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Humboldt-Universität zu Berlin - Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus

Aktuelles

Soeben erschienen:

 

 
Alexander Nützenadel (Hg.)
Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus. Verwaltung ǀ Politik ǀ Verbrechen

Wallstein Verlag

Göttingen 2017

ISBN 976-3-8353-3002-3

 

Darin:

Michael Wildt: Holocaust und Arbeitsverwaltung. Der jüdische Arbeitseinsatz in den Ghettos der besetzten Ostgebiete (S. 423-457)

 

 

 

Die Arbeits- und Sozialpolitik spielte für das ideologische Selbstverständnis der NSDAP als Arbeiterpartei eine zentrale Rolle. Welche Stellung das Reichsarbeitsministerium im Kontext der NS-Herrschaft einnahm, wird seit 2013 im Rahmen eines Forschungsprojekts des Bundesarbeitsministeriums von einer unabhängigen Historikerkommission untersucht.

Im ersten Band der Veröffentlichungen der Kommission werden die Forschungsergebnisse umfassend präsentiert. In den Blick genommen werden neben Behördenstruktur und Personal die Handlungsfelder des Ministeriums, die von der Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik über das Sozialversicherungswesen bis zur Wohnungsbau- und Siedlungspolitik reichten. Zugleich wird die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945 beleuchtet.

Deutlich wird, dass die klassischen Verwaltungsapparate weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren als lange Zeit vermutet wurde. Die ministerielle Bürokratie kooperierte sogar eng mit den nationalsozialistischen Partei- und Sonderstäben. Damit werden bisherige Erklärungsmodelle, wie das einer »polykratischen« Herrschaft, in Frage gestellt.

 

 

 

Im März erschienen:

 

 
 
Michael Wildt
Volk, Volksgemeinschaft, AfD

Hamburger Edition

Hamburg 2017

ISBN 978-3-86854-309-4

 

»Wir sind das Volk!« Das ist ein mächtiger und anspruchsvoller Satz, vor allem in einer Demokratie, in der das Volk herrscht. »Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus« heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Doch: Wer ist das Volk? Die wahlberechtigten Staatsbürgerinnen und Staatsbürger? Die Demonstranten gegen die Diktatur in Leipzig im Oktober 1989? Die orangefarbenen Massen auf dem Maidan in Kiew, die 2013/14 erfolgreich die Neuwahl des Präsidenten erzwangen? In der langen Geschichte des Volkes wurde stets darum gestritten, wer zu ihm gehörte und wer nicht. Frauen zum Beispiel erhielten in den meisten Staaten erst im 20. Jahrhundert das Wahlrecht. Und was geschieht, wie Sebastian Haffner1933 fragte, wenn das Volk die Demokratie nicht mehr will?

Die historisch-politische Intervention von Michael Wildt lotet die Ambivalenzen und Abgründe des politischen Konzepts des Volkes aus sowie die rassistisch-antisemitische Radikalisierung in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Auf dieser Grundlage hinterfragt er die populistischen Äußerungen der AfD, die sich lauthals auf das Volk beruft. Auch hier geht es um verschiedene Volkskonzepte. Die kulturell definierte Ausgrenzung von Minderheiten bei der AfD birgt die Gefahr radikaler Exklusion aus dem »Volk«. Jedoch auch das Beharren darauf, dass Volk demos und nicht ethnos sei, gelangt über die tückische Imagination eines einheitlichen Volkes nicht hinaus.

Wäre es nicht stattdessen vielmehr an der Zeit, Hannah Arendts Gedanken aufzugreifen und nicht das Volk, sondern den Menschen und sein Recht, Rechte zu haben, in den Mittelpunkt unseres demokratischen Denkens zu stellen?

 


K  A  L  E  N  D  E R




 
Forschungscolloquium des Lehrstuhls
 
 
Donnerstag, 29. Juni 2017:
Benno Nietzel (Bielefeld):
US-amerikanische Analysen der NS-Propaganda im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg
 

Donnerstag, 6. Juli 2017

René Schlott (Potsdam)
Raul Hilberg (1926-2007). Eine Biographie

 

 

 

Ort: FRS 191-193, Raum 4031

Zeit: 18.00 - 20.00 Uhr

 

Colloquiumsplan

 


 

Dienstag 11. Juli 2017, 19.00 Uhr

 
Die Stiftung Topographie des Terrors und die Hamburger Edition laden im Rahmen
der Vortragsreihe „Vor 70 Jahren. Die Nürnberger ‚Nachfolgeprozesse‘ 1946–1949“
zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein.

Der Einsatzgruppen-Prozess (Fall 9) - 3. Juli 1947 – 10. April 1948

 

Vortrag: Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin
Moderation: Dr. Peter Jochen Winters, Berlin

Ort: Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
 

Einladung

 

 


 
Dienstag, 18. Juli 2017, 19 Uhr

 

Hamburger Edition, der Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung, und die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg laden zu folgender Veranstaltung ein:

 

Buch im Gespräch: Michael Wildt und Sabine Bamberger-Stemmann über "Volk, Volksgemeinschaft, AfD"

 

Hamburger Institut für Sozialforschung

Mittelweg 36, 20148 Hamburg

Eintritt frei


 





 
28. April bis 5. November 2017:
 
Ausstellung
» ÜBERALL LUTHERS WORTE …«. MARTIN LUTHER IM NATIONALSOZIALISMUS
Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

 

täglich | daily 10 — 20 Uhr (25. bis 27. Mai 2017: 10 — 24 Uhr)

Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8 | 10963 Berlin

Infoflyer

 



 
Call for Papers
Symposium: 26.-27. Oktober 2017
Körper und Lager – eine interdisziplinäre Betrachtung der Verflechtungen von Herrschaft, Leben und Sterben in nationalsozialistischen Lagern.
Veranstaltungsort: Luisensaal, Luisenstraße 56, 10117 Berlin (HU)

 

Kontakt: Ana Lena Werner und Laura Busse
E-Mail: koerperundlager.geschichte@hu-berlin.de
Homepage: www.koerperundlager.wordpress.com
Keynote Speaker: Prof. Dr. Michael Wildt (Humboldt-Universität zu Berlin)

CfP

Plakat

 





 


 
WEGMARKEN - ein gemeinsames Projekt mit dem Inforadio Berlin

Wie erlebten jüdische Familien die Verfolgung in der NS-Zeit? Das haben Studierende in einem Seminar mit Frau PD Dr. Lu Seegers im Sommersemester 2013 mit viel Engagement recherchiert. Sie lasen bislang unbeachtete Briefe und persönliche Dokumente aus Berliner Archiven. Sie fanden Kontakt zu Verwandten und Nachfahren, die diese Zeugnisse teils noch nicht kannten.

In Zusammenarbeit mit dem Inforadio vom rbb entstanden aus diesen Funden Dossiers für das online-Projekt WEGMARKEN. Sie erzählen mit Dokumenten, Bildern und Audio-Zitaten bewegende Geschichten von Verfolgung, Verzweiflung, aber auch Hoffnung im Berlin der 30er- und 40er-Jahre.

Weitere Informationen:

http://wegmarken.inforadio.de/category/projekt-hu/