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Humboldt-Universität zu Berlin - Mittelalterliche Geschichte II

Lehre

Sommersemester 2018

Prof. Dr. Johannes Helmrath

z.Zt. Forschungsfreisemester

 

Dr. Patrick Baker

Proseminar

Der italienische Humanismus und die Transformation der Antike

Mi. 12-14 Uhr, FRS191, R. 5009

Kommentar folgt in Kürze

 

Marika Bacsóka, M.A.

Proseminar

Konkurrenzkulturen, Egodokumente aus Städten und Universitäten des Spätmittelalters

Mo. 14-16 Uhr (am 18.06. & 02.07. 12-14 Uhr), HV5, R. 0319-22 (am 18.06. & 02.07. MO 40/41, R. 114)

Drei Männer des 16. Jahrhunderts, ein Drucker aus Zürich, ein Kölner Ratsherr und ein Kaufmann aus Augsburg. Auf den ersten Blick besitzen sie nur eine Gemeinsamkeit, alle drei haben ein Familienbuch hinterlassen. Sie ziehen Bilanz, ordnen für ihre Nachkommen Aufstieg und Fall einer Firma, erläutern moralische Handlungsmaximen und widmen sich ihrem körperlichen Verfall. Die Bestandsaufnahmen des Thomas Platter, Hermann von Weinsberg und Lucas Rem stehen im Mittelpunkt des Epochenseminars. Denn die Diarien lassen nicht nur Rückschlüsse auf die Identitätskonstruktionen der städtischen Führungsgruppen zu. Die Quellengattung der Ego-Dokumente öffnet die Tür zur Wirtschafts-, Politik- und Wissensgeschichte, ja sogar zur Alltags- und Festkultur spätmittelalterlicher Städte.

 

Das Seminar hat zwei Ziele: Erstens sollen die typologischen Merkmale der Egozeugnisse anhand von drei Familienbüchern erarbeitet und kritisch diskutiert werden. Zweitens soll das spezifisch „Konkurrierende“ in den Blick genommen und analysiert werden. Die Studierenden erarbeiten im Laufe des Semesters in Arbeitsgruppen, welcher Stellenwert Vergleich, Über- und Unterordnung in den Familienbüchern zukommt. Sie erörtern, wie die Autoren ihren Alltag gestalten und mit welchen Mitteln die politische, religiöse und wirtschaftliche Infrastruktur der Städte erfassen. Dabei wird die Bereitschaft vorausgesetzt, sich auf neuhochdeutsche Quellenzeugnisse einzulassen und in Gruppenarbeit zu untersuchen.

Dr. Thomas Woelki

Proseminar

Das große abendländische Schisma (1378-1417)

Mo. 10-12 Uhr, Mo 40/41, R. 219/220

Mit der Doppelwahl des Jahres 1378 begann die schwerste Krise der lateinischen Kirche des Mittelalters. Die Existenz zweier Päpste, mit jeweils eigenen Kardinalskollegien und ausgebauten Kurien in Rom und Avignon spaltete die lateinische Christenheit und die europäische Staatenwelt in zwei Lager und führte für viele Gläubige zu einer schwerwiegenden Gewissenskrise. Mit herkömmlichen theologischen, juristischen und politischen Methoden offenbar unlösbar, führte das Schisma auch zu einer wissenschaftlichen Weiterentwicklung der politischen Theorie und zu einem neuen Nachdenken über die Verfassung und das Wesen der Kirche. Als politisch-pragmatische Versuche der Beilegung des Konflikts gescheitert waren, suchte man, inspiriert durch Kenntnisse von der Alten Kirche und durch neue korporative Organisationsformen (städt. Kommunen, geistliche Orden, Universitäten), den Weg aus dem Schisma immer stärker in einer sich zusehends zur Ideologie ausformenden konziliaren Theorie. Nachdem das Konzil von Pisa (1409) die Krise nicht lösen konnte, sondern mit der Wahl eines dritten Papstes eher noch verschärfte, gelang es dem Konzil von Konstanz (1414-18), unter tatkräftiger Hilfe des römisch-deutschen Königs Sigismund, mit Martin V. einen nunmehr allgemein anerkannten Papst einzusetzen. Die Beschäftigung mit dem Großen Abendländischen Schisma gewährt Seminarteilnehmer v.a. einen Einblick in Probleme der Kirchenverfassung, in Frömmigkeitsformen und in politische Organisationsformen im Europa des späten Mittelalters. Latein-, Italienisch- und Französischkenntnisse sind sehr hilfreich aber keine Teilnahmevoraussetzung.

Amanda Simmons, M.A. und Volker Manz, M.A. M.Th.

Übung
Einführung in die Musik des Mittelalters mit einem Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum

Di. 14-16 Uhr

Heute begegnet uns die Musik des europäischen Mittelalters im christlichen Gottesdienst, im Konzertsaal (historisch-informierte Aufführungspraxis) und in der Mittelalterszene. Die Übung vermittelt einen Überblick zur Musikanschauung des Mittelalters, Anfänge der Notation, Kirchentonarten (Modi), Gregorianischer Gesang, Liturgie der lateinischen Kirche, die Musik der Hildegard von Bingen, geistliches Spiel (Drama), Lieder der Carmina burana, Minnesang, geistliche „Volksliedern“ und Devotio moderna, Instrumentenkunde, Instrumentalmusik und Spielleute, sowie die Entwicklung der modernen Rezeption und Aufführungspraxis.

Diese Themen werden unterschiedlich vorgestellt und erarbeitet, durch Diskussionen, Musikbeispiele, Handschriften und Illustrationen. Eine gemeinsame Besichtigung des Instrumentenmuseums ist in Planung. Weiterhin ist der Besuch eines Konzertes und/oder einer Live-Session Mittelalter Spielleute der Mittelalterszene geplant. Kurzreferate und Essays sind im Rahmen der Übung möglich. Notenkenntnisse, Englisch- und Lateinkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung einer Teilnahme.

 

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Vorlesungsverzeichnis zur "Wissensgeschichte"

Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis des Bereiches "Wissensgeschichte", das in Kooperation der Humboldt-Universität mit der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Berlin und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte entstanden ist, finden Sie auf dieser Seite: http://www.wissensgeschichte-berlin.de/lehre.

Colloquiumsplan WiSe 2015/ 2016

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CO_WS 1617_Programm.pdf

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Colloquiumsplan SoSe 2017.pdf

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PDF document icon Kolloquium Helmrath SoSe 2017.pdf — PDF document, 14 KB (14363 bytes)

kolloquiumsprogramm_lehrstuhl_helmrath_2017.pdf

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