Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des Mittelalters. Schwerpunkt: Spätmittelalter

Wintersemester 2021/22

Prof. Dr. Dorothea Weltecke

Dr. Jörn Christophersen

Dr. Thomas Woelki

Dr. Patrick Baker


 

Die Lehre findet in digitalen Veranstaltungsformaten und in Präsenz statt!

 

Prof. Dr. Dorothea Weltecke

 

Vorlesung: Die Welten von Juden, Christen und Muslimen von 1000 bis 1500

Di. 10-12 Uhr (digital) - AGNES

Diese Vorlesung führt in die mittelalterliche Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Jahrhunderte von 1000 bis 1500 ein. Für diese Zeit sind die religiösen Strukturen und die Theologien als Grundlage und Legitimation gesellschaftlicher Ordnung und politischen Handelns zentral und werden umgekehrt nachhaltig davon beeinflusst. Die Vorlesung stellt die Polyzentrik mittelalterlicher Herrschaftsformen und mittelalterlicher Religionen vor, fragt nach der Existenz religiöser Minderheiten, nach Strukturen des Zusammenlebens, nach Konflikt und Austausch in Politik und Wirtschaft. Sie bietet zugleich einen Überblick über eine komplexe und sich dynamisch verändernde Epoche vor der europäischen Domination.
Die Vorlesung findet synchron statt.

 

Übung: Pest und Judenmord - Übersetzungsübung mittellateinischer Quellen 

Mo. 12-14 Uhr (FRS 191, R. 4031) - AGNES

In dieser Übung lesen wir Chroniken und andere Quellen zur Zeit des Schwarzen Todes. Außerdem befassen sich alle begleitend mit einem ausgewählten Text und stellen ihn der Gruppe vor. Keine Angst vor mittelalterlichem Latein! Viel Feind, viel Ehr: Das spätmittelalterliche Latein der Quellen zur Pestzeit ist gelegentlich einigermaßen grässlich, deshalb sind viele Quellen nicht ins Deutsche übersetzt worden. Es macht nichts, wenn Sie sich mit der Sprache unsicher fühlen. Wir sitzen alle in einem Boot, können in aller Ruhe grübeln, Grammatik wiederholen und interpretieren, nur Mut!

 

Proseminar: Spurensuche: Mittelalter in Berlin?

Di. 16-18 Uhr (FRS 191, R. 4031) - AGNES

Das Proseminar führt in Techniken und Methoden des Studiums der mittelalterlichen Geschichte ein. Unser Beispiel ist die Stadt Berlin, die derzeit intensiv archäologisch und historisch erforscht wird. Was ist an mittelalterlichen Spuren noch zu sehen und worum handelt es sich? Wie wird das mittelalterliche Berlin in Museen dargestellt? Wie ermittelt man den Forschungsstand? Wie findet man Quellen? Welche Forschungsprobleme gibt es? Wir werden dazu auch in der Stadt konkret nach Spuren suchen. Der Kurs findet synchron statt.

 

Masterseminar: Pest, Verschwörungserzählung, Judenmord

Di. 12-14 Uhr (FRS 191, R. 4031) - AGNES

In diesen Zeiten einer ansteckenden Seuche ist es vernünftig, sich mit dem Stand der Diskussion zum Schwarzen Tod von 1348 und 1349, der Entstehung von Verschwörungserzählungen und der Ermordung unzähliger jüdischer Gemeinden in diesen Jahren zu befassen. 1987 veröffentlichte František Graus (1921-1989) seine monumentale Studie zu diesem Thema. Darin vertrat er die These, dass die Ermordung der Juden der anrollenden Pestwelle vielfach voranging und dass die Pogrome keine spontanen Erhebungen der städtischen Bevölkerung darstellten, sondern diese vielmehr gelenkt und von interessierten Kreisen gründlich vorbereitet waren. Inzwischen wissen wir mehr über die unterschiedlichen Verbreitungswege der Seuche und der Verschwörungserzählung von der Brunnenvergiftung. Aber immer noch gibt es viele offene Fragen zu den lokalen Bedingungen, immer noch folgen populäre Erklärungsmuster zu unkritisch den mittelalterlichen Berichten. Wir werden uns Stand der Diskussion erschließen und exemplarisch Bereiche vertiefen. Dabei wollen wir möglichst unterschiedliche Methoden und Theorien anwenden, die soziologische Gewaltforschung ebenso wie digitale Techniken. Da die lateinischen Quellen zum Teil schlecht erschlossen sind, ist die Bereitschaft, sich mit lateinischen Texten zu befassen, unerlässlich. Es mag nützen, auch die Übung zur Lektüre mittelalterlicher Quellen zur Pestzeit zu besuchen.
Die Veranstaltung findet synchron und asynchron statt.

 

Forschungscolloquium zur Geschichte des Mittelalters (mit Dr. Jörg Feuchter)

Mo. 16-18 Uhr (25.10.2021, 17.01.2022, 07.02.2022, 14.02.2022) HV5, R. 0319-22 - AGNES

Mo. 18-20 Uhr (22.11.2021) HV5, R. 0319-22

Fr. 10-18 Uhr (03.12.2021) HV5, R. 0319-22

Mo. 18-20 Uhr (06.12.2021) BBAW/gesonderte Anmeldung

Mo. 18-20 Uhr (24.01.2022) Raum wird noch bekannt gegeben


Diese Veranstaltung ist für alle, die bei mir eine Qualifikationsarbeit schreiben möchten (BA, MA, Dr., Habil.) verpflichtend – alle anderen Studierenden sind herzlich eingeladen, auch zu einzelnen Terminen. Am 3. Dezember findet eine Blockveranstaltung statt, bei der alle Qualifikationsarbeiten mit Werkstattberichten vorgestellt und diskutiert werden. Daneben finden alle 14 Tage in Zusammenarbeit mit Dr. Jörg Feuchter und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen statt. Das Programm wird rechtzeitig bekanntgegeben. Um die Teilnahme an einer VORBESPRECHUNG am 25. 10. wird dringend gebeten.

Colloquiumsprogramm

 

Dr. Jörn Christophersen

 

Proseminar: Wege zu städtischen Auseinandersetzungen

Do. 14-16 Uhr (digital) - AGNES

Der Kurs findet bei Digitalität eher asynchron statt
Dieses Proseminar ist eine Hinführung zum weiteren Studium der mittelalterlichen Geschichte. Anhand ausgewählter Beispiele aus für die Mediävistik zentralen Themenkreisen der Stadt-, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte werden grundlegende Arbeitstechniken aufgefrischt und gefestigt, erprobt und einstudiert.
Die Veranstaltung ersetzt nicht den Besuch von Epochenüberblicksveranstaltungen (Vorlesungen).
Das Erlernen und Einüben grundlegender Arbeitstechniken und die Ausbildung eines Methodenbewusstseins legen den Grundstein für ein erfolgreiches Studium, das gilt auch für eines der Geschichte. Um den Anforderungen an das Studium der jeweiligen Teildisziplinen (wie etwa der epochal und meistens auf Europa ausgerichteten Mittelalterlichen Geschichte) gerecht zu werden, verknüpfen die Proseminare eine propädeutische Einführung mit ersten thematischen Zugriffen.
So erweisen sich Fragen nach den (inner-)städtischen Auseinandersetzungen in den meisten Ländern West-, Süd- und Mitteleuropas als Kulminationspunkte historischen Arbeitens und Analysierens. Mitunter kommen im sogenannten Mittelalter soziale Konstellationen und Institutionen zu Ausformungen, die lange – teils bis heute – andauerten und an denen sich Strukturen nachvollziehen lassen. Diese werden, bei allen Gemeinsamkeiten heute dennoch mitunter als rückständig, unaufgeklärt, unmodern wahrgenommen – mit drastischen Folgen für unser Geschichtsbild.
Anhand ausgewählter Beispiele vornehmlich aus dem Heiligen Römischen Reich sollen die curricularen Aufgaben der Proseminare erarbeitet und somit Grundlagen für Quellendiskussionen geschaffen werden.
Vorgesehen ist zusätzlich ein halb- oder ganztägiger Ausflug an einem noch festzulegenden Termin. Sollte dies in Präsenz nicht möglich sein, gibt’s einen Online-Ausflug.

 

Bachelorseminar: Not und Tod, Sterben und Erben im Mittelalter

Do. 10-12 Uhr (digital) - AGNES

Dieses Bachelorseminar begleitet die Grundlagen Ihres weiteren Studiums der mittelalterlichen Geschichte. Anhand ausgewählter Beispiele aus dem für die Mediävistik zentralen Themenkreis um Tod und Sterben lassen sich zahlreiche Aspekte der Stadt-, der Rechts-, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte erörtern und zugleich werden grundlegende Arbeitstechniken aufgefrischt und gefestigt, erprobt und einstudiert.
Das Einüben grundlegender Arbeitstechniken und die Ausbildung eines Methodenbewusstseins legen den Grundstein für ein erfolgreiches Studium, das gilt auch für eines der Geschichte. Um den Anforderungen an das Studium der jeweiligen Teildisziplinen (wie etwa der epochal und meistens auf Europa ausgerichteten Mittelalterlichen Geschichte) gerecht zu werden, verknüpfen die Bachelorseminare propädeutische Aspekte mit thematischen Zugriffen.
Mittelalterliches Leben vom Ende und seinen Krisen her zu denken ermöglicht zugleich die Fokussierung auf Kulminationspunkte historischen Arbeitens und Analysierens. Mitunter kamen im sogenannten Mittelalter soziale Konstellationen und Institutionen zu Ausformungen, die lange – teils bis heute – andauerten und an denen sich Strukturen nachvollziehen lassen. Diese werden, bei allen Gemeinsamkeiten heute dennoch mitunter als rückständig, unaufgeklärt, unmodern wahrgenommen – mit drastischen Folgen für unser Geschichtsbild.
Anhand ausgewählter Beispiele vornehmlich aus dem Heiligen Römischen Reich sollen curriculare Aufgaben der Veranstaltungsform erarbeitet und somit Grundlagen für Quellendiskussionen geschaffen werden.
Vorgesehen ist zusätzlich ein halb- oder ganztägiger Ausflug an einem noch festzulegenden Termin. Sollte dies in Präsenz nicht möglich sein, gibt’s einen Online-Ausflug.

 

Dr. Thomas Woelki

 
Proseminar: Kirchenreform und Spätmittelalter

Mo. 12-14 Uhr (HV5, R. 0007) - AGNES

Reformiert zu werden ist lästig und schmerzhaft. Reformer stellen in oft brüskierender Weise lange gewachsene und sozial akzeptierte Lebenswirklichkeiten in Frage und zwingen zur Rechtfertigung. Die im 14. und 15. Jahrhundert sehr zahlreichen Versuche, das Leben von Klerikern, Mönchen und Laien in normativ verfasste Zustände zurückzuführen, bieten daher vielfältige Gelegenheiten zur Analyse von politischen, theologischen und rechtlichen Legitimationsdiskursen und geben häufig erstaunlich detaillierte Einblicke in konkrete Lebenswelten.

 

 

Dr. Patrick Baker

 

Übung: The European Renaissance: Dawn of the Modern World?

Di. 10-12 Uhr (digital) - AGNES

According to an older view of history, the European Renaissance inaugurated the modern world, thus giving birth to a glorious age of enlightenment and progress. More recently this narrative has been seriously challenged from a variety of standpoints, including from feminist, postcolonial, and global paradigms. The value of Western culture has been deconstructed, and the history of the West and its place in global history soberly re-evaluated. In 2017 a new study appeared that invites us to revisit the Renaissance and its importance for world history: Bernd Roeck’s Der Morgen der Welt. Integrating comparative and counterfactual approaches, it asks what was special about the Renaissance, why it did not happen elsewhere or at another point in time, and what its legacy is today.
We will read this book closely in English translation in order to engage as critically as possible with its arguments. The language of the course is English. Knowledge of German is helpful but not necessary.
(Der Kurs findet eher synchron statt.)

 

 

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