Humboldt-Universität zu Berlin - Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus

Lehrveranstaltungen im WS 2022/23

Prof. Dr. Felix Römer

 

VORLESUNG  -  51403

Das Dritte Reich

Entgegen der oft geäußerten Auffassung, dass die nationalsozialistische Vergangenheit hinreichend erforscht und aufgearbeitet sei, wird in den Geschichtswissenschaften und der Gesellschaft weiterhin viel darüber nachgedacht und diskutiert, wie zuletzt die aktuelle Debatte um die Singularität des Holocaust gezeigt hat. Diese Vorlesung bietet eine Einführung in die Geschichte des „Dritten Reichs“ und die Historiographie zum Thema.

Die Vorlesung vermittelt nicht nur Grundkenntnisse über zentrale Ereignisse, Strukturen und Entwicklungen von 1933 bis 1945, sondern setzt sich auch mit Querschnittsthemen wie z.B. der Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus sowie mit Forschungsdiskussionen wie z.B. der Debatte um die „Volksgemeinschaft“ auseinander. Neben der Gesellschaftsgeschichte des „Dritten Reichs“ geht die Vorlesung auch auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust ausführlich ein.

Donnerstags 10.00 – 12.00 Uhr, HG UdL 6 - Raum 2091/92

 

BACHELORSEMINAR -  51420

Gesellschaft im Nationalsozialismus: „Volksgemeinschaft“, Vernichtungskrieg und Holocaust, 1933-45

Das Seminar dient zur Vertiefung von Kenntnissen über die Geschichte des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Zugleich wollen wir die Beschäftigung mit diesen zentralen Themen der deutschen Zeitgeschichte dazu nutzen, bereits erworbene methodische Fähigkeiten anzuwenden und zu erweitern.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Gesellschaftsgeschichte der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“; das Seminar geht aber auch auf die Expansions- und Vernichtungspolitik während der Kriegsjahre ein. Wir betrachten die Seminarthemen dabei aus wechselnden methodisch-theoretischen Perspektiven (Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Wissensgeschichte u.a.) und vertiefen dadurch gleichzeitig unser Methodenwissen.

In Hinblick auf die wissenschaftlichen Arbeitstechniken liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Trainieren des forschenden Lesens und der historischen Fragekompetenz. Diese Ziele verfolgen wir nicht nur durch kritische Lektüre und Diskussion der Forschungsliteratur, sondern auch durch eigenständige Recherchen und Analysen von Primärquellen. Alles in allem soll das Seminar dazu beitragen, die Grundlagen für eine erfolgreiche Bachelorarbeit zu festigen.

Donnerstags 12.00 – 14.00 Uhr, DOR 24 – Raum 1.404

 

 

MASTERSEMINAR  -  51432

Mass Violence and Genocide in the Twentieth Century in Comparative Perspective

Recent events have reminded the world that mass violence is not a thing of the past. As part of Putin’s war of aggression in Ukraine, Russian forces have committed mass atrocities against the civilian population, and both warring parties have traded accusations of ‘genocide’. At the same time, scholars and commentators in Germany and around the world have continued to wrestle with questions about the singularity of the Holocaust and its alleged colonial origins. Comparative perspectives on what precisely constitutes genocide and how it is different from other forms of mass violence have thus gained new urgency.

This seminar introduces students to the interdisciplinary field of comparative genocide studies. While we will focus mainly on mass violence, ethnic cleansing, and genocide in the twentieth century, we will also consider premodern and colonial cases of mass killing. We will combine in-depth analyses of particular instances of genocide (the Armenian genocide, the Holocaust, Cambodia, Rwanda, Bosnia, Dafur) with comparative and thematic perspectives that cut across periods and case studies. Furthermore, we will also address conceptual questions and explore different disciplinary approaches, including perspectives from sociology and political science.

The course will be held in the form of in-person class meetings.

Mittwochs, 14.00 – 16.00 Uhr, FRS 191 – Raum 4026

 

FORSCHUNGSKOLLOQUIUM -  51489

zur Deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus

Donnerstags, 16.00 – 18.00 Uhr, FRS 191 – Raum 4026

 

 

FORSCHUNGSSEMINAR -  51496

Neue Forschungen zur sozialen Ungleichheit in der „Volksgemeinschaft“ 1933-1945

Die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ basierte auf der rassistischen Ausgrenzung und Ermordung jüdischer Menschen und anderer „Gemeinschaftsfremder“, doch auch innerhalb der privilegierten Mehrheit der „Volksgenossen“ und „Volksgenossinnen“ existierten trotz aller egalitaristischen Propaganda erhebliche sozioökonomische Disparitäten.

Die sozialen Ungleichheiten innerhalb der „Volksgemeinschaft“ wurden zuletzt von der kulturhistorischen Forschung wiederentdeckt - in unserem Forschungsseminar wollen wir diesen Forschungstrend aufgreifen und weiterentwickeln. Hierzu lassen wir uns zunächst von der bereits vorliegenden Fachliteratur inspirieren und setzen uns dabei auch mit Grundfragen und typischen Problemen des Forschungs- und Schreibprozesses auseinander.

Hieran anschließend entwickeln wir eigene Forschungsprojekte, wobei wir uns auf Quellenbestände aus lokalen Archiven und digitalen Ressourcen stützen können. Das Zwischenziel besteht darin, Exposés zu erarbeiten, die wir konstruktiv diskutieren und die schließlich die Vorlage für die Forschungsarbeiten der Teilnehmenden bilden sollen.

 

Mittwochs, 16.00 – 18.00 Uhr, FRS 191, Raum 4026