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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte der Renaissance

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Geschichte der Renaissance | Aktuelles | Archiv | Zur Europäischen Geschichte der Begriffe in den Geistes- und Sozialwissenschaften

Zur Europäischen Geschichte der Begriffe in den Geistes- und Sozialwissenschaften

09.11.2016, 18 Uhr:
Buchpräsentation im Rahmen des Forschungs-kolloquiums zur Europäischen Geschichte der Frühen Neuzeit:

 

organisiert in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch 

von Xenia von Tippelskirch  und Emmanuel Droit

 

Buchvorstellung mit

  • Prof. Dr. Olivier Christin (Universität  Neuchâtel)
  • Dr. Marion Deschamp (Universität Lyon 2)
  • Dr. Serge Reubi (Centre Marc Bloch)
  • Dr. Dr. hc. Hans Erich Bödeker (Universität Göttingen)

 

Moderation: Dr. Emmanuel Droit (Centre Marc Bloch)


Ort:

Salle Germaine Tillion
Friedrichstrasse 191, 10117 Berlin

 

Inhalt:

Wir erleben derzeit eine bislang ungekannte Deregulierung der politischen Sprache sowohl in Parteiprogrammen, in gesellschaftlichen Debatten, in medialen Expertenrunden zur „Entschlüsselung“ aktueller Zusammenhänge als auch bisweilen in den Geisteswissenschaften selbst. Aktuelle Beispiele hierfür sind unter anderem die Auseinandersetzungen über den „offenen“ oder „geschlossenen“, „positiven“, „restriktiven“ oder „inklusiven“ Laizismus, über die Republik und Demokratie, über die Nation und Staatsbürgerschaft, über Flüchtlinge und Immigranten. Jeder dieser Begriffe mag dabei für die zunehmende inhaltliche Verunsicherung stehen, zu der nicht zuletzt sehr bewusste Kommunikationsstrategien, die endlose Wiederholung von nichtssagenden Äußerungen sowie die radikale Reduktion von komplexen Zusammenhängen auf eingängige, aber apolitische Slogans geführt haben.

 

Zwar können diese lexikalischen und begrifflichen Veränderungen durchaus eine notwendige Erneuerung der Kategorien zur Erfassung einer im Wandel begriffenen Welt und eine geschärfte Sprachkompetenz zur Teilhabe am öffentlichen Leben bedeuten. Doch können sie auch eine demokratische Entrechtung verschleiern, indem sie uns in simplen Alternativen, falschgestellten Fragen und unfruchtbaren theoretischen Perspektiven gefangen halten.

 

Es geht also um Fragen der Rasse und der Kultur, des Multikulturalismus und der Nation, des Engagements und der Institutionen, des Populismus und der Staatsbürgerschaft, des Terrorismus und der Opfer usw.

 

Das von Ethnologen, Anthropologen, Politikwissenschaftlern, Soziologen, Historikern und Archäologen konzipierte Lexikon (Dictionnaire des concepts nomades en sciences humaines – Wörterbuch wandelbarer Begriffe in den Sozialwissenschaften) möchte erläutern, was wirklich hinter scheinbar vertrauten Begriffen steckt, was diese über die Menschen und Zusammenhänge sagen, die sie hervorbringen, zu welchen Gedanken sie uns verleiten und wie sie unsere Gesellschaften beeinflussen, – und es will einen kritischen Umgang mit ihnen fördern.