum Seminar werden dabei – entlang des gängigen Arbeitsprozesses von der Anfangrecherche bis zur fertigen Hausarbeit – Basiskompetenzen wie wissenschaftliches Lesen, Exzerpieren, Diskutieren und Schreiben eingeübt und im Rahmen einer Schreibwerkstatt am Semesterende erprobt. Da die meisten Kaufmannsmemoiren in englischer Übersetzung vorliegend, ist die Lektürefähigkeit englischsprachiger Texte Voraussetzung für eine erfolgreiche Seminarteilnahme.

 

Dr. Thomas Woelki

Übung

Papsturkunden des Spätmittelalters

Mo. 12-14, MO 40, R. 114

Kommentar folgt

 

Dr. Patrick Baker

Übung

Machiavelli the Historian

Di. 12-14, MO 40, R. 114

Kommentar folgt

 

Dr. Jörg Feuchter (gemeinsam mit

Raphael Stepken, B.A.)

Bachelorseminar

Enea Silvio Piccolomini (1405-1464) und der Renaissance-Humanismus

Mi. 10-12, MO 40, R. 114

Enea Silvio Piccolomini gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Aus verarmten Sieneser Adel stammend stieg er in einer atemberaubenden Karriere vom Gesandten auf dem Basler Konzil, kaiserlichen Sekretär und Bischof bis zum Papstamt auf, das er als Pius II. ausübte. Als Briefeschreiber, Historiograph, Verfasser eines erotischen Bestsellers, Orator und Autobiograph schuf er ein literarisches Werk, das ihm zum produktivsten und erfolgreichsten Autor seiner Zeit machte. Er war eine der zentralen Protagonisten der europäischen Bildungsbewegung des Renaissance-Humanismus, an dessen Ausbreitung nach Deutschland er wesentlichen Anteil hatte. Anhand von ausgewählten Texten Enea Silvios und seiner Rezipienten soll im Seminar erkundet werden, wie sich in seiner bewegten Biographie und seinem vielfältigen Œuvre charakteristische Aspekte des 15. Jahrhunderts spiegeln. Dazu zählen u.a. der Kampf zwischen Papsttum und Konziliarismus um die Vorherrschaft in der lateinischen Kirche, der Humanismus und seine Diffusion, die Formierung des Nationalgedankens, das Aufkommen neuer Formen der individuellen Selbstinszenierung und die sich wandelnden Bilder vom Eigenen und Fremden in der Auseinandersetzung mit der osmanischen Expansion. Lateinkenntnisse sind keine Teilnahmevoraussetzung, wohl aber die Bereitschaft, vor jeder Sitzung ein „response paper“ mit Inhaltsangabe, Kommentar und Fragen zu den zu lesenden Texten über das moodle-System einzureichen (ca. 2.000 Zeichen).

 

Zhenia Lichten, M.A.

Seminar
Zukunftsvisionen im Mittelalter

Do. 10-12, DOR 24, R. 1.405

Hofastrologen und Bauern, Seher und Glücksspieler – die Neugier auf die Zukunft kannten auch die Menschen des Mittelalters. Sie versuchten, das Wetter vorauszusagen oder die Anzahl der Jahre bis zum Ende der Welt möglichst genau zu berechnen. Christen, Juden und Muslime erwarteten die Ankunft des Messias oder des Mahdī.

In den Quellen treten unterschiedliche Zukunftskonzepte in ein Wechselspiel miteinander: Einerseits ist die nahende Endzeit und die göttliche Vorherbestimmung allgegenwärtig, andererseits erscheint die Zukunft als durchaus planbar (beispielsweise in der Vorsorge für das Wohl der Nachkommen). Diese und andere Aspekte der Zeitauffassung im Mittelalter werden in der Veranstaltung erkundet.

 

Seminar

Das Dreieck Litauen, Polen, Deutscher Orden - Spätmittelalter an der "Peripherie"?

Fr. 10-12, FRS 191, R. 5008

Litauen, das letzte heidnische Fürstentum in Europa, erschien erst im 13. Jahrhundert auf der Landkarte und erlebte einen bemerkenswerten Aufstieg: Zur Zeit seiner größten Ausdehnung ca. 200 Jahre später umfasste es Territorien von der Ostsee bis ans Schwarze Meer und beherrschte damit eine mehrheitlich christliche Bevölkerung. Die (bis 1385) heidnische Religion hinderte die litauischen Fürsten nicht daran, rege Beziehungen zu östlichen und westlichen Nachbarn zu pflegen. Das Großfürstentum Litauen wurde zu einem ernstzunehmenden Nachbarn des Deutschen Ordens und ging eine Union mit dem Königreich Polen an, die bis zu den polnischen Teilungen bestand.

Wie prägten zentrale Verläufe des Spätmittelalters die Geschichte Litauens vor dem Hintergrund regionaler Entwicklungen? Dieser Frage geht das Seminar nach. Dabei werden unter anderem Entwicklungen wie Feudalismus und Zentralisierung, die Kreuzzugsbewegung, Christianisierung und die Anfänge einer humanistischen Kultur angesprochen.

Wie wurde mittelalterliche Geschichte zur Begründung moderner politischer Ansprüche instrumentalisiert? Welche Ereignisse und historischen Figuren kanonisierten Historiographien der Nachfolgestaaten, die das historische Erbe der polnisch-litauischen Union teilen (Litauen, Polen, Belarus, Ukraine, Russland)? Konflikte wie “großdeutsche Forderungen” auf das Memelland (um 1939) sowie die fortdauernde polemische Auseinandersetzung um die “nationale” Zugehörigkeit der Großfürsten und ihrer Untertanen zeugen davon, dass moderne Konflikte immer wieder auf die Vergangenheit projiziert werden. Auch solchen Fragen werden wir uns zuwenden.

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Vorlesungsverzeichnis zur "Wissensgeschichte"

Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis des Bereiches "Wissensgeschichte", das in Kooperation der Humboldt-Universität mit der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Berlin und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte entstanden ist, finden Sie auf dieser Seite: http://www.wissensgeschichte-berlin.de/lehre.