Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des Mittelalters. Schwerpunkt: Spätmittelalter

Carl-Erdmann-Colloquium



Prof. Dr. Tonio Sebastian Richter (FU Berlin)

Wortgefechte in Kriegszeiten. Das koptische Anhörungsprotokoll P.Col inv. 600 und seine Kontexte

Zeit: 24.1.2022, 18 Uhr

Ort: Friedrichstr. 191-193 (Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität), Raum 5009 (5. Stock)

 

Bitte beachten Sie, dass angesichts der COVID-19-Epidemie für die Veranstaltung die 2G-plus-Regel und eine generelle Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken während der gesamten Veranstaltung gelten.

Angesichts der epidemischen Lage wird die Veranstaltung hybrid stattfinden. Der Vortrag wird über Zoom gestreamt:

 

Thema: Carl Erdmann-Colloquium
Uhrzeit: 24. Jan. 2022 06:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien

Zoom-Meeting beitreten
https://hu-berlin.zoom.us/j/67576777223?pwd=d1pTWnltUmRtQ0txMTU5QXZDNGsxUT09

Meeting-ID: 675 7677 7223
Passwort: 865284

Schnelleinwahl mobil
+496938079884,,67576777223# Deutschland
+496950500951,,67576777223# Deutschland

 

Eine Beteiligung an der Diskussion ist unter den gegebenen technischen Bedingungen mit Einschränkungen möglich.

 

Im Jahr 646/7 n. Chr., während (oder kurz nachdem) Byzantiner und Araber sich die letzte Schlacht um Alexandria liefern, kulminiert in Apollonopolis magna im Süden Ägyptens der Streit um ein Häuschen. Vierundzwanzig Jahre zuvor, „in der Zeit der Perser“, wie es heißt, war dieses Haus von Thekla, die es allein mit ihren drei Kindern bewohnt hatte, gegen Geld für Nahrung an den Bauern Philemon verpfändet worden, der es seither mit seiner Frau bewohnt und vermietet hat. Theklas Neffe, der Diakon Johannes, verklagt nun den Bauern wegen dieses Hauses, das nach seinem Verständnis ihm, als Theklas Erben, zusteht. Die Ereignisse um Theklas Haus sind uns in einem außergewöhnlichen Manuskript überliefert, Papyrus Columbia University inv. 600, dem Protokoll der Anhörung beider Streitparteien vor Friedensrichtern. Dieser Papyrus ist erstmals vor mehr als 50 Jahren durch den amerikanischen Rechtshistoriker Arthur Schiller ediert worden, doch in und außerhalb der Koptologie weitgehend unbeachtet geblieben. In dem angekündigten Vortrag soll das Manuskript und der darin überlieferte Rechtsstreit als historische Quelle befragt und in unterschiedlichen Perspektiven und Skalierungen kontextualisiert werden.